StefBlog

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Es wurde Leidenschaft

Als wir damals den Laden eröffneten geschah dies in erster Linie, weil wir das Thema Dampfen an den Mann und die Frau bringen wollten. Zum einen natürlich aus gesundheitlichen Aspekten, sprich als Ersatz für die deutlich schädlichere Tabakkippe. Zum anderen aber auch aus gesellschaftspolitischen Gründen: Bereits damals versuchten viele, zumeist ahnungslose Lokalpolitiker, immer wieder die E-Zigarette möglichst stark zu regulieren, wenn nicht gar zu verbieten. Es musste also mehr Dampfende geben, um ein Gegengewicht zu erzeugen. Das war unsere Hauptmotivation – der Einzelhandel selbst war also nie das große Ziel, sondern er war lediglich ein Vehikel für diese Zwecke, und, naja, eigentlich auch die einzig realistische Option. Und auch wenn jetzt politisch wieder einiges schief läuft, waren wir im Großen und Ganzen doch recht erfolgreich: Die Anzahl der Dampfenden wuchs beachtlich, und auch wenn – leider – immer mal wieder Leute zur Tabakfluppe zurückkehrten, konnten wir doch vielen Menschen beim Umstieg behilflich sein.

Kein großes Thema in der Anfangszeit war hingegen das Dampfen als Hobby. Natürlich hatten wir uns beide schon vorher intensiv mit der Dampferei befasst, und bereits damals war es für uns schon mehr als nur ein leckerer Kippenersatz, aber die Geräte, die wir verkauften – und die ich auch selbst nutzte – waren in erster Linie eines: Praktisch. Das änderte sich aber mit meinem ersten hochwertigen Selbstwickler, den man als Inhaber eines solchen Ladens nun mal haben muss, und schon längst ist der “Kippenersatz” – sprich Nikotinzufuhr und Gewohnheitsbefriedigung – nur noch ein netter Nebenaspekt.

Und wie das nun mal so ist, wenn der Mensch hinter dem Tresen so richtig begeistert ist, färbt es auch auf die Menschen vor dem Tresen ab. Wir steckten immer mehr Dampfer mit dieser Begeisterung an, der Anteil an High-End-Geräten in unserem Sortiment wuchs stetig, und bald hatten wir uns auch überregional einen Namen für den Verkauf hochwertiger Produkte deutscher und schweizer Manufakturen gemacht. Auch wenn das Kerngeschäft weiterhin die “Normaldampfer” waren, und auch wenn die Beratungen von Einsteigern genau so enthusiastisch geführt wurden wie die der “Hardcorefreaks”, waren die Begegnungen mit den Nerds meist etwas Besonderes.

Schon bald entstand eine kleine Community, die sich regelmäßig in unserer Lounge traf um bei diversen Tassen Kaffee zu Fachsimpeln und zu Plaudern. Mitunter wurden auch potentielle Einsteiger in die Gespräche mit einbezogen, und nicht selten gehörten dann diese Einsteiger ein halbes Jahr später selbst zur Community – und trugen wiederum ihre Begeisterung für ihr neues Hobby weiter.

Seit Pandemiebeginn war der tägliche Austausch, das gemeinsame Schwärmen, schon stark eingeschränkt, bald fehlt es gänzlich. Ich werde dann auch nicht mehr allwöchentlich die neuesten Schmuckstücke in der Hand halten, was aber, da für mich die Sache dann auch dezent teurer wird, vielleicht gar nicht so schlecht ist. 😉 Dennoch wird die Leidenschaft fürs Dampfen bleiben – sicher auch bei vielen Enthusiasten, die wir in den letzten Jahren begeistern konnten. Und selbst, wenn sie nach und nach abnehmen sollte, wird uns diese Zeit in positiver Erinnerung bleiben. Und das ist doch auch viel wert. 👍

Ergänzenden Lesestoff, den man auch ohne Fachkenntnisse verstehen kann, findet man bei den Dampfschnuten: Wozu braucht man das? und Dampfer – eine Typologie.

