Fernweh: Ischia
Fernweh: Ischia

Fernweh: Ischia

Lesezeit ca. 4 Minuten

Ich bin ja nicht so der große In-Urlaub-Fahrer, und – aus diversen Gründen – schon gar kein Fernreiser. Aber nach über sieben Jahren heimischer Dauerpräsenz wegen Selbständigkeit, zwei Jahren Pandemie und dazu der momentanen, nervigen Jahreszeit überkommt mich derzeit doch ein ziemlich heftiges Fernweh. Durch einen Fernsehbericht kam ich vor Kurzem wieder auf einen Ort, an dem ich als Kind und Jugendlicher Urlaub gemacht hatte: Ischia, die “grüne Insel” im Golf von Neapel.

Mit 13 Jahren besuchte ich die Insel erstmals, und für jemanden, dessen südlichstes Reiseziel bis zu diesem Zeitpunkt Südtirol war, war das natürlich ein kleiner Kulturschock. Aber ein angenehmer: Fast ausnahmslos schönes Wetter, entspannte Menschen, süditalienische Lebensfreude, das Mittelmeer… das hat dann doch einen gewissen Eindruck hinterlassen. Natürlich war die Insel damals touristisch schon gut erschlossen – nach einer längeren Ruhephase, unter anderem wegen diverser Erdbeben, ging der Tourismus dort in den 1950ern wieder los – dennoch nicht so furchtbar überlaufen, dazu kleine, malerische Hotels statt riesiger Bettenbunker.

Bekannt für seine Partymeilen war Ischia nie, eher für seine Heilquellen. Das hat mich natürlich nicht gestört – es gab Sonne, Strand und Meer, und das allein reichte aus, den jungen Stef glücklich zu machen. Auch heute würden mich die fehlenden Partymöglichkeiten nicht stören – die Thermalangebote hingegen würde ich wohl, im Gegensatz zu damals, recht ausgiebig nutzen. 😉

Das ein oder andere hat sich dort sicherlich in den letzten fast 40 Jahren geändert. Dennoch – oder gerade deshalb? – würde ich noch mal gerne für zwei oder drei Wochen dort Urlaub machen. Nicht unbedingt im Hochsommer, das wäre mir wohl zu heiß und auch zu voll, und stundenlanges Rumliegen am Strand bräuchte ich mittlerweile ebensowenig wie ausgiebiges Baden im Meer. Eher würde es mich im Frühling oder Herbst dort hinziehen, wenn das Wetter auch die ein oder andere Erkundungstour zulässt.

In diesem Jahr wird es mit nem Urlaub dort natürlich nix werden – zeitlich wäre das jetzt bereits etwas knapp, außerdem haben wir ja nach wie vor ne “kleine Pandemie” am Hacken. Aber vielleicht im nächsten Jahr, oder im übernächsten, oder… ach, was weiß denn ich.

Natürlich hätte es auch was, die kompletten Wintermonate in solch südlichen Gefilden zu verbringen – damit befasse ich mich aber wohl frühestens, wenn ich den Jackpot geknackt habe. Es den dort lebenden rund 5000 Deutschen gleichzutun und dahin auszuwandern wäre allerdings keine Option – der Sommer und so, siehe oben. Abgesehen davon ist der Untergrund von Ischia doch etwas unruhig – das letzte Erdbeben gab es dort erst 2017.

Ganz zu verleugnen wäre der nostalgische Aspekt eines Urlaubs dort nicht – Kindheitserinnerungen und so. Kurzfristig käme vielleicht auch eine leichte Melancholie auf – meine Mutter hatte sich seinerzeit ziemlich in die Insel verliebt, und gerne würde ich ihr natürlich dann aktuelle Fotos zeigen. Aber in erster Linie wäre es einfach ein – hoffentlich erholsamer – Urlaub auf einem wirklich schönen Fleckchen Erde. 🙂

Ja, die Fotos stammen noch aus meinen Aufenthalten dort in den 80ern. Ritschratschklick und so, die Älteren werden sich erinnern. Jedes mal Überlegen, ob man dieses Motiv wirklich knipsen soll, weil jeder Abzug Geld kostet, und auf so’n Film ja auch maximal 36 Bilder passen. Dann das lange Warten auf die Entwicklung. Und das Bangen, ob die Fotos überhaupt was geworden sind. Ja, ist nicht alles schlechter heutzutage… 😉

Na toll, beim Schreiben dieses Beitrages und dem Durchwühlen der alten Fotos ist mein Fernweh dorthin prompt noch ein bisschen angestiegen, und ich würde am liebsten sofort den Koffer die Reisetasche packen. Ob es irgendwann noch mal mit einem Urlaub dort klappt? Ich lasse mich überraschen. Schön wär’s irgendwie schon…