Sammeln für karitative Zwecke ist meistens ne gute Sache – egal ob für afrikanische Waisenkinder (man muss sie ja nicht gleich entführen), die AIDS-Hilfe oder meinetwegen auch bedrohte südsymbabwische Sumpfstoppelhopser. Seit einiger Zeit stehen hier am Leo mehrere Gestalten, die für krebskranke Kinder sammeln. Das heißt, sie stehen nicht, sondern springen bei rot auf die Straße und ziehen von Auto zu Auto. Heute habe ich mir das Spielchen von meiner Loge aus eine Zeit lang angesehen – und muss sagen, das grenzt schon fast an Nötigung. Wenn die Fahrer anscheinend nicht bereit sind zu spenden baut sich der Sammelbüchsenschwinger mit dezenter Drohgebärde vor den Autos auf und macht sich erst lange, nachdem wieder grün ist, von der Straße weg. Nun weiß ich zwar nicht, ob die Organisation, für die diese Hansel sammeln, das so veranlasst hat, aber all zu glücklich dürften sie mit dieser Art nicht werden. Abgesehen davon, dass ich keinen Autofahrer den Geldbeutel habe zücken sehen, macht das ganze einen alles andere als seriösen Eindruck. Wenn ich spende, dann freiwillig und von Herzen – und nicht auf Grund einer so aggressiven Nötigung Aufforderung.
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