StefBlog

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Timing und so…

Der Mitarbeiter fällt wegen Krankheit erst mal aus. Sehr ärgerlich für ihn, ich drücke ihm natürlich schwer die Daumen, dass sich sein Zustand bald bessert. Und ja, nicht nur aus Mitgefühl, sondern auch ein wenig aus Eigennutz – muss ich doch jetzt erstmal täglich im Laden stehen. Das kommt gerade zum unpassenden Zeitpunkt, ist die eigene mentale Gesundheit doch derzeit eher… nun ja, nur mäßig ausbalanciert.

Wenigstens komme ich dann dazu, schon einiges im Laden auszumisten. Sind ja auch kaum Kunden da, die “stören” würden. Von den anderen Dingen, die wegen der Auflösung zu tun sind, nimmt mir Benedikt zum Glück einige ab, sonst hätte ich hier wohl ein massives Problem.

Was das Foto mit diesem Thema zu tun hat? Nix. Aber ich brauche gerade jedes Freu, das mir ein kurzes Lächeln ins Gesicht schiebt. Und an dieser Farbenpracht kann ich mich jedes Jahr aufs Neue erfreuen. War wohl ne gute Entscheidung, erst im Sommer aufzuhören. 😉

35 Jahre

In diesen Tagen jährt sich die längste, noch bestehende und gepflegte Freundschaft bereits zum 35. mal. Fünfunddreißig Jahre! In jenem Jahr, 1987…

  • besuchte Erich Honecker als erster Staatschef der DDR die, von Helmuth Kohl regierte, BRD
  • feierten die beiden Teile Berlins ihren 750sten Geburtstag – schön voneinander getrennt. Im Westen hielt US-Präsident Ronald Raegan die “Open this gate”-Rede
  • moderierte Thomas Gottschalk erstmals Wetten Dass
  • erhielt Rudi Carrell wegen des “Damenunterwäsche-Skandals” in Rudis Tagesshow Morddrohungen aus dem Iran
  • gewann Steffi Graf die French Open und wurde erstmals Nummer 1 der Damen-Tennisweltrangliste
  • starb Uwe Barschel in einer Hotelbadewanne in Genf
  • standen Madonna (La Isla Bonita), die Pet Shop Boys (It’s a Sin) und die Bee Gees (You Win Again) an der Spitze der (west-)deutschen Single-Charts
  • wurden Lionel Messi und Aaron Carter geboren
  • starben Gustav Knuth, Hans Rosenthal und Fred Astaire
  • wurde Nirvana gegründet

Na, und es lernten sich eben zwei junge, lebensfrohe Menschen kennen, die sich damals wohl weder vorstellen konnten, dass ihr Leben so verlaufen würde wie es das nun mal tat, noch dass sie sich auch nach 35 Jahren immer noch treffen und so sehr liebhaben würden.

Auch mit meiner mittlerweile riesigen Lebenserfahrung und grandioser Weisheit weiß ich nicht, ob es sowas wie Schicksal gibt. Aber egal ob Schicksal oder Zufall – ich bin auch nach 35 Jahren noch sehr, sehr dankbar für diese Begegnung!

Die nächstlängste Freundschaft besteht nun auch schon bald 30 Jahre. Wenn ich’s nicht besser wüsste würde ich ja bald glauben, wir seien alt…

 

Strohwitwer

Ich bin derzeit Strohwitwer.

Strohwitwer und Strohwitwe sind Bezeichnungen für in einer Ehe oder Beziehung lebende Partner, die zeitweilig allein leben, also „Witwer bzw. Witwe auf Zeit“ sind. Typischerweise tritt eine solche Situation bei Reisen ein, die nicht gemeinsam unternommen werden. Die Beziehung besteht dabei weiter, eine Fortsetzung des gemeinsamen Lebensalltags ist zu erwarten.

