​Das ultimative Stef-hat-Rücken-Posting

Stef hat Rücken, und Rückenschmerzen sind Mist!

Na gut, etwas detaillierter, dazu mehr oder weniger chronologisch, inklusive guter Tipps:

– Wenn dich die Hexe geschossen hat und du vor Schmerzen nicht einen Schritt weiter gehen, stehen bleiben oder dich hinsetzen kannst – lass dich einfach fallen. Der Schmerz ist dann zwar extrem, aber auch recht schnell wieder erträglich – jedenfalls so lange du liegen bleibst. Du solltest nur nicht damit rechnen, aus dieser Position die nächsten Stunden rauszukommen, suche dir also ein möglichst lauschiges Plätzchen.

Pro-Tipp: direkt hinter einer Tür zu liegen ist ungünstig, jedenfalls sofern sich kein Helfer im Zimmer befindet.

– Krankenhäuser sind scheiße. Aber elektrisch verstellbare Krankenhausbetten, dazu noch mit Galgen zum Hochziehen, sind toll. Du wirst sie lieben – und dann vermissen.

– Wenn du ungerne anderen Leuten zur Last fällst, suche dir eine andere Krankheit. Ebenso wenn du ein ungeduldiger Mensch bist oder schwer akzeptieren kannst, dass du  ganz profane Dinge nicht schaffst.

In diesem Zusammenhang: Socken und festes Schuhwerk sind vollkommen überbewertet.

– Wenn man sich nicht bücken kann herrscht wesentlich häufiger Schwerkraft als sonst. Akzeptiere es und versuche nicht, das Gravitierte wütend weg zu treten. Zum einen triffst du sowieso nicht, zum anderen erhöht sich der Schmerz massiv, ebenso die Wut.

– Eine halbe Stunde den Krankenhausflur entlang zu spazieren ist etwas anderes als eine halbe Stunde durch freie Wildbahn zu gehen. Zumal in Krankenhausfluren Geländer und Wände zum abstützen sind – in freier Wildbahn eher selten.

– Wenn ein Arzt sagt, es kann sich ziehen bis man wieder fit ist, spricht er weniger von Tagen als vielmehr von Wochen bis Monaten. 

– Es ist schwierig, einen MRT-Termin zu bekommen. Noch schwieriger ist es nur, jemanden zur Terminvergabe ans Telefon zu bekommen.


Nach einer Woche weißt du:

– Du lernst deinen Körper besser kennen. Du spürst in den Schmerz rein, du lernst, gezielter zu entspannen (und merkst dabei, wie schwer das ist.)

– Du findest nach und nach die beste Art, mit möglichst wenig Schmerzen ins und aus dem Bett zu kommen und weißt bald, wo du dich wie am besten abstützen kannst. 

– Rücken macht aber auch sauer! Selbst Kleinigkeiten kannst du nicht erledigen. Nicht mal was vom Boden aufheben. Nur ein paar Minuten stehen, nur ein paar Minuten sitzen. Der permanente Schmerz macht dich verrückt, und der Scheiß wird einfach nicht besser.

– vor allem weißt du jetzt aber dein großes, breites Bett zu schätzen!

Fortsetzung folgt…

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Urlaub – anders als geplant

Ja, ich hatte mich auf den Urlaub gefreut. Mal eine Woche komplett raus! Endlich wieder mal meine Lieben zu treffen, die ich seit einer gefühlten Ewigkeit nicht mehr gesehen habe! Obwohl da auch Gedanken sind wie „wird der Laden laufen, wenn Papa nicht mindestens alle zwei Tage da ist“? Gerade jetzt, in dieser wichtigen Phase (es ist immer eine wichtige Phase), und es gibt gerade jetzt doch noch so viel zu tun (es gibt immer viel zu tun)… 

Bei aller Freude auf die „Tour“ – die erste seit vier Jahren – ist auch klar, so zum Feierabend würde man schon gerne mal kurz im Laden reinschauen, nachsehen ob alles vorrätig, alles aufgefüllt, alles geputzt ist… 

Ja, es fiele mir schwer, hier los zu lassen und eine Woche komplett draußen zu sein. Dennoch säße ich jetzt im Zug, so langsam dem ersten Zielbahnhof näher kommend, wenn, ja wenn nicht auf Grund der Sturmschäden direkt der erste Zug nach Hamburg ausgefallen wäre!

