Statusupdate (2)

Das letzte Statusupdate ist ja schon 14 Tage her, und wie geschrieben ändern sich die Situationen gefühlt im Minutentakt. Also könnte ich ja mal, bevor ich mich für ein Räumwochenende an die Küste verziehe, den geneigten Stammleser und die ebenso geneigte Stammleserin auf den neuesten aktuellen Stand bringen:

Der Businessplan ist fertig, die notwendigen Formulare sind beschafft, jetzt heißt es noch Anträge ausfüllen, abgeben, und hoffen, dass die Verantwortlichen des Jobcenters genauso begeistert sind wie wir.

Der Umzug ist in die Wege geleitet, die Erlaubnis ist da, das Umzugsunternehmen organisiert, gefühlt 120 Kartons sind gepackt – real sind es ein paar weniger – und wirklich heimelig sieht es hier nicht mehr aus. Das ein oder andere wurde ausgemistet, interessanterweise findet man immer noch Dinge, die man schon beim letzten Umzug hätte entsorgen können. Oder beim vorletzten. Oder beim vorvorletzten…

So viel zu den positiven Meldungen. Und nun zum Rest:

Der potentielle Nachmieter hat abgesagt. Irgendwie hatte ich schon damit gerechnet, also wird jetzt zum Wochenende ne Anzeige geschaltet. Dummerweise bin ich an diesem Wochenende eigentlich an der Küste, überlege nun aber, bereits am Samstag zurück zu kommen, was eigentlich Blödsinn wäre, aber das Chaos mit Wohnungsbesichtigungen und Restepacken etwas entzerren würde. Das ganze scheint ausnahmsweise mal ne Angelegenheit auf den letzten Drücker zu werden. Soifz.

Noch wesentlich unschöner: Auch für den Laden gab es eine Absage! Nun sagen wir uns zwar, wer weiß, wozu das gut ist, und wir finden noch einen viel besseren Laden, die Stimmung will das allerdings nicht so recht aufhellen. Doppelsoifz.

Der eigentlich geplante dritte “letzte Berlin-Besuch” ist abgesagt, es wäre hier auch alles ein bisschen zu chaotisch gewesen, spätestens im nächsten Sommer dann, im neuen Domizil an der Küste.

So langsam gehe ich auf dem Zahnfleisch, bin auch an dem Punkt angelangt, an dem man feststellt meint, dass der zu packende Kram einfach nicht weniger wird und man das nie schafft. Mit meiner großen Umzugserfahrung weiß ich allerdings, dass man über diesen Punkt auch irgendwann hinwegkommt. Günstig wäre es, wenn dies schnell geschähe…

Wenn ich überlege, dass ich früher deutlich häufiger umgezogen bin… Na, man ist halt keine 20 mehr. 😉

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Statusupdate

Nö, nix Besonderes. Ein paar Postings liegen angefangen in der Pipeline, zur weitergehenden Menstruation fehlen mir gerade Zeit und Muße. Deshalb jetzt nur ein ganz einfacher “so sieht’s gerade aus”-Beitrag – bevor ich die nächsten Tage quasi offline bin, da die “Letzte-bei-Stef-in-Berlin-Besuche” weitergehen.

Der Businessplan ist schien fertig, inklusive positivem Tragfähigkeitsgutachten, muss aber doch noch mal korrigiert werden. Ein Teil der notwendigen Formulare ist da, viele weitere fehlen noch, Rennerei, Pontius, Pilatus. Der Mietvertrag für den Laden ist noch nicht fix, notwendige Zusagen von Ämtern werden sowieso noch geraume Zeit auf sich warten lassen. Man sieht deutliche Fortschritte bei dem ganzen Unternehmen, dennoch scheint der Berg an noch zu Erledigendem so hoch dass es fast unmöglich scheint, alles rechtzeitig zu schaffen. Wir schaffen’s trotzdem. Wahrscheinlich. Irgendwie.

