Einsames Gelb

Die “gelbe Zeit” ist wieder angebrochen – der Raps steht in voller Blüte:

An diesem herrlichen Anblick können wir uns fast jedes Jahr erfreuen – und das machen wir auch meist.

Diese kleine Raps-Fotostory…

…entstand vor gerade mal einem Jahr.

Ja, damals konnte man noch problemlos reisen. Sich nahe sein. Und knuddeln!

Ob wir das bei der Rapsblüte im nächsten Jahr wieder können? Ich bitte doch drum. Spätestens!

3+

(Kein) Spaß beim Shopping

Ab morgen dürfen in Deutschland die meisten Geschäfte wieder öffnen. So weit, so gut, aber ist das dann noch das Shopping, das wir kennen und lieben?

In einem Buchladen will ich stöbern, mal nen Klappentext lesen oder gar querschmökern. In einem Bekleidungsladen will ich die Klamotten anfassen und anprobieren. Und in einem Dampfshop möchte ich Liquids testen – also all das tun, was ich im Internet eben nicht kann. Mitunter kommt noch, vielleicht bei einem Käffchen, der entspannte Schnack mit dem Verkäufer oder gar anderen Kunden dazu. Das sind die großen Unterschiede zum Bestellen im Netz: Produkte live sehen, anfassen, vielleicht an- oder ausprobieren können, die ausgiebige Beratung, die Emotionen.

In den Geschäften jetzt irgendwas anzugrabbeln würde ich mir verkneifen, selbst wenn es erlaubt ist. Der gemütliche Plausch entfällt auch, das ganze hat eher die Atmosphäre einer Verkaufsstelle. Das macht keinem Spaß – weder dem Verkäufer noch dem Kunden.

Klar, beim Baumarkt ist es anders als beim kleinen Einzelhändler. Und selbst dort tätigt manch einer auch zu “normalen” Zeiten seinen Einkauf, ganz ohne Kommunikationswunsch, in drei Minuten. Aber spätestens der gemütliche Einkauf zu zweit funktioniert in den ganz kleinen Läden schon nicht mehr. Zusätzlich entfällt auch die Möglichkeit, sich nach dem Shopping noch mit einem Eisbecher oder einem leckeren Essen im Restaurant zu belohnen. Wer geht denn da noch zu einem Einkaufsbummel in die Stadt?

Natürlich freut sich der ein oder andere, erstmal wieder in seinen Stammläden einkaufen zu können, aber es ist nun mal nicht das bekannte Erlebnis, und das werden viele Leute schnell merken. Vielleicht gewöhnen sie sich ja auch an die neuen – hoffentlich nur temporären – Umstände, ich habe da allerdings meine Zweifel.

Meine Prognose: Ab morgen kann man überall wieder shoppen – und kaum jemand bekommt es mit wird es nutzen…

2+

Legalize!

Liebe Bundesregierung,
ihr braucht dringend Geld – zum Beispiel durch üppige Steuereinnahmen?
Ihr wollt nach der Krise die Wirtschaft ankurbeln?
Und vor allem wollt ihr, dass das Volk bei schönstem Wetter und viel Freizeit zuhause auf dem Sofa rumhängt?
Ich hätte da nen Vorschlag.
#legalize

…schrub ich vor Kurzem in einem (a)sozialen Netzwerk. Und das war nicht (nur) lustig gemeint!

Mal ernsthaft, was soll denn der Scheiß? Warum sträuben sich seit Ewigkeiten sämtliche Regierungen (ja, auch rot-grün Anfang der 2000er), Cannabis zu legalisieren? Hat man Angst, dass aus dem Land der Dichter und Denker plötzlich ein Land der Kiffer wird? Natürlich würde es der ein oder andere nach einer Legalisierung mal ausprobieren, aber in kürzester Zeit wird sich das normalisieren – wer heute nicht kifft macht das übermorgen auch nicht, nur weil es plötzlich erlaubt ist.

Fakt ist doch: Es wurde früher gekifft, es wird heute gekifft, und es wird auch in Zukunft gekifft werden. Da dies in der Illegalität geschieht gibt es in der Sache aber fast nur Verlierer:

  • Der Konsument muss sich wie ein Kleinkrimineller “seinen Stoff” in Parks oder wo auch immer besorgen.
  • Wenn die Ware nicht kontrolliert wird kann sich kein Konsument sicher sein, dass er nicht schlechtes (ärgerlich) oder völlig überzüchtetes (gefährlich) Zeug bekommt.
  • Polizei und Justiz bindet Massen an Personal und Zeit zur Ermittlung, Verfolgung, Verhandlungen (und in den meisten Fällen anschließenden Einstellung des Verfahrens).