Drei mal Schlafen

Seit wir vor über sieben Jahren den Laden eröffnet haben, kann ich eigentlich nur an Sonn- und Feiertagen ausschlafen. Also so richtig. Klar, in den ersten Jahren stand ich an allen anderen Tagen sowieso im Laden, aber auch an freien Werktagen, die später hin und wieder – und seit zwei Jahren etwas häufiger – dazukamen, bin ich deutlich vor Ladenöffnung “wach” und auf. Schließlich möchte man im Falle eines Falles – sei es bei spontanen Krankmeldungen oder anderen unliebsamen Mitteilungen – möglichst direkt zu einer zumindest halbwegs adäquaten Reaktion bereit sein.

Klingt natürlich komfortabel, wenn ich erst so gegen zehn Uhr aus dem Bett krabbel, aber zum einen liege ich auch meist erst gegen zwei Uhr in selbigem – innere Uhr und so. Und zum anderen ist es ja auch nicht so, dass der Schlaf bis dahin tief oder gar durchgängig wäre – die letzten ein, zwei, mitunter auch drei Stunden döse ich dann meist nur noch ein wenig vor mich hin. Natürlich ist das erholsamer und allemal besser, als wie in den ersten Jahren nach vier, fünf Stunden Schlaf um 6 Uhr 30 aus dem Bett zu fallen, aber richtig ausgeschlafen fühle ich mich trotzdem eher selten. Zumal das Gedankenkarussell natürlich nach dem ersten Aufwachen schon ekelig aktiv ist.

Jetzt liegen die Ostertage vor uns, und immerhin drei davon sind frei. So richtig frei. Und so bin ich guter Dinge, mal drei Nächte tief, fest und erholsam schlafen zu können. Und lange.

Vielleicht schaffen wir es ja sogar, auch tagsüber die Freiheit der Feiertage zu einem kleinen Ausflug zu nutzen. Das hängt natürlich vom Wetter ab, weitaus mehr von der Motivation, und ein klein wenig natürlich davon, ob man es schafft, das Bett noch vor Einbruch der Dunkelheit zu verlassen. 😉

In diesem Sinne wünsche ich uns allen ein paar erholsame und entspannte Ostertage. Und Nächte!

All die dunklen Wolken

Eine Pandemie hat sich fröhlich in der Welt eingenistet, fordert allein in Deutschland mittlerweile über einhunderttausend Menschenleben, an die 20 Millionen haben sich infiziert, nicht wenig davon leiden an – noch immer nicht erforschten – Langzeitfolgen. Da die Vernünftigen häufig leise, die Dummen jedoch meist laut sind, werden wir wohl noch lange Zeit mit dem Virus leben müssen. Mit vielen weiteren Infektionen. Und weiteren Toten.

In Europa wird ein souveräner Staat angegriffen und in Grund und Boden gebombt. Es ist seit dem Wegfall des eisernen Vorhangs nicht das erste mal, dass im östlichen Teil Europas Krieg herrscht, und nicht das erste mal, dass er von diesem Aggressor ausgeht. Diesmal allerdings droht jener nebenher mehr oder weniger damit, zur Not auch einen dritten Weltkrieg vom Zaun zu brechen, wenn’s sein muss auch mit Atomsprengköpfen. Seit 30 Jahren war eine Kriegsbedrohung für “uns im Westen” nicht mehr so real.

In Folge des Krieges, aber auch der Pandemie, werden viele Rohstoffe knapp, fast alles wird deutlich teurer. Das trifft die Industrie, aber eben auch die Privathaushalte – beim Heizen, bei der Fortbewegung, bei Lebensmitteln. Und noch ist nicht mal ansatzweise abzusehen, wie sehr sich die Situation verschärfen wird. Für viele ist das derzeit noch kein Drama, bedeutet es erst mal etwas weniger Luxus, aber für immer mehr Menschen werden Engpässe und vor allem die steigenden Preise nach und nach zu einem ernsthaften Problem. Nein, wir reden jetzt nicht von nem dickeren Pulli im kühlen Wohnzimmer.

