“Wenn du schon in eine Stadt ziehen musst” werde ich gefragt “warum nach Berlin? Und dann so weit weg?” Nun – ersteres bedingt das zweitere – ich kann Berlin nicht näher herzaubern. Aber warum überhaupt Berlin?
Die jetzige Wohnsituation kann man getrost als “extrem” bezeichnen. Hiernach kann es nur in eine anderes Extrem gehen, und das wäre entweder ein Leben als Leuchtturmwärter, oder eben in einer Großstadt. Und wenn schon eine Stadt, dann aber richtig. Dann will ich in eine Stadt, die nachts nicht vor sich hindöst, sondern die 24 Stunden wach ist. Richtig wach. Dann will ich alles auskosten. Champagner statt Schaumwein. Nicht nur ein “ganz nett”, sondern ein “Tschakka”.
Berlin ist die einzige Stadt in Deutschland, in der man jeden Tag den gesellschaftlichen und politischen Wandel spüren kann. Und es wandelt sich – ständig, immer und immer, unaufhaltsam. Vieles bekommen wir erst in einer Rückschau mit, so sehr sind wir mit uns selbst beschäftigt. In den vergangenen 100 Jahren hätte man in jedem Jahr in Berlin den Wandel erleben können – egal, welche Epoche, egal, ob die Ereignisse eher angenehm oder unangenehm sind.
Dazu mag ein wenig “verklärte Erinnerung” kommen – schließlich habe ich schon vor 20 Jahren einmal in dieser – damals noch geteilten – Stadt gewohnt. Ich dachte eigentlich, dass der besondere Charme von Berlin nach der Einverleibung der DDR weg wäre, wurde aber eines Besseren belehrt. Es ist ein anderer Charme – aber nach wie vor ist Berlin nicht einfach eine pieselige Großstadt, sondern es ist die eine Stadt. Berlin eben.
Was aus dieser Idee, nach über drei Jahren wieder in eine Stadt, nach über 20 Jahren wieder nach Berlin zu ziehen, wird – darauf bin ich selbst gespannt.













schrub am 04. Mai 2007 um 17:47:
huch, du hast es jetzt abba doch eilig, zum 01.08. willst du schon nach bärlin?
etwas sehr verklärt hört sich deine berlinbeschreibung schon an …
verstehen kann ich es, ich finde berlin auch eine tolle stadt, kenne sie abba nur aus sehr kurzen besuchen.
achja, für dagegen spricht zum bsp. diese reportage:
http://www.daserste.de/doku/beitrag_dyn~uid,o17csr73i250pny4~cm.asp
lohnsklaven in unserer republik.
am düstersten schaut es in berlin aus, weil es dort massen an “billig”arbeitskräften gibt, die dementsprechend das lohnniveau senken. 4-5 euro pro stunde in einer zeitsarbeitsfirma für den letzten “dödel”job sind standard in berlin.
in anderen grosstädten wird es sicherlich auch nicht viel besser ausschauen, abba da ist event. die chance auf eine festanstellung deutlich grösser.
und das brandenburger tor schaut auch anders aus, als unten auf deinem bild *g*
ich freue mich schon auf den ersten berlinbesuch, bei eurem umzug sind wir ja leider in wien
)
tschö
seebaerchen
schrub am 04. Mai 2007 um 21:37:
Hi SteF
Berlin also…bin gespannt wie Du Deine Bank und den Wald und die Heide mitnehmen möchtest
Berlin gefällt mir auch, ist mir aber dann doch zu weit von Holland entfernt. Haste unser kleines Nachbarland nicht mal in Betracht, für einen Umzug, gezogen ?!
Wünsche Dir und auch Bene, wenn er dann mitkommt, jedenfalls auch weiterhin alles gute und möge Euch die große Stadt, das pulsierende junge Leben, nicht zur Verführung werden.
LG Stephan
schrub am 03. April 2009 um 19:42:
[...] Ein Grund für meinen Umzug nach Berlin war, dass ich mich politisch wieder mehr engagieren wollte. Diesmal waren etwas weniger Leute dabei als letztens, dafür war die Stimmung entspannter. [...]