StefBlog

StefBlog

15.5. reloaded – Die Antworten

Vor einem Jahr: Die erste Corona-Welle war halbwegs eingedämmt, der erste Lockdown durch, der Sommer nahte – und obwohl alles ein wenig entspannter aussah waren viele Fragen offen. Es war klar, dass sich diese nicht so schnell beantworten lassen würden, also wurde es wieder mal Zeit für eine “Wie sieht’s heute in einem Jahr aus”-Geschichte. Nun sind die zwölf Monate um, und immerhin gibt es ein paar Antworten:

Bleiben alle in meinem Umfeld gesund?

Tatsächlich und glücklicherweise bis jetzt ja! Und die ersten haben sogar schon eine Impfung hinter sich oder stehen kurz davor.

Kommt eine zweite, gar dritte Welle?

Ja und ja. Auf die Frage “hätten diese durch besseres Eingreifen der Bundesregierung verhindert oder zumindest weniger heftig ausfallen können” war ich damals allerdings nicht gekommen. (Antwort: Ja!)

Wie extrem wird bzw. werden diese ausfallen?

Jo, ne? Guckste nach Indien oder Brasilien, dann verlief das bei uns sehr entspannt. Fragst du Menschen, die auf der Intensivstation arbeiten oder gerade Angehörige verloren haben, wird die Antwort wohl anders ausfallen.

Wie wirkt sich das auf die Gesellschaft aus?

Während große Teile der Gesellschaft sich zumindest lange Zeit solidarisch und überraschend hilfsbereit zeigten hat das Virus offensichtlich bei einem kleinen Teil üppig das Gehirn angegriffen, anders kann man das Auftreten diverser Quarkdenker, Wissenschaftsleugner und Impfgegner ja kaum interpretieren. Ob das die Gesellschaft nachhaltig spaltet? Zumindest hat sich die Pandemie nicht vorteilhaft auf das gesellschaftliche Leben ausgewirkt, wie nachhaltig dies sein wird hängt wahrscheinlich davon ab, ob sie hierzulande bis zum Jahresende wirklich größtenteils durch ist – und welcher Mist als nächstes kommt.

Wie wirkt sich das auf auf die Wirtschaft aus?

Eigentlich wie immer: Die meisten Kleinen kotzen, die meisten Großen werden sich berappeln oder profitieren sogar. Markt regelt, und so. Blabla. Die Folgen der ganzen Kacke werden sicher erst in einigen Monaten zu sehen sein.

Und natürlich: Überlebt der Laden?

Nun, er lebt noch. Überleben wird er es allerdings nicht.

Und obwohl das Licht am Ende des – mittlerweile anstrengend langen – Tunnels immer heller zu werden scheint ist die Sache noch längst nicht durch. Wie mag es wohl heute in einem Jahr…?

Einfach mal weg

Ich bin ja nun wahrlich nicht der große Reisemensch, und mein letzter richtiger Urlaub ist auch schon Ewigkeiten her. Aber im Augenblick wünsche ich mir einfach nur, mal für vier, fünf Tage rauszukommen. Einfach mal weg. Ein kurzer Urlaub mit ein, zwei lieben Freunden, in einer schönen Gegend, in der ich vielleicht vorher noch nie war, muss ja gar nicht so weit weg sein. Den Tag in nem Straßencafé in der Fußgängerzone einer hübschen Kleinstadt sitzend beginnen, ein kleines Frühstück zu mir nehmen und die wuselnden Menschen betrachten. Entspannt in der Sonne spazieren gehen und vielleicht ganz spontan ein lecker Eis futtern. Vielleicht sogar in nem kleinen Andenkenladen Tourikitsch kaufen. Abends gemütlich in einem Restaurant sitzen. Einfach mal für fünf Tage raus, in die Sonne, und zumindest mal kurzfristig alle Sorgen vergessen.

