Lange Zeit konnte ich mir ein Leben ohne eigenes Auto nicht vorstellen. Dann zog ich in die Stadt, verkaufte meinen “Rennpolo”, und wurde fortan begeisterter Nutzer von Bus (weniger) und Straßenbahn (mehr). Zumindest dann, wenn die KaVauBe nicht – jedes Jahr aufs Neue – vom Sommer überrascht wurde und in diversen Bahnen ob der Hitze die Türen nicht funktionierten oder sich neben mir schweißgebadete Menschen mit ärmellosen T’Shirts an der Haltestange festhielten und unter der Achsel… aber lassen wir das.
Seit drei Jahren wohne ich wieder auf dem Land, und ohne Auto geht hier gar nix. Drei Kilometer zur nächsten Bushaltestelle, 60 Minuten Fußmarsch zum nächsten Bahnhof. (Dass es mit Auto auch keinen all zu großen Spaß macht liegt mehr an den hiesigen Fahrern, deren Autos anscheinend eine eingebaute Tempodrosselung um mindestens 20 Km/h unter der erlaubten Höchstgeschwindigkeit haben.)
Nun freue ich mich also darauf, in Zukunft wieder mit der U-Bahn durch die Stadt zu gondeln. An diesen Satz möge man mich erinnern, wenn ein Großeinkauf, eine Tour zu IKEA oder ein Ausflug an die Ostsee anstehen…
Bei meinem “ersten Berlin-Leben” war übrigens auch mein Auto dabei – logisch, wenn man gerade den Führerschein gemacht hat. Völlig egal, wie sinnvoll es war, in einer eingeschlossenen Stadt ein Auto zu besitzen. Ich verbrachte mehr Zeit für die Parkplatzsuche als der Bus benötigte, und wenn ich meinen alten Kadett mal so richtig ausfahren wollte, musste ich den die AVUS runterfahren, da gab es tatsächlich ein paar Kilometer ohne Tempolimit…

