Geerbte Hassliebe

Von meiner Vor-Vormieterin habe ich dieses herrliche Badezimmer-Ensemble „geerbt“:

Nun ist es zwar schön, dass ich mir nicht zusätzlich zu den zig anderen Möbeln auch noch Einrichtung fürs Bad kaufen muss, zumal ich über keinen Spiegelschrank oder ähnliches verfüge (und wenn ich genau überlege, noch nie verfügt habe), aber die richtig große Liebe wird das Ding nicht. Natürlich bietet der Schrank unheimlich viel Platz – wahrscheinlich deutlich mehr, als ein durchschnittlicher Single-Männer-Haushalt jemals benötigt. Auch die große Abstellfläche um das Waschbecken herum ist – wenn auch nicht unbedingt nötig – ganz nett, und obwohl diese Funzeln, die sich Lampen nennen, gefühlt eine halbe Stunde brauchen bis sie ernsthaft etwas erhellen ist das Lichtkonzept recht durchdacht.

Aber: Das Waschbecken ist bestenfalls fürs Händewaschen geeignet – vorausgesetzt, die Hände sind nicht zu groß. Die Zweier-Armatur ist nicht nur hoffnungslos veraltet sondern ebenso verkalkt, der passende Stöpsel schließt nicht mehr ab, und wenn man mittig vor dem Teil steht schaut man nicht auf die Spiegelfläche sondern auf den Holzrahmen. Abgesehen davon wurde das Ding so dermaßen windschief zusammengebaut, dass es schon fast als moderne schräge Kunst durchgeht.

Ich behaupte, diese Konstruktion wird ausschließlich von Frauen gekauft – sie sieht hübsch aus, ist aber vollkommen unpraktisch. Da ich zur Zeit zu  weiteren Baumaßnahmen in meiner Wohnung eher mäßig motiviert bin lasse ich dieses Trum vorerst mal stehen – hat ja, wie oben geschrieben, auch Vorteile. Ob ich mich dauerhaft dran gewöhne oder es irgendwann doch mal durch eine schlichtere, aber sinnvollere Konstruktion ersetze wird die Zeit zeigen – bekanntlich halten bei mir Provisorien ja auch schon mal ewig… 😉

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