Eigentlich sind alle, mit denen ich mich in der letzten Zeit über die derzeitige Situation unterhalten habe, rationale Menschen, die nicht zu übertriebenem Schwarzsehen neigen. Und dennoch machen sich diese Leute “nen Kopp”, es beschäftigt sie, bereitet ihnen Sorgen, bringt sie mitunter um den Schlaf. Man hat sich an den Frieden gewöhnt, die relative Sicherheit, das kleine bisschen Luxus im Leben, nun ist all das massiv bedroht. Dazu ist nach zwei Jahren Pandemie das Nervenkostüm heftig angekratzt, gefühlt wird gerade ja auch jedes Jahr schlimmer. Und jeder hat, abgesehen von diesem ganzen Mist, noch zusätzlich seinen persönlichen Rucksack zu tragen.

Ich bewundere die Menschen, die auch jetzt noch ihr sonniges Gemüt, ihre positive Lebenseinstellung bewahren. Ich bin zwar nicht der absolute Pessimist – so glaube ich nicht, dass sich der Krieg auf die Nato-Staaten ausweitet – aber derzeit auch wahrlich nicht optimistisch. Meine aktuelle Gemütsverfassung würde ich so als “stark dunkel bewölkt” bezeichnen. Eine Auflockerung der Wolkenberge, ein kleines Licht am Horizont, gerne zeitnah, wäre jetzt schon ganz gut. Für meine Stimmung, aber auch für die Verfassung all derjenigen, mit denen ich mich so unterhalten habe. Und für alle anderen auch.

Natürlich gibt es noch ausreichend andere Themen und drohende Katastrophen, die spätestens seit zwei Jahren in den Hintergrund gedrängt werden, zum Beispiel Altersarmut, Rassismus, Umweltzerstörung, Hungersnöte und die entsprechenden Folgen. Aber wahrscheinlich kann der Mensch nur ein gewisses Maß an Katastrophen gleichzeitig verarbeiten…

FreeDummPartei

Dass ich kein Fan der FDP bin ist nichts Neues. Es mag sein, dass man bis in die 70er noch eine “liberale” Partei brauchte, aber spätestens seit den 90ern fällt dieser Haufen nur noch durch Klientelpolitik für Ärzte, Anwälte und Ähnliches auf – und durch sein meist unfreiwillig komisches Spitzenpersonal, das durch die Bank von einem vollkommen ungerechtfertigten Selbstbewusstsein geprägt zu sein scheint. Der aktuelle Chefblender passt da nahtlos rein. Die FDP ist der Wurmfortsatz der Politik – solange sie in der Opposition ist kann man sie getrost ignorieren, wenn sie es dann alle paar Jahre doch mal in die Regierung schafft ist sie schmerzhaft, schwer erträglich und mitunter auch gesundheitsgefährdend. So wie jetzt, wo sie auf den Wegfall fast aller Schutzmaßnahmen pocht, obwohl die meisten Experten ob der nachwievor hohen Zahlen der Infizierten davon abraten. Dass sich SPD und Grüne von diesem lästigen Anhängsel dermaßen durch die Manege ziehen lassen ist zudem schwer peinlich.

Natürlich kann, meinetwegen soll man über Lockerungen reden. Man kann auch nicht dauerhaft alles einschränken, muss irgendwann lernen, mit dem Virus zu leben – das kleine Mistding wird uns ja wohl noch über Jahre begleiten.
Die ganze Testerei ist mittlerweile sowieso fast unsinnig – Schnelltests schlagen selten an, PCR-Tests sind kaum verfügbar. Masken in der Gastronomie sind auch eher Symbolpolitik – die meiste Zeit sitzt man sowieso am Tisch, wo man sie zwangsweise abnehmen muss, um zu verzehren. Und auch bei Veranstaltungen im Freien sind Lockerungen sicher vertretbar. Dass aber jetzt eine der wenigen Maßnahmen, die hoch effektiv sind und kaum Einschränkungen bringen, nämlich die Maskenpflicht in Innenräumen – vor allem im Einzelhandel – weitestgehend abgeschafft wird, ist einfach nur dumm. Und dass nun tatsächlich FDP-Politiker androhen, vor Gericht zu ziehen, wenn sich ganze Bundesländer zum Hotspot erklären wollen, ist schlichtweg dreist.