Wie unnötig ist das?

Ja, natürlich gibt es – wie bei allem Anderen auch – immer eine Gefahr des “Missbrauchs”: Zu viel, zu oft, zu undsoweiter. Aber diese Gefahr besteht bereits jetzt und ist ob der Tabuisierung eher größer. Abgesehen davon bleibt auch der Alkohol ein Genussmittel (das lecker Gläschen Rotwein zum Essen, das Feierabendbierchen), auch wenn es – leider – viel zu viel Alkoholkranke gibt. Im Übrigen: Richtiger Genuss (!) kann (und sollte) erlernt werden. Gilt für alles!

Damit sich die Entscheidungsträger etwas leichter tun wäre eine kontrollierte Abgabe ähnlich wie in den Niederlanden denkbar:

  • Kontrollierter Anbau
  • Zertifizierte Abgabestellen, am besten mit
  • Beratungsmöglichkeiten

Dies aufzubauen wird sicher seine Zeit dauern. Bis es soweit ist sollten als erster Schritt Besitz und Konsum generell erlaubt werden, ebenso der Selbstanbau für den Privatgebrauch, eventuell auch in sogenannten “Cannabis Social Clubs“, wie dies derzeit unter anderem in Spanien schon geschieht.

Also liebe Bundesregierung, ich weiß, ihr habt im Augenblick anderes zu tun (wobei dem ein oder anderen stay@home gechillter sicher deutlich leichter fallen würde), aber wenn der ganze Corona-Mist vorbei ist, dann solltet ihr endlich aktiv werden. Steuergelder und so, Wirtschaft ankurbeln und so. Wisster bescheid.

Bitte. Gerne.

Weiterführende Informationen zum Thema Legalisieren gibt es zum Beispiel beim Hanfverband.

4+

Auf und ab, hü und hott

Seit Anfang der Woche dürfen wir den Laden, wenn auch mit Auflagen, wieder öffnen. Da das Volk möglichst Zuhause bleiben soll – und sich zumindest teilweise auch daran hält – ist die Innenstadt natürlich relativ leer, weshalb wir auch nicht gerade überrannt werden. Aber die Kunden, die erscheinen, sind richtig glücklich und kommen meist auch mit den Hygieneregeln – und den damit verbundenen Einschränkungen – ganz gut klar. Soweit, so gut.

Natürlich kann ich derzeit unseren Personalschlüssel nicht halten: Die Öffnungszeiten sind reduziert, außerdem darf immer nur ein Kunde im Laden sein, und so steht halt an den einen Tagen der Festangestellte hinter dem Tresen, an den anderen Tagen der Cheffe. Spaß macht das nur bedingt, aber immerhin kommt ein bisschen Geld in die Kasse, und damit haben wir es deutlich besser getroffen als so manch anderer.

Der Erholungsfaktor an den freien Tagen ist trotzdem übersichtlich: Auch beim “Home-Office” stehe ich früh auf (schließlich wird bestellte Ware zu mir nach Hause geliefert, und man möchte den Nachbarn dann doch nicht zumuten, mal eben sechs Pakete à 15 Kilo anzunehmen), und es gibt nachwievor genug Kram, der erledigt werden will. Ganz abgesehen davon ist natürlich trotz der Öffnung die Situation weiterhin angespannt, der Kopf läuft permanent auf Hochtouren, die Nerven sind immer noch schwer strapaziert, und Entspannung fällt aus mehreren Gründen gerade recht schwer.

Jetzt stehen erst mal vier Tage Ruhe an. Am Samstag bleibt der Laden geschlossen – unser kleiner Beitrag zu stay@home – und ich hoffe, dann mal ein wenig runter zu kommen. Nötig wäre es, denn dass in absehbarer Zeit so etwas wie ein “Normalzustand” eintreten wird glaubt wohl inzwischen niemand mehr…

3+

The Last Dance

Seit gut 30 Jahren (!) bin ich Fan der schottischen Gruppe Runrig, besser gesagt Fan ihrer Musik. Das ein oder andere Konzert habe ich von ihnen besucht, auch den Wechsel des Sängers habe ich überlebt – nach anfänglicher Ablehnung mag ich selbst die älteren Stücke inzwischen sogar wesentlich lieber von ihm gesungen. In den letzten Jahren habe ich die Gruppe etwas aus den Augen verloren, was nicht so richtig verwunderlich ist, haben sie in den letzten 20 Jahren gerade mal vier Alben veröffentlicht!