(Wikipedia)

Na gut, laut Wikipedia bezieht sich der Begriff auf Ehe- oder ähnliche Partnerschaften, aber je nun, wer wird schon so kleinlich sein. 😉

Jedenfalls ist Benedikt für ein paar Tage in der alten Heimat unterwegs, und ich gebe den Kevin, sprich bin allein zu Haus. Für gewöhnlich verbringen wir seit meinem Umzug an die Küste vor knapp acht Jahren ja die meisten Abende zusammen, und so sind jetzt fünf Tage ohne die andere Schnute schon ein wenig ungewohnt. Weckt so ein bisschen Erinnerungen an meine Berliner Zeit. Sorgen, dass ich hier vereinsame, braucht sich aber niemand zu machen, und auch nicht, dass ich verhungere. 😉

Ich werde die nächsten Abende auf meinem bequemen Sofa verbringen, meinen Pinguin kuscheln, ein wenig Fußball und die Filme und Videos anschauen, mit denen ich Benedikt nicht locken kann. Ist so ein kleines bisschen “Urlaub”, zumal ich die Tage frei habe. Ich genieße jetzt mal diese Einsiedelei – und dann freue ich mich aber auch, wenn die alte Uschi wieder hier ist. 🙂

Es wurde Leidenschaft

Als wir damals den Laden eröffneten geschah dies in erster Linie, weil wir das Thema Dampfen an den Mann und die Frau bringen wollten. Zum einen natürlich aus gesundheitlichen Aspekten, sprich als Ersatz für die deutlich schädlichere Tabakkippe. Zum anderen aber auch aus gesellschaftspolitischen Gründen: Bereits damals versuchten viele, zumeist ahnungslose Lokalpolitiker, immer wieder die E-Zigarette möglichst stark zu regulieren, wenn nicht gar zu verbieten. Es musste also mehr Dampfende geben, um ein Gegengewicht zu erzeugen. Das war unsere Hauptmotivation – der Einzelhandel selbst war also nie das große Ziel, sondern er war lediglich ein Vehikel für diese Zwecke, und, naja, eigentlich auch die einzig realistische Option. Und auch wenn jetzt politisch wieder einiges schief läuft, waren wir im Großen und Ganzen doch recht erfolgreich: Die Anzahl der Dampfenden wuchs beachtlich, und auch wenn – leider – immer mal wieder Leute zur Tabakfluppe zurückkehrten, konnten wir doch vielen Menschen beim Umstieg behilflich sein.

Kein großes Thema in der Anfangszeit war hingegen das Dampfen als Hobby. Natürlich hatten wir uns beide schon vorher intensiv mit der Dampferei befasst, und bereits damals war es für uns schon mehr als nur ein leckerer Kippenersatz, aber die Geräte, die wir verkauften – und die ich auch selbst nutzte – waren in erster Linie eines: Praktisch. Das änderte sich aber mit meinem ersten hochwertigen Selbstwickler, den man als Inhaber eines solchen Ladens nun mal haben muss, und schon längst ist der “Kippenersatz” – sprich Nikotinzufuhr und Gewohnheitsbefriedigung – nur noch ein netter Nebenaspekt.

Und wie das nun mal so ist, wenn der Mensch hinter dem Tresen so richtig begeistert ist, färbt es auch auf die Menschen vor dem Tresen ab. Wir steckten immer mehr Dampfer mit dieser Begeisterung an, der Anteil an High-End-Geräten in unserem Sortiment wuchs stetig, und bald hatten wir uns auch überregional einen Namen für den Verkauf hochwertiger Produkte deutscher und schweizer Manufakturen gemacht. Auch wenn das Kerngeschäft weiterhin die “Normaldampfer” waren, und auch wenn die Beratungen von Einsteigern genau so enthusiastisch geführt wurden wie die der “Hardcorefreaks”, waren die Begegnungen mit den Nerds meist etwas Besonderes.

