Am letzten Vorsommertag vor der großen Bähwetterperiode wollte ich noch mal ein wenig ins Grüne – aber ohne stundenlang durch die Gegend zu fahren. Nun ist “mein Park umme Ecke” ja wirklich schön, aber hin und wieder will man ja doch mal was anderes sehen.
Da fiel mir ein, dass Marcus uns vor zwei Jahren durch den Schlosspark des Charlottenburger Schlosses geführt hatte – und wir recht angetan waren. Was lag also näher als ein erneuter Besuch – zumal ich diesmal wohl kaum von irgendwelchen Regengüssen überrascht werden würde.
Das “Schloss Lützenburg” wurde ursprünglich als Sommeresidenz für Königin Sophie Charlotte vor den Toren Berlins gebaut und 1699 eingeweiht. Nach dem Tod Sophie Charlottes 1705 nannte der König das Schloss und die angrenzende Siedlung ihr zu Ehren „Charlottenburg“. Nach und nach wurde das Schloss – je nach Interesse des gerade Regierenden – ausgebaut, seine heutige Form erhielt es Ende des 18.Jahrhunderts. Auch der Schlossgarten wurde peu à peu erweitert, den letzten Schliff erhielt er zu Beginn des 19. Jahrhunderts durch den Gartenkünstler Lenné.

Nach dem zweiten Weltkrieg wurde der Park wieder hergestellt, allerdings nicht immer originalgetreu.
Während der vordere Teil des Schlossgartens in erster Linie von Touristen ehrfurchtsvoll bewundert wird tummeln sich die Berliner eher im hinteren, wilden Teil mit seinen verschlungenen Wegen, vielen kleinen Brücken und diversen Liegewiesen. Praktischerweise gibt es einen Zugang direkt zu diesem Teil des Parks: Vom U- und S-Bahnhof Jungfernheide führt ein Steg über die Spree, erreichbar mit der U 7 oder der Ringbahn, Ausgang “Tegeler Weg”. Der Park ist von 6 bis 21 Uhr geöffnet, der Eintritt ist frei.
Es gibt im Park natürlich auch noch die ein oder andere Sehenswürdigkeit, zum Beispiel das Mausoleum (zur Zeit wegen Bauarbeiten geschlossen) oder das Belvedere mit seiner Porzellansammlung, und auch die Innenräume des Schlosses können besichtigt werden. Interessierten empfehle ich die weiterführenden Artikel z. B. bei WikiPedia, auf berlin.de oder bei der Stiftung Preußische Schlösser und Gärten. Mir gefällt der hintere Teil des Parks ausgezeichnet, und da ich von hier aus gerade mal eine halbe Stunde brauche werde ich dort in den kommenden Wochen sicherlich noch das ein oder andere mal durchspazieren.
4 Kommentare zu “Schlossgarten Charlottenburg”
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Wirklich schön dort, da würde ich gerne mal herumradeln.
Dann komm doch einfach mal bei ner Radtour vorbei. Kannst ja die Strecke nach Berlin jetzt komplett mit dem Rad zurücklegen, gibt ja keine Transitstrecken mehr.
Aber abgesehen davon ist im Schlossgarten das Radfahren verboten.
Das Radfahren ist seit März 2008 auf bestimmten Wegen, darunter auf dem Spreeuferweg erlaubt.
Siehe:
http://blog.klausenerplatz-kiez.de/archive/2008/03/14/die_spsg_wird_buergerfreundlic
MfG
Seit dem verstärkten Engegement der der Bürgerinitiative
“Rettet den Schloßpark”, die nicht zuletzt dazu führte,
dass mehr Radwege und Liegewiesen im Schloßpark Charlottenburg
freigegeben und die Beschilderung derselben verbessert wurde,
ist der Schloßpark endlich zu dem geworden, was man sich
von ihm schon lange erwartet hat: ein schönes und erholsames
Ausflugsziel für die ganze Familie. Es wäre schön, wenn auch
die zukünftige Entwicklung des Schloßgartens die Interessen
der Bürger stärker berücksichtigen würde und wir nicht wieder
zu den Auseinandersetzungen vergangener Tage (die ja bekanntlich
die Gründung der Initiative notwendig gemacht haben) zurückkehren würden.
Die Schloßanlage lebt nunmal nicht zuletzt von seinen Besuchern.