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Schwerin – Perle des Nordens

Zeit für Ausflüge ist derzeit knapp, um so mehr genießt man es, wenn man sich dann doch mal spontan die Zeit für einen solchen gönnt. Letzten Sonntag bot sich wieder mal die Gelegenheit, und ich konnte eine weitere “Perle des Nordens” besuchen – die Landeshauptstadt Schwerin.

Die Einwohner bezeichnen Schwerin gerne als die „Stadt der sieben Seen und Wälder“. Diese Bezeichnung geht auf eine Zeit zurück, als Schwerin noch nicht seine heutige geographische Ausdehnung hatte und tatsächlich von nur sieben Seen umgeben war. Die weitläufigen Wälder mussten nach und nach der städtebaulichen Entwicklung weichen, zahlreiche Waldreste sind vor allem an den Ufern der Seen erhalten geblieben. Von den 130,46 km² Stadtfläche sind 28,9 Prozent mit Wasser und 18,5 Prozent mit Wald bedeckt. [WikiPedia]

Allein die Anfahrt lässt ahnen, wie geil diese Ecke aus der Luft aussieht – vielleicht schaffen wir es eines Tages ja doch noch, wie einst geplant, mal per Flieger dort anzureisen. So gab es aber eben erst mal “Schwerin zu Fuß”, erfreulicherweise bei gutem Wetter, und das Städtchen – immerhin die älteste Stadt im heutigen Mecklenburg-Vorpommern – muss sich kaum hinter den anderen Perlen Wismar oder Stralsund verstecken. Auf ausufernde Knipserei habe ich verzichtet, aber ein paar Schnappschüsse mussten natürlich sein, zum Beispiel vom heutigen Wahrzeichen der Stadt, dem Schweriner Schloss:

Von dort blickt man auf den Schweriner See:

Eigentlich trifft man überall in der Stadt auf Wasser:

Aber auch die “trockenen Ecken” dort sind ganz nett anzusehen:

Kurz war er, der Ausflug, nur ein paar Stunden, aber es war wie ein kleiner Urlaub. Tat saugut, hat den Akku doch wieder ein gutes Stück aufgeladen, und war definitiv wichtiger als irgendwelche vernachlässigte Haus- und Hofarbeit. Die kann heute nachgeholt werden, irgendwann zwischen Genesungsschlaf und dringend notwendigem Dienstkram. Oder nächsten Sonntag. Prioritäten und so. Akku aufladen ist gerade einfach wichtig(er), und solche Ausflüge helfen dabei ungemein.;)

Note 150619

Wie herrlich frei die Straßen wären wenn nur diejenigen Auto fahren dürften die auch Auto fahren können

Fünfzehnter Fünfter Fünfzehn

Vor ungefähr einem Jahr wurden die Pläne mit dem Umzug an die Küste und dem Dampferladen so langsam konkret. Wobei “konkret” bedeutete, dass wir endlich wussten, wir würden gerne, aber das “wie” – und viele weitere Fragen – war alles andere als geklärt: Wie würde das Konzept aussehen? Wie soll die ganze Sache finanziert werden? Würde sich das Ganze überhaupt rechnen? Und vor allem – wie sähe der Alltag aus? Dann stand ja für mich noch der Umzug im Raum – also viele weitere, ungeklärte Fragen: Würde das Jobcenter mitspielen? Finde ich da oben ne – bezahlbare – Wohnung? Wie komme ich leidlich entspannt aus meiner alten Wohnung raus? Und natürlich immer die Zweifel: Ist das wirklich der richtige Schritt? Viele Fragezeichen, die völlige Unklarheit, wann sich diese auflösen würden – und wie viele weitere Fragezeichen noch mit der Zeit auftauchen sollten hatten wir damals nicht mal ansatzweise geahnt.

Wann würde man ein erstes Fazit ziehen können? Nach dem Umzug? Nach der Eröffnung? Nach den ersten Wochen oder Monaten? “Ein Jahr wäre doch ein idealer Zeitpunkt für ein erstes Fazit” dachte ich damals so bei mir, und passenderweise kam der Gedanke zu einem Datum, dass selbst ich mir würde merken können: Ein Jahr später, das wäre der 15.5.2015. Der geneigte Stammleser – und die ebenso geneigte Stammleserin – stellen natürlich fest: Das ist ja heute! Richtig, also Zeit für ein vorläufiges Fazit:

Nach einer halbjährigen, extremen Gefühlsachterbahn lief letztendlich doch alles gut: Das Jobcenter spielte mit, eine Wohnung war am Start, eine Finanzierungsmöglichkeit gefunden, der Umzug verlief gut, die Ladensuche letztendlich ebenso. Unser Konzept scheint angenommen zu werden, der Alltag im Laden gestaltet sich – nicht nur zu meiner Überraschung – sehr gut und bringt überdies Erfüllung. Wie auch immer das ganze hier weitergeht – Ja, es war der richtige Schritt, und ich bin froh, dass wir diesen, trotz aller Zweifel, gewagt haben.