Schon bald entstand eine kleine Community, die sich regelmäßig in unserer Lounge traf um bei diversen Tassen Kaffee zu Fachsimpeln und zu Plaudern. Mitunter wurden auch potentielle Einsteiger in die Gespräche mit einbezogen, und nicht selten gehörten dann diese Einsteiger ein halbes Jahr später selbst zur Community – und trugen wiederum ihre Begeisterung für ihr neues Hobby weiter.

Seit Pandemiebeginn war der tägliche Austausch, das gemeinsame Schwärmen, schon stark eingeschränkt, bald fehlt es gänzlich. Ich werde dann auch nicht mehr allwöchentlich die neuesten Schmuckstücke in der Hand halten, was aber, da für mich die Sache dann auch dezent teurer wird, vielleicht gar nicht so schlecht ist. 😉 Dennoch wird die Leidenschaft fürs Dampfen bleiben – sicher auch bei vielen Enthusiasten, die wir in den letzten Jahren begeistern konnten. Und selbst, wenn sie nach und nach abnehmen sollte, wird uns diese Zeit in positiver Erinnerung bleiben. Und das ist doch auch viel wert. 👍

Ergänzenden Lesestoff, den man auch ohne Fachkenntnisse verstehen kann, findet man bei den Dampfschnuten: Wozu braucht man das? und Dampfer – eine Typologie.

Drei mal Schlafen

Seit wir vor über sieben Jahren den Laden eröffnet haben, kann ich eigentlich nur an Sonn- und Feiertagen ausschlafen. Also so richtig. Klar, in den ersten Jahren stand ich an allen anderen Tagen sowieso im Laden, aber auch an freien Werktagen, die später hin und wieder – und seit zwei Jahren etwas häufiger – dazukamen, bin ich deutlich vor Ladenöffnung “wach” und auf. Schließlich möchte man im Falle eines Falles – sei es bei spontanen Krankmeldungen oder anderen unliebsamen Mitteilungen – möglichst direkt zu einer zumindest halbwegs adäquaten Reaktion bereit sein.

Klingt natürlich komfortabel, wenn ich erst so gegen zehn Uhr aus dem Bett krabbel, aber zum einen liege ich auch meist erst gegen zwei Uhr in selbigem – innere Uhr und so. Und zum anderen ist es ja auch nicht so, dass der Schlaf bis dahin tief oder gar durchgängig wäre – die letzten ein, zwei, mitunter auch drei Stunden döse ich dann meist nur noch ein wenig vor mich hin. Natürlich ist das erholsamer und allemal besser, als wie in den ersten Jahren nach vier, fünf Stunden Schlaf um 6 Uhr 30 aus dem Bett zu fallen, aber richtig ausgeschlafen fühle ich mich trotzdem eher selten. Zumal das Gedankenkarussell natürlich nach dem ersten Aufwachen schon ekelig aktiv ist.

Jetzt liegen die Ostertage vor uns, und immerhin drei davon sind frei. So richtig frei. Und so bin ich guter Dinge, mal drei Nächte tief, fest und erholsam schlafen zu können. Und lange.

Vielleicht schaffen wir es ja sogar, auch tagsüber die Freiheit der Feiertage zu einem kleinen Ausflug zu nutzen. Das hängt natürlich vom Wetter ab, weitaus mehr von der Motivation, und ein klein wenig natürlich davon, ob man es schafft, das Bett noch vor Einbruch der Dunkelheit zu verlassen. 😉

In diesem Sinne wünsche ich uns allen ein paar erholsame und entspannte Ostertage. Und Nächte!

All die dunklen Wolken

Eine Pandemie hat sich fröhlich in der Welt eingenistet, fordert allein in Deutschland mittlerweile über einhunderttausend Menschenleben, an die 20 Millionen haben sich infiziert, nicht wenig davon leiden an – noch immer nicht erforschten – Langzeitfolgen. Da die Vernünftigen häufig leise, die Dummen jedoch meist laut sind, werden wir wohl noch lange Zeit mit dem Virus leben müssen. Mit vielen weiteren Infektionen. Und weiteren Toten.

