Farbe statt Zucker
Farbe statt Zucker

Farbe statt Zucker

Seit geraumer Zeit versuche ich ja, bislang auch ganz erfolgreich, ein paar Kilo wegzukriegen. Neben der Hauptsache, einfach etwas weniger zu futtern, soll die Vermeidung extrem zuckerhaltiger Industrieprodukte dabei ein wenig helfen. Das klappt natürlich nicht immer, vor allem wenn man ein Freund industriell gefertigter Speisen ist, aber das weiß man und kann es entsprechend einordnen. Manchmal sind es aber auch die kleinen Fallen, die man gar nicht so sehr auf dem Schirm hat: In mein Wasser zum Beispiel kippe ich bisher immer einen Schuss Apfelsaft, einfach, damit es wenigstens ein bisschen nach was schmeckt. Knappe 100 Milliliter sind es vielleicht, ich habe nie nachgemessen, aber das wird schon nicht zu viel Zucker sein – dachte ich mir so naiv. Wenn man sich das Ganze aber etwas näher ansieht und hochrechnet stellt man fest, dass man sich im Prinzip auch direkt ein paar Zuckerwürfel pro Tag in den Schlund kippen könnte.

Wenn man aber sowieso gerade dabei ist, seine Getränkeversorgung umzustellen, dann könnte man zu dieser Zucker- und Kalorienbombe vielleicht auch eine Alternative finden. Also habe ich mir zum Testen einfach mal ein paar zuckerfreie Lebensmittelaromen bestellt:

Als Nutzer von E-Zigaretten verfüge ich ja schon über ausreichend Erfahrungen mit künstlichen Aromen und weiß, dass sie sich qualitativ massiv unterscheiden können – zwischen “wow, richtig lecker” und “völlig ungenießbar” ist alles mit dabei. Entsprechend gespannt war ich dann auch wie es sein würde, wenn man das Zeug nicht inhaliert sondern trinkt.

Nun, dass die Aromen jetzt nicht vollkommen authentisch sind dürfte klar sein, darauf kommt es mir auch nicht an. Sie sollen einfach das Wasser ein bisschen weniger langweilig machen, und das schaffen sie allesamt, mal mehr, mal weniger lecker. Generell stehe ich eher auf rote statt gelbe Früchte, und so haben mich auch die “roten Beeren” und die Kirsche von Sodastream sowie die Himbeere von CP Sports am meisten abgeholt. Zitrusaromen sind immer so eine Sache, gerne kommt da mal eine Klostein-Assoziation hoch, mir ist die Zitrone dauerhaft einfach zu sauer, eignet sich aber zur Unterstützung der Kirsche recht gut. Waldmeister ist ein Sonderfall – extrem künstlich, aber ich stehe einfach darauf, und zwar sowohl beim Dampfen als auch beim Trinken. 😉

Eines ist allerdings allen bislang getesteten Aromen gleich: Die Dosierungsempfehlung der Hersteller scheint auf die Geschmacksnerven von Kindern abzuzielen, meinetwegen mag sie auch noch für sehr intensive Sprudel-Limonaden hinkommen – für meinen Geschmack aber ist das viel zu extrem, mir reichen zehn bis 20% der Empfehlung vollkommen aus. Schön für mich, bekomme ich also aus einer Flasche keine neun sondern bis zu 90 Liter Getränk raus – das macht die ganze Sache außerdem noch extrem preiswert.

Wie der Spaß jetzt auf Dauer schmeckt werde ich in den nächsten Monaten sehen, derzeit sieht es aber so aus, als hätte ich eine weitere Zuckerquelle geschlossen, dazu fällt nach dem Wasser nun auch noch die Schlepperei der Saftpaletten weg. Und ein bisschen Farbe bringt man so auch noch in den Alltag:

Benedikt ist übrigens auch auf den Geschmack gekommen, und er hat schon angekündigt, sich auch so ein Filtersystem anschaffen zu wollen – wenn denn irgendwann mal die neue Küche steht.

Und ja, das Zeug ist Chemie-Schlonze. Und nein, ungesüßte Früchtetees sind keine Alternative. 😉