Dass heute Halloween ist hatte ich verdrängt – irgendwie kann ich dieser fremden Sitte nun gar nix abgewinnen. Da las ich eben noch bei Frau Mutti, dass dort heute einfach mal die Klingel abgestellt wird, kommentierte noch, dass sich die halslosen Monster wohl kaum in den dritten Stock verirren – und gerade in diesem Moment lärmen die kleinen Nervensägen hier durchs Treppenhaus und klettern sogar noch ein Stockwerk höher. Nee is klar. Mal den Abstellknopf meiner Klingel suchen…
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Freitag, 31. Oktober 2008 - Kurz notiertFreitag, 31. Oktober 2008 - Grundeinkommen, Politik
Unsere Volkskanzlerin faselte ebenso wie einst leidlich sympathische Nachwuchskräfte der Splitterpartei SPD von “Vollbeschäftigung”, und Wirtschaftsminister Glos möchte am liebsten das arbeitsscheue Gesindel Erwerbslose zur Zwangsarbeit verpflichten. Dass wir diese de facto schon haben wird gerne bestritten: Nein, niemand wird gezwungen. Wer sich allerdings wehrt bekommt eben Kürzungen bis zu 100% und muss sehen, wie und wo er was zum Essen bekommt. Wahrscheinlich verlassen sich unsere Bestimmer auf die kostenlosen Essensausgaben wie zum Beispiel die Tafeln, ohne deren Hilfe es schon jetzt für viele Bedürftige übel aussähe. Die Arbeitslosenzahlen sind wieder gesunken, aber diese Statistik ist sowieso eine Farce – sämtliche Menschen, die in “arbeitsmarktpolitische Maßnahmen” (u.a. den sogenannten “Ein-Euro-Jobs“) geparkt werden, fallen ebenso aus der Statistik wie diejenigen, die von ihrer Erwerbsarbeit nicht leben können und ergänzendes ALG II erhalten. Dazu werden – vor allem hier in Berlin – immer mehr Stellen im “Öffentlich geförderten Beschäftigungssektor” geschaffen – im Prinzip keine schlechte Sache, die meisten Langzeitarbeitslosen, die in den Genuss einer solchen Stelle kommen, hätten auf dem ersten Arbeitsmarkt keine Chance mehr. Allerdings stellt sich nach wie vor die Frage, inwieweit reguläre Stellen verdrängt werden, ähnlich wie bei den sogenannten Ein-Euro-Jobbern: Nicht selten kann bei deren Arbeit von Gemeinnützigkeit keine Rede sein (was auch dem Bundesrechnungshof schon aufgefallen ist), und Menschen, die widerwillig diese Jobs übernehmen, werden die Arbeiten kaum gewissenhaft ausführen. Anders sieht es bei den Arbeitslosen aus, die um eine solche Maßnahme ersuchen: Sie sind froh, Beschäftigung zu haben, unter Menschen zu sein und sogar noch wichtige und sinnvolle Arbeit zu unterstützen. Aber genau das kann eigentlich nur der Weg sein: Recht auf Arbeit statt Zwang zur Arbeit! Die jetzige Bankenkrise wäre die Gelegenheit, über neue Wege nachzudenken, zum Beispiel über ein bedingungsloses Grundeinkommen. Auch damit hätten unsere Oberkapitalisten die Möglichkeit, ihr Vermögen zu wahren und zu vermehren. Allerdings befürchten wahrscheinlich die – offiziellen sowie die heimlichen – Regierenden Machtverlust über den Urnenpöbel, weshalb eine andere Gesellschaftsordnung wohl weiterhin eine Illusion bleibt. Denn wie wussten schon unsere Vorfahren: Arbeit macht frei, und wer nix arbeitet, soll auch nix fressen. Oder so…
Donnerstag, 30. Oktober 2008 - Kurz notiert