Und Zeit, Berlin zu vermissen, habe ich sowieso keine. 😉

Note 150508

Ein Busfahrer, der sich beim Einsteigen persönlich bei dir für die Verspätung entschuldigt. 😮

Wäre das in Berlin passiert wäre ich wahrscheinlich in Schockstarre verfallen…

Note 150505

Werbebeilage von Aldi: Rollatoren, Einstiegshilfe in Badewannen und Lesebrille. Personalisierung auch der analogen Werbung – läuft!

Abenteuer

Auch nach fast einem halben Jahr (ja, am 1.Mai ist die Eröffnung bereits 6 Monate her!) erleben wir unsere Selbständigkeit als Abenteuer. Dieses Abenteuer ist spannend, anstrengend, unheimlich stressig, aber es macht einfach Spaß. Und – es bringt Erfüllung! Es fühlt sich an, als sei ich tatsächlich am richtigen Platz angekommen, eine Situation, die ich lange nicht mehr für möglich gehalten hätte.

Zum momentanen Glücksgefühl trägt natürlich auch die Tatsache bei, dass der Laden so gut angenommen wird. Wir sehen, dass unser Konzept anscheinend richtig war, und wir erfahren täglich Lob und Bestätigung für unsere Arbeit. Außerdem wäre die viele Plackerei ohne Erfolg auf Dauer wohl nur mäßig amüsant, und gesund wären die Sorgen, ob man sich noch einen Monat länger über Wasser halten kann, sicher auch nicht.

Dieser Erfolg hat natürlich auch seine kleinen Schattenseiten: Es bleibt, wie häufiger geschrieben, kaum Luft zum atmen, und in der letzten Zeit blinkte auch schon hin und wieder die gelbe Warnleuchte auf, die besagt “achte auf dich!” Und ehrlich gesagt graut es mir ein wenig vor der Zeit, in der wir über Wochen hinweg durchackern werden – wenn erst mal der Mai mit seinen ganzen Feiertagen vorüber ist. Aber irgendwie werden wir das auch schaffen.

Und ganz klar: Ich möchte dieses Abenteuer gegen nichts eintauschen. 😉

Foto: Schnuten in der Doberaner Klosterruine, entstanden im Februar dieses Jahres, knippst by Flo.

Immer wieder Sonntags…

Unter der Woche gibt es keine Freizeit, das ist einfach so, damit habe ich mich mittlerweile mehr oder weniger arrangiert. Bleiben die Wochenenden, wobei die, wenn im – oder für den – Laden viel zu tun ist, auch mal erst am späten Samstagabend beginnen. So hätte ich mir meinen Geburtstag schon ein wenig entspannter vorgestellt, aber wir haben noch das beste draus gemacht.

Geburtstagstisch

Auch die Besuche der Lieben fallen etwas kürzer aus als früher, selbst das Abholen vom Bahnhof ist nicht immer möglich. Trotzdem wurde das letzte Wochenende – der erste Besuch seitdem der Ladenalltag losging – noch bestmöglich genossen. Für Sightseeing – wegen des Wetters partiell mit Auto – lecker Schmaus, kleine Möbelaufbausessions und ausgiebige Knuddelorgien reicht die begrenzte Zeit immer aus.

Adäquate Aufbewahrung

Dass Schlaf, Hausarbeit und die übliche Aufarbeitung des unter der Woche Liegengebliebenen da auf der Strecke bleiben ist absolut okay – der nächste Sonntag kommt ja bestimmt.

Schlemmerei

Wenn der dann allerdings so richtig frühlingshaft ist…

Strandbesuch

…wird das Liegengebliebene halt am nicht mehr ganz so freien Abend erledigt. Oder muss noch ne Woche warten. Außerdem ist ja bald Ostern… 😉

Ja, ich habe mir die Selbständigkeit selbst ausgesucht. (Naja, besser gesagt habe ich eine wohl einmalige Chance genutzt.) Ja, ich könnte zumindest theoretisch einfach mal Fünfe gerade sein lassen und die Zeit für Privatkram nutzen. Und ja, ich setze die Prioritäten. Aber ich weiß, dass zumindest der Freundeskreis Verständnis hat (hoffe ich jedenfalls), und irgendwann bekommen wir die Arbeit vielleicht auch noch etwas besser rationalisiert. Zur Zeit ist es nun mal wie es ist, und damit geht’s mir gerade saugut.