Wenn ich ein vorsichtiger, meinetwegen auch ängstlicher Mensch bin, dann kann ich Veranstaltungen, bei denen keine Maskenpflicht mehr besteht, meiden. Ich muss nicht in die Kneipe, ich muss nicht ins volle Fußballstadion. Aber in den Supermarkt müssen halt auch all diejenigen, die trotz Impfschutz weiterhin gefährdet sind. Und es ist nun mal deutlich wirksamer, wenn dort alle eine Maske tragen – nicht nur diejenigen, die es möchten. Und bei aller Liebe, für die 20 Minuten während des Einkaufs den Lappen vor der Nauze zu tragen ist zumutbar, und vor allem kein Freiheitsverlust! Auch hier zeigt die selbsternannte “Freiheitspartei” mal wieder, dass sie Freiheit gerne mit Verantwortungslosigkeit verwechselt.

Wir in MV haben das Glück, dass die Landesregierung bei Lockerungen eher zurückhaltend ist – die bekannten Schutzmaßnahmen gelten noch mindestens bis Ende April. Ich werde aber auch dann beim Einkauf noch eine Maske tragen, wenn wir hier kein ausgewiesener Hotspot mehr sind. Es wird interessant sein zu sehen, ob dann hier mehr Verantwortungsbewusste oder mehr Deppen unterwegs sind. Vielleicht wird mich das Ergebnis ja überraschen…

Sonnenmärz

Wir haben, zumindest hier in MV, den wohl sonnigsten März seit Drölfzehnhundertpeng. Schön ist das! Gut, es ist deutlich frischer als im tiefen Westen oder Süden der Republik, aber immerhin kletterte an ein paar Tagen das Thermometer am frühen Nachmittag auch mal annähernd an die 15°. Selbst der Wind, der in der ersten Monatshälfte noch sehr stark – und auch sehr kalt – war, hat sich zwischenzeitlich gelegt.

Ich bin zur Zeit recht viel im “Homeoffice”, hätte also genügend Zeit, die Sonne auch draußen so richtig zu genießen. Wären da nicht diverse Abers: Zum Beispiel die schon häufiger angesprochenen spärlichen Spaziermöglichkeiten vor Ort – weder ist der Gang an der Straße entlang ins Nachbardorf sonderlich spannend, noch der Gang durchs Dorf selbst. Kennste alles, ist irgendwann einfach nur langweilig, und sich trotzdem aufzuraffen fällt extrem schwer. Aber selbst wenn: Ich bin gerade gesundheitlich etwas immobil – die Hacke zickt, so dass spätestens nach ner Viertelstunde das Auftreten nur noch schmerzhaft möglich ist. Ernsthafte Spaziergänge fallen derzeit also aus.

Natürlich könnte ich Fiete mal startklar machen – nach anderthalb Jahren Pause wäre das sowieso höchste Zeit – und an den Strand fahren. Lange Spaziergänge wären zwar auch da gerade nicht möglich, aber immerhin könnte man mal ne halbe oder gar ne ganze Stunde an der Wasserkante sitzen und sich die Sonne auf den Pelz scheinen lassen. Müsste ich nur endlich mal die Kiste aus dem Keller wuchten, mich in die Lederkombi warme Klamotten werfen und los ginge es. Aber extra irgendwo hinfahren? Ach komm, das kann ich auch noch den ganzen Sommer. Und erfreulicherweise haben wir das Anstranden für dieses Jahr ja schon geschafft.

Dann wäre noch die Möglichkeit, die Sonne gemütlich auf dem Balkon sitzend zu genießen. Dummerweise geht mein Balkon Richtung Osten raus, sprich bevor ich überhaupt erst aufgestanden bin liegt er bereits im Schatten. Das ist zwar an den zwei extrem heißen Hochsommertagen, die wir hier im Jahr vielleicht mal haben, recht praktisch, aber jetzt ist die Luft doch noch deutlich zu frisch. Zum Glück liegt der Balkon der anderen Schnute Richtung Westen, und so habe ich mich die Tage immerhin mal aufgerafft, die Sonne für ein halbes Stündchen ohne eine trennende Fensterscheibe dazwischen zu genießen:

So ganz das Wahre isses aber auch nicht – das Gartenmöbel ist auf Dauer eher unbequem, außerdem sitzt man dort wie auf dem Präsentierteller, und irgendwie… ach, es ist halt einfach nicht der eigene Balkon. 😉