Mittwoch, 29. Oktober 2008 - Grundeinkommen, Misc, Politik
Um den Faden aus der Anstalt aufzunehmen: Sicherlich empfände es so mancher als gerecht, wenn ab nächster Woche Ex-Bänker für 1,50 € pro Stunde die Straße fegen würden*. Das System aber bliebe das gleiche – lediglich für ein paar Menschen änderten sich die Vorzeichen. Überwunden wäre das System frühestens, wenn Bänker und Erwerbsloser zusammen in ‘ner gemütlichen Kneipe säßen und sich entspannt zwei oder drei Kaltgetränke leisten könnten…
*Sogenannte “Ein-Euro-Jobber” die Straße fegen zu lassen wäre auf Grund der Vorgaben der Jobcenter zumindest fragwürdig. Die öffentlichen Parks hingegen stellten zumindest diesbezüglich kein Problem dar…
Dienstag, 28. Oktober 2008 - Gedankenkram
Du bist etwas Einmaliges, etwas ganz Besonderes. Und du bist perfekt – du bist der perfekteste Du, den die Welt je gesehen hat! Höre auf, jemand anders sein zu wollen. Selbst wenn du einem Heiligen nacheiferst wärest du bestenfalls eine Kopie eines Heiligen. Die Welt besteht nicht aus lauter Gandhis – und es ist auch fraglich, ob ihr das wirklich so bekäme. Um etwas Besonderes zu sein musst du keinem Menschen nacheifern, du musst noch nicht mal etwas außergewöhnliches “leisten”. Sei einfach du, und du bist etwas ganz Besonderes – nämlich DU!
[geschrieben im September 2005]
Du bist einmalig. Du bereicherst die Welt mit deinem Wesen! Du bist einzigartig! So wie du bist, bist du perfekt, denn genauso wie du bist sollst du sein! Was willst du ändern? Warum solltest du ein Stück deiner Einmaligkeit aufgeben, nur um vielleicht der Vorstellung eines “guten” oder “perfekten” oder “interessanten” Menschen zu entsprechen – einer Vorstellung, die – vielleicht – in den Köpfen anderer herumspukt? Du bist ein wunderbarer Mensch – so wie du bist!
Bitte verstecke auch nicht den geringsten Teil deiner bunten, herrlichen Einmaligkeit! Versuche nicht, anders zu werden. Nimm dich an, und bereichere die Welt mit deiner Einmaligkeit!
Zu wünschen wie man sein will
heißt den Menschen zu verachten, der man ist!
[geschrieben im Januar 2005]
Montag, 27. Oktober 2008 - Fundstücke
Einen lesenswerten Kommentar von Harald Martenstein zum Verbotswahn unserer Regierenden findet man im Tagesspiegel:
Dabei kommen mir die meisten Verbote, für sich betrachtet, ganz in Ordnung vor. Jedes einzelne Verbot hat seinen Grund. Wenn man aber alles zusammen betrachtet, die Gesamttendenz, the big picture, dann entsteht das Bild eines Staates, der seinen Bürgern eine bestimmte Weltsicht und Lebensweise aufzwingen möchte. Das ist gefährlich, weil es den Staat zu mächtig und allgegenwärtig werden lässt.
Montag, 27. Oktober 2008 - Misc
Ein gemütlicher Abend bei Kerzenschein, ruhiger Musik und einem guten Buch, draußen ist es stockdunkel – eigentlich ganz schön. Aber doch nicht direkt nach dem Feierabend! Ich bleibe ein Fan der Sommerzeit.
Fehlen eigentlich nur noch Schneefall, Weihnachtsbaum und Stollen… Naja, in zwei Monaten dann…
Sonntag, 26. Oktober 2008 - Berlin, Mottenkiste
Ende des Monats wird der Flughafen Tempelhof geschlossen. Natürlich stößt man hier in Berlin in allen Medien auf dieses Thema. Für mich ist der Flughafen wie alles im Leben – vergänglich. Sicher – es ist eine imposante Anlage, und unter anderem durch die Luftbrücke hat dieser Flughafen für Berlin – und vor allem die “alten Westberliner” – eine historische Bedeutung, die nicht einfach wegzuwischen ist. Dennoch – zuletzt war der Flugbetrieb defizitär, und wirklich sinnvoll wäre es wohl nur, auch nach der Fertigstellung des neuen Flughafen BBI den weitaus moderneren Flughafen Tegel offenzuhalten. Auch wenn ich ganz egoistisch aus Ruhegründen mit dem Beschluss, dies nicht zu tun, gut leben kann.

Zu Berlins 750-Jahrfeier gab es in Tempelhof einen Tag der offenen Tür, ich hatte mir das ganze damals auch angesehen und war recht beeindruckt. Konkrete Pläne für die Nachfolge gibt es keine, man darf sich mal wieder vom Kreativpotential unserer Stadtväter überraschen lassen. Das neue Stadtschloss oder der Potsdamer Platz lassen einen diesbezüglich allerdings Schlimmes befürchten…
Sonntag, 26. Oktober 2008 - Kurz notiert
Und – schon alle Uhren umgestellt?
Samstag, 25. Oktober 2008 - Fundstücke, Politik
Sieger der diesjährigen deutschen Big Brother Awards ist neben vielen weiteren die Telekom, die sich dieser Ehre anscheinend verpflichtet fühlt – was die Macher des “einzigen deutschen Stairemagazins” mal wieder zu Großtaten animiert.
[via, via]















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