Na gut, der gestrige Hexenschuss hätte die Fahrt vielleicht auch ein bisschen erschwert. Dazu die Tatsache, dass ich jetzt nicht in einem Zug sitze sondern im Krankenhaus liege, immerhin sowohl mit Ausblick in den Park als auch auf eine ausführliche Schmerztherapie. Wie praktisch, dass die Tasche gepackt und Lesestoff für die lange Reise bereits gekauft war.

Nun also Bad Doberan statt Stuttgart oder Köln, Krankenhauskost statt lecker essen gehen und Schmerzmittel statt Bärenfang und Grappa.

Wie das jetzt weitergeht? Keine Ahnung, wenn es nach mir geht bin ich hier spätestens übermorgen wieder raus, der Arzt deutete aber schon an, dass er das wohl ein bisschen anders sieht und mittlerweile scheint es der behandelnde Arzt auch so zu sehen.

Die Deutschlandtour ist jetzt erstmal auf unbestimmte Zeit verschoben – und der Laden muss trotzdem ohne den Papa laufen, und das wahrscheinlich länger als gedacht…

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Wir hatten die Wahl…

Eine Woche ist die Bundestagswahl nun vorbei, Zeit, das Ergebnis zu verdauen und sich ein paar Gedanken zu machen.

Das Volk hat nicht nur von der GroKo die Schnauze voll, sondern generell von den „Volksparteien“. Verständlich, außer Verwaltung des Status Quo, mäßiger Innovation und hohlen Phrasen kommt dort seit Jahren nichts mehr, mal von der „Ehe für alle“, die seit heute möglich ist – und deren Durchsetzung unverschämt lange auf sich warten ließ – abgesehen. Aber wenn man solche Slogans auf Wahlplakaten liest – bitte, was soll man da noch machen außer sich mit Grausen abzuwenden?

Dieses Plakat direkt über einen Mülleimer zu hängen – Absicht oder Zufall? Egal, passender geht es kaum!

Ob die ehemals sozialdemokratische Partei die vier Jahre Opposition nutzt und sich ihrer ursprünglichen Werte und Positionen erinnert? Das mag sogar sein. Aber jetzt gegen Mutti verbal nachzutreten ist jedenfalls schon mal peinlich, schließlich haben die Sozen die Politik der letzten Jahre mitgetragen, darüber hinaus tragen sie, zusammen mit der ehemaligen Öko- und Friedenspartei, die größte Schuld an der sozialen Schieflage in diesem Land – und damit auch am Ausgang der jetzigen Wahl.

Das erste mal seit bald 85 Jahren zog also wieder eine faschistische Partei in den Bundestag ein. Nein, nicht alle, die diese „Alternative“ gewählt haben sind Nazis – aber sie haben eben Nazis gewählt! Dennoch ist der Reflex, über die ganzen „Idioten“ abzuhöken, möglichst peinliche Vertreter dieser Menschengruppe in Satiresendungen vorzuführen und einzelne Personen als „Schuldige“ für diese Situation zu suchen in meinen Augen kontraproduktiv. Auch wenn sich diese Partei innerhalb der nächsten vier Jahre wunderbar selbst zerfleischen wird – es gibt nun mal Menschen, die diese Ängste und Sorgen haben und – entweder aus Überzeugung oder aus Protest – dieser Partei ihre Stimme gaben. Die von jener Art des Systems Überzeugten wird man nicht „bekehren“ können, aber die Protestler, die mit dem jetzigen System und der Regierungsverwaltung Unzufriedenen, die sollte man mit einer durchdachten, sinnvollen und engagierten Politik wieder gewinnen können.

