Die Bernauer Straße war für mich lange Zeit ein Synonym für das geteilte Berlin. Jetzt arbeite ich quasi umme Ecke, und jedesmal, wenn ich dort einkaufen gehe, überquere ich den ehemaligen Mauerstreifen. (Auch) dort ist eine diese Markierung in die Straße eingelassen, die auf die Teilung hinweist:

Ja, es ist immer noch ein merkwürdiges Gefühl, darüber zu gehen: Wie man auch immer über die Art und Weise – und die Geschwindigkeit – der Wiedervereinigung denken mag – der Fall der Mauer ist für mich nachwievor das Zeichen dafür, dass ein Volk friedlich politische und gesellschaftliche Veränderungen bewirken kann.
Heute gab’s im Tagesspiegel einen Artikel zur jetzigen Situation in der Bernauer Straße:
Die Bernauer Straße trennt heute keine Systeme mehr, sondern Sozialstrukturen. Oben in Wedding wohnen die gering verdienenden Einwanderer aus der Türkei, Russland oder Palästina, unten in Mitte die gut ausgebildeten Ärzte, Anwälte und Schauspieler aus dem Westen Deutschlands und EU-Europa. Oben sinkt das Durchschnittseinkommen seit Jahren, unten steigt es. Oben ziehen die Omas ihre Handwägelchen hinter sich her, gefüllt mit Lebensmitteln von Kaiser’s und Aldi, unten laufen Frauen um die 30 in langen Lederstiefeln und taillierten Wollmänteln zum nächsten Bioladen.
Die Eindrücke, die ich gewonnen habe, decken sich so ziemlich mit dem Artikel.
Den rekonstruierten Mauerteil, ein Teil der Gedenkstätte an der Bernauer Straße, habe ich mir auch mal angeschaut. Er vermittelt vielleicht einen technischen Einblick, kann aber nicht ansatzweise die Gefühle wiedergeben, die einen (mich) beim Anblick der damals realen Mauer überkamen…
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