Entspannter Urlaubstag – Erinnerungsfoto

In diesem Sommer wird es mit dem so sehnlichst gewünschten Urlaub aber wohl nichts werden. Zum einen habe ich noch nicht mal die Erstimpfung, zum anderen muss ich nicht jetzt, wo alle Welt, zumindest die geimpfte, ihre Urlaubssehnsucht nachholt, auch noch durch die Lande touren. Zumal der überwiegende Teil der Menschheit die Freiheiten, die voraussichtlich nach und nach kommen, noch gar nicht in Anspruch nehmen kann. Vielleicht also im nächsten Jahr – wenn mir das Jobcenter denn eine Woche Urlaub genehmigt. 🙄

Ich bin ja nun wahrlich nicht der große Reisemensch, aber im Augenblick zerreißt es mich fast…

Rauf… runter… rauf… runter?

Damals in Berlin hatte ich ja – wenn auch nicht ganz freiwillig – eine gewisse Schlankheit erreicht, und mich so auch rundum wohl gefühlt.

2013 – rank und schlank

Dann ging es an die Küste, und das Unheil nahm seinen Lauf: Im Laden kommt man natürlich nicht dazu, tagsüber vernünftig zu essen, wirft sich stattdessen zwischendurch eine Stulle ein – oder zwei, oder drei – um dann spät abends eine warme Mahlzeit zu sich zu nehmen. Mitunter auch sehr spät. Und Benedikt kocht ja nicht nur gerne, regelmäßig und sehr gut, nein, er kocht auch so viel, dass man locker eine fünfköpfige Familie oder wahlweise ein ostafrikanisches Dorf eine Woche lang ernähren könnte. Da wir aber weder eine fünfköpfige Familie noch ein ganzes ostafrikanisches Dorf zur Verfügung hatten “mussten” wir eben alles alleine essen.
Irgendwann war man im Alltag besser eingespielt, aß nun früher zu Abend – immer noch sehr viel – und hatte bis zum Schlafengehen natürlich noch Zeit für ein Dessert oder anderweitiges Naschwerk. Dummerweise wurde das Naschwerk mehr und mehr, und schnell war man wieder in alte Essgewohnheiten zurückgefallen.

Symbolbild. More or less.

Dazu kam die mangelnde Bewegung – erst entfielen die in Berlin üblichen täglichen Märsche durch den Park, später schleppten auch eher die Mitarbeiter die schweren Kartons hin und her, schließlich waren die noch jung und hatten “kein Rücken”. Und ganz langsam, zuerst noch unbemerkt, kam man wieder in Gewichtsregionen, die man eigentlich nie wieder erreichen wollte.

Dann kam Corona, damit entfiel auch noch die restliche Bewegung, die man im normalen Alltag bis dato hatte – und zack waren in einem halben Jahr noch fünf (!) Kilo obendrauf. Und auch wenn ich damit noch knapp 20 Kilo unterhalb meiner “Bestwerte” vom Anfang des Jahrtausends lag war das einfach viel zu viel, aber immerhin war der Leidensdruck nun groß genug für ein paar Änderungen.

Seit vier Wochen verzichte ich nun auf Süßkram und Chips (jeweils eine Ausnahme gab es, diese dann aber sowohl bewusst als auch mit Genuss), es gibt tagsüber nur noch eine Stulle statt zwei oder drei, und den Nachschlag des abendlichen Essens verkneife ich mir ebenso wie das dicke Stück Käse, das es gerne noch als “Absacker” gab. Vier Kilo sind seitdem runter, weitere vier sollen es in jedem Fall noch werden, alles weitere ist dann die Kür.

Dieses Traumgewicht…

Traumgewicht im Herbst 2012

…werde ich natürlich nie wieder erreichen, aber das ist auch nicht schlimm. Böse Zungen behaupten ja sowieso, dass ich damals zu dürr gewesen sei. 😉

Mittlerweile fällt mir der Verzicht auf den Schnuddelskram nicht mehr sonderlich schwer – es darf halt nirgendwo eine angebrochene Chipstüte rumliegen – und ich merke, dass ich mich sowohl körperlich als auch seelisch wieder ein Stück weit wohler fühle. Für den inneren Schweinehund wäre es natürlich von Vorteil, wenn noch ein paar weitere Pfunde purzeln ohne dass man überlegen muss, vielleicht doch mal ernsthaft Sport zu betreiben. Scherz! Ich bin in jedem Fall gespannt wie sich das ganze weiterhin entwickelt und werde gegebenenfalls – sprich wenn weitere Kilos fallen – gelegentliche Updates posten…

Hü und hott, hin und her, auf und zu

Unsere Kanzlerin wollte dem peinlichen Treiben der Landesfürsten nicht länger tatenlos zusehen und hat beschlossen, die Corona-Maßnahmen auf Bundesebene zu ziehen. So weit, so gut – und eigentlich seit einem halben Jahr überfällig. Bis die – bereits jetzt wieder von etlichen Provinzfürsten kritisierte – Umsetzung durch ist dauert es noch. Klar, Pandemie und so, eilt ja nicht.