Ja, ich freue mich ob des sonnigen Wetters und genieße es auch. Zur Zeit aber eben meist durch das – immerhin hin und wieder sogar geöffnete – Fenster. Und das ist okay so. Ich hätte aber trotzdem nix dagegen, wenn der Sommer ähnlich sonnig wird – und ich mich dann vielleicht auch etwas häufiger aufraffen kann, die Sonne doch mal draußen zu genießen…

Ein Jahr purzelnde Pfunde

Seit gut einem Jahr versuche ich, einen Teil der seit meinem Umzug an die Küste angefutterten Pfunde, wieder los zu werden. Scheint ganz gut gelungen zu sein, 36 Pfunde sind nämlich weg. Für die Jüngeren: Das sind 18 Kilo.

Oder um es bildlich auszudrücken:

Schriebe ich, wie es heutzutage ja en Vogue ist, einen Ratgeber dazu, wären dessen Seiten doch eher spärlich gefüllt, denn letztendlich würde der Inhalt lauten: Einfach weniger futtern! 😉

Klar, ich verzichte mittlerweile in der Regel auf gezuckerte Getränke, die Kuh im Kaffee ist nur noch light, aber letztendlich ist das nur Beiwerk. Ich habe auch nicht meine Nahrung umgestellt, sondern lediglich das Essverhalten: Zwei, drei Stunden nach dem Aufstehen gibt es eine Stulle, durchaus üppig mit – gerne mal gehaltvollem – Käse belegt, also nix mit Gurken-und-Radieschen-Nippes. Danach bis zum Abendessen: Nix. Das ist dann auch der schwierigste Teil der ganzen Sache, dem am späten Nachmittag auftretenden Gefühl des kleinen Hungers mit einem Kaffee oder Kaltgetränk zu begegnen anstatt mit nem Häppchen Käse, einer weiteren Stulle oder gar einem Stück Kuchen. Lerneffekt: Hüngerchen kommt, Hüngerchen geht aber auch wieder.

Das Abendessen fällt dann durchaus üppig aus: Benedikt spart beim Kochen weder an Butter noch an Sahne, die Portionen sind auch nicht gerade klein, zum Gemüse gesellen sich gerne Kartoffeln oder Pasta, und gar nicht so selten gönnen wir uns auch mal Junkfood in Form von TK-Pizzen oder – veganen* – Burgern. Und natürlich beherzigen wir die Tatsache, dass fast jedes Gericht nochmal deutlich gewinnt, wenn es großzügig mit Käse überbacken wird. 😉

Eine kleine Herausforderung ist es, in den Abendstunden die gewohnten und geliebten Süßigkeiten oder Chips zu ersetzen – sei es durch einen (kleinen) Nachschlag des Abendessens, einen Apfel, oder eben durch nix. Das erfordert vor allem in der ersten Zeit durchaus eine gewisse Disziplin – ganz ohne funktioniert es dann doch nicht -, aber das Gefühl beim zu Bett gehen, den inneren Schweinehund wieder mal überwunden zu haben, kann durchaus Glückshormone freisetzen.

Extrem hilfreich für die Motivation ist es natürlich zu sehen, dass sich der ganze Aufwand lohnt. Die Kunst dabei ist, sich nicht von kurzfristigen Rückschlägen, die immer mal erfolgen, frustrieren zu lassen. Also regelmäßig wiegen und die Tendenz im Auge behalten, nicht die kurzen Ausschläge – vor allem nicht die nach oben. 😉

Wirklich anstrengend war die Zeit übrigens nicht. Klar, zu Beginn galt es, die Gewohnheiten zu durchbrechen, später hatte man einfach deutlich weniger verlockenden Süß- und Salzkram im Schrank. Und natürlich gab es hin und wieder auch mal Ausnahmen – diese dann aber bewusst, mit Genuss und vor allem ohne Reue.