Mehr Sorgen macht mir die Wohnung. Nicht die zukünftige, die ist im Prinzip am Start, muss allerdings noch etwas *hüstel* aufgehübscht werden, und Verträge sind auch noch nicht unterzeichnet. Nein, die aktuelle Wohnung bereitet Kopfschmerzen. Falls jemand jemanden kennt, der ab 1.9. ne anderthalb Zimmer-Wohnung mit viel Charme im Wedding sucht, bezahlbar, mit Badewanne, Balkon, Park- und ÖPNV-Anbindung, lediglich bei Ostwind eine Nuance laut… und vor allem, der die Wohnung as is nimmt und mir somit nen Haufen Arbeit und Zeit für Renovierungen erspart die Möglichkeit nutzt, die Wohnung so zu streichen und herzurichten, wie es ihm gefällt…

Der Umzug selbst kann immer noch nicht final geplant werden – es fehlt die Genehmigung des Jobcenters, die zwar höchstwahrscheinlich kommt, aber eben nur höchstwahrscheinlich. Außerdem sollte ich so langsam schnellstens mit dem Packen anfangen, immerhin sind 50 Umzugskartons bestellt und auf dem Weg, aber ein Umzugsunternehmen kann ich erst dann organisieren, wenn das endgültige Okay… ihr versteht. Wie das ganze zeitlich zu schaffen sein soll weiß ich nicht mal ansatzweise, aber auch das wird klappen. Vielleicht. Irgendwie.

Die Ausmisterei kommt zur Zeit kaum voran. Nicht, weil die Lust fehlt (hm… naja…) sondern die Zeit. Andere Dinge sind einfach dringender, und zur Not mache ich es am Schluss auf die rigorose Tour: Müllsack schnappen und alles, was nicht bei drei auf den Bäumen ist wirklich mitmuss, fliegt da rein. Ja, die Zeit ist knapp. Geplante Fahrten aufs Land oder zu den Eltern werde ich nicht mehr schaffen, aber wenigstens die Lieben hier muss ich noch mal alle sehen bevor ich mich ganz vom Acker mache. Und der letzte der drei geplanten Berlinbesucher wird wahrscheinlich schon zwischen Umzugskisten nächtigen müssen.

Ja, ich arbeite immer noch mit dem Ersatz-PC, ja, ich fluche immer noch regelmäßig wenn die Kiste einfriert, sobald man ihr sich auf nen Meter nähert, und ja, die Hitze finde ich nachwievor unangenehm. Die war früher anders, die Hitze. Schöner. Bestimmt.

Und um’s noch mal klarzustellen: Ja, ich weiß, wofür wir uns diese Mühe machen, ja, ich bin froh, dass wir diese Möglichkeit haben, und ja, das Chaos – zumindest dieses – wird eines Tages durch sein. Nein, ich beklage mich nicht, und nein, ich brauche keinen “Aber guck mal, wie viel ihr schon geschafft habt”-Trost. Das ist einfach nur ein Statusupdate, eine Momentaufnahme, mehr kann es auch gar nicht sein, da sich, siehe Anfang, quasi stündlich was ändert. Gerade ist ein Zeitpunkt, an dem ich nicht mehr weiter weiß, mich scheiße allein fühle, aber wie geschrieben, Momentaufnahme. Und ich freue mich schon auf den Tag, an dem ich den Beitrag nochmal lese und sagen werde “Das war ne verdammte Schufterei, es war Hektik und Chaos. Aber es hat sich gelohnt.” Jawoll.

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Das Spiel mit den Illusionen

“Dort wohnen, wo andere Urlaub machen!” Mit diesem Slogan werben viele Urlaubsgebiete, auch an der mecklenburgischen Ostseeküste sah ich schon das ein oder andere Plakat mit dieser Verlockung. Denn eine Verlockung ist es: Urlaub an der Küste – damit assoziiert man Strand, Meer, Sonne (ja, doch, die scheint auch in Meck Pomm, und zwar gar nicht so selten!), ausschlafen, schöne Ausflüge in die reizvolle Landschaft, Erholung, die Seele baumeln lassen, den täglichen Ballast einfach mal vergessen, Kraft tanken. Und solche Slogans sind nicht mal geschönt, denn sie versprechen ja nicht “ewigen Urlaub” sondern lediglich dort zu wohnen, wo andere Urlaub machen. Wo andere Urlaub machen! Denn wenn man dort wohnt befindet man sich eben nicht mehr im Urlaub. Es ist Alltag, und da wird man – egal ob hier oder in Touristengebieten – weder die Seele noch die Beine baumeln lassen, schon gar nicht im Meer. Die Ausflüge in die – nachwievor reizvolle – Landschaft beschränken sich auf die Wochenenden, der tägliche Ballast ist allgegenwärtig, der Erholungsfaktor ist nicht wesentlich größer als an anderen Orten. Und dann sind da ja noch die Touristen, die einem mit ihrer Mischung aus Behäbig- und Gelassenheit die Nerven rauben, die den Lieblingsstrandplatz okkupieren, den man, als man noch selbst als Tourist hier war, für sich entdeckt hat, die für Schlangen an den Supermarktkassen und auf den Landstraßen sorgen. Als man selbst noch Tourist war störte einen all dies nicht, im Gegenteil. Hektik? Nein, demnächst wieder. Man ist schließlich im Urlaub und nicht auf der Flucht. Und das ist ja auch okay so.

