2016 – schwer bekloppt
2016 – schwer bekloppt

2016 – schwer bekloppt

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Ein völlig beklopptes Jahr ist vorbei, und wenn man die Medien verfolgt und sich so umhört war es ein Jahr zum Vergessen:

Die politische und gesellschaftliche Situation wird immer chaotischer und für viele beängstigender. Die Folgen der eigentlich fernen Kriege rücken immer näher an unser ach so geordnetes, beschauliches Leben, die Angst vor Terroranschlägen und Amokläufen wächst irrational und unproportional zu den tatsächlichen Geschehnissen. Das Niveau im Umgang miteinander sinkt noch tiefer, der rechte Mob bekommt immer mehr Zulauf. Die Politkaste schafft es nicht mehr, dem Urnenpöbel genug Brot zu reichen, es schlägt die Stunde der Populisten, obwohl alle Beispiele, auch der neueren Geschichte, zeigen, dass bei Wahlen von brüllenden Rattenfängern nie etwas gutes rumkommt. Dennoch ist die politische Bühne zunehmend geprägt von lupenreinen Autokraten, durchgeknallten Despoten und eitlen Selbstdarstellern naiven Gemüts.
Außerdem hatten in diesem Jahr gefühlt sämtliche Musik – und Filmhelden meiner Kindheit ihren finalen Auftritt.

Im Familien- und Freundeskreis herrschte (auch) dieses Jahr die Seuche. Mal ist es die Gesundheit, mal der Job (oder eben der fehlende), mal die finanzielle Situation, mal etwas ganz anderes und mitunter auch alles zusammen.

Das persönliche Jahr?
Gesundheitlich war es völlig okay – von den kleinen Zipperlein und Urlaubsreife mal abgesehen, sogar die Kauleistendauerbaustelle ist fast abgeschlossen.
Zum Beruflichen muss ich an der Stelle nichts mehr schreiben – da hat sich auch in den letzten Wochen im Prinzip nichts geändert, es ist nach wie vor unheimlich stressig und macht riesigen Spaß. Wobei wir in diesem Jahr anscheinend erstmals so richtig das Weihnachtsgeschäft erlebt haben – mit seinen positiven und negativen Begleiterscheinungen: Wir sind fix und alle, und nochmal ein Monat wie der letzte wäre kaum zu bewältigen.

Und sonst so? Ausflüge und Besuche an der Wasserkante waren selten, dann aber taten sie verdammt gut. Die Nachteile meiner Wohnung gehen mir zunehmend auf den Keks, aber erstens bin ich kaum zuhause, und zweitens hätte ich eh gerade keine Zeit umzuziehen. Und finanziell ist es so entspannt wie lange nicht mehr.
Getrübt wird die Freude durch die Sorgen um die Liebsten – die ich auch in diesem Jahr viel zu selten gesehen habe – und durch einen recht überraschenden Abschied.

Alles in allem aber war es für mich persönlich ein gutes Jahr, was irgendwie so gar nicht zum “gefühlten Seuchenjahr” passt.

Und 2017?
Gesundheit bitte, endlich auch für die Lieben. Wenn’s im Laden so weitergeht wie zuletzt wäre das schon schick, allerdings sollten wir dann schleunigst einen weiteren Mitarbeiter finden, sonst wird das mit der Gesundheit nämlich nix. Und dann wünsche ich mir fürs neue Jahr etwas, das eben nicht selbstverständlich ist: Es möge friedlich werden!