Die Landesregierung in Mecklenburg-Vorpommern handelt etwas schneller: Ab Montag bleiben wieder die meisten Läden geschlossen, die Kontaktbeschränkungen werden angezogen, und die Schulen und Kitas werden – bereits deutlich vor der Inzidenz von 200 – geschlossen. Besonders Letzteres halte ich in Anbetracht der massiv ansteigenden Fälle in unseren Verwahranstalten und Bildungseinrichtungen für absolut notwendig.

Nun hat es unsere Landesregierung leider nicht so mit der Kommunikation. Dass ein Abholservice im Einzelhandel weiterhin möglich ist erfährt man kurz vor knapp, und dann auch erstmal nur über die sozialen Netzwerke. Als serviceorientierter Einzelhändler hat man seine Kunden in der Zeit natürlich schon drauf eingeschworen, sich noch schnell einzudecken – und so für weitere, unnötige Verwirrung gesorgt. Danke für nix.

Wir machen also genau so weiter wie wir es seit Jahresbeginn praktizieren: Wir bieten einen Abholservice an.
Natürlich kann man mir jetzt Inkonsequenz vorwerfen: Wenn die Pandemie gestoppt werden soll muss das öffentliche Leben weitestgehend runtergefahren werden, also sollten die Leute auch nicht zum Abholen von Ware in die Stadt fahren. Aber ganz ehrlich: Ich halte mich seit über einem Jahr an alle Regeln, lege sie im Zweifel immer noch ein bisschen schärfer aus, und habe so auch den ein oder anderen Kunden verloren. Ich habe die Pappe auf, die Faxen dicke, die Schnauze voll.

Um es klarzustellen: Ich hielte einen Komplett-Lockdown – den wir in Deutschland übrigens, im Gegensatz zu anderen Ländern, noch gar nicht hatten – für längst überfällig. Aber so lange sich Menschenmassen in Baumärkten und Gartencentern tummeln, in Großraumbüros die Klinken in die Hand geben, tausende Hohlpfannen auf “Anti-Corona-Demos” ungestört Polonaise tanzen können und es unsere Regierenden einfach nicht geschissen bekommen, den Bums in Ordnung zu bringen, werde ich meinen Kunden die Möglichkeit geben, ihre Bestellungen an unserer Ladentüre abzuholen – natürlich brav mit Abstand und Maske.

Zu den Läden, die offen bleiben dürfen, gehören übrigens Buchhandlungen. Was genau war noch mal der Grund, weshalb das Virus in Buchhandlungen nicht übertragbar ist, in anderen kleinen Fachgeschäften aber schon?

Ach ja, Handlungsschnelligkeit, Stringenz und Kommunikation – gerade in der jetzigen Situation so wichtig! 🙄

Wie du’s machst…

Die Inzidenzzahlen in der Stadt sind – schon seit langem – recht niedrig, so dass wir eigentlich den Laden öffnen dürften. Allerdings nur für die Stadtbewohner – im angrenzenden Kreis liegt der Inzidenzwert über 100, so dass wir die Landbevölkerung ausschließen müssten.

Ich bin der Meinung, dass die jetzigen Öffnungen generell zu früh kommen und habe beschlossen, den Laden offiziell geschlossen zu lassen und weiterhin den Abholservice anzubieten. (Natürlich wird jetzt niemand, der vor dem Laden steht, weggeschickt – je nach Situation wird er an der Türe bedient oder, sofern er die Luca-App nutzt, auch reingelassen.)

Die eine Hälfte der Kunden moppert nun, warum wir denn nicht öffnen, wir hätten es wohl nicht nötig. Die andere Hälfte findet unsere Lösung gut. Hätte ich mich für eine komplette Öffnung entschieden wären die Reaktionen wohl ähnlich verteilt ausgefallen. Wie du’s machst isses mindestens für die Hälfte der Leute verkehrt.

