Aber so was von Herbst…

Die vollkommen reißerische und vor allem unwahre Berichterstattung über die Dampferei verunsichert nicht nur viele Raucher und hält sie an der tödlichen Kippe, sie ist auch auf dem bestem Wege, meine berufliche Existenz (und die zahlreicher weiterer Menschen in der Dampferbranche) zu zerstören – Umsatzrückgänge von 30-50% können kleine Läden nun mal nicht lange verkraften. Wir haben in den guten Zeiten auf die Anschaffung güldener Wasserhähne verzichtet und stattdessen gut angespart, aber irgendwann wird auch die Substanz, von der wir gerade leben, aufgebraucht sein. Sowohl die wirtschaftliche Situation als auch die Tatsache, dass dieses Übel durch zu bequeme Journalisten hervorgerufen wird, die anstatt einmal vernünftig zu recherchieren lieber reißerische Schlagzeilen produzieren, lässt das Nervenkostüm dünn werden und drückt gerade heftig auf meine Stimmung. (Dass in den USA und anderen Dritte-Welt-Ländern wie Indien gerade übelste Geldgier das Dampfen komplett zerstört ist eine andere Geschichte, macht die Sache aber auch nicht besser.)

Dazu kommt die Tatsache, dass ich nun mal generell meine Schwierigkeiten habe, den immer größer werdenden Irrsinn der Menschheit zu ignorieren, mich darüber zu amüsieren oder ihn einfach nur hinzunehmen. Und wer einen Blick in die Nachrichten, die (a)sozialen Medien oder nur raus ins reale Leben wirft bekommt sehr schnell das Gefühl, dass der Irrsinn täglich neue Höhe- oder besser gesagt Tiefpunkte erreicht.

Last aber mal gar nicht least haben wir Herbst, es beginnt also das halbe Jahr der Dunkelheit, der fehlenden Sonne, der Kälte und des Regens. Löste diese Zeit früher bei mir lediglich eine – gar nicht mal negativ wahrgenommene – Melancholie aus, drückt sie mittlerweile auf mein Wohlbefinden, saugt Energie und Fröhlichkeit ab.

Nun ist in dieser Situation die Verlockung groß, sich die Decke über den Kopf zu ziehen und einfach im Bett zu bleiben. Zum einen bringt das aber nix, zum anderen feiern wir in drei Wochen im Laden unser 5jähriges Bestehen, das will vorbereitet (und dann hoffentlich genossen) werden.

Bleibt also nur, sich zumindest in den Situationen, in denen es absolut nötig ist, ein Lächeln ins Gesicht zu zaubern – fürs dauerhafte Grinseface ist das Nervenkostüm zu dünn und die Stimmung gerade zu gedrückt.

Ist halt Herbst. Aber sowas von…

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