In Europa wird ein souveräner Staat angegriffen und in Grund und Boden gebombt. Es ist seit dem Wegfall des eisernen Vorhangs nicht das erste mal, dass im östlichen Teil Europas Krieg herrscht, und nicht das erste mal, dass er von diesem Aggressor ausgeht. Diesmal allerdings droht jener nebenher mehr oder weniger damit, zur Not auch einen dritten Weltkrieg vom Zaun zu brechen, wenn’s sein muss auch mit Atomsprengköpfen. Seit 30 Jahren war eine Kriegsbedrohung für “uns im Westen” nicht mehr so real.

In Folge des Krieges, aber auch der Pandemie, werden viele Rohstoffe knapp, fast alles wird deutlich teurer. Das trifft die Industrie, aber eben auch die Privathaushalte – beim Heizen, bei der Fortbewegung, bei Lebensmitteln. Und noch ist nicht mal ansatzweise abzusehen, wie sehr sich die Situation verschärfen wird. Für viele ist das derzeit noch kein Drama, bedeutet es erst mal etwas weniger Luxus, aber für immer mehr Menschen werden Engpässe und vor allem die steigenden Preise nach und nach zu einem ernsthaften Problem. Nein, wir reden jetzt nicht von nem dickeren Pulli im kühlen Wohnzimmer.

Eigentlich sind alle, mit denen ich mich in der letzten Zeit über die derzeitige Situation unterhalten habe, rationale Menschen, die nicht zu übertriebenem Schwarzsehen neigen. Und dennoch machen sich diese Leute “nen Kopp”, es beschäftigt sie, bereitet ihnen Sorgen, bringt sie mitunter um den Schlaf. Man hat sich an den Frieden gewöhnt, die relative Sicherheit, das kleine bisschen Luxus im Leben, nun ist all das massiv bedroht. Dazu ist nach zwei Jahren Pandemie das Nervenkostüm heftig angekratzt, gefühlt wird gerade ja auch jedes Jahr schlimmer. Und jeder hat, abgesehen von diesem ganzen Mist, noch zusätzlich seinen persönlichen Rucksack zu tragen.

Ich bewundere die Menschen, die auch jetzt noch ihr sonniges Gemüt, ihre positive Lebenseinstellung bewahren. Ich bin zwar nicht der absolute Pessimist – so glaube ich nicht, dass sich der Krieg auf die Nato-Staaten ausweitet – aber derzeit auch wahrlich nicht optimistisch. Meine aktuelle Gemütsverfassung würde ich so als “stark dunkel bewölkt” bezeichnen. Eine Auflockerung der Wolkenberge, ein kleines Licht am Horizont, gerne zeitnah, wäre jetzt schon ganz gut. Für meine Stimmung, aber auch für die Verfassung all derjenigen, mit denen ich mich so unterhalten habe. Und für alle anderen auch.

Natürlich gibt es noch ausreichend andere Themen und drohende Katastrophen, die spätestens seit zwei Jahren in den Hintergrund gedrängt werden, zum Beispiel Altersarmut, Rassismus, Umweltzerstörung, Hungersnöte und die entsprechenden Folgen. Aber wahrscheinlich kann der Mensch nur ein gewisses Maß an Katastrophen gleichzeitig verarbeiten…

FreeDummPartei

Dass ich kein Fan der FDP bin ist nichts Neues. Es mag sein, dass man bis in die 70er noch eine “liberale” Partei brauchte, aber spätestens seit den 90ern fällt dieser Haufen nur noch durch Klientelpolitik für Ärzte, Anwälte und Ähnliches auf – und durch sein meist unfreiwillig komisches Spitzenpersonal, das durch die Bank von einem vollkommen ungerechtfertigten Selbstbewusstsein geprägt zu sein scheint. Der aktuelle Chefblender passt da nahtlos rein. Die FDP ist der Wurmfortsatz der Politik – solange sie in der Opposition ist kann man sie getrost ignorieren, wenn sie es dann alle paar Jahre doch mal in die Regierung schafft ist sie schmerzhaft, schwer erträglich und mitunter auch gesundheitsgefährdend. So wie jetzt, wo sie auf den Wegfall fast aller Schutzmaßnahmen pocht, obwohl die meisten Experten ob der nachwievor hohen Zahlen der Infizierten davon abraten. Dass sich SPD und Grüne von diesem lästigen Anhängsel dermaßen durch die Manege ziehen lassen ist zudem schwer peinlich.