Ich sollte nun eigentlich ganz entspannt denken “Scheiß drauf, mach einfach was du willst”. Ich bin aber viel zu müde, zu kaputt, zu genervt um entspannt zu bleiben, und dass die Grundstimmung gerade von depressiv zu aggressiv wechselt ist da auch nicht gerade hilfreich. Das eine Jahr Corona hat mich mehr geschlaucht als die sechs Fullspeed-Jahre davor, und der Ruf “Auszeit” in meinem Kopf wird lauter und lauter…

Corona – ist ja nicht alles schlecht

Ein Jahr Corona – und mal ehrlich, es gibt ja auch positive Aspekte:

– So ist es durchaus angenehm, im Supermarkt nicht ständig den Atem des Hintermanns im Nacken oder dessen Einkaufswagen in den Hacken zu spüren.

– Auch die Nutzung des ÖPNV ist, zumindest hier auf dem Lande, angenehmer: Kein Gedränge, kein unangenehm riechender Dauertelefonierer neben dir, keine Horde pubertierender, brüllender Orks in der letzten Sitzreihe.

– Das – mir sowohl suspekte als auch nicht immer angenehme – Händeschütteln zur Begrüßung entfällt ebenso wie das Bling-Bling-Bussi. Können wir gerne so beibehalten. Den peinlichen Corona-Begrüßungstanz allerdings bitte nicht.

– Dank der Hygieneempfehlungen keine winterliche Erkältung, Grippe oder Pestbeulen. Immer ein Fläschchen Desinfektionsmittel in der Jackentasche, und in den letzten 12 Monaten häufiger und gründlicher die Hände gewaschen als die 50 Jahre zuvor zusammengenommen.

– Als bekennender Couchpotato ist man nicht länger ein unmotivierter, fauler Sack sondern leistet wertvolle Dienste für die Gesellschaft, weil man die Ansteckungsgefahr mindert. Und als phobischer Menschenmassenvermeider mutiert man im Handumdrehen von der Spaßbremse zum stillen Alltagshelden.

– Selbst die Masken haben Vorteile, so kann man seine üblichen Entgleisungen der Gesichtszüge getrost ignorieren. Jedenfalls wenn man zusätzlich noch eine Sonnenbrille trägt.

– Und schließlich ist die Vermutung, dass die Menschheit in der Masse vollkommen verblödet ist, nicht länger eine Vermutung sondern endlich Gewissheit.

Trotzdem habe ich mittlerweile genug von dem Scheiß, unter Beibehaltung dieser positiven Aspekte darf sich das Virus jetzt auch gerne zurückziehen…

Liebe Regierung, wir müssen reden

Liebe Regierung, nach einem Jahr Corona müssen wir mal über eure Rolle bei der Pandemiebekämpfung reden.

Zu Beginn habe ich euch verteidigt – ihr habt uns recht gut durch die erste Welle gebracht, die Infektionszahlen waren geringer als in den Nachbarländern, die Todeszahlen erst recht. Es war auch eure erste Pandemie, und dafür habt ihr euch anfangs durchaus achtbar geschlagen. Ich habe euch auch noch verteidigt als die Kritik ob eures wachsenden Schlingerkurses größer wurde. Aber mittlerweile wächst mein Unverständnis, und ja, in einigen Punkten müsst ihr euch leider völliges Versagen vorwerfen lassen:

– Eine sinnvolle Schließungs- oder Öffnungsstrategie ist nicht zu erkennen, von einer Test- oder Impfstrategie mal ganz zu schweigen. Eure regelmäßigen “Bund-Länder-Schalten” waren zuletzt nur noch peinlich – wurde sich tatsächlich mal auf ein gemeinsames Vorgehen geeinigt scherten sich die Landesfürsten, kaum war die Videoschalte beendet, einen Scheiß um die getroffenen Beschlüsse – jeder öffnete oder schloss wie es ihm oder ihr gefiel, besser gesagt was eben gerade bei der Wählerschaft vermeintlich gut ankam. Je nach Fallzahlen ergeben regionale Unterschiede sicherlich Sinn, aber dann muss das zum einen kommuniziert werden und sollte zum anderen nach einem erkennbaren Plan verlaufen. Jetzt steigen die Infektionszahlen wieder an, und ihr beginnt – gefühlt wahllos – Baumärkte, Frisöre und Buchläden zu öffnen. WTF? Mit diesem Rumgeeiere nehmt ihr das Volk sicher nicht mit.

