Ein Jahr mit Volldampf

Auf sämtlichen Fernsehsendern, in allen Zeitschriften, in vielen Blogs, auf Fratzenbuch – man kann sich vor Jahresrückblicken kaum noch retten. Und hier kommt auch noch meiner, wie üblich ein persönlicher, weil einfach Tradition, außerdem dient er mir als nette Erinnerungsstütze, und vor allem – wenn dieses Jahr keinen Rückblick, wann dann?

Neben dem Umzug – ans Meer! Traum und so! – und den vielen Besuchen lieber Freunde war die Dampferei der zentrale Punkt. Weg von der Kippe, die Entwicklung erst zum Hobby, dann zum Beruf… Einschneidend nennt man das wohl, schließlich hat die Dampferei einiges in meinem Leben auf den Kopf gestellt. Ich glaube, so viel Veränderung gab es zuletzt vor sieben Jahren mit dem Umzug nach Berlin.

Vor einem Jahr schrub ich:

Aussichten: Vielleicht endlich nen Job? Vielleicht weg von Berlin? Vielleicht doch noch mal der Aufbau neuer, interessanter Kontakte? Vielleicht einfach mal ein paar Perspektiven? Viele vielleichts, spätestens in einem Jahr wird man dann im Rückblick lesen, dass alles sowieso ganz anders kam als man es sich gedacht hätte.

All das passierte tatsächlich dieses Jahr, und irgendwie doch ganz anders als gedacht. Viele Ideen, viele Pläne, Kämpfe mit Behörden, auch mancher Rückschlag, Zweifel, dann doch das Wagnis eingegangen, viel, viel Arbeit, aber auch viel, viel Freude daran. Die Eröffnung, die ersten zwei Monate, viel besser laufend als erwartet… Dazu erfreulicherweise wenig persönliche Schicksalsschläge, auch die Gesundheit spielte mit, lediglich die Zeit fehlte zuletzt. Aber alles in allem: Ein saugeiles Jahr!

Wünsche fürs neue Jahr? Eigentlich kann es so weitergehen wie zuletzt. Vielleicht schaffen wir es, etwas mehr Effizienz in die Arbeit zu bringen und so ein wenig mehr Zeit für private Dinge zu haben. Gesundheit wäre wichtig, und dass im Freundeskreis die Kacke mal endlich etwas weniger heftig dampft. Und Hauptsache: Es gibt wieder ausreichend Kekse. 😉

Danke, dass ihr auch in diesem Jahr hier im Blog vorbeigeschaut habt, auch wenn es zum Schluss sehr ruhig wurde. Euch allen ein hoffentlich friedliches, erfolgreiches, gesundes und glückliches 2015!

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Ich wünsche euch…

Ihr Lieben, auch wenn ich mich in der letzten Zeit rar gemacht habe wart ihr doch immer im Herzen bei mir. Dieses Jahr wird es noch nicht mal was mit rechtzeitigen persönlichen Weihnachtsmails oder gar -geschenken. So nur an dieser Stelle: Gleich, was ihr mit diesen Tagen verbindet, mögen sie für euch, je nach Wahl, entspannt, erholsam, fröhlich, freude- oder sonstwie trunken, besinnlich, keinesfalls jedoch einsam sein.

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Living next door to…

Bevor ich hier hoch zog war für mich klar, ich ziehe nach Rostock rein. Zwar nicht in die Innenstadt oder die prenzelbergisierende KTV, das wäre unbezahlbar, sondern in die Trabantensiedlungen, die zwar nicht wirklich schön aber praktisch, leidlich bezahlbar und vor allem gut per ÖPNV angeschlossen sind. Es kam bekanntlich anders, im Nachbaraufgang zu Benedikt wurde plötzlich ne Wohnung frei, der Rest ist bekannt. Ich also nach 7 Jahren Berlin plötzlich wieder auffem Dorf? Dazu in einem, naja, nicht gerade architektonisch hübschen? Dessen einzige Nahversorgungsstelle die örtliche Tanke ist? In eine Hausgemeinschaft, zu der im Gegensatz dazu meine Nachbarn in Berlin geradezu desinteressiert bis ignorant waren?

Nun, die Wohnung selbst ist, bis auf fehlenden Balkon und Gästezimmer, absolut okay, um von den Nachbarn all zu oft behelligt zu werden bin ich viel zu selten zuhause, und der Bus fährt werktags immerhin alle 30 Minuten. Das alles rechtfertigt den Umzug aufs Dorf allerdings nur sehr bedingt. Viel mehr zählt die Tatsache, dass wir bis spät abends noch zusammen am PC sitzen und arbeiten, was so persönlich nicht nur angenehmer sondern häufig auch praktischer ist als per Videotelefonie. Oder das man die gemeinsame  Heimfahrt im Auto noch zu Besprechungen nutzt. Oder dass man zum gemeinsamen sonntäglichen Spätstück nur ne Haustür weiter muss. Oder dass man gemeinsam nach ner anstrengenden Woche am späten Samstag Abend das Wochenende mit dem Hai Alarm am Müggelsee einläutet und sich einfach nur herrlich amüsiert. All das wäre bei ner Wohnung in Rostock schwierig bis unmöglich geworden.

Wie mal wieder so oft im Leben: wenn man selbiges einfach machen und sich drauf einlässt ist es genau richtig. 🙂

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Selbst und ständig

Natürlich hatten wir uns auf den Schritt in die Selbständigkeit vorbereitet. Natürlich wussten wir, dass es gerade in der ersten Zeit ziemlich stressig werden würde. Dass man rund um die Uhr mit seinen Gedanken beim Laden ist. Dass man 1000 Dinge zu beachten hat, an die man zuvor nicht mal im Traum dachte. Dass man kaum noch Zeit für Dinge abseits des Ladens hat. Dass Selbständigkeit eben mit selbst und ständig zu tun hat. Wir wussten also ungefähr, was auf uns zukommt – dachten wir jedenfalls. Jo, am Arsch!

Kurz und knapp: Ich für meinen Teil habe die Selbständigkeit schwer unterschätzt. Der zweite Gedanke nach dem Aufwachen dreht sich um den Laden (der erste Gedanke lautet meist “fuck, schon wieder zu wenig Schlaf”), der letzte Gedanke vor dem Einschlafen dreht sich um den Laden, und die Gedanken dazwischen sowieso. Das Privatleben beschränkt sich auf ein paar freie Stunden am Sonntag, meine Wohnung hat den Charme – und die Ordnung – einer Rumpelkammer, was aber kaum ins Gewicht fällt, da ich eh nur zum Schlafen dort bin. Die sozialen Kontakte beschränken sich in der Regel auf Kundengespräche, vom Freundeskreis bekomme ich kaum noch etwas mit, vom erweiterten Bekanntenkreis gar nix mehr. Die Hobbys abseits des Dampfens liegen brach, die zu lesenden Bücher stapeln sich ebenso wie noch ungesehene DVDs, meinen Fernseher schalte ich alle paar Wochen mal kurz an, von meinem geliebten Fußball bekomme ich gar nix mehr mit, und sämtliche Webprojekte liegen brach.

ABER

Das ganze macht nach wie vor einfach riesigen Spaß! Wir können unserer Leidenschaft nicht nur (rund um die Uhr) nachgehen sondern auch andere Menschen dafür begeistern. Wir sehen, wie unser Projekt, “unser Baby” täglich wächst, immer mehr unseren Vorstellungen entspricht. Wir sehen, wie unsere Ideen, unser Konzept vom Laden aufzugehen scheint und bereits angenommen wird. Ob das Interesse der Kunden anhält und sich steigern lässt – bis wir vom Laden leben können ist es noch ein verdammt weiter Weg – wissen wir nicht. Ob wir das – mittlerweile schon reduzierte – Tempo dauerhaft durchstehen können wissen wir ebenso wenig. Ob uns die – meist völlig ahnungslosen – Politiker oder die Lobbyverbände irgendwann die Geschäftsidee zunichte machen wissen wir erst recht nicht. Es ist auch relativ müßig, deswegen die Glaskugel zu bemühen (natürlich ertappt man sich doch hin und wieder bei solchen Gedanken), wir konzentrieren uns lieber auf das, was wir beeinflussen können und hoffen, dass es weiterhin so gut läuft. Wir haben unseren Traum verwirklicht, haben unser Hobby zum Beruf gemacht, können diesem somit quasi 24 Stunden am Tag nachgehen, und dafür nimmt man doch gerne einiges in Kauf. Auch wenn ich mich auf Weihnachten und somit zwei freie Tage am Stück freue. 😉

Zur Zeit falle ich jeden Abend völlig erledigt ins Bett. Erledigt – und sauglücklich.

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