FCK CRN

Boah, was geht mir Corona auf den Sack!

  • Im Laden ist die Hose immer noch schwer tot. Ist ja auch nicht verwunderlich: Zum einen nervt der Lappen im Gesicht beim Einkaufen nach wie vor – zumal wir zu den, anscheinend ganz wenigen, gehören, die konsequent auf das Maskengebot achten. Zum anderen können wir das meiste von dem, was unseren Laden eigentlich ausmacht, gerade nun mal nicht präsentieren.
  • Ich kann das Geflenne der ganzen Covidioten nicht mehr hören. Damit meine ich nicht die Zukunftsängste der wirtschaftlich Betroffenen oder die Sorgen derer, die daran erkrankt sind oder Erkrankte im Freundes- oder Familienkreis haben.
    Ich meine die “Coronaleugner”. Die Maskenverweigerer, die den höchst unverschämten Eingriff auf ihre persönliche Freiheit zur Not mit Gewalt verteidigen. Die Verschwörungsschwurbler, die jeden noch so hanebüchenen Unsinn, den selbst jeder Trash-Regisseur als zu übertrieben ablehnen würde, in die Welt posaunen. Die grauen Mittelstandsbürger, die im Kampf gegen die ach so furchtbare Gängelung der Regierung plötzlich ihre politische Erweckung gefunden haben und sich auf ihrer ersten Demo endlich mal Gehör verschaffen wollen, gerne Seite an Seite von Demokratieverweigerern und anderen strukturierten Extremisten. Und die geistig spärlich Möblierten, die den ganzen Idioten bereitwillig folgen und die gesamte gequirlte Scheiße aus den (a)sozialen Medien nicht nur als alternative, sondern als alleinige “Fakten” ansehen.
  • Und ich vermisse die persönliche Gegenwart der Liebsten, das Beisammensitzen, das in den Arm nehmen und genommen werden, und nicht zu wissen, wann wenigstens das ohne Risiko wieder möglich ist.

Ach Corona, fck dich!

5+

Endlich Sommer!

Während im Rest Deutschlands schon seit Wochen Sommer herrscht waren wir hier im Norden bislang – bis auf wenige Ausnahmen – doch eher frisch unterwegs. Nein, 15 bis 20 Grad ist für mich keine adäquate Temperatur im Juli oder August; nachts vielleicht, in den frühen Morgenstunden, aber als Höchsttemperatur? Nope! Jetzt ist hier aber auch endlich der Sommer angekommen – mit Sonnenschein pur, strahlend blauem Himmel und bis zu milden 28°. Yesssss!

Hier im Norden ist das Wetter ja immer deutlich weniger extrem als im Süden – die Sommer sind kühler, dafür die Winter milder – und damit kann ich gut leben. Wochenlang bei Temperaturen weit über 30°, am besten noch schwül und völlig windstill – das wäre mir mittlerweile zu heftig, und selbst bei zurückhaltenden 28° muss ich nicht unbedingt tagsüber durch die Landschaft rennen. Entspannt im schattigen Biergarten, Eisdiele, Park sitzen – ja. In knalliger Sonne am Strand ölen – nein!

Ich habe gerade ein paar freie Tage (!) und genieße es, mit ausreichend Kalt- und Heißgetränken versorgt, eher leicht bekleidet bei weit geöffnetem Fenster in meiner Wohnung oder auf dem schattigen Balkon zu sitzen. Langt vollkommen, um meine Laune hoch zu halten!

Das eigentlich Schöne am Sommer sind für mich sowieso die Abende! Wenn man dann entspannt auf dem Balkon oder am Strand der Sonne beim untergehen zusieht, wenn man auch um Mitternacht noch gemütlich draußen sitzen kann ohne Pulli oder gar dicker Jacke – das ist es, worauf ich mich drei Viertel des Jahres freue! Und endlich ist es auch hier soweit. 🙂

Wollen wir ihn mal genießen, bevor er wieder vorbei ist…

3+

Sommerurlaubsausnutztag

Der Sommer ist, zumindest hier oben, bislang eher mäßig sommerlich. Urlaub verkneift man sich in diesem Sommer schon rein Coronabedingt. Und im Laden läuft es nachwievor eher zurückhaltend.

Wenn uns dann mal ein Tag mit adäquatem Wetter – blauer Himmel, Temperaturen über 25° und ein laues, angenehmes Lüftchen – verwöhnt muss man das nutzen: Erst gemütlich mit Kaffee und Dampfe in der Hand mit Stammkunden vor dem Laden sitzen und schnacken, anschließend lecker draußen im Schatten sitzend futtern…

…und zum Abschluss noch einen kleinen Spaziergang.

