Die ersten Drei
Die ersten Drei

Die ersten Drei

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Die meisten denken bei Chris de Burgh sofort an “The Lady in Red” – klar, seit 1986 wurde dieser schaurige Ausbund an Belanglosigkeit im Radio rauf und runter gedudelt bis einem die Ohren bluteten. Es war zwar sein kommerziell größter Erfolg, zählte aber zu seinen deutlich schwächeren Liedern und schädigte damit seinem Ruf als Komponist wirklich guter Musik nachhaltig. Aber geschenkt, ab Mitte der 80er wurden seine Alben ja wirklich zunehmend seichter und beliebig, mit dem absoluten Tiefpunkt Anfang der 2000er. Danach ging es wieder deutlich aufwärts, allerdings ohne jemals die Intensität seiner Anfangszeit zu erreichen.

Gerade seine ersten drei Alben waren hervorragend, und das Beste, das er je veröffentlich hat. Es ist Musik, die man entspannt im Herbst vor der Kaminfeuer-DVD sitzend genießt, in erster Linie – aber nicht nur – balladesk gehalten, dennoch nicht weichgespült, sondern noch mit Ecken und Kanten. Und immer mit dem Charme des Neuen, Unverbrauchten, des Authentischen – ganz im Gegensatz zu seinen deutlich kommerzieller orientierten Werken ab den 80ern.

1974 erschien “Far Beyond These Castle Walls“, das Debutalbum, mit ausgefeilten Balladen wie The Key oder Windy Night, den heftigen Schmachtfetzen Hold On und Satin Green Shutters oder dem epischen Turning Round. Ein Jahr später folgte dann mit “Spanish Train And Other Stories” sein wahrscheinlich bestes Album überhaupt. Mit den Klassikern Spaceman, Patricia, Lonely Sky und natürlich dem Titelsong, aber auch wunderschönen Perlen wie The Tower oder Just Another Poor Boy. Sein drittes Album, das 1977 erschienene “At The End Of A Perfect Day“, ist schon etwas reduzierter, weniger bombastisch, mit meist deutlich kürzeren, dennoch ausgefeilten Stücken, darunter Perfect Day, In A Country Churchyard und dem wunderschönen Discovery.

Eine ganz gute Sammlung dieser frühen Schätze findet man übrigens auf dem 81er Album “Best Moves“, auf dem auch eines seiner besten Stücke ever, das neunminütige Crusader, enthalten ist.

47 Jahre nach dem Debutalbum erschien vor Kurzem “The Legend of Robin Hood”:

Nach dem wirklich gelungenen 2010er Werk “Moonfleet” wieder ein Konzeptalbum, geschrieben eigentlich für ein Musical, und als solches auch durchaus stimmig – dummerweise mag ich keine Musicals. Das Album ist trotzdem hörenswert, wäre aber ohne diese stilistische Begrenzung wahrscheinlich noch mal deutlich besser ausgefallen. Na, und an die Ursprünglichkeit seiner Alben aus den 70ern reicht es natürlich auch nicht heran, das kann man aber wohl auch nicht mehr erwarten.

Jaja, Musikcontent, interessiert außer mir wahrscheinlich niemanden. Muss trotzdem ab und zu sein. 😉