Seltsam und verwirrend
Seltsam und verwirrend

Seltsam und verwirrend

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Derzeit geschehen seltsame bis verwirrende Dinge.

Die Mär vom frühen, den Wurm fangenden Vogel ist Bullshit – da hege ich eher große Sympathie für den späten Wurm, der dem frühen, vollgefressenen Vogel den Stinkefinger zeigt. Sprich: Ich bin Spätaufsteher, die ganzen Menschen, die zur – für mich – nachtschlafenden Zeit freiwillig das Bett verlassen, sind mir suspekt. Dennoch geschieht es natürlich gar nicht so selten, dass ich in der Früh aufwache – ja, alte Männer, drückende Blase – und mein Kopf mit völlig unnötiger Aktivität loslegt. Ich lasse ihn dann meist gewähren, spätestens nach ner Stunde hat der sich ausgetobt, und ich kann weiterschlafen. Jedenfalls wenn ich keinen Termin habe, was seit einer guten Woche ja die Regel ist.

Die letzten Tage allerdings ist nicht nur der Kopf so früh wach, auch der Körper mag nicht mehr liegen bleiben. Das ist teils den mal mehr, mal minder dezenten Rückenschmerzen geschuldet, aber irgendwie ist er auch der wirren Meinung, das Schlafpensum sei erreicht. Ich stehe die letzten Tage also eher um acht Uhr als später auf – und bin nach zwei Pötten Kaffee tatsächlich in der Lage zur produktiven, sogar halbwegs geordneten Aktivität! Gut, es gab mit der Ladenauflösung auch genug zu tun, wenn auch nicht zwangsläufig bereits mitten in der Nacht. Fast noch erschreckender ist, dass ich sogar noch zur ein oder anderen Aktivität im Haushalt bereit und fähig war, die nun wirklich noch Zeit gehabt hätte. Ich will nicht sagen, dass mir diese Verschiebung der Zeit und dieser frühe Aktivismus Angst machen, aber… doch, eigentlich schon.

Desweiteren verwirrt mich ein wenig, dass mit der Ladenauflösung bislang alles so reibungslos klappte. So hatten wir befürchtet, viel Zeit und Mühe damit zu verbringen, die ganzen Möbel aus dem Laden abzubauen und zur Kippe fahren zu müssen, aber nein, alles wurde von dankbaren Menschen abgeholt. Wirklich alles! Und auch meine Sorge, die restliche Ware, die unsere Kunden selbst zum Schleuderpreis nicht haben wollten, verlustreich in die Tonne treten zu müssen, entpuppt sich nun als unbegründet: Ein befreundeter Dampfshop übernimmt den gesamten Restbestand! Gut, deutlich unter dem Einkaufspreis, aber doch gegen einen Obolus, der mich absolut zufrieden stellt. Selbst die Übergabe des Ladens klappte nicht nur problemlos, es war auch alles deutlich weniger arbeitsintensiv als befürchtet. Nein, ich will mich nicht beschweren, ganz im Gegenteil, aber der bislang so reibungslose Ablauf verwundert mich einfach. Na, noch ist ja auch ein bisschen was zu erledigen, Tag, Abend, Lob und so.

Und bevor das jetzt die ersten Frühvögel überheblich mit einem “sach ich doch” kommentieren: Nein, es gibt absolut keinen Zusammenhang zwischen der senilen Bettflucht und dem derzeitigen guten Gelingen der Dinge – außer eben jenem, dass mich beides gleichermaßen verwirrt. Und ich hätte auch überhaupt nichts dagegen, in den nächsten Tagen wieder mal so richtig schön lange schlafen zu können.

Und keine Sorge, alles klappt dann doch nicht – das Knacken des Lottojackpots zum Beispiel lässt weiterhin auf sich warten. Und das finde ich jetzt fast schon ein wenig beruhigend. 😉