dem Geschenk des Lebens und der Gnade der Gesundheit an sich:
Vor etwas mehr als zwei Jahren meinten mein Hausarzt und ich, es könnte die Lebensqualität doch enorm erhöhen, wenn man keine regelmäßigen Gallenkoliken mehr hat. Dazu müsste man nur die Gallenblase und die dort drin befindlichen Steine entfernen. Eigentlich ein routinemäßiger, mittlerweile kleiner Eingriff. Und entgegen meiner sonstigen Angewohnheit, Unangenehmes gerne mal vor mich herzuschieben, ließ ich mich recht schnell ins Wegberger Krankenhaus einweisen. Hat auch alles geklappt, seitdem keine Kolik mehr, und die 20 Steinchen haben mich ja auch einiges leichter werden lassen.
Einige Zeit nach der OP bekam ich dann mit, dass gegen den Chefarzt, der kurz vor meinem Aufenthalt das Wegberger Krankenhaus übernommen hatte, Ermittlungen wegen Fehlbehandlungen liefen. Ein unangenehmes Gefühl kam auf, aber auch eine recht große Erleichterung. Jetzt las ich, dass dem (nicht mehr Chef) Arzt der Prozess gemacht wird – wegen Behandlungsfehlern von 69 Patienten mit teilweise tödlichem Ausgang:
Die Ermittler gehen nach Angaben der Staatsanwaltschaft davon aus, dass der Mediziner seinen Patienten im Wegberger Krankenhaus unnötig Organe entnommen hat. Zur Desinfektion soll er nicht sterilen Zitronensaft in den geöffneten Bauchraum seiner Patienten gespritzt haben, sagte Behördensprecher Lothar Gathen. Auch soll er teils auf der Basis von Fehldiagnosen operiert haben. [Quelle]
Mit ihm wurden weitere acht Ärzte angeklagt – drei von ihnen arbeiten noch im Wegberger Krankenhaus. Der Ex-Chefarzt selbst sitzt wegen Fluchtgefahr in U-Haft.
Nun bin ich in Berlin von vielen großen Krankenhäusern mit hochgelobten Fachärzten umgeben. Trotzdem ist mein Vertrauen nicht sonderlich groß, befürchte ich doch, dass bei den dort wohl üblichen “Massenabfertigungen” eher mal etwas nachlässiger gearbeitet wird. Ich glaube, ich möchte das lieber nicht ausprobieren…
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