– Die “schnellen und unbürokratischen Hilfen” für Betroffene waren alles, aber sicher nicht schnell oder gar unbürokratisch. Während Auslaufmodelle wie Warenhäuser oder die Flugindustrie mit Millionen gepimpt wurden bekam der kleine Unternehmer, der Soloselbständige, der Künstler nichts, bestenfalls zu wenig, zu spät oder nur als Darlehen. Ja, Selbständigkeit ist immer ein Risiko, und wenn du nicht zumindest zwei Monate ohne Einnahme überleben kannst hast du bereits vorher was falsch gemacht. Wir reden aber nicht von zwei Monaten, sondern mittlerweile von einem Jahr – und die Sache ist ja noch lange nicht durch. Ein – zumindest temporäres – bedingungsloses Grundeinkommen wäre übrigens eine gute Möglichkeit gewesen, aber was weiß ich linksversiffter Spinner schon.

– Es ist ja schön dass ihr bemerkt habt, dass systemrelevante Berufe durchaus andere sind, als vorher permanent suggeriert. Und dass diese Berufe miserabel bezahlt werden. Dankesworte und Balkon-Applaus sind zwar ganz nett, aber eine ernsthafte monetäre Anerkennung wäre durchaus angebracht gewesen. Mittlerweile ist das Ding durch, dass nach der Pandemie noch etwas für die “Alltagshelden” rausspringt glaubt wohl keiner mehr.

– Dann wäre da noch das “Neuland” – also die flächendeckende, gut funktionierende Netzabdeckung, die Digitalisierung bei Ämtern, Behörden und in Schulen. Das hätte seit Jahren auf den Weg gebracht werden müssen, wird aber immer noch als “Zukunftsprojekt” gesehen. Deutschland ist im europäischen Vergleich in diesem Bereich ganz weit hinten, und sonderlich viel hat sich durch die Pandemie da nicht getan. Es war, ist und bleibt einfach nur peinlich. Zwei Drittel der Gesundheitsämter kommunizieren immer noch per Fax, und die anfangs so hochgepriesene Corona-App fristet ein trauriges Dasein auf wenigen Smartphones – privat initiierte Lösungen wie Luca zeigen, wie es gehen könnte.

– Und schließlich: Die Schulen. Seit Jahrzehnten haben wir zu wenig Lehrer, veraltete Technik und gammelnde Schulgebäude. Das ist nichts Neues, aber während der letzten zwölf Monate wurde der Peinlichkeitslimbo permanent unterboten. Einen Sommer hattet ihr Zeit, sinnvolle Konzepte zur Schulöffnung oder zu Alternativen aufzustellen, und was habt ihr geschafft? Luftfilter anschaffen? Flächendeckend Laptops für Lehrer und bedürftige Schüler? Eine funktionierende Lernplattform? Vernünftige Hygienekonzepte oder Öffnungsszenarien? Am Arsch! Eure Lösung bestand in der Empfehlung, regelmäßig zu lüften! Echt jetzt? Schließlich wurden sogar Schulen, die eigenständig ein sinnvolles Konzept erstellt hatten, zurückgepfiffen. Was, liebe Kultusminister, macht ihr eigentlich beruflich? Der Föderalismus mag einst eine sinnvolle Idee der Gründerväter gewesen sein, aber im Bereich Bildung hat er einfach nichts zu suchen.

Also nehmt es mir nicht übel, aber eure Leistung ist alles in allem nach einem guten Beginn bestenfalls mangelhaft zu nennen! Im Herbst sind Bundestagswahlen. Dass ihr bis dahin noch was auf die Reihe bekommt bedreifle ich, bleiben also zwei Hoffnungen: Zum einen dass wir dann aus dem Gröbsten raus sind. Und zum anderen, dass nicht das rechte Gelumpe von eurer bescheidenen Performