Hü und hott, hin und her, auf und zu
Hü und hott, hin und her, auf und zu

Hü und hott, hin und her, auf und zu

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Unsere Kanzlerin wollte dem peinlichen Treiben der Landesfürsten nicht länger tatenlos zusehen und hat beschlossen, die Corona-Maßnahmen auf Bundesebene zu ziehen. So weit, so gut – und eigentlich seit einem halben Jahr überfällig. Bis die – bereits jetzt wieder von etlichen Provinzfürsten kritisierte – Umsetzung durch ist dauert es noch. Klar, Pandemie und so, eilt ja nicht.

Die Landesregierung in Mecklenburg-Vorpommern handelt etwas schneller: Ab Montag bleiben wieder die meisten Läden geschlossen, die Kontaktbeschränkungen werden angezogen, und die Schulen und Kitas werden – bereits deutlich vor der Inzidenz von 200 – geschlossen. Besonders Letzteres halte ich in Anbetracht der massiv ansteigenden Fälle in unseren Verwahranstalten und Bildungseinrichtungen für absolut notwendig.

Nun hat es unsere Landesregierung leider nicht so mit der Kommunikation. Dass ein Abholservice im Einzelhandel weiterhin möglich ist erfährt man kurz vor knapp, und dann auch erstmal nur über die sozialen Netzwerke. Als serviceorientierter Einzelhändler hat man seine Kunden in der Zeit natürlich schon drauf eingeschworen, sich noch schnell einzudecken – und so für weitere, unnötige Verwirrung gesorgt. Danke für nix.

Wir machen also genau so weiter wie wir es seit Jahresbeginn praktizieren: Wir bieten einen Abholservice an.
Natürlich kann man mir jetzt Inkonsequenz vorwerfen: Wenn die Pandemie gestoppt werden soll muss das öffentliche Leben weitestgehend runtergefahren werden, also sollten die Leute auch nicht zum Abholen von Ware in die Stadt fahren. Aber ganz ehrlich: Ich halte mich seit über einem Jahr an alle Regeln, lege sie im Zweifel immer noch ein bisschen schärfer aus, und habe so auch den ein oder anderen Kunden verloren. Ich habe die Pappe auf, die Faxen dicke, die Schnauze voll.

Um es klarzustellen: Ich hielte einen Komplett-Lockdown – den wir in Deutschland übrigens, im Gegensatz zu anderen Ländern, noch gar nicht hatten – für längst überfällig. Aber so lange sich Menschenmassen in Baumärkten und Gartencentern tummeln, in Großraumbüros die Klinken in die Hand geben, tausende Hohlpfannen auf “Anti-Corona-Demos” ungestört Polonaise tanzen können und es unsere Regierenden einfach nicht geschissen bekommen, den Bums in Ordnung zu bringen, werde ich meinen Kunden die Möglichkeit geben, ihre Bestellungen an unserer Ladentüre abzuholen – natürlich brav mit Abstand und Maske.

Zu den Läden, die offen bleiben dürfen, gehören übrigens Buchhandlungen. Was genau war noch mal der Grund, weshalb das Virus in Buchhandlungen nicht übertragbar ist, in anderen kleinen Fachgeschäften aber schon?

Ach ja, Handlungsschnelligkeit, Stringenz und Kommunikation – gerade in der jetzigen Situation so wichtig! 🙄