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Ich bleib dann mal hier

 Veröffentlicht vom Stef um 16:31  Gedankenkram, Misc
Jul 042009
 

Jeder Mensch hat ja so seine “Stars”, mit denen er aufwächst – bei mir ist das unter anderem HaPe Kerkeling. Nun finde ich bei weitem nicht alles gut was er macht, aber es beeindruckt mich, wie er über all die Jahre immer wieder erfolgreiche Shows oder Figuren kreiert, auch wenn es zwischendurch mal einige Karrieretiefs gab. Unvergessen so geniale Klassiker wie “Hurz” oder sein Auftritt als Horst Schlämmer bei WWM oder bei der – völlig verdienten – Verleihung des Fernsehpreises oder… oder… oder… Und wer könnte besser eine Tucke im Café spielen als er?

Nun pilgerte er ja 2001 den Jakobsweg entlang, seine ursprünglich als Tagebuch geschriebenen Notizen veröffentlichte er dann 2006 in dem Buch “Ich bin dann mal weg“. Ich hatte das zwar am Rande mitbekommen, aber eben nur am Rande, und vom Jakobsweg selbst hatte ich vorher sowieso nie was gehört. Irgendwie klang das ja alles auch ganz interessant, trotzdem hatte ich das Buch nie gelesen – bis jetzt!

Schon lange habe ich kein Buch mehr so “verschlungen” wie dieses. Zum einen liegt das natürlich an der sehr angenehmen Schreibweise – es liest sich einfach gut – zum anderen aber – und vor allem – am Inhalt. Nun bin ich zwar nicht auf der Suche nach Gott sondern ausschließlich auf der Suche nach mir selbst, aber das mag vielleicht sogar – boah wie anmaßend – das gleiche sein. Für Gott gibt es ja bekanntlich zig Namen, unendliche Vorstellungen und Erscheinungsformen, und ich bin mir ziemlich sicher dass man, wenn man erst mal zu sich selbst gefunden hat, also in sich ruht, auch das Göttliche gefunden hat. Oder es ist – Gottes Existenz vorausgesetzt – umgekehrt, wer weiß das schon.

Mich selbst zu finden – das ist “mein Thema” seit geraumer Zeit, vielleicht ist es das Ziel oder sogar der Lebenssinn. Mag jetzt furchtbar hochtrabend klingen, in Wirklichkeit ist es wahrscheinlich viel profaner. Dennoch hat das Buch – wie sich der geneigte Leser vielleicht vorstellen kann, zumindest wenn er mich ein wenig kennt – in mir einiges ausgelöst. Lachen und Weinen liegen ja sowieso eng beieinander, in dem Falle wechselten sie sich quasi ab. Es gab so einige Stellen, an denen klar war, dass der Kerkeling das Buch nur für mich schrieb – na gut, so wird wahrscheinlich so mancher gedacht haben, ist ja auch nicht schwer, Sinnsuche, sich trauen und Vertrauen sind ja wohl für viele Menschen zentrale Themen.

Einigen Freunden musste ich natürlich brühwarm vom Buch und seinen Auswirkungen erzählen, die Reaktionen reichten von “du wirst ja jetzt wohl nicht auch den Weg pilgern” bis hin zu “dann mach das doch auch mal”. Nun, den Jakobsweg nun zu pilgern wäre nicht mein Ding. Weniger weil ich mir die körperlichen Strapazen nicht zutraue – wobei ich diese vielleicht unter- und mich überschätze – sondern weil ich tagelanges Gehen entweder alleine oder mit tausenden anderen um mich herum ebenso wenig mag wie Nächte in Pilgerunterkünften mit zehn bis 50 Menschen in einem Raum. Mal ganz abgesehen davon, dass meine spanischen Sprachkenntnisse noch weniger als rudimentär sind. ;) Und diese “da war ein Promi, da muss ich auch hin”-Tour [*] ist mir ziemlich zuwider – wobei ich durchaus verstehen kann, wenn einen dieses “Abenteuer” nach der Lektüre reizt.

Ich bin überzeugt davon, dass jeder seinen eigenen Weg finden muss. Wie der bei mir aussieht? Keine Ahnung, vielleicht gehe ich ihn ja bereits und bemerke es nur nicht, wer weiß? Sicher bin ich mir, dass dieser Weg etwas mit Vertrauen und Loslassen zu tun hat – sicher auch einer der Gründe, weshalb mich das Buch so berührt. Die Lektüre kann ich übrigens auch denen empfehlen, die mit diesen “abgehobenen Gedanken” so gar nix am Hut haben – ist in dem Falle dann einfach als netten Lesestoff. Und wenn ich mich – oder Gott – gefunden habe (auch ohne Pilgerweg ) lasse ich es euch wissen. ;)

Ach ja, am 20. August soll eine Dokumentation zu Kerkelings Pilgertour ins Kino kommen, vom NDR nachträglich produziert. Sorry, aber das kann irgendwie nix sein…

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  Eine Antwort zu “Ich bleib dann mal hier”

  1. finde lieber dich selbst, denn was willst du mit einer schwarzen lesbe? ;-)
    ich glaube nicht an gott oder irgendein anderes wesen oder gedanke oder was auch immer, brauche ich einfach nicht.
    ich bin ich und fertig …

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