Über Felder und Wiesen
Über Felder und Wiesen

Über Felder und Wiesen

Die Möglichkeiten für einen kleinen Spaziergang vor Ort sind eher, nun ja, übersichtlich: Entweder einmal quer durchs Dorf, oder an der Straße entlang zum Nachbardorf. Beides sind keine Rundwege, und beide Strecken sind auf Dauer nur mäßig abwechslungsreich. Zwar gibt es ein etwas größeres Waldgebiet in der Nähe, allerdings handelt es sich um einen reinen Nutzwald, sprich ohne Wege und eher für einen Abenteuertrip gedacht. Da hatte ich also selbst mit “meinem” Park in Berlin weitaus mehr – und deutlich attraktivere – Varianten.

Immerhin einen kleinen “grünen” Weg gibt es, zwischen den Äckern entlang, einseitig mit einer Baumreihe bestückt, die einem nicht nur Schatten spendet sondern auch zumindest ein bisschen das Gefühl gibt, durch die Natur zu spazieren.

Dieser Weg führt in ein weiteres Nachbardorf, und bei strammem Schritt ist man hin und zurück immerhin eine gute Stunde unterwegs. Man könnte daraus  zwar auch einen Rundweg machen, allerdings verläuft der Rückweg wieder an der Straße entlang, und es wäre dann auch ein zwei bis dreistündiger Marsch, dazu größtenteils ohne Schatten.

Ich versuche derzeit an den Tagen, an denen ich nicht im Laden stehe, meinen Kadaver zumindest ein bisschen zu bewegen. Nachdem die letzten Jogging-Versuche ausschließlich zum Anwachsen der Bandagen-Vorräte im Haushalt beitrugen (Knie, Sprunggelenk) reicht es nur noch zum Walken, aber das tut’s ja auch. Und vielleicht hilft es sogar, dass wenigstens noch zwei, drei Pfunde purzeln.

Natürlich höre ich jetzt schon Aber du wohnst doch an der Küste, warum gehst du nicht am Strand spazieren? Ganz einfach: Der Strand ist zehn Kilometer entfernt, ich müsste also erst mal mit dem Roller dahin fahren, schleppe dann wahlweise einen Helm oder eine Jacke mit mir rum (beides zusammen passt nicht in den zu kleinen Stauraum unterm Sitz), und gerade zur Saison müsste ich mich auf dem Weg dorthin erst mal hinter einer Tourikolonne herquälen. Kurz in die Schuhe springen und einfach losspazieren ist im Alltag doch deutlich praktischer.

Natürlich wird dieser Weg auch irgendwann langweilig, aber dann gibt’s halt ein wenig Musik auf die Ohren, das sorgt dann wenigstens für ein bisschen Abwechslung.

Momentan genieße ich diese Spaziergänge, zumal derzeit das Wetter ja auch mitspielt. Spätestens im rüstigen Rentenalter hätte ich dann doch gerne etwas mehr Auswahl, aber bis dahin bleibt ja noch ein bisschen Zeit, um eine etwas seniorengerechtere Gegend zu finden. 😉