Nur ein gewöhnlicher Samstag, aber erholsam wie ein halber Urlaub. 🙂

3+

Die Maskenfrage

Der hiesige Wirtschaftsminister regt an, die Maskenpflicht im Einzelhandel, zumindest in den nördlichen Bundesländern, abzuschaffen. Der Handel wolle das so. Zugegeben, hier oben gibt es derzeit kaum Corona-Fälle, außerdem wäre, gerade für uns, ohne Maske alles ein bisschen einfacher:

Dampfen mit Maske funktioniert eher mäßig zufriedenstellend

Allerdings wimmelt es hier oben gerade von Touristen, und die Masken sind – neben ausreichendem Abstand – momentan der einzig halbwegs sinnvolle Schutz. Ich wäre da also ein wenig hin und her gerissen.

Nun, der Wirtschaftsminister bekommt bereits heftigen Gegenwind. Übrigens nicht nur aus der Politik – auch in meiner Twitter-Timeline findet dieser Vorstoß eher wenig Zustimmung, nach dem Motto “Keine Masken mehr? Dann kaufe ich eben nur noch online.”

Sollte der Vorstoß doch durchkommen bleibt mir natürlich immer noch die Möglichkeit, vom Hausrecht Gebrauch zu machen und das Tragen einer Maske für meinen Laden, unabhängig von der Gesetzgebung, vorzuschreiben. Andererseits gibt es bereits jetzt mitunter genervte Blicke, wenn ich auf die Einhaltung der Pflicht bestehe.

Ach Kinders, ist das alles kompliziert…

2+

Zum Leben zu wenig…

Eine merkwürdige Situation ist das gerade im Laden. Die Corona-Pandemie hat uns, wie viele andere auch, schwer gebeutelt – zum einen natürlich in den Wochen, in denen geschlossen war, aber auch jetzt, wo die Kontaktbeschränkungen weitgehend aufgehoben sind bzw. von den meisten Leuten großflächig ignoriert werden. Aber die Lust aufs entspannte Shoppen hat sich, wie befürchtet, immer noch nicht eingestellt. Ob es nun die Maskenpflicht ist, die Einschränkungen gerade in kleinen Läden, die fehlende Kohle oder generell die Ungewissheit wie es weitergeht – all das wird wohl dazu beitragen. Außerdem hat der ein oder andere wohl gemerkt, dass Shopping auch online möglich ist, meist sogar bequemer, mitunter preiswerter, und man bekommt seine Ware sogar nach Hause geliefert. Ob sich der Trend in absehbarer Zeit wieder umkehrt oder fortsetzt wird man sehen.

Zur Zeit ist das, was der Laden abwirft, zum Sterben (noch) zu viel, zum Leben aber bereits zu wenig. Ganz aufgegeben habe ich die Hoffnung, dass sich alles wieder ein wenig normalisiert, aber nicht – deshalb habe ich auch nach einigen schlaflosen Nächten beschlossen, die halbjährliche Kündigungsfrist für den Laden in diesem Sommer nicht wahrzunehmen. Mit dem kleinen Polster, das wir uns in der guten Zeit angefressen haben – und mit der Kurzarbeit, die ich leider beantragen musste – können wir uns noch eine Zeitlang über Wasser halten. Allerdings muss sich im nächsten halben Jahr einiges tun, denn bei aller Liebe für den Laden, für das, was wir uns aufgebaut haben – wenn es dauerhaft nicht rentabel ist macht die Sache keinen Sinn, und bevor es auch zum Sterben zu wenig ist wird die Hütte dicht gemacht!

Und sollte noch mal eine zweite heftige Corona-Welle inklusive Lockdown kommen dürfte sich das Ganze sowieso erledigt haben…

2+

Schalter kaputt

Fünf Jahre lang drehten sich abends die letzten Gedanken vor dem Einschlafen um den Laden. Das war okay, waren sie doch letztendlich meist positiv, konstruktiv, und ließen einen lächelnd einschlummern.

In den letzten Monaten drehen sich nachwievor abends die letzten Gedanken – und morgens die ersten, und auch viele dazwischen, eigentlich fast alle – um den Laden. Sie sind aber nicht mehr positiv, selten konstruktiv, das Einschlafen dauert, und lächelnd ist es schon mal gar nicht.

