Donnerstag, 02. September 2010 - Fundstücke, Gedankenkram, Politik
Dem (Noch?)mitglied der ehemals sozialdemokratischen Partei Deutschlands, Thilo Sarrazin, wird – nicht erst durch sein neues “Werk” – Rassismus vorgeworfen, meiner Meinung nach kaum zu Unrecht. Herr Sarrazin ist auch bei weitem nicht der einzige, der anscheinend am liebsten nur noch leistungsfähige, möglichst treuteutsche Steuerzahler Staatsbürger hätte. Da gäbe es zum Beispiel noch den Soziologen Gunnar Heinsohn, der seit geraumer Zeit für Schlagzeilen sorgt. Er beschränkt sich in seinen apokalyptischen Thesen nicht auf die Migranten sondern generell auf bildungsferne Sozialschmarotzer*.
In einem Telepolis-Artikel wird seine Aussage wie folgt zusammengefasst:
Die Kinder von Hartz IV-Empfängern sind minderwertig, sie sind dümmer und fauler als die Kinder von anderen deutschen Müttern und ihre Ausbildungsfähigkeit steht in Frage. Sie werden in Zukunft den hohen Qualifikationsanforderungen der Gesellschaft nicht mehr genügen. Diese Kinder entstammen einer Unterschicht, die sich durch Sozialhilfe immer mehr vergrößert und hemmungslos vermehrt und den Leistungsträgern auf der Tasche liegt. Das ist eine Gefahr für Deutschland. Während sich die Unterschicht so vermehrt, bekommen die deutschen Frauen der Leistungsträger zu wenig Kinder. Der Staat muss also das weitere Kinderkriegen der Unterschicht verhindern, indem man deren Angehörigen die Lebensgrundlage entzieht. Deutschland braucht diese minderwertigen Kinder nicht, sondern es braucht die sozial wertvollen Kinder der Karrierefrauen. [zum Artikel]
Steht der Mann mit dieser Äußerung allein oder sind seine Thesen vielmehr Ausdruck dessen, was uns in naher Zukunft erwartet? Dass der Druck auf Langzeitarbeitslose – zumindest in den “Hartz IV-Hochburgen” – immer extremer wird steht außer Frage. Dass unsere Bundesregierung seit geraumer Zeit immer wieder betont, wie wichtig (ihr) Bildung sei, dabei allerdings nur halbgare Anstrengungen unternimmt, an der Bildungsmisere etwas zu ändern, ebenfalls. Nun könnte man das Gefasel altersstarrer Männer einfach ignorieren, zumal den Thesen Sarrazins heftig widersprochen wird. Allerdings vornehmlich von Wissenschaftlern, beim Volk scheinen solchen Aussagen – mal wieder – auf fruchtbaren Boden zu fallen.
Trotz neuer Schönwetterprognosen läuft die Wirtschaft alles andere als rund, viele der neuen Jobs sind im Niedriglohnsektor verankert, vor allem in den östlichen Teilen Deutschlands fühlt sich das Volk verarscht allein gelassen – alles ein guter Nährboden für einen neuen Rassismus. Dieser muss sich nicht zwangsweise allein gegen Menschen mit anderer Staatsbürgerschaft richten, er kann auch eine bestimmte Bevölkerungsgruppe treffen – zum Beispiel eben die Langzeiterwerbslosen. Nicht umsonst erinnert der Slogan der Arbeitgeberlobby INSM “Sozial ist, was Jobs schafft” an alte Zeiten.
Natürlich läuft hier in diesem Lande einiges schief – was wir brauchen sind aber produktive Gedanken (und Taten), und keine geistige Brandtsiftung à la Sarrazin oder Heinsohn.
*Nein, kein Zitat, sondern einfach nur kurz zusammengefasst
Mittwoch, 01. September 2010 - Kurz notiert
Einen Engel – wenn auch nur von Keith Haring – an die Wand zum OP-Raum zu hängen zeugt von einem dezent schwarzen Humor. Ich glaube, der Arzt ist mir sympathisch.
Dienstag, 31. August 2010 - Kurz notiert
…wurde der Einigungsvertrag unterschrieben, anlässlich der Feierlichkeiten räumte Bundesinnenminister de Maizière Mängel darin ein. Und womit räumte er diese ein? Mit Recht!
Montag, 30. August 2010 - Berlin, Misc
Bereits vor längerer Zeit war ich auf das 2008 eröffnete Restaurant “Little Tibet” aufmerksam geworden, hatte es aber bislang nicht auf die Reihe bekommen geschafft, dieses mal zu testen. Nun aber, zusammen mit dem lieben Besuch, wurde es endlich nachgeholt.