Nun wohne ich selbst bald in einer Gegend, in denen die Leute gerne Urlaub machen. In einer Gegend, die ich selbst als Urlauber kennengelernt habe. Und die ich natürlich auch mit vielen Urlaubsgebriffen verbinde. Allerdings habe ich den Vorteil, dass meine Besuche dort oben in letzter Zeit eben nicht nur Urlaub sondern auch mit viel Vorbereitung für den dortigen Alltag gefüllt waren. Ich weiß, dass auch dort oben im Alltag nix mit Seele baumeln lassen ist, nix mit Ausflügen (schon gar nicht, wenn man über kein Auto verfügt), und ich einen ausführlichen Strandspaziergang maximal am freien Sonntag machen kann – wobei man sich das vor allem in der Haupturlaubszeit zwei mal überlegt, ob man wirklich an einem Sonntag am überfüllten Strand… Ich weiß, dass ich dort oben eben nicht Urlaub mache, sondern dass dort der Alltag auf mich wartet. Mit all den Widrigkeiten, die ein Alltag eben so mit sich bringt – egal ob in Berlin, in Pusemuckel oder eben in Rostock.

Warum ziehe ich dann trotzdem dorthin? Erstens weil ich seit Ewigkeiten mal an der Küste wohnen möchte. Der Wunsch mag irrational erscheinen, ist er auch, ist einfach ein Gefühl tief im alten Mann drin. Zweitens weil es dort eine Art “Familienzusammenführung” gibt. Und drittens, weil sich mir dort – wahrscheinlich – eine Möglichkeit bietet, einen Job zu machen, der weitaus mehr ist als nur ein Job. Kurz gefasst: Es bietet sich dort oben eine Perspektive, die sich hier in Berlin wohl nie ergeben hätte.

Und mal ganz nebenbei: Auch nach Feierabend ließe sich, zumindest im Sommer, noch ein kurzer Strandspaziergang anhängen. Wie oft ich den dann in der Realität durchziehe, das ist eine andere Sache. Angeblich ist ein Urlauber in drei Wochen ja auch ungefähr 20 mal häufiger am Strand als der Einheimische in drei Jahren… 😉

(C) der Fotos von oben nach unten: Stef, Stef, Daniela, öhm…

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Die Zeit scheint reif…

Dass ich schon länger mit dem Gedanken spiele Berlin den Rücken zu kehren wissen die Stammleser, dass diese Gedankenspiele in letzter Zeit immer konkreter wurden wissen zumindest ein paar Eingeweihte. Tja, und nun ist es wirklich so weit: Die Wohnung ist gekündigt, meine letzten Wochen in dieser Stadt sind angebrochen.

Es war schon ein merkwürdiges Gefühl, als ich die Kündigung in den Briefkasten warf, aber es war der richtige Schritt. Ich werde die Stadt mit einem weinenden Auge verlassen – es war eine interessante Zeit hier, ich habe tolle Menschen kennengelernt, beruflich, wohntechnisch und auch sonst einiges ausprobiert, es gab schöne Augenblicke ebenso wie weniger schöne, und ich bereue die Jahre hier absolut nicht. Aber nun scheint die Zeit reif für etwas anderes zu sein. Ich freue mich auf den Schritt, auch wenn noch vieles im Unklaren liegt (zum Beispiel die neue Wohnung…), und ich bin gespannt, wie lange es mich dann an dem neuen Ort hält. 😉 Wohin es geht dürfte keine große Überraschung sein: Wenn alles so klappt, wie wir uns das vorstellen, wird in absehbarer Zeit die Anfahrt für einen Strandspaziergang deutlich kürzer sein…

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