Ziel war ursprünglich, zumindest mal fünf, vielleicht sogar zehn Kilo runter zu bekommen – dass es dann deutlich mehr wurden hätte ich nicht für möglich gehalten. Ganz auf dem Gewicht von vor neun Jahren bin ich zwar nicht gelandet, aber he, dass ich nach dem Wiegen noch mal diese Zahl sehen würde…

Und ja, ich bin schon ein wenig stolz auf das Erreichte. 😊

Zwei, drei Kilo dürften gerne noch verschwinden, aber derzeit stagniert das Gewicht – bei der momentan eher mäßigen Stimmungslage ist das aber weder verwunderlich noch schlimm. Es gilt nun erst mal, den gegenwärtigen Stand zu halten und den Jojo-Effekt zu vermeiden – was sowieso immer eine ziemliche Herausforderung ist. Die Waage wird also weiterhin meine ständige Begleiterin bleiben, wenn auch nicht mehr alle zwei Tage. Damit ist das Kapitel aber, zumindest vorerst, hier im Blog auch abgeschlossen.

Darauf erst mal ein lecker Stück Käse-Sahne. 😉

Anstranden

Der meteorologische Winter ist vorbei, der kalendarische auch bald, und die Sonne hat schon ziemlich Kraft. Die Salzwasserschwimmer zelebrieren das Anbaden, die Freunde des verbrutzelten Kadavers das Angrillen, und der Stef genießt eben das “Anstranden”.

Schließlich muss man sich ja nach den dunklen Monaten vergewissern, dass man tatsächlich an der Küste wohnt, ne?

Und der Benedikt genießt es natürlich auch:

Ist schon schön, wenn der “Hausstrand” nur ein paar Kilometer entfernt vom Wohnort liegt. 🙂

Was blogt der da?

Seit rund 20 Jahren blogge ich ja nun schon vor mich hin, und das StefBlog hat, mittlerweile in der vierten Version, nicht nur am längsten durchgehalten, es ist auch mit Abstand das privateste Projekt. Aber wieso macht der dicke alte Mann das eigentlich?

Zum einen dient es natürlich dazu, den Freundeskreis, der im ganzen Land verstreut ist, ein wenig am Leben, am Alltag, an Gedanken oder dem aktuellen Gemütszustand teilhaben zu lassen. Zum anderen kann man beim späteren Nachlesen wunderbar in Erinnerungen schwelgen: An schöne – oder auch mal weniger schöne – Tage, Situationen, Ereignisse. Quasi ein Fotoalbum, wenn auch mit wenig Fotos und viel Text. Und letztendlich dient es mir auch ein wenig zum Ausleben meiner Kreativität, sowohl in den einzelnen Beiträgen als auch bei der Gestaltung des Blogs generell.

Natürlich birgt es immer eine gewisse Gefahr, Persönliches von sich offen ins Netz zu stellen – das Internet vergisst schließlich nie. Allerdings sind die meisten Beiträge für Außenstehende wahrscheinlich so sterbenslangweilig, dass niemand “Fremdes” auf die Idee käme, mit der Lektüre der Texte ernsthaft seine Lebenszeit zu vertrödeln – und selbst wenn doch, ist der Inhalt kaum so spektakulär oder gar sensationell, dass mir daraus ernsthaft Nachteile entstehen könnten.

Aber ist denn überhaupt alles wahr, was ich hier schreibe? Nun, natürlich wird das ein oder andere ein wenig überzeichnet – textliche Dramaturgie, dichterische Freiheit und so. Andere Dinge werden mitunter eher vage gehalten, auch mal nur angedeutet oder relativiert. Aber letztendlich hat alles seinen wahren Kern. Diejenigen, die mich gut kennen, können die einzelnen Beiträge wahrscheinlich sehr gut einordnen. Und die anderen geht es sowieso nix an. 😉

Und ja, natürlich ist wie bei jedem Menschen, der sich auf diesem Wege präsentiert, auch eine Portion Eitelkeit dabei. Reaktionen, seien es Kommentare oder Likes, freuen mich, zeigen sie doch, dass ein Beitrag zumindest gelesen wird. Ausbleibende Reaktionen können andererseits die Laune auch trüben – vor allem, wenn man sich wirklich viele Stunden für einen Beitrag Zeit genommen, viel recherchiert oder tief in der Fotokiste gewühlt hat.

