Bäh-Zeit
Bäh-Zeit

Bäh-Zeit

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Da ist sie wieder, meine absolute Bäh-Zeit. Im November geht’s los, der Dezember ist dann, ein paar entspannte Weihnachtstage vor Augen, nicht ganz so schlimm, aber dann kommt der Januar. Und der Februar. Und der März. Und hier oben, im Norden, auch noch der April. Es ist wahlweise kalt, nass, oder, wie derzeit, nasskalt. In jedem Fall ungemütlich. Und dunkel. Und wenn man irgendwann Mitte Februar schon frohlocken will, dass der Winter ja nun fast vorbei sei, fängt er gerade erst so richtig an. Kackfass! Und komm mir jetzt bloß niemand mit “aber abends mit Kerzenschein und ner warmen Decke, das ist doch sooo gemütlich!”. Gemütliche Abende kann ich auch im Hochsommer, im T-Shirt, auf dem Balkon.

Dank diverser Hygienemaßnahmen bin ich immerhin schon im dritten Jahr nacheinander von der traditionellen jährlichen Winter-Männergrippe verschont geblieben. Mein letzter verbliebener Mitarbeiter hingegen hält an dieser alten Tradition fest – er fällt erstmal mit ner langwierigen Erkältung aus. Also darf ich gerade jeden Tag im Laden stehen – oder besser gesagt sitzen. Aber immerhin – oh Lichtblick – humple ich schon deutlich eleganter als noch vor ein paar Tagen.

Eigentlich kündige ich regelmäßig um diese Zeit an, im nächsten Januar einen Winterschlaf abhalten zu wollen – geklappt hat das aber auch in diesem Jahr nicht. Angeblich sind Menschen nicht für den Winterschlaf gemacht, aber das glaube ich nicht. Lügenpresse!

So werde ich also auch diesmal diese Bäh-Zeit wie ein ganzer Kerl überstehen: Jammernd und wehklagend, frierend und leise fluchend. Vielleicht Höchstwahrscheinlich gönne ich mir das ein oder andere kleine tröstende Freu für meine Musiksammlung. Und im nächsten Januar geht’s dann für zehn Wochen in den Winterschlaf – diesmal aber wirklich. 😉