Die Friedrichstraße ist eine der bekanntesten Berliner Straßen. Sie beginnt am Oranienburger Tor, quert die Linden und die Leipziger Straße, führt vorbei am ehemaligen “Checkpoint Charlie” und endet am Mehringplatz in Kreuzberg. Sie war vor allem in den 20ern des letzten Jahrhunderts der “Mittelpunkt des Vergnügens und der Scheinwelt”*, also eine der Amüsiermeilen Berlins schlechthin.
So weit zu den Fakten. Heute bin ich, begleitet von meinem Berlinbuch*, die Straße mal von Norden nach Süden abgelaufen, und die Eindrücke, die ich bei bisherigen “Teilspaziergängen” gewonnen hatte, haben sich bestätigt. Wirklich angenehm ist die Straße nur im nördlichsten Teil, zwischen der 1897 errichteten Weidendammer Brücke und dem Oranienburger Tor (welches, wie die meisten anderen Tore, längst nicht mehr existiert). Zum einen ist dieser Teil recht breit und luftig und nicht völlig überlaufen, zum anderen gibt es hier links und rechts noch einige wirklich schöne Straßenzüge und Plätze. Ab dem Bahnhof Friedrichstraße, wo es durch Bauarbeiten noch enger und lauter ist, bis zur Kochstraße ist die Gegend touristisch verseucht überflutet.
Dazu sind mir viele der nach der Vereinnahmung Wiedervereinigung errichteten Bauten sowohl von außen als auch von innen zu protzig. Südlich der Kochstraße wird die ganze Angelegenheit eher tot bis trostlos, und auch der Mehringplatz, aus dem man eigentlich mehr machen könnte, ist eines Abschlusses der Friedrichstraße eigentlich nicht würdig.
Ein Spaziergang lohnt trotzdem, vor allem zwischen dem nördlichen Startpunkt und der Mohrenstraße. Hier empfiehlt es sich dann eher, links zum Gendarmenmarkt abzubiegen.
* Aus dem Buch “Ganz Berlin – Spaziergänge durch die Hauptstadt”, Nicolai-Verlag


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