Ähm… sollte mir das jetzt irgendwie zu denken geben?

Vieles aus meiner CD-Sammlung habe ich in den letzten vier Jahren verkauft. Einige Reste stehen noch hier rum, genauer gesagt zwei Bananenkisten voll. Quer durch den GemüseMusikgarten. Ebenso wie eine große Bücherkiste. Und Klamottenberge. Ich werde die Sachen, obwohl alle noch “gut in Schuss” nicht mit nach Berlin schleppen, wo sie dann wieder im Keller Platz wegnehmen. “Bücher und CDs verschenken? Ja aber…” Nix aber! Zu ihrer Zeit waren die Bücher und die CDs genau richtig, sie wurden gehört und gelesen (oder auch nicht), sie brachten Laune (oder auch nicht), und nun ist ihre Zeit eben vorbei!
Also: Für Sammler, Wiederverkäufer, oder Glücklichmacher: Wer will, kann sich die Sachen hier abholen. Sortiererei oder Anfragen von wegen “hast du vielleicht noch…” bei den CDs gibt’s nicht! Vorbeikommen, mitnehmen, undweg. Über nen kleinen Obulus (gerade bei den CDs, wenn die Sachen z.B. über bekannte Internetplattformen weiterverkauft werden sollen) würde ich mich freuen.
Abholung in den nächsten 8 Tagen, sonst Entsorgung. Wäre aber schade drum.
Durch den Neubau des BND an der Chausseestraße soll die Ecke dort zu einer “Top-Adresse” in Berlin werden. Und laut der Stadtentwicklungssenatorin Ingeborg Junge-Reyer (SPD) soll auch der Wedding davon profitieren. Mal ehrlich: Ich glaube, ich könnte darauf verzichten. Sowohl auf den BND umme Ecke als auch auf eine “Aufwertung der Wohnlage“.
Ich hab’s ja nun wirklich nicht mit diesen Versuchen der Lebensmittelindustrie, um jeden Preis neue Geschmacksverirrungenrichtungen zu finden, nur damit man die Regale noch voller stopfen kann. Aber der nur im Sommer erhältliche Almighurt “Himbeer-Rhabarber” ist einfach superlecker.
Wie war das mit den Fundstücken? Und den bösen Vorahnungen?

He, ich war jung und brauchte das Geld die Monatskarte…
So richtig bewohnt sieht eine Wohnung erst aus, wenn überall – nach und nach angesammelter – Kitsch und Nippes vorhanden ist: Postkarten, Plüschis, kleine Kerzenständer, Leuchttürme… halt alles, was süß aussieht, meist keinerlei praktischen Nutzen hat und vollstaubt. Da Nippes und Kitsch klar in die Abteilung “hält beim Packen auf” gehört, wird der Kram das Zeugs die liebgewonnen Kleinigkeiten diesmal sehr frühzeitig eingetütet. Gut so, hänge ich da doch fast so lange dran wie an CDs und Büchern zusammen.
Eines muss man allerdings auch klar sagen: Wenn Nippes und Kitsch weggepackt ist wirkt die Wohnung leer und ungemütlich, gerade so, als sei man noch nicht eingezogen. Oder eben schon auf dem Sprung. Passt ja, noch 16 Tage…
…du wegziehst nach Berlin ziehst, lieber Stef…

Irgendwie scheint Berlin in meinem Freundeskreis beliebter zu sein als der Wald…
Früher, vor der Verbreitung der Digicam, war das Fotografier Knipsverhalten noch ein anderes – es wurde nicht wahllos drauf los geknipst, Bilder entwickeln zu lassen war schließlich teuer. Dennoch hat man offensichtlich auch damals allen möglichen Kram fotografiert, bei dem man sich Jahre später bestenfalls denkt “Aha… und was soll das?”
Ich sitze über ner Fotokiste und krame… und gucke… und staune, was sich da so wiederfindet. Neben einigen wirklich schönen Erinnerungen gibt’s dort auch Negative, auf denen man nix mehr erkennt, völlig verwackelte Fotos, und irgendwelche Karten, die man früher mal unheimlich witzig fand. Und trotzdem habe ich das ganze Zeugs aufbewahrt. Also bis heute.
Ein paar nette Fundstücke werden demhähx mal eingescannt und online gestellt. Wer – zu Recht – böse Vorahnungen hat und das verhindern möchte, dem sei gesagt, dass ich bestechlich bin…
Als 18jähriger Mitte der 80er vom Dorf nach Berlin – das ist nicht nur ein Alltags- und Kulturschock, sondern auch ein politischer Wirbelsturm – jedenfalls wenn man vorher für das Thema Teilung, DDR oder Mauer nicht sonderlich sensibilisiert war. Und welcher 18jährige war das schon, wenn er nicht direkt im Grenzgebiet oder eben Berlin wohnte…
Natürlich gab’s damals auch einen Besuch am Checkpoint Charlie, dem Grenzübergang für Alliierte. Damals war dort schon ein kleines “Museum” untergebracht, und heute erinnert eben dieses Museum noch an den Grenzübergang.
Lange Zeit hingen damals die berühmten Poster* mit dem “flüchtenden Volksarmisten” und dem “Kind über den Stacheldraht hebenden Grenzposten” an meiner Zimmerwand – damals waren die Che Guevara- oder Free Tibet-Poster nicht mehr (oder noch nicht wieder) en vogue…
Das Buch “Es geschah an der Mauer” hatte ich mir seinerzeit auch am Checkpoint Charlie gekauft. Es ist der Katalog zur Ausstellung: Auf Bildern, in Schaukästen und, wenn ich mich recht erinnere, auch kleinen Filmen gab es die “Dokumentation des Sperrgürtels um Berlin (West), seine Entwicklung vom 13.August 1961 bis heute mit den wichtigsten Geschehen”. Das Buch ist übrigens weitaus spannender, als es der etwas hölzerne Titel vermuten lässt. Neben einem kurzen politischen Abriss gibt es Bilder und Berichte von zahlreichen Fluchtversuchen – geglückten und misslungenen.
Ein Besuch im Museum stand eigentlich auch auf meiner “Todoliste”, wenn ich demnähx dort wohne. Allerdings finde ich 9 € Eintritt etwas happig, zudem meinte Marcus, dass andere Gedenkstätten wesentlich objektiver seien. Na, schaunmermal, Zeit genug werde ich wohl auftreiben können.
*Die Poster hatte ich eingescannt, aber leider hat der die Rechte innehabende Verlag nicht auf meine Mails reagiert. Und wer heutzutage noch fremde Bilder online stellt, wenn er keine schriftliche Genehmigung hat…
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