Und irgendwie ist im Kopf der Ausschalter kaputt. Doof.

2+

Das Ende einer Liebe

Seit 40 Jahren bin ich Fan des Hamburger SV und habe so ziemlich alles mit diesem Verein erlebt: Meisterschaften, Gewinn der Champions-League (naja, des Vorläufers), spannende UEFA-Cup-Nächte. Aber auch den schleichenden Niedergang der letzten zehn Jahre, sowohl sportlich als auch wirtschaftlich.

Ein Neuanfang folgte zuletzt dem nächsten, immer wieder kamen neue Spieler, die, mit viel Vorfreude erwartet, plötzlich das Fußballspielen verlernt zu haben schienen. Bei den ständigen Trainerwechseln konnte man schon mal die Übersicht verlieren, und die einzige Konstante der verschiedenen Vorstandsriegen war deren hanebüchene Inkompetenz. Peinlichkeit reihte sich an Peinlichkeit, der “stolze Verein” machte sich zum Gespött sämtlicher Fußballfans, was sich noch verstärkte, als man innerhalb von vier Jahren drei mal den Klassenerhalt nur auf den allerletzten Drücker erzitterte und dabei direkt mehrere Negativrekorde aufstellte. Der Abstieg war schließlich fast eine Erlösung.

Doch wirklich besser wurde es auch in der 2. Liga nicht – man verlor zwar seltener, trotzdem wurde im ersten Jahr souverän der Aufstieg vergeigt, im zweiten Jahr ist er nur Dank der schwächelnden Konkurrenz noch nicht völlig abgehakt. Aber selbst wenn sie ihn noch packt – was hat diese Mannschaft in der Bundesliga zu suchen? Abgesehen davon ist es, egal in welcher Liga man spielt, eigentlich nur noch eine Frage der Zeit, wann dieser gnadenlos heruntergewirtschaftete Verein endgültig pleite geht.

All das Chaos der letzten Jahre habe ich über mich ergehen lassen, mal zerknirscht, mal deprimiert, mal fluchend, zuletzt habe ich mich für “meinen Verein” nur noch geschämt. Trotzdem – man bleibt Fan, und zwar in guten wie in schlechten Zeiten. Wo die Liebe nun mal hinfällt.

Tja, und nun ist diese Liebe erloschen. Nicht abgekühlt, nein, gänzlich erloschen – urplötzlich ist da nur noch Gleichgültigkeit. Es ist mir egal, ob der HSV dieses Jahr doch noch den Aufstieg schafft oder erneut versemmelt. Es ist mir egal, wenn er sich zur grauen Zweitligamaus oder zu einer Fahrstuhlmannschaft entwickelt. Und es ist mir egal wenn er, wie so manch anderer “Traditionsverein”, in die 3. Liga oder gar noch weiter abstürzt. Ich werde das weitere Schicksal zur Kenntnis nehmen, weitgehend emotionslos, wie man halt auch das weitere Leben des Ex zur Kenntnis nehmen würde: Sollten sich doch noch mal Erfolge einstellen gratuliert man, sollte der Absturz weiter gehen, tja, schade drum, er hatte beste Voraussetzungen und Chancen.

Eine neue große Liebe wird es nicht geben. Man hat immer noch Mannschaften, mit denen man sympathisiert, weitaus weniger emotional, zwar mit einer gewissen Zuneigung, aber eben auch nicht mehr. Und irgendwie passt das ja auch zur Entwicklung des Profifußballs in der letzten Zeit – gähnende Langeweile in der Meisterschaft, völlig ausufernde Kommerzialisierung, schließlich zuletzt die Geisterspiele. Das neue “Fußball-Fan-Leben” wird so deutlich entspannter sein – und das kann ja auch nix schaden. 😉

4+

Anstrengend

Meine Fresse, was kostet das Kraft, jeden Tag gegen die verf***te Geröllhalde im Kopf anzukämpfen und sowohl inner- als auch äußerlich den Grinsemaxen zu spielen. Könnte es da bitte mal ne kleine Pause geben?

Frustkäufe sind albern. Schoki allein macht zwar kurzfristig glücklich, bei noch mehr von diesem “Glück” passen aber die Hosen gar nicht mehr. Vier Wochen Urlaub wären eine gute Maßnahme, sind aber nun mal nicht machbar. Stattdessen einfach mal so ein kleines, aber nachhaltiges “schön”! Und zwar bitte sehr zeitnah!

2+