Vor einiger Zeit habe ich das Abschlusskonzert von 2018 auf BluRay bekommen. Ein schönes Konzert, und nicht nur dem Publikum – und dem Stef – liefen beim letzten Lied ein paar Tränchen übers Gesicht, auch das ein oder andere Bandmitglied heulte Rotz und Wasser. Die BluRay war zudem ein guter Anlass, sich auch in die “neueren” Songs reinzuhören – um dann festzustellen, dass vor allem das letzte Album noch mal ein richtig gutes war!

Ein wenig bedaure ich, dass ich vor vielen Jahren meine komplette Runrig-Sammlung – CDs, Konzerttickets, Merch – verkauft oder entsorgt habe – nicht, dass ich in die ollen Kamellen noch häufig reinhören würde, aber Jäger und Sammler und so, ihr versteht. Mit diesen Konzertmitschnitten…

…bin ich aber mit dem Wichtigsten ausgestattet, denn vor allem live ist war Runrig eine absolute Gute-Laune-Band.

Schade, dass nun auch dieses Musikkapitel beendet ist.

3+

Der kleine Covid (1)

  • Ich bin ein bekennender Couch-Potato, habe noch genug ungelesene Bücher und lange nicht mehr angeschaute DVDs, eine gute Internetverbindung und kann mich sehr gut alleine beschäftigen.
  • Dank moderner Kommunikationsmittel kann ich mit Leuten chatten, skypen, discordieren und telefonieren, außerdem verbringe ich meist die Abende mit der anderen Schnute, es steht also keine völlige Vereinsamung an.
  • Ich habe eine schöne, helle Wohnung, sogar mit Balkon, die ich ganz alleine bewohne, und muss mich nicht mit einem Partner und quängelnden Kindern auf engstem Raum zoffen arrangieren.
  • Obwohl ein “alter Sack” gehöre ich nicht zur Risikogruppe, bin nicht in Quarantäne, kann einkaufen gehen, mein Kühlschrank ist gut gefüllt und auch sonst ist (fast) alles Lebensnotwendige vorhanden.
  • Wirtschaftlich wird es natürlich auch bei mir eng, aber noch sind Rücklagen da, so dass ich nicht unmittelbar Gefahr laufe, alles Aufgebaute zu verlieren und mit völlig leeren Händen da zu stehen.

Ich habe also noch ziemliches Glück. Trotzdem geht mir nach nicht mal zwei Wochen diese Situation zunehmend auf den Keks: Die Nerven sind extrem dünn geworden, die Stimmungskurve zeigt nach unten und von sowas wie Ausgeglichenheit wollen wir mal gar nicht reden.

Mein Mitgefühl gilt all denjenigen, die zur Zeit so richtig in die Scheiße gegriffen haben.

Und ganz ehrlich: Die Entscheidung, wann zumindest einige der Schutzmaßnahmen aufgehoben – und somit der komplette wirtschaftliche und gesellschaftliche Kollaps verhindert – werden, zugleich aber der Zusammenbruch des Gesundheitssystem und eine üppig hohe Todesrate droht, möchte ich nicht treffen müssen.

Kackfass!

*Der kleine Covid möchte aus dem Spieleparadies abgeholt werden. Da er sich aber noch weigert wird er solange verblogt, bis er sich doch endlich verpisst. 

3+

Urlaub! Schön, aber… (2)

Nun habe ich meine – mindestens – vier Wochen Urlaub, aber so war das irgendwie nicht geplant.

schrub ich vor ein paar Tagen.

Tja, von Urlaubsfeeling ist bislang wenig zu spüren – allein das tägliche Stellen des Weckers, zumal weit ab der Komfortzone, lässt das nicht zu. Bis in den späten Nachmittag ist dann der Tag gefüllt von Telefonaten mit dem Steuerberater, der – im Ergebnis meist frustrierenden – Recherche nach möglichen Hilfen, dem Wühlen durch und Ausfüllen von Formularen und Anträgen und ähnlich erbaulicher Kurzweil. Der Anteil des “Homeoffice” – Kommunikation mit Kunden und Händlern, Warenannahme und Bestellungen – nimmt zwar nur einen kleinen, täglich geringer werdenden, Teil des Tages ein, lässt einen aber auch nicht wirklich den Schalter umlegen. Und dann sind da natürlich noch die Sorgen, die man sich um den Laden, seine Mitarbeiter und ganz zuletzt auch ein wenig um sich selbst macht: Wie lange bleiben die Läden geschlossen? Und wenn sie wieder öffnen dürfen – wann kehrt wieder so etwas wie Alltag ein? Werden wir die ganze Scheiße wirtschaftlich überleben?

Mal so richtig abschalten? Am Arsch!

Die Sorge um die körperliche Unversehrtheit meiner Lieben kann ich so halbwegs verdrängen – die ist sowieso ständiger Wegbegleiter. Wenn sich die ersten im Freundes- oder Familienkreis anstecken sieht das wahrscheinlich auch anders aus, aber bislang scheinen ja zum Glück alle verschont zu sein.

Für die nächsten Tage habe ich mir selbst ein wenig Entschleunigung auferlegt: Abschalten, ausschlafen, mal durchs leere Dorf spazieren, mit den Liebsten telefonieren, die schönen Dinge tun, die man in jedem Urlaub täte. Kraft sammeln! Diese werde ich brauchen um die nächsten Schritte anzugehen, denn der ganze Mist ist noch längst nicht ausgestanden. Mal sehen, wann dann wieder so ein richtiger Urlaub kommt – da wäre ich dann wahrscheinlich schon mit einer Woche mehr als zufrieden…

2+

Aber doch nicht damit!

Wir leben in Mitteleuropa seit 75 Jahren ohne Krieg, in, gemessen an anderen Regionen, üppigem Wohlstand, spätestens seit Wegfall des “eisernen Vorhangs” in einer ziemlich stabilen Demokratie und in großer Freiheit. Dass das ein Glücksfall ist sollte klar sein – und dass dies nicht immer so bleiben muss ebenfalls. Nun hätte ich ja mit einigen Möglichkeiten gerechnet, die dieses Gebilde ins Wanken bringen könnten:

  • Zerstörung der Freiheit, der Demokratie und der gesamten Gesellschaftsordnung durch wieder erstärkten Faschismus (was seit ein paar Jahren leider gar nicht mal so abwegig ist)
  • Vernichtung der Ernten mehrerer Jahre durch extreme Wetterkonstellationen
  • Zerstörung ganzer Wälder und Dörfer durch heftige Orkane und Tornados
  • Anhaltender, flächendeckender Stromausfall durch terroristische Hackerangriffe
  • Selbst einen Tsunami, der die gesamte Küstenregion komplett verwüstet, hätte ich nicht ausgeschlossen.

Aber dass eine verfickte Virus-Mutation die ganze Welt auf den Kopf stellt, damit hätte ich ehrlich gesagt nicht gerechnet! 😮

Womit ich in einer solchen Ausnahmesituation durchaus gerechnet hätte sind Hamsterkäufe (aber nicht unbedingt damit, dass Klopapier das höchste Gut werden würde) und dass es ausreichend Hohlpfannen gibt, die unvernünftig sind und sich – und vor allem andere – in Gefahr bringen (nicht allerdings, dass es so viele Hohlpfannen geben würde).

Die Fragen, wie es weitergeht, wie lange die Beschränkungen anhalten, wie viele Leute die Scheiße überleben – gesundheitlich (die meisten) und wirtschaftlich (die wenigsten) – und gar was danach passiert kann heute – und wohl auf Wochen hinaus – niemand auch nur halbwegs seriös beantworten. Eines ist sicher: Ich rechne mittlerweile mit allem – und werde am Ende doch wohl wieder sagen “…aber doch nicht damit“.

3+

Frühlingsanfang

Das war also jetzt der Winter? So ganz ohne Schnee, Eis und weitestgehend auch ohne “boahwatisdatkalt”? Okay, kann ich persönlich gut mit leben. Etwas weniger Regen hätte es gerne sein dürfen, aber ansonsten…
Wahrscheinlich werden wir uns an solche milden Winter gewöhnen “müssen” – und ich glaube, das kriege ich hin. 😉

Archivbild

Jetzt darf es gerne nicht nur kalendarisch sondern auch so richtig Frühling werden – so mit ansteigenden Temperaturen, mit wärmender Sonne, mit viel Grün und Blüh! Erste Ansätze gibt es ja schon, bis es hier oben aber so richtig angenehm ist wird es noch dauern – der Frühling beginnt hier im Norden ja gerne erst im Mai. Die schlimme dunkle Jahreshälfte ist aber so langsam vorbei, und ich merke, wie es mir täglich ein bisschen besser geht, körperlich wie seelisch – Corona hin, Corona her.

Und ich gehe einfach mal davon aus, dass sich so ein übler Aprilscherz wie vor zwei Jahren nicht wiederholt. 😉

3+