Natürlich kann, meinetwegen soll man über Lockerungen reden. Man kann auch nicht dauerhaft alles einschränken, muss irgendwann lernen, mit dem Virus zu leben – das kleine Mistding wird uns ja wohl noch über Jahre begleiten.
Die ganze Testerei ist mittlerweile sowieso fast unsinnig – Schnelltests schlagen selten an, PCR-Tests sind kaum verfügbar. Masken in der Gastronomie sind auch eher Symbolpolitik – die meiste Zeit sitzt man sowieso am Tisch, wo man sie zwangsweise abnehmen muss, um zu verzehren. Und auch bei Veranstaltungen im Freien sind Lockerungen sicher vertretbar. Dass aber jetzt eine der wenigen Maßnahmen, die hoch effektiv sind und kaum Einschränkungen bringen, nämlich die Maskenpflicht in Innenräumen – vor allem im Einzelhandel – weitestgehend abgeschafft wird, ist einfach nur dumm. Und dass nun tatsächlich FDP-Politiker androhen, vor Gericht zu ziehen, wenn sich ganze Bundesländer zum Hotspot erklären wollen, ist schlichtweg dreist.

Wenn ich ein vorsichtiger, meinetwegen auch ängstlicher Mensch bin, dann kann ich Veranstaltungen, bei denen keine Maskenpflicht mehr besteht, meiden. Ich muss nicht in die Kneipe, ich muss nicht ins volle Fußballstadion. Aber in den Supermarkt müssen halt auch all diejenigen, die trotz Impfschutz weiterhin gefährdet sind. Und es ist nun mal deutlich wirksamer, wenn dort alle eine Maske tragen – nicht nur diejenigen, die es möchten. Und bei aller Liebe, für die 20 Minuten während des Einkaufs den Lappen vor der Nauze zu tragen ist zumutbar, und vor allem kein Freiheitsverlust! Auch hier zeigt die selbsternannte “Freiheitspartei” mal wieder, dass sie Freiheit gerne mit Verantwortungslosigkeit verwechselt.

Wir in MV haben das Glück, dass die Landesregierung bei Lockerungen eher zurückhaltend ist – die bekannten Schutzmaßnahmen gelten noch mindestens bis Ende April. Ich werde aber auch dann beim Einkauf noch eine Maske tragen, wenn wir hier kein ausgewiesener Hotspot mehr sind. Es wird interessant sein zu sehen, ob dann hier mehr Verantwortungsbewusste oder mehr Deppen unterwegs sind. Vielleicht wird mich das Ergebnis ja überraschen…

Sonnenmärz

Wir haben, zumindest hier in MV, den wohl sonnigsten März seit Drölfzehnhundertpeng. Schön ist das! Gut, es ist deutlich frischer als im tiefen Westen oder Süden der Republik, aber immerhin kletterte an ein paar Tagen das Thermometer am frühen Nachmittag auch mal annähernd an die 15°. Selbst der Wind, der in der ersten Monatshälfte noch sehr stark – und auch sehr kalt – war, hat sich zwischenzeitlich gelegt.

Ich bin zur Zeit recht viel im “Homeoffice”, hätte also genügend Zeit, die Sonne auch draußen so richtig zu genießen. Wären da nicht diverse Abers: Zum Beispiel die schon häufiger angesprochenen spärlichen Spaziermöglichkeiten vor Ort – weder ist der Gang an der Straße entlang ins Nachbardorf sonderlich spannend, noch der Gang durchs Dorf selbst. Kennste alles, ist irgendwann einfach nur langweilig, und sich trotzdem aufzuraffen fällt extrem schwer. Aber selbst wenn: Ich bin gerade gesundheitlich etwas immobil – die Hacke zickt, so dass spätestens nach ner Viertelstunde das Auftreten nur noch schmerzhaft möglich ist. Ernsthafte Spaziergänge fallen derzeit also aus.

Natürlich könnte ich Fiete mal startklar machen – nach anderthalb Jahren Pause wäre das sowieso höchste Zeit – und an den Strand fahren. Lange Spaziergänge wären zwar auch da gerade nicht möglich, aber immerhin könnte man mal ne halbe oder gar ne ganze Stunde an der Wasserkante sitzen und sich die Sonne auf den Pelz scheinen lassen. Müsste ich nur endlich mal die Kiste aus dem Keller wuchten, mich in die Lederkombi warme Klamotten werfen und los ginge es. Aber extra irgendwo hinfahren? Ach komm, das kann ich auch noch den ganzen Sommer. Und erfreulicherweise haben wir das Anstranden für dieses Jahr ja schon geschafft.

Dann wäre noch die Möglichkeit, die Sonne gemütlich auf dem Balkon sitzend zu genießen. Dummerweise geht mein Balkon Richtung Osten raus, sprich bevor ich überhaupt erst aufgestanden bin liegt er bereits im Schatten. Das ist zwar an den zwei extrem heißen Hochsommertagen, die wir hier im Jahr vielleicht mal haben, recht praktisch, aber jetzt ist die Luft doch noch deutlich zu frisch. Zum Glück liegt der Balkon der anderen Schnute Richtung Westen, und so habe ich mich die Tage immerhin mal aufgerafft, die Sonne für ein halbes Stündchen ohne eine trennende Fensterscheibe dazwischen zu genießen:

So ganz das Wahre isses aber auch nicht – das Gartenmöbel ist auf Dauer eher unbequem, außerdem sitzt man dort wie auf dem Präsentierteller, und irgendwie… ach, es ist halt einfach nicht der eigene Balkon. 😉

Ja, ich freue mich ob des sonnigen Wetters und genieße es auch. Zur Zeit aber eben meist durch das – immerhin hin und wieder sogar geöffnete – Fenster. Und das ist okay so. Ich hätte aber trotzdem nix dagegen, wenn der Sommer ähnlich sonnig wird – und ich mich dann vielleicht auch etwas häufiger aufraffen kann, die Sonne doch mal draußen zu genießen…

Ein Jahr purzelnde Pfunde

Seit gut einem Jahr versuche ich, einen Teil der seit meinem Umzug an die Küste angefutterten Pfunde, wieder los zu werden. Scheint ganz gut gelungen zu sein, 36 Pfunde sind nämlich weg. Für die Jüngeren: Das sind 18 Kilo.

Oder um es bildlich auszudrücken:

Schriebe ich, wie es heutzutage ja en Vogue ist, einen Ratgeber dazu, wären dessen Seiten doch eher spärlich gefüllt, denn letztendlich würde der Inhalt lauten: Einfach weniger futtern! 😉

Klar, ich verzichte mittlerweile in der Regel auf gezuckerte Getränke, die Kuh im Kaffee ist nur noch light, aber letztendlich ist das nur Beiwerk. Ich habe auch nicht meine Nahrung umgestellt, sondern lediglich das Essverhalten: Zwei, drei Stunden nach dem Aufstehen gibt es eine Stulle, durchaus üppig mit – gerne mal gehaltvollem – Käse belegt, also nix mit Gurken-und-Radieschen-Nippes. Danach bis zum Abendessen: Nix. Das ist dann auch der schwierigste Teil der ganzen Sache, dem am späten Nachmittag auftretenden Gefühl des kleinen Hungers mit einem Kaffee oder Kaltgetränk zu begegnen anstatt mit nem Häppchen Käse, einer weiteren Stulle oder gar einem Stück Kuchen. Lerneffekt: Hüngerchen kommt, Hüngerchen geht aber auch wieder.

