StefBlog

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Drei Monate

Heute vor genau drei Monaten haben wir unseren Laden eröffnet. So richtig fassen können wir das, was sich seitdem ereignet hat, nicht, und es würde mich gar nicht mal verwundern, wenn ich plötzlich in meiner alten Berliner Wohnung aufwache und das alles nur geträumt hätte. Nach wie vor ist die Selbständigkeit ein Abenteuer, nach wie vor ist sie anstrengend und macht zugleich riesigen Spaß. Wir lernen weiterhin Tag für Tag dazu, sammeln ständig neue Erfahrungen – und staunen doch darüber, dass wir bislang wohl nicht all zu viel falsch gemacht haben. 😉

Allerdings stoßen wir auch immer häufiger an unsere Grenzen:

  • Das Privatleben ist immer noch inexistent, auch wenn wir die Arbeitsabläufe schon optimieren und so versuchen, uns Freiräume zu schaffen. So richtig klappen will das noch nicht, dummerweise kommen wir mit der Erfindung des 48-Stunden-Tages auch nicht so recht weiter.
  • Im Laden ist die Arbeit ob des Kundenandrangs mitunter kaum noch zu bewältigen, auch da sind Lösungen noch nicht so richtig in Sicht.
  • Erste körperliche Verschleißerscheinungen sind nicht zu leugnen – letzte Woche durfte erstmals Benedikt drei Tage allein im Laden stehen während ich meine innige Beziehung zur Kloschüssel vertieft habe. Richtig fit bin ich immer noch nicht, und ich glaube, wir sollten unseren Körpern mal wieder etwas Gutes tun, zur Zeit fahren wir doch ziemlich auf Verschleiß.

Aber: Auch nach den ersten drei Monaten bereue ich nicht eine Sekunde lang unsere Entscheidung. Irgendwelche Prognosen, wie es heute in drei Monaten aussieht, entfallen – da könnten wir wahrscheinlich treffsicherer die Lottozahlen orakeln. 😉 Lassen wir uns also überraschen, sind wir bislang auch ganz gut mit gefahren.

Note 150128

Selten war der Spruch „ich finde alles zum Kotzen“ treffender als zur Zeit. Nu, ich wollte ja eh ein, zwei Kilos abnehmen…

Trotzdem hätte ich meinen ersten freien Werktag doch gerne an einem hübscheren Ort verbracht als über der Kloschüssel…

Note 150118

Buchhaltung, Bestellungen, Korrespondenz, Behördenkrams…

…oder wie wir es nennen: Freier Sonntag.

Note 150107

Seit ich mich vor ein paar Tagen mit Freunden im Hausflur lautstark über die Unsitte des Abschließens der Haustüre unterhalten habe ist diese seitdem immer brav unverschlossen. Geht doch!

Note 150106

„Manche Leute sind einfach geboren für den Einzelhandel.“

Dass ich mal damit gemeint sein könnte hätte mir bis vor Kurzem auch noch keiner geglaubt. Ich auch nicht…

Note 150101

0:15 Der Nachbar von gegenüber kehrt die Feuerwerksreste zusammen. #Dorfleben

Note 141231

Eine der drei überbackenen Bananen mit Honig liegt ein bisschen schwer im Magen. Ich tippe auf die mittlere.

2014 – Ein Jahr mit Volldampf

Auf sämtlichen Fernsehsendern, in allen Zeitschriften, in vielen Blogs, auf Fratzenbuch – man kann sich vor Jahresrückblicken kaum noch retten. Und hier kommt auch noch meiner, wie üblich ein persönlicher, weil einfach Tradition, außerdem dient er mir als nette Erinnerungsstütze, und vor allem – wenn dieses Jahr keinen Rückblick, wann dann?

Neben dem Umzug – ans Meer! Traum und so! – und den vielen Besuchen lieber Freunde war die Dampferei der zentrale Punkt. Weg von der Kippe, die Entwicklung erst zum Hobby, dann zum Beruf… Einschneidend nennt man das wohl, schließlich hat die Dampferei einiges in meinem Leben auf den Kopf gestellt. Ich glaube, so viel Veränderung gab es zuletzt vor sieben Jahren mit dem Umzug nach Berlin.

