Gefiltert, nicht geschleppt
Gefiltert, nicht geschleppt

Gefiltert, nicht geschleppt

Leider bin ich aus ökologischer Sicht in manchen Punkten (noch) eine Wildsau – zum Beispiel beim Thema Trinken. Abgesehen von Kaffee – der immerhin in einem Vollautomaten zubereitet wird und nicht in einer dieser nervigen Kapselmaschinen – trinke ich eigentlich nur stilles Wasser. Mit einem kleinen Schuss Saft versehen, zumindest ein bisschen Geschmack sollte schon sein.

Einige Jahre lang habe ich Leitungswasser getrunken, seit ich hier oben wohne ist das allerdings kein Thema mehr: Das Wasser aus dem Hahn sieht nicht nur trübe und ekelig aus, es hat auch einen ziemlich unangenehmen Beigeschmack. Also wurde das Wasser in Flaschen gekauft, und weil sie am praktischsten sind gab es meist Einwegplasteflaschen im handlichen Sixpack – also im Grunde der Öko-GAU. Ganz abgesehen davon, dass die sich gerne mal auftürmenden Berge an Leergut auch nicht unbedingt zur Wohnlichkeit beitrugen:

Irgendwie ging mir das immer mehr auf den Keks, und so habe ich mir vor Kurzem für 55 Euro ein Wasserfiltersystem gekauft! Es wird direkt am Hahn angeschlossen, und der Filter, bestehend aus regenerativen Kokosnussschalen, soll neben Chlor und freien Partikeln auch den schlechten Geruch und Geschmack ausfiltern. Ja, klingt ein wenig nach Esoterik, und eine gewisse Restskepsis war auch durchaus vorhanden.

Das Gerät ist für die gängigen Wasserhähne nutzbar (M24 Innen- und M22 Außengewinde). Eine optische Schönheit ist das Teil nun zwar nicht unbedingt, aber meine Küche ist ja generell nicht gerade Designerpreisverdächtig, und irgendwann werde ich mich an diesen Anblick auch gewöhnen. 😉

Begleitet von ein paar heftigen Flüchen habe ich das Ding irgendwann auch so angeschlossen bekommen, dass das Wasser wirklich nur da entlang läuft, wo es soll. Aber ob das Teil auch wirklich was bringen würde? Wie gesagt, Restskepsis und so.

Mit einem kleinen Hebel kann man wählen, ob das Wasser aus dem Hahn oder über den Filter laufen soll. Also werden flugs zwei Gläser abgefüllt – einmal direkt aus dem Hahn, einmal gefiltert – und bereits beim optischen Vergleich wird klar: Irgendwas macht das Ding!

Entscheidend ist letztendlich aber der Geschmack, und erfreulicherweise bleibt es nicht beim optischen Unterschied – das gefilterte Wasser schmeckt wirklich deutlich besser und kann fast mit dem bisherigen – gar nicht mal so preiswerten – Flaschenwasser mithalten!

Apropos Flaschen: Ich neige immer dazu, zu wenig zu trinken. Ja, alte Menschen und so, ich weiß. Deshalb habe ich mir vor Jahren abgewöhnt, mir das Wasser Glasweise zuzubereiten – direkt aus der Buddel zu trinken ist zum einen weniger Arbeit, zum anderen behalte ich so zumindest ein bisschen den Überblick, ob ich mich ausreichend gewässert habe. Damit es so bleibt habe ich mir direkt noch ein paar Flaschen gegönnt, die glücklicherweise auch mit dem recht kurz gehaltenen Wasserhahn funktionieren:

Trotzdem spiele ich mit dem Gedanken, einen neuen Wasserhahn anzuschaffen – weshalb der jetzige ab sofort als Provisorium betrachtet und somit frühestens in zehn Jahren ausgetauscht wird.

Natürlich müssen die Filter hin und wieder ersetzt werden – laut Hersteller spätestens alle sechs Monate. Ein Ersatzfilter kostet 19 Euro, und so wäre das ganze immer noch preiswerter als bislang, selbst wenn ich – wovon ich bei der trüben Brühe in den hiesigen Leitungen ausgehe – etwas häufiger tauschen müsste. Leider scheint man sowohl System als auch Ersatzfilter nur über den bösen Versandriesen zu bekommen, die Webseite des Herstellers ist, nun ja, eher mäßig hilfreich. 😉

Ich nutze das Filtersystem jetzt seit einer Woche, und wie es aussieht, hat sich das Thema Flaschen kaufen, schleppen und entsorgen erledigt. Allein das ist den Umstieg schon wert – vom deutlich besseren ökologischen Gewissen mal ganz abgesehen.