Das Abendessen fällt dann durchaus üppig aus: Benedikt spart beim Kochen weder an Butter noch an Sahne, die Portionen sind auch nicht gerade klein, zum Gemüse gesellen sich gerne Kartoffeln oder Pasta, und gar nicht so selten gönnen wir uns auch mal Junkfood in Form von TK-Pizzen oder – veganen* – Burgern. Und natürlich beherzigen wir die Tatsache, dass fast jedes Gericht nochmal deutlich gewinnt, wenn es großzügig mit Käse überbacken wird. 😉

Eine kleine Herausforderung ist es, in den Abendstunden die gewohnten und geliebten Süßigkeiten oder Chips zu ersetzen – sei es durch einen (kleinen) Nachschlag des Abendessens, einen Apfel, oder eben durch nix. Das erfordert vor allem in der ersten Zeit durchaus eine gewisse Disziplin – ganz ohne funktioniert es dann doch nicht -, aber das Gefühl beim zu Bett gehen, den inneren Schweinehund wieder mal überwunden zu haben, kann durchaus Glückshormone freisetzen.

Extrem hilfreich für die Motivation ist es natürlich zu sehen, dass sich der ganze Aufwand lohnt. Die Kunst dabei ist, sich nicht von kurzfristigen Rückschlägen, die immer mal erfolgen, frustrieren zu lassen. Also regelmäßig wiegen und die Tendenz im Auge behalten, nicht die kurzen Ausschläge – vor allem nicht die nach oben. 😉

Wirklich anstrengend war die Zeit übrigens nicht. Klar, zu Beginn galt es, die Gewohnheiten zu durchbrechen, später hatte man einfach deutlich weniger verlockenden Süß- und Salzkram im Schrank. Und natürlich gab es hin und wieder auch mal Ausnahmen – diese dann aber bewusst, mit Genuss und vor allem ohne Reue.

Ziel war ursprünglich, zumindest mal fünf, vielleicht sogar zehn Kilo runter zu bekommen – dass es dann deutlich mehr wurden hätte ich nicht für möglich gehalten. Ganz auf dem Gewicht von vor neun Jahren bin ich zwar nicht gelandet, aber he, dass ich nach dem Wiegen noch mal diese Zahl sehen würde…

Und ja, ich bin schon ein wenig stolz auf das Erreichte. 😊

Zwei, drei Kilo dürften gerne noch verschwinden, aber derzeit stagniert das Gewicht – bei der momentan eher mäßigen Stimmungslage ist das aber weder verwunderlich noch schlimm. Es gilt nun erst mal, den gegenwärtigen Stand zu halten und den Jojo-Effekt zu vermeiden – was sowieso immer eine ziemliche Herausforderung ist. Die Waage wird also weiterhin meine ständige Begleiterin bleiben, wenn auch nicht mehr alle zwei Tage. Damit ist das Kapitel aber, zumindest vorerst, hier im Blog auch abgeschlossen.

Darauf erst mal ein lecker Stück Käse-Sahne. 😉

Anstranden

Der meteorologische Winter ist vorbei, der kalendarische auch bald, und die Sonne hat schon ziemlich Kraft. Die Salzwasserschwimmer zelebrieren das Anbaden, die Freunde des verbrutzelten Kadavers das Angrillen, und der Stef genießt eben das “Anstranden”.

Schließlich muss man sich ja nach den dunklen Monaten vergewissern, dass man tatsächlich an der Küste wohnt, ne?

Und der Benedikt genießt es natürlich auch:

Ist schon schön, wenn der “Hausstrand” nur ein paar Kilometer entfernt vom Wohnort liegt. 🙂