Vor einem Jahr schrub ich:

Aussichten: Vielleicht endlich nen Job? Vielleicht weg von Berlin? Vielleicht doch noch mal der Aufbau neuer, interessanter Kontakte? Vielleicht einfach mal ein paar Perspektiven? Viele vielleichts, spätestens in einem Jahr wird man dann im Rückblick lesen, dass alles sowieso ganz anders kam als man es sich gedacht hätte.

All das passierte tatsächlich dieses Jahr, und irgendwie doch ganz anders als gedacht. Viele Ideen, viele Pläne, Kämpfe mit Behörden, auch mancher Rückschlag, Zweifel, dann doch das Wagnis eingegangen, viel, viel Arbeit, aber auch viel, viel Freude daran. Die Eröffnung, die ersten zwei Monate, viel besser laufend als erwartet… Dazu erfreulicherweise wenig persönliche Schicksalsschläge, auch die Gesundheit spielte mit, lediglich die Zeit fehlte zuletzt. Aber alles in allem: Ein saugeiles Jahr!

Wünsche fürs neue Jahr? Eigentlich kann es so weitergehen wie zuletzt. Vielleicht schaffen wir es, etwas mehr Effizienz in die Arbeit zu bringen und so ein wenig mehr Zeit für private Dinge zu haben. Gesundheit wäre wichtig, und dass im Freundeskreis die Kacke mal endlich etwas weniger heftig dampft. Und Hauptsache: Es gibt wieder ausreichend Kekse. 😉

Danke, dass ihr auch in diesem Jahr hier im Blog vorbeigeschaut habt, auch wenn es zum Schluss sehr ruhig wurde. Euch allen ein hoffentlich friedliches, erfolgreiches, gesundes und glückliches 2015!

Ich wünsche euch…

Ihr Lieben, auch wenn ich mich in der letzten Zeit rar gemacht habe wart ihr doch immer im Herzen bei mir. Dieses Jahr wird es noch nicht mal was mit rechtzeitigen persönlichen Weihnachtsmails oder gar -geschenken. So nur an dieser Stelle: Gleich, was ihr mit diesen Tagen verbindet, mögen sie für euch, je nach Wahl, entspannt, erholsam, fröhlich, freude- oder sonstwie trunken, besinnlich, keinesfalls jedoch einsam sein.

Living next door to…

Bevor ich hier hoch zog war für mich klar, ich ziehe nach Rostock rein. Zwar nicht in die Innenstadt oder die prenzelbergisierende KTV, das wäre unbezahlbar, sondern in die Trabantensiedlungen, die zwar nicht wirklich schön aber praktisch, leidlich bezahlbar und vor allem gut per ÖPNV angeschlossen sind. Es kam bekanntlich anders, im Nachbaraufgang zu Benedikt wurde plötzlich ne Wohnung frei, der Rest ist bekannt. Ich also nach 7 Jahren Berlin plötzlich wieder auffem Dorf? Dazu in einem, naja, nicht gerade architektonisch hübschen? Dessen einzige Nahversorgungsstelle die örtliche Tanke ist? In eine Hausgemeinschaft, zu der im Gegensatz dazu meine Nachbarn in Berlin geradezu desinteressiert bis ignorant waren?

Nun, die Wohnung selbst ist, bis auf fehlenden Balkon und Gästezimmer, absolut okay, um von den Nachbarn all zu oft behelligt zu werden bin ich viel zu selten zuhause, und der Bus fährt werktags immerhin alle 30 Minuten. Das alles rechtfertigt den Umzug aufs Dorf allerdings nur sehr bedingt. Viel mehr zählt die Tatsache, dass wir bis spät abends noch zusammen am PC sitzen und arbeiten, was so persönlich nicht nur angenehmer sondern häufig auch praktischer ist als per Videotelefonie. Oder das man die gemeinsame  Heimfahrt im Auto noch zu Besprechungen nutzt. Oder dass man zum gemeinsamen sonntäglichen Spätstück nur ne Haustür weiter muss. Oder dass man gemeinsam nach ner anstrengenden Woche am späten Samstag Abend das Wochenende mit dem Hai Alarm am Müggelsee einläutet und sich einfach nur herrlich amüsiert. All das wäre bei ner Wohnung in Rostock schwierig bis unmöglich geworden.

Wie mal wieder so oft im Leben: wenn man selbiges einfach machen und sich drauf einlässt ist es genau richtig. 🙂