Am Limit (1)

So langsam werden die Nerven doch spürbar dünner.

Zum einen ist da die Sorge um meine Mutter, der es seit drei Monaten immer schlechter ging. Auf ganz vorsichtige Hoffnung auf Genesung folgte jedesmal ein weiterer Rückschlag, bis vor zwei Wochen endgültig klar war, dass es eher schnell als langsam zu Ende gehen würde.
Nun hat sie es hinter sich, es war – zum Glück – eine doch recht schnelle Erlösung. Jetzt kann ich mich in meiner Sorge voll und ganz auf meinen Vater konzentrieren, der die Situation eher rational anzugehen versucht. Zum Glück konnte er sich langsam von ihr verabschieden, war beim letzten Atemzug bei ihr, und hatte so auch Zeit, sich an die einsame Wohnung zu gewöhnen. Ob er sich an die Einsamkeit in seinem Herzen gewöhnt ist dann nochmal eine andere Frage.

Auch ich gehe die ganze Situation eher rational an – Apfel, Birnbaum, platsch – sie hatte zum Schluss nur noch gelitten, der Körper war schon so geschwächt, und mit Leben in Würde hatte das alles nichts mehr zu tun. Es ist einfach gut, dass sie es hinter sich hat. Ich bin froh, vor kurzem noch mal bei ihr gewesen zu sein, und mich auch gedanklich von ihr verabschieden zu können. Dieser rationale Umgang bedeutet allerdings nicht, dass es nicht an den Nerven zehrt. Mitte September fahre ich runter zur Beerdigung, wie rational ich noch bin, wenn ihre Urne eingelassen wird, werden wir dann sehen.

Zum Glück lenkt mich ja die Arbeit ganz gut ab, andererseits

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