Das Restaurant besteht aus zwei relativ kleinen aber angenehmen und hellen Räumen, Außengastronomie gibt es keine, was bei den momentan herbstlichen Temperaturen aber durchaus zu verschmerzen war. Die Karte ist umfangreich und enthält eine Mischung aus chinesischer, indischer, thailändischer und eben tibetischer Küche, sowohl “Fleischfresser” als auch Vegetarier kommen auf ihre Kosten. Das Preisniveau ist – zumal bei der Lage in der Nähe zum Tourikiez – völlig in Ordnung, Hauptgerichte kosten zwischen sechs und neun Euro. Die Bedienung ist freundlich und aufmerksam, also beste Voraussetzung für ein nettes Besucherabschlussessen.

Wir haben uns wüst durch die Karte gefuttert, und sowohl Vorspeisen als auch Hauptgerichte waren durchweg sehr lecker! Die Portionen waren absolut ausreichend, leider wird der Schärfegrad nur auf der – mittlerweile etwas überholten – Karte auf der Webseite ausgewiesen. Nachdem wir gut gefüllt waren gab’s noch einen kleinen Nachtisch auf Kosten des Hauses, aber bereits vorher war klar, dass wir nicht zum letzten mal im “Little Tibet” waren. Fazit: Absolut empfehlenswert.
Restaurant “Little Tibet”, Gneisenaustraße 6a, Berlin-Kreuzberg. Öffnungszeiten: Di bis So 11.30 – 14.30 und 17.30 – 23.30 Uhr. ÖPNV: U 6 Mehringdamm, U 7 Gneisenaustr. Webseite: www.little-tibet-berlin.de.
Montag, 30. August 2010 - Misc
Nachdem die Mädels bereits gestern abgeflogen sind ging’s heute zu nachtschlafender Zeit relativ früh mit dem Seebären nach Tegel – wobei nur die separate Busspur eine leichte Hektik verhinderte und das Votum über den ÖPNV-Transfer zum bundeshauptstädtischen Flughafen von “miserabel” auf “peinlich” hob. Nun sitzt der Stef wieder allein zu Haus. Die sich üblicherweise einstellende Leere lässt noch etwas auf sich warten – den ein oder anderen Blogbeitrag gilt es zu schreiben, die ein oder andere fehlende Stunde Schlaf nachzuholen.
Schön war’s, eine Wiederholung ist ausdrücklich erwünscht!
Sonntag, 29. August 2010 - Kurz notiert

Das alte Layout gefiel besser, aber der Inhalt schmeckt immer noch gut.
Samstag, 28. August 2010 - Schnappschüsse

Da Petras letzter Berlin-Besuch doch etwas länger her ist war eine Touritour – inklusive “Klassiker-Foto” vor dem Brandenburger Tor – unumgänglich.
Freitag, 27. August 2010 - Kurz notiert
ein paar liebe Menschen verbringen gerade ihren Urlaub in Berlin. Würden Sie bitte freundlicherweise für adäquates Wetter sorgen? Und wenn Sie schon dabei sind, ebenso liebe Menschen machen sich bald auf den Weg zum Urlaub nach Österreich (warum man auch immer ausgerechnet dort…), auch diese Menschen hätten gutes Wetter verdient. Natürlich können wir Sie, verehrter Herr Petrus, lediglich höflich bitten, aber ein Entgegenkommen wäre vielleicht auch in Ihrem Interesse.
Song des Tages: “It’s raining again” (Supertramp).
Donnerstag, 26. August 2010 - Schnappschüsse

Teuchtlurmkuscheldecke. Das andere Gastgeschenk werden wir gemeinsam während der nächsten Tage wegsaufen vernichten.
Mittwoch, 25. August 2010 - Kurz notiert
Die Hütte ist geputzt, der Kühlschrank gefüllt, die Gästewohnung durchgelüftet – mein Besuch kann also kommen. Die Wettervorhersage reißt einen zwar nicht vom Stuhl, aber da 2/3 meines Besuchs sowieso eher die “nordischen Temperaturen” liebt… Freue mich jetzt also auf ein paar schöne Urlaubstage in lieber Gesellschaft.
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