Es bleibt nur zu hoffen, dass die voraussichtliche Jamaika-Regierung in den nächsten vier Jahren bis zu ihrer Abwahl nicht all zu viel Unheil anrichtet und sich besonnen auch um die kümmert, die sich gerade abgehängt fühlen. Ein Rechtsruck ist da übrigens nicht der sinnvollste Weg. Wie las ich heute so schön in einem Tweet:

„Wenn ein Boot nach rechts neigt und zu sinken droht, ist die Lösung nicht, sich von der linken Seite zu entfernen.“

@twitter.com/eingenickt

Also, liebe Volksvertreter, die ihr mit meinen üppigen Steuergeldern bezahlt werdet: Mal die Reflexe bremsen und ein wenig nachdenken! Ja, ist viel verlangt und auch ungewohnt, aber nur Mut, ihr schafft das!

Und zum Abschluss: Kultur!

1+

Drei freie Tage, dazu Besuch der langjährigsten Freundin. Drei Tage mit lieben Menschen. Einfach nur viel erzählen und beisammensein – ohne große Ausflüge, ohne Sightseeing, ohne Fress- und Filmorgien – und ohne Foto. 

Drei wunderschöne Tage, die einfach nur gut taten – und wie immer viel zu schnell vergangen sind.

4+

Mach doch mal – nix!

Wenn die Reaktion auf einen plötzlichen zusätzlichen freien Tag ein schlechtes Gewissen und der Versuch ist, sich Arbeit zu suchen, die man noch für den Laden erledigen könnte…

…dann ist es für diesen plötzlichen, zusätzlichen freien Tag wohl höchste Zeit. 😉

Nein, ich habe nichts für den Laden gemacht, stattdessen ein wenig die Hütte geputzt – schließlich erwartet man ja bald Besuch -, geblogt, Fahrkarten für die Deutschlandtour im Oktober besorgt – online Bahnkarten kaufen ist ja immer wieder ein Vergnügen, aber so kenne ich jetzt wenigstens die Prüfsumme meiner Kreditkarte auswendig – und gechillt, wie entspannen und faulenzen auf neudeutsch heißen. Und es tat gut!

Das schlechte Gewissen hielt sich übrigens auch in Grenzen als klar war, dass ausgerechnet an diesem Tag im Laden der Bär steppt. Ein gutes Zeichen, finde ich. 😉

4+

Und dann kommt doch der Tag, an dem man raus muss, weil man sonst einfach platzt. Ab in die S-Bahn, nach Warnemünde, mal ein Stündchen Touri spielen, sich ein paar Minuten ans Wasser stellen, den wohl letzten richtigen Sommertag genießen.

Dann ist auch wieder gut und man kann wieder, wenn auch mit leicht melancholischem Gesichtsausdruck, weiter arbeiten…

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Zu wissen, dass man, um weiteren politischen Stillstand zu vermeiden, taktisch wählen und damit einer Partei seine Stimme geben muss, die man nun wirklich nicht unterstützen will, schmerzt.

Nein, es handelt sich nicht um diese angebliche „Alternative“, aber es schmerzt trotzdem…

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Zwar nicht heimisch, aber…

Heute vor drei Jahren bin ich hier hergezogen.

So richtig heimisch fühle ich mich weder in meiner Wohnung – eine etwas größere wäre schon schön, aber wann hätte ich momentan die Zeit für einen Umzug – noch im Dorf: Die Ruhe ist zwar herrlich, jedenfalls wenn man hier nicht allzu viel Zeit verbringt, hat aber auch was von Friedhof oder Endlager.

Symbolfoto

Die Landschaft, das Meer, die Luft wiegen das auf, und lassen sogar die Tatsache, dass man völlig ab vom Schuss lebt, zweitrangig erscheinen.

Symbolfoto

Ob ich hier irgendwann so richtig heimisch werde weiß ich nicht. Bereut habe ich den Umzug bislang jedenfalls noch keine Sekunde. 🙂

3+

So viel Kaffee, wie ich bräuchte um wach zu werden, verträgt mein Magen gar nicht. Vielleicht sollte man doch mal häufiger vor Mitternacht aus dem Laden und etwas mehr als nur fünf bis sechs Stunden pro Nacht schlafen…

Man ist wirklich keine 46, 47 oder 48 mehr…

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