Laut Abendschau melden in Berlin immer mehr Eltern ihre Kinder bei Privatschulen an. Da geht es nicht immer nur um Eliteaufzucht, sondern um die Suche nach Alternativen zu Lehrermangel, miserabler Bausubstanz, schleppenden Unterricht, da zu viele Schüler mit Sprachproblemen in den Klassen sind – und zum klassischen Frontalunterricht insgesamt. Kleinere Klassen, gemischtes Lernen, qualifizierte Pädagogen, Ermunterung zum selbständigen, auf Interesse beruhendem Lernen – wer wünscht sich das nicht. Gegönnt allen Kindern, die in diesem alternativen Schulsystem lernen können. “Das ist mir ein bisschen Schulgeld wert” sagt eine Mutter. Schön, wenn sie das Geld hat! Aber genau das droht immer häufiger zu passieren: Familien mit dem entsprechenden finanziellen Möglichkeiten können ihrem Nachwuchs optimale Bildungsmöglichkeiten bieten – der Rest bleibt auf der Strecke. Wissen und Bildung hängen vom Einkommen ab, wir züchten uns das “Präkariat” wunderschön zusammen. Hartz IV wird von Generation zu Generation vererbt.
Aber es gibt auch Lichtblicke: An der Willy-Brandt-Oberschule in Gesundbrunnen, also einem der Kieze, in denen nicht gerade der Nachwuchs der Besserverdienenden zuhause ist, versucht man seit einem halben Jahr einen etwas anderen Schulalltag: Ohne Noten, Projekt- statt Frontalunterricht, individuelles Lernen. Jeden Morgen beginnt man mit einer “Gruppenzeit”, in der aktuelle schulische oder soziale Themen besprochen werden. Mittwochs gibt es das – reguläre – Unterrichtsfach “Verantwortung”, in dem die Schüler an Kitas oder im Hort den ganz Kleinen vorlesen, mit ihnen basteln oder bei der Betreuung helfen. Dieses Konzept, das ohne begeisterte, motivierte und unterstützende Eltern und ohne private Schulgelder auskommen muss, kann nur mit sehr engagierten Lehrern mit Mut zu Neuem umgesetzt werden. Morgen findet an der Schule ein Tag der offenen Tür statt: Von 9 bis 13 Uhr können Grundschullehrer, Eltern und Kinder hospitieren und Fragen stellen: Willy-Brandt-Schule, Grünthaler Straße 5, Tel. 90 18 473 10.
(Die Informationen zur Willy-Brandt-Schule sind aus dem “Berliner Abendblatt” (Ausgabe für den Wedding), einem kostenlosen Wochenendblättchen.)

















Es geht um die Qualität, nicht um die Quantität. Ich denke schon, dass in der Schule mehr vermittelt werden sollte als reines Faktenwissen, und dass man im Schulalltag mehr lernen sollte als eine Ellbogenmentalität. Dies setzt voraus, dass Kids nicht im Frontalunterricht über- oder unterfordert werden und dadurch keine Lust mehr auf Schule haben, sondern dass ihr natürlicher Wissensdurst genutzt wird. Dass da noch viel mehr im Argen liegt ist klar.
Abgesehen davon: Kann Bildung schaden?
Ist denn mehr Bildung wirklich besser? Ich meine das so als Grundannahme zwischen den Zeilen zu lesen….