Musik aus der Vergangenheit
Musik aus der Vergangenheit

Musik aus der Vergangenheit

Ich gehöre zu den alten Menschen, die ihre Musik nicht streamen, sondern noch altmodisch als Schallplatte MusikCassette CD MP3 hören. Auch das klassische Radio – gibt es das eigentlich noch? – höre ich schon seit Jahren nicht mehr. Das birgt natürlich den Nachteil, dass ich nicht all zu viel an neuer Musik mitbekomme – höchstens bei den unvermeidlichen Einsprengseln während einer Talk- oder sonstigen TV-Show, als Zufallsfund während einer Youtube-Session oder durch Tipps von Freunden. Und im Großen und Ganzen habe ich auch nicht das Gefühl, all zu viel zu verpassen.

Ich habe eine recht umfangreiche Sammlung an Musik auf der Festplatte, so 10.000 Titel dürften es in meiner “Musikbiene” sein, dazu noch etliche im Archiv – also Songs, die man halt so hat, aber wahrscheinlich nie (mehr) hört. Jäger und Sammler und so. 😉

Die Musik-Sammlung, wohl sortiert

Generell höre ich weitaus weniger Musik als früher. Damals lief die Lala nonstop, es ging bereits zum Frühstück los, im Hintergrund beim Lesen, wenn möglich sogar bei der Arbeit, natürlich auch im Auto, und zum Einschlafen sowieso. Das hat sich in den letzten Jahren grundlegend geändert: Zum Frühstück gibt es, wenn ich es denn zuhause einnehme, lieber ein neues Review auf Youtube, wenn ich arbeite oder lese stört die Musik bei der mittlerweile nötigen Konzentration, und ein Auto habe ich ja schon lange nicht mehr. Lediglich zum Einschlafen läuft Musik – so leise, dass ich mich auf sie konzentrieren muss und so das fröhliche Kopfkino unterbrechen kann. Und eben unterwegs auf dem Arbeitsweg – dann auch noch recht altmodisch mit Walkman MP3-Porti, gutem Kopfhörer – und natürlich in adäquater Lautstärke.

Musik für unterwegs

Nun höre ich jetzt nicht nur olle Kamellen – einige “Helden meiner Jugend” bringen auch heute noch neue Alben raus (sind ja schließlich noch nicht alle gestorben), und natürlich gibt’s auch immer mal was völlig Neues. Aber sehr häufig laufen bei mir eben doch die alten Sachen, gerne aus den 80ern, also der späten Kindheit und der Jugend. Natürlich weckt diese Musik Erinnerungen an eben jene Zeit – mitunter recht allgemeine, meist sieht man aber bestimmte Situationen vor sich, in denen man eben jenes Lied – vermeintlich – gehört hat. Und da man sich natürlich nicht irgendwelche Lieder anhört, die mit schlechten Erinnerungen verknüpft sind – und man in meinem Alter diese Zeit sowieso bereits durch den Sepia-Filter betrachtet – breitet sich dann gerne mal ein wohliges Gefühl bei diesen musikalischen Zeitreisen aus.

Auch die MP3-App ist ein klein bisschen retro

Ob man nun während der Jugendzeit besonders “musikalisch geprägt” wird, ob das bei mir speziell so ist oder ich mittlerweile einfach in einem Alter angekommen bin, in dem man sich gerne in Erinnerungen wälzt, weiß ich nicht. Ist mir aber auch ziemlich egal. Ich werde mich als rüstiger Rentner in einen bequemen Sessel fläzen, Kopfhörer auf die Ohren, und dann mal stundenlang in die Musik abtauchen. Dann höre ich die ganzen ollen Kamellen durch, und wahrscheinlich entdecke ich dabei so viele ungehörte – oder vergessene – Schätze, dass ich bis zu meinem Lebensende so sitzen bleiben kann. Ich freue mich schon drauf. 🙂