Liebe Nachbarn, sollten Sie heute den Herrn Grönemeyer etwas lauter aus meinen Lautsprechern gehört haben liegt es allein daran, dass mit Beschallung das Putzen deutlich besser von der Hand geht. Und so mancher Titel war eben Programm… Aber keine Bange, bis zum nächsten Hausputz dauert es wieder einige Zeit.
Früher war es üblich, dass Mensch sein Leben lang in der gewohnten Umgebung blieb: Man gründete eine Familie, blieb am gleichen Ort, arbeitete bis zum Ausscheiden (und manchmal auch bis zum Verscheiden) in der gleichen Firma. Sicher, auch heute findet man sowas noch, aber eben deutlich seltener. Für mich wäre das auch nichts, ich brauche irgendwann wieder was Neues: Eine andere Wohnung *hüstel*, eine andere Stadt – und eben auch neue Herausforderungen im Job. Nun, der Job macht momentan Spaß, neue Wohnungen hatte ich in der letzten Zeit genug, und was die neue Stadt angeht… Ich fühle mich hier pudelwohl, hoffe auch noch lange Zeit hier zu bleiben, aber einen gravierenden Nachteil hat ein solcher Ortswechsel doch – man nimmt seine Freunde nicht mit. Sicherlich gibt es Telefon und – eher mein Ding – E-Mails, aber der persönliche Kontakt ist halt doch etwas Anderes. Das konnte ich in den letzten Tagen wieder erleben, und so sehr ich diese Zeit mich euch, ihr Lieben, genossen habe, so sehr merke ich wieder, wie ihr mir fehlt. Wie sagte heute jemand so treffend? “In deinem Urlaub warst du zuhause, jetzt bist du wieder zurück”.
Nun ist es nicht so, dass ich hier in Berlin niemanden kenne und einsam vor mich hindarbe.
Allerdings sind Bekanntschaften – wenn auch noch so angenehm – nun mal etwas anderes als richtige Freundschaften. Solche wollen wachsen und gedeihen – und sie sind selten. Um so wichtiger, sie zu hegen und zu pflegen. Ach, hatte ich in den letzten Tagen schon mal mein bereitstehendes Gästezimmer erwähnt?
Autolos und dazu als Inhaber einer Bahncard unternimmt man seine Deutschlandtour halt auf dem Schienenweg – auch die Heimfahrt von Stuttgart. Als ich das letzte mal diese Strecke mit dem Zug fuhr handelte es sich noch um die Wagen der Reichsbahn – nein, ich bin nicht im letzten Krieg gefahren, Reichsbahn hieß auch die Staatsbahn der DDR, mit der man über die Transitstrecke nach Westberlin fuhr. Zehn Stunden war man nachts unterwegs, über Nürnberg und Dessau, zwischen den Grenzübergängen Probstzella und Griebnitzsee ohne Zwischenstopp. Die Fahrten waren wackelig, mitunter eng (im Gegensatz zur DB wurden acht Menschen in die Abteile gequetscht), und die Frage war nie ob der Zug Verspätung haben würde, sondern wie viel! Da war’s diesmal doch etwas angenehmer: Fünfeinhalb Stunden, dazu deutlich bequemere Sitze als damals – und Ausweiskontrollen gab’s auch keine.
Trotzdem überlege ich, bei einer solchen Strecke in Zukunft doch den Flieger zu nehmen – aller ökologischen Vorbehalte zum Trotz. Naja, ich habe ja wahrscheinlich noch ein gutes Jahr Bedenkzeit…
Nee, diesmal geht’s nicht um den Stef, sondern um nen anderen Bär – nämlich den Buddy-Bear. Da ahnt man nix böses bei seinem Kurztrip nach Stuttgart, plötzlich begegnet man auf dem Schlossplatz 140 Bären, die man doch eigentlich aus Berlin kennt:

Seit 2002 gehen die von internationalen Künstler bemalten Bären “auf Tour”, u.a. in Istanbul, Tokio, Hong Kong. Und bis zum 12. August waren sie eben in Stuttgart zu sehen.
Diese Buddybears kann man käuflich erwerben, gerne auch zum “Vorzugspreis”, sofern man dann Geld für einen wohltätigen Zweck stiftet. Über die Preise der großen Bären habe ich nix gefunden, aber zum einen dürften sie mein Budget deutlich übersteigen, zum anderen wäre mein Balkon auch etwas zu klein.
Die nächste Versteigerung der Bären findet übrigens im Herbst in Stuttgart statt. Mehr zu den Buddybears gibt’s – wer hätte es gedacht – auf der Webseite buddy-bear.com.
…dann kann er was erzählen einiges bloggen. Aber nicht mehr heute. An dieser Stelle nur so viel: Die Deutschlandtour Der Urlaub war schön und erholsam – und viel zu kurz. Auch wenn ich froh bin, endlich wieder im eigenen Bett schlafen zu können. Deshalb erkläre ich jetzt auch schon mal vorsorglich den morgigen Mittwoch zum “Tag des Schlafes”.
Nachdem ich jetzt ein Jahr in Berlin bin wird’s höchste Zeit mal wieder diejenigen zu besuchen, die nicht das Glück haben, hier zu wohnen. Deshalb gibt’s nun eine kleine Blogpause (ja, es existieren tatsächlich noch Menschen, die nicht über Internetanschluss verfügen).

Spätestens am 13.8. sieht liest man sich wieder. Hoffe ich mal.
In Berlin demonstrierten gestern 1000 Menschen gegen staatliche Willkür. Na gut, lediglich gegen einen Teilaspekt, nämlich gegen das Verbot von Cannabis. Laut Polizei blieb es weitgehend ruhig, lediglich die Personalien von 11 Demonstranten wurden festgestellt, und zwar – wen überrascht es – wegen “Drogenmissbrauchs”. Die Initiatoren der Hanfparade sind über die geringe Teilnahme enttäuscht, man hatte 2500 Menschen erwartet. Liebe Veranstalter, wenn kein Mensch mitbekommt, dass diese Demo stattfindet, kann auch keiner teilnehmen. Und ja, auch ich habe sie wieder verpasst. Na gut, man hätte natürlich den RSS-Feed der Hanfmuseumsseite abonnieren können…
Was wäre, wenn das Ego wirklich nur eine – zugegeben sehr gute – Illusion und wir, die wir uns als Individuen missverstünden, lediglich als Wahrnehmungsorgan des einen, großen Ganzen dienten? Wenn also jeder einzelne lediglich einen Teil, wir aber nur kollektiv als “Das Eine” die Gesamtheit allen Sein erfassen könnten? Quasi jeder von uns nur ein Finger, Auge, Ohr des AllEinen wäre? In diesem Falle wäre dann nicht nur Uniformität für das AllEine – und somit für uns als ein Teil dessen – (sterbens)langweilig, sondern zur Wahrnehmung des gesamten Spektrums, der ganzen Menge von Empfindungen sogar Vielfalt, Chaos oder Anarchie wünschens- oder gar erstrebenswert? (Wobei man, wenn man wöllte, diskutieren könnte, ob das AllEine etwas wünscht oder anstrebt.)
In diesem Falle wäre dann die Aktion von Verdi-Chef Bsirske, der, während “seine” Gewerkschaft mit Teilen der Lufthansa im Clinch liegt, kostenlos und erster Klasse in die Südsee fliegt nicht – je nach Sympathie – dreist, dumm oder – bestenfalls – gedankenlos, sondern verzückte das AllEine als weitere Art der unendlich vielen Empfindungen. Wobei…wenn man die Häufigkeit dreister, dummer oder gedankenloser Auftritte von Polit- oder Gewerkschaftsheinis betrachtet, auch wieder eine gewisse Langeweile aufträte…
Paradox wäre nun das Streben der (illusionären) Individuen nach Individualität, Chaos oder Anarchie, weil dieses wiederum die Illusion des Individuums verstärkt und somit die reine Wahrnehmung des AllEinen – also damit uns – beeinträchtig. Hm, ich sag doch, einfach nur “sein”…
Man, solche Gedanken an nem Samstag Nachmittag… Vielleicht hätte ich doch besser zum Gauklerfest gehen sollen statt der Waschmaschine beim Schleudern zuzusehen…
Endlich Urlaub. Dass ab morgen das Wetter bescheiden werden soll, dass ich am Montag noch mal für ein paar Stunden zur Arbeit muss, dass der Urlaub verkürzt wurde und die Zeit danach extrem stressig zu werden verspricht – all das lässt mich kalt. Eiskalt. Jetzt beginnt für mich nämlich erst mal das Wochenende – und das bei gefühlten 55 und tatsächlichen 35° adäquat:

Da können die Gewitterwolken noch so bedrohlich aufziehen, jetzt setzte ich mich erst mal auf den Balkon und genieße ‘n leckeren Heidelbeerbecher. Jawoll.

















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