Generell frisst die Bloggerei natürlich viel Zeit – nur ganz selten sind vereinzelte Artikel mal Schnellschüsse, in der Regel werden sie mehrfach korrigiert, ausgefeilt, mitunter auch mal komplett umgeschrieben. Bei der siebten Überarbeitung wird dann vielleicht nur noch ein Komma durch einen Gedankenstrich ersetzt – aber mitunter ist es genau diese eine Kleinigkeit, die für den besseren Lesefluss notwendig ist. Es kommt auch nicht selten vor, dass ich ein paar Tage oder Wochen nach der Veröffentlichung Sätze oder ganze Passagen umschreiben würde, aber so ein Blog lebt ja auch ein wenig von der Aktualität – und wenn es nur die der eigenen Gedanken ist – und so ein Beitrag muss irgendwann halt mal online gehen.

Seitdem ich mehr Zeit im “Homeoffice” verbringe und wieder mehr zum Bloggen komme merke ich, wie sehr mir das gefehlt hat. Nun, zumindest derzeit sieht es ja so aus, als könnte ich meinem Hobby auch erstmal weiterhin etwas mehr Zeit widmen… Und nein: Das Ganze beruflich zu machen ist nach wie vor keine Option – ich schreibe am liebsten dann, wenn ich die Gedanken einfach fließen lassen kann und – außer meiner eigenen – keinerlei Erwartungen erfüllen muss.

Und warum habe ich jetzt ernsthaft diesen Metasabbel-Beitrag geschrieben? Genau aus den Gründen, aus denen ich die anderen Beiträge schreibe: Mir war danach. Isso. 😉

Friedenszeit, vergänglich

Ich bin zur Zeit des “kalten Krieges” aufgewachsen. Guter Ami, böser Russe und so. Zwar war der Russe nicht mehr so böse, dass er ständig “vor der Türe” stand, genaugenommen war es ja auch der Sowjet, und man ging auch nicht jeden Abend mit dem Gedanken an Krieg ins Bett, aber irgendwie schwebte immer eine latente Drohung über einem. Dann kam Gorbi, Glasnost, Perestroika, der “eiserne Vorhang” fiel, und plötzlich waren Friede, Freude und Abrüstung ein realistisches Szenario. Den Part des Bösen übernahm erst der Araber, später der Chinese, eher diffus denn real bedrohend, und selbst als in ehemaligen Sowjetrepubliken wieder Schüsse fielen war das nicht nur gefühlt sehr weit weg, es war ja auch eher so’n internes Ding, das sollten sie mal unter sich selbst ausmachen. Kriegsgefahr in Westeuropa? Vorbei!

Gut, die russische Führung entledigte sich immer häufiger interner Kritiker durch Giftanschläge oder Verbannung in Straflager, annektierte die Krim und gebärdete sich inner- und außenpolitisch wieder recht merkwürdig, aber naja, der Russe eben. Kriegsgefahr in Westeuropa? Nicht wirklich vorstellbar.

30 Jahre lang lebte man in dem Gefühl, der Friede sei hierzulande gesichert. Die NATO hielt irgendwo am Arsch der Welt die Fähnchen hoch, die Bundeswehr wurde ob nicht funktionierender Waffen zum Gespött. Wenn wieder ein Krieg ausbräche wäre es ein Handelskrieg, statt fallender Bomben befürchtete man bestenfalls Hackerangriffe. Tja, und nun ist die Gefahr, dass der Russe tatsächlich vor der Haustüre steht, plötzlich gar nicht mehr so utopisch…

Nein, ich glaube nicht, dass dieser inzwischen offensichtlich Durchgeknallte im Kreml seine Angriffe auf NATO-Staaten ausweitet und so ganz Europa in (s)einen Krieg hineinzieht – eher würde er wahrscheinlich von seinen Generälen entmachtet. Hoffe ich jedenfalls, Putsche haben ja auch eine gewisse russische Tradition. Den Krieg in der Ukraine hingegen wird Putin wohl kaum von sich aus abbrechen, im Gegenteil, wahrscheinlich lässt er das Land jetzt in Grund und Boden bomben. Was die Ukrainer derzeit – und wahrscheinlich noch auf lange Sicht – durchmachen, kann sich meine Generation – und alle darunter – nicht mal ansatzweise vorstellen. So viel Elend, nur weil da ein Irrer plötzlich in der Midlifecrisis steckt.

Ich bin Pazifist, habe damals Zivil- statt Wehrdienst absolviert, und bin nach wie vor der Meinung, dass Aufrüstung, militärische Abschreckung oder gar Krieg niemals ein gutes Mittel sind. Scheint aber wohl nur in einer vernünftigen Welt dauerhaft zu funktionieren, und Menschen und Vernunft… nun ja. Seit 75, auf jeden Fall aber 30 Jahren ist der Friede für uns Normalität. Anscheinend hält der Mensch den Frieden nicht all zu lange aus.

Wie wohl die meisten bin ich gerade einfach wie vor den Kopf geschlagen. Keine Angst, eher Ungläubigkeit über das, was da gerade passiert, Fassungslosigkeit und Frust. Und nein, ich will mir nicht vorstellen, was wäre, wenn der Wahnsinnige seinen Krieg ausweitet. Der Marinehafen in Rostock liegt übrigens nur ein paar Kilometer Luftlinie entfernt…

Draußen scheint die Sonne, ich sitze in meiner sicheren, warmen, geschützten Wohnung, weiß meine Freunde und Familie in Sicherheit. Richtig befreit genießen kann ich das nicht, dazu geht es mir gerade einfach nicht gut genug. Aber ich erlebe es gerade bewusster, und ich hoffe, dass ich dieses Bewusstsein noch lange aufrecht halten kann.

(Nein, das Foto in diesem Beitrag und der aktuelle Blogheader sind nicht zufällig gewählt. Mögen die ukrainischen Landesfarben bald wieder für ein solch friedliches Motiv stehen!)

Ausflug zum Haff

Ich bin ja bekanntlich nicht so der große Verreiser, seit Corona schon mal gar nicht, dennoch habe ich mich von Benedikt überreden lassen, ihn bei seinem Ausflug ans Stettiner Haff zu begleiten – nach zwei Jahren des Einigelns ist so ein kleiner Tapetenwechsel vielleicht doch mal ganz gut. Zumal wir im Hotel keine Menschenmassen befürchten müssen und der Elektro-Stammtisch auf Grund zahlreicher coronabedingter Absagen auch in sehr überschaubarem Kreis stattfindet – also genau genommen nur mit zwei Schnuten und einem weiteren Gast. Und da ich bislang auch noch nicht in dieser Ecke war gehen einem dann irgendwann die Argumente aus. 😉

Da wir sowohl zum Abendessen – ist schon schön, sich mal wieder in einem Restaurant bewirten zu lassen – als auch zum Frühstück recht spät erscheinen, haben wir den gesamten Speisesaal für uns alleine, zudem wird auf Abstand und Maskenpflicht geachtet, so dass sich der Ausflug auch im Hinblick auf Corona recht entspannt gestaltet.

Die Zimmer sind sehr schön, das Bett ist bequem…

…dennoch zeigt sich wieder mal, dass ich einfach ein Heimschläfer bin – die Nacht fällt nicht sonderlich schlafreich aus, und entsprechend gerädert sind wir am nächsten Tag. Aber am Samstag geht es ja bereits wieder nach Hause, weshalb ich die einzige Nacht, in der es für gewöhnlich richtig gut mit dem Schlafen klappt, wieder im eigenen Bett genießen kann. 👍

Leider spielt das Wetter für einen ausführlichen Spaziergang am Stettiner Haff nicht mit, aber immerhin reicht es aus, sich ein paar Minuten den – sehr kalten – Wind um die Nase wehen zu lassen.

Es war nur ein kurzer Ausflug, das Wetter hat nicht so richtig mitgespielt, ausreichend Schlaf war auch nicht, und gefühlt haben wir die meiste Zeit mit An- und Abreise verbracht – dennoch taten diese 24 Stunden einfach gut. In absehbarer Zeit lässt das Wetter ja zumindest auch wieder Tagesausflüge zu, so ist wenigstens unter diesem Aspekt ein kleiner silberner Streif am Horizont erkennbar…