Angeblich gab es solche winterlichen Temperaturen in Berlin zuletzt 1987. Ich erinnere mich gut – meinen alten Kadett hatte ich damals irgendwann im Frühjahr wiedergefunden, als der Schnee endgültig getaut war… Busse fuhren mitunter gar nicht mehr – damals testete der Senat wohl Granulat als Salzersatz – das war zwar
umweltverträglich, nutzt aber gegen das Eis nix. Gar nix! Die Schneemassen waren so extrem, dass in den Nebenstraßen zwischen hohen Schneebergen lediglich eine Fahrspur freigeschippt war. Auch zur Zeit freuen sich die Menschen, die raus müssen, nur ansatzweise – nicht nur die Autofahrer, auch Busse und S-Bahn haben so ihre Probleme. Mir ist das gerade egal, ich genieße kurze Spaziergänge durch die schöne Winterlandschaft direkt vor der Haustür. Wäre nur nett, wenn Russen und Ukrainer aufhörten sich anzuzicken, ich heize nämlich mit Gas…
Inhaber und Pächter kleiner Läden jammern – nicht zu Unrecht – über die Konkurrenz durch die großen Discounter und Einkaufszentren. So findet man in der Müllerstraße, früher die Einkaufsstraße im Wedding, meist nur noch Billigheimer, im Otawi-Kiez herrscht in den kleinen Läden ein erschreckender Leerstand. So manch Laden wird mittlerweile sogar als Wohnung genutzt. Mein Ding wär’s ja nicht – weder möchte ich mich wie im Zoo fühlen, noch mag ich ständig die Fenster verdunkeln. Aber wem’s gefällt…
Ich versuche, hin und wieder in den kleinen Läden im Kiez einzukaufen – wenn’s denn überhaupt noch möglich ist. Ein Kiez lebt durch eben solche Einzelhändler, dort geht man als Kunde nicht in der Masse unter, und eine gute Beratung gibt’s meist dazu. Meistens jedenfalls. Wenn einem der Händler jedoch eher mit einer gewissen Lustlosigkeit, um nicht gar zu sagen Scheißegalhaltung entgegen tritt, man dazu von einer Beratung nicht mal ansatzweise sprechen kann, dann darf sich der Händler nicht beschweren, wenn man eben doch zur – größeren – Konkurrenz abwandert. Pech gehabt!
Den Gutschein, den es vom Ex-Arbeitgeber gab, habe ich jetzt wie geplant für Berlin-Bücher auf den Kopf gehauen:

Etwas ähnliches hatte ich ja schon länger gesucht: Berlin früher und heute – ein Vergleich typischer oder bekannter Berliner Ecken in 70 Bildpaaren. Zwar nicht ganz so umfangreich wie das Buch mit Kölner Ansichten, aber allemal spannend. Da ich gerne zu Fuß unterwegs bin musste das Buch “Ganz Berlin – Spaziergänge durch die Hauptstadt” natürlich sein. Wenn ich alle 94 Touren ablaufe habe ich in der nächsten Zeit wohl genug zu tun. Möge das Wetter mitspielen… Zur “häppchenweisen Kurzweil” dient das Buch “Ich bin kein Berliner – ein Reiseführer für faule Touristen” von Wladimir Kaminer. Und dass im Budget dann noch ein kleiner Wandkalender drin war freut sowohl den Stef als auch das Bad – da hängt der Kalender nämlich jetzt.
Ein fröstelnder Stef in weiter Natur – ein Bild aus alten Zeiten? Eine Fotomontage? Nein, ein Ausflug ins Berliner Umland. Und in meiner Güte lasse ich euch auch diesmal virtuell teilhaben…
Der Urlaub neigt sich dem Ende zu, ab morgen beginnt wieder der Alltag – jedenfalls mehr oder weniger. Aber auch ohne Arbeitsstelle wird es mir sicherlich nicht langweilig.
Benedikt hat sich soeben wieder auf den winterlichen Heimweg gemacht – die ersten 10 Kilometer Stau auf dem Stadtring wurden bereits gemeldet. Bei seinem Besuch haben wir die alten Schnutenzeiten wieder aufleben lassen – gekrönt durch den gestrigen Ausflug (Bericht und Bilder folgen) und ein würdiges Abschlussessen beim alten (neuen?) Stamminder. Es war ein sehr schöner Start ins neue Jahr, so kurzweilig darf es gerne weitergehen…
Nein, natürlich teste ich keine indischen Pommesbuden, aber…
Der letzte Abend vor Benedikts Heimreise sollte stilvoll beim Stamminder zelebriert werden. Mit bangem Blick – bereits Benedikts Anreise hatten wir dort feiern wollen, aber die geschlossenen Rolläden schienen den Gerüchten ob einer Geschäftsaufgabe weitere Nahrung zu geben – schauten wir um die Ecke, und siehe da, es brannte Licht und sah aus wie immer: Gleiche Aufmachung, gleiche, schlichte Einrichtung, gleiche Volksmassen, gleicher Name – aber nur draußen. Neu waren Karte und Inhaber, und wo – immer noch – Prince drauf steht ist jetzt Shakty’s drin. Eine – entscheidende – Neuerung fiel ausgerechnet Fleischfan Benedikt zuerst auf: Die Rubrik “Hauptgerichte vegetarisch” hatte er noch souverän übersprungen, aber als es als Alternative zu den vegetarischen lediglich vegane Gerichte gab d?mmerte es ihm: Fleisch Fehlanzeige! Seiner ersten Reaktion “ooops” folgte Reaktion Nummer zwei: Qool! Da Stef der vegetarischen Küche sowieso zugetan ist ließen wir uns also auf das Abenteuer ein…
Noch bis zum 18. Januar wird im Automobilforum an der Friedrichstraße Ecke Unter den Linden eine Ausstellung mit – bisher zum Teil unveröffentlichten – Cartoons von Uli Stein gezeigt. So viele lächelnde Menschen um uns herum habe ich selten gesehen.

Öffnungszeiten: Keine Ahnung, Eintritt frei.


Unterstätzt von Benedikts leckerer Bolognese sind wir gut ins neue Jahr gerutscht. Zwar hatten wohl etliche Nachbarn die Uhren falsch gestellt – ab 22 Uhr wurde non stop geböllert – aber man bot uns auch um Mitternacht noch ein ganz passables Feuerwerk. Zumindest deutlich farbenfroher als im letzten Jahr…

Kleiner Tipp an die Fernsehanstalten: Keine neuen “lustigen Comedyshows” drehen sondern häufiger Ausschnitte aus der DISCO zeigen. Nee, wat schön. Und sollte ich jemals wieder behaupten, die Menschen machten sich erst in der Neuzeit bei den Privatsendern öffentlich zum Deppen erinnere man mich bitte an den “Ententanz” von Electronica’s…


