Dass ich mich seit Jahren mit der ‘Illusion des Egos’ befasse – mal mehr, mal weniger intensiv – ist nix Neues. In diesem Zusammenhang hatte ich auch vor Jahren das Buch “Reise ins Nichts” von Pyar gelesen – und den folgenden Auszug nicht mal ansatzweise verstanden.
Worum es geht, ist jeden Hauch von Ich, von Trennung aufzugeben… Das schneidet die Wurzeln der Illusion ab, das ist der Tod des Ich. Und dieses Ich zeigt sich in jeder Ablehnung dessen was ist, zeigt sich in jedem Wunsch nach etwas anderem, in jedem ‘etwas Besonderes sein’ und in jeder Vorstellung. Schließlich ist dieses Ich selbst nichts anderes als eine Vorstellung – die Vorstellung von Trennung, die Vorstellung eines separaten Ich, einer eigenen Person. Und da ‘Ich’ nur eine Vorstellung ist – wenn auch eine lang gehegte, lang gepflegte und liebgewonnene, die sehr real erscheint – ist ‘Ich’ nicht real, nicht wahr, und muss in diesem Substraktionsprozess sterben, verschwinden. Und es fühlt sich tatsächlich wie Sterben an, es ist ein Tod.
Pyar Troll, Reise in Nichts, Kamphausen 2002
Tja, irgendwie habe ich das Ego, den ‘Stef’, trotz aller Macken – auch wenn mich einige davon wahrscheinlich mehr nerven als mein Umfeld – liebgewonnen. Aber der Tod des Egos beinhaltet nicht nur eine Abkehr dieses Selbstbildes, sondern auch die Abkehr der lange gehegten – und teils mühsam erarbeiteten – Standpunkte und Vorstellungen, von den Wünschen und Ablehnungen mal ganz zu schweigen.
Andererseits lassen mich die inzwischen gemachten Erfahrungen zumindest den Anflug von Wahrheit dieser Worte erahnen. Da habe ich da wohl noch einiges vor mir – und ich befinde mich bereits mittendrin. Ein interessanter Weg. Ich lasse mich überraschen…
2 Kommentare zu “Mal eben sterben…”
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also ich bin ich und fertig!
natürlich kann man darüber dann stunden-, tage-, wochen-, monate- und sogar jahrelang philosophieren und vor allem unendlich viele bücher schreiben, abba im endeffekt bin ich trotzdem immer noch ich …
warum sollte ich dann dieses ich sterben lassen?
irgendwie werde ich dieses selbstfindungszeugs nie wirklich verstehen …
Ja, mein Seebär, so kenne – und liebe – ich dich.