Neuer Mitbewohner im Badezimmer:

Neuer Mitbewohner im Badezimmer:

Es darf in Kneipen erstmal wieder (weiter) gequarzt werden – jedenfalls unter bestimmten Voraussetzungen. Bis Ende 2009 soll eine endgültige Regelung geschaffen werden, beschloss das Bundesverfassungsgericht. Mal gespannt, wie die Bundesentmündigungsbehörderegierung dann den heutigen Spruch umsetzt. Und was sagt der Stef als Nichtraucher dazu? Gut so, schließlich habe ich ja die Wahl, ob ich mein Feierabendbierchen in einer Einraumraucherkneipe oder woanders nicht trinke. Rauchverbot in einem Land, das von der Tabaksteuer profitiert und andere, ebenso schädliche Drogen wie Alkohol als Kulturgut preist, ist sowieso der Witz schlechthin. Ich bin froh, wenn ich in öffentlichen Gebäuden oder der U-Bahn nicht vollgequalmt werde, ansonsten ist mir das herzlich egal. Und was den Schutz der Kinder angeht: Ach ihr Lieben, die haben sich noch nie von Verboten sondern bestenfalls von Vorbildern beeindrucken lassen.
“In jedem Manne steckt ein Kind, das spielen möchte” meinte einst der Herr Nietzsche. Recht hat er. Zwar wird sich seine Äußerung weniger auf das Fußballspiel bezogen haben, aber wer will schon so kleinlich sein.
Mitte August geht die Bundesligasaison wieder los, und rechtzeitig ist das neue kicker-Sonderheft draußen – wie seit gefühlt 150 Jahren mit der Stecktabelle, die auch diesmal wieder in meiner Wohnung hängt:

Na gut, spätestens nach zwei Monaten wird die Tabelle nur alle paar Wochen aktualisiert, aber was soll’s.
Das älteste Sonderheft, das bei mir noch rumliegt, ist übrigens von der Saison 1984/85. Es kostete 5 Mark, in der Bundesliga spielten u.a. Bayer Uerdingen und der SV Waldhof; Hertha spielte neben Blau Weiß 90, Wattenscheid 09, Union Solingen und dem VfR Bürstadt in der zweiten Liga, und Union war gerade aus der DDR-Oberliga abgestiegen.
Er kann’s einfach nicht lassen, Berlins Finanzsenator Sarrazin: Er hält 5 Euro für angemessenen Lohn, wirft Sozialarbeitern Faulheit vor und stellt indiskutable Speisepläne für ALG II-Empfänger auf. Natürlich hat er dies teilweise nicht so gemeint, mitunter entschuldigt er sich sogar für seine Äußerungen und gelobt, er wolle sich künftig etwas weniger spontan äußern. Aber mit seinem heute abgelassenen Spruch, dass gegen die extrem steigenden Heizkosten ein dicker Pulli genüge und 16° Zimmertemperatur ja angemessen seien, zeigte er mal wieder, dass er offensichtlich zu den Leuten gehört die nicht wissen was sie denken bevor sie hören was sie sagen wohlüberlegte Formulierungen nicht sein Ding sind. Natürlich muss man in der kalten Jahreszeit nicht im T’Shirt in der Wohnung sitzen. Auch seine Bemerkung, dass bei ALG II-Empfängern die Heizkosten von der ARGE übernommen werden, trifft ansatzweise zu. Aber zum einen gibt es keine Anzeichen, dass die Höchstgrenze der übernommenen Kosten angehoben wird, zum anderen nützt das den “Profiteuren des Aufschwungs”, nämlich den Menschen, die für einen minimalen Lohn schuften, von dem sie kaum leben können, gar nix. Der Ton, Herr Sarrazin, macht die Musik, und Menschen, die etwas weniger verdienen als Sie, fühlen sich – mal wieder – von Ihnen verarscht und verhöhnt. Verständlich! Sarrazin mag ein guter Finanzsenator sein – Berlins chaotischen Haushalt zu verwalten ist sicherlich keine einfache Aufgabe. Aber in jedem Beruf zählt nicht nur die Fachkompetenz sondern auch gewisse Softskills – auch in der Politik. Von einem Volksvertreter erwarte ich neben diplomatischem Geschick auch respektvollen Umgang mit dem Urnenpöbel Wähler. Berlins Finanzsenator hat einmal mehr bewiesen, dass er diese Qualifikationen vermissen lässt. Entweder gibt man dem Mann darin endlich Nachhilfe, oder er ist auf seinem Posten nicht mehr tragbar. Also: Endlich mal die Klappe halten oder zurücktreten. Und das schleunigst!

Leben…
Seit einem Jahr in Berlin. Bisheriges Fazit: Es war wohl die richtige Entscheidung.
Vor rund fünf Jahren hatte ich mich bereits mit diversen östlichen Philosophien befasst – vom Buddhismus über Osho, Krishnamurti, Tolle hin zum Daoismus. Es war eine interessante, wichtige und gut-tuende Zeit im Leben. Nach einer längeren Phase, in der andere Themen vorherrschten, scheint nun die Zeit gekommen, sich wieder der “Realität hinter der Realität” zu widmen. Nun hab ich’s ja nicht so mit dem dem Nachbeten von bestimmten Philosophien, aber im Daoismus erkenne ich viele Dinge, die sich mit meinen bisherigen Erfahrungen decken. Inwieweit da mal wieder interpretiert und gewünscht wird, ach jo, da könnte man wohl viele Nächte lang drüber philosophieren.
In den – momentan noch wenigen – Phasen der Ruhe tobt zur Zeit ein ziemlicher Sturm durch meine Gefühlswelt. Allerdings überrascht mich das nicht wirklich, das gleiche Phänomen hatte ich “damals”, als ich mich erstmalig mit diesen Themen befasste. Logisch, schließlich ist da ein Festhalten am Gewohnten, mehr oder weniger Liebgewonnenen, welches eine – allerdings lediglich gefühlte - Sicherheit ausstrahlt. Festhalten an der Fluchtmöglichkeit der Gedanken an Vergangenheit und Zukunft, an Tagträume, aber auch Festhalten an Ängsten und Sorgen, die im anderen Falle nicht mehr kaum noch relevant wären. Interessant, dass man offenbar auch diese eher unangenehmen Dinge zu brauchen scheint, um sich selbst – bzw. das, was man für sich hält, also das Ego – wahrzunehmen.
Spannend, was da gerade so abgeht! Gerne hätte ich in unmittelbarer Gegend Menschen, die sich mit dieser Thematik auskennen und mit denen ich mich austauschen kann. Zwar gibt es im weltweiten Web Foren, aber der virtuelle Raum hat halt doch seine Nachteile. Andererseits will gerade der Daoismus erfahren und nicht tot geredet werden. Wir werden sehen. Auf die stürmischen Zeiten.
So lässt sich die Hitze ertragen:

Vielleicht nachher noch ins nahegelegene Grün, aber eigentlich ist der Weg dorthin schon zu schweißtreibend. Nein, das ist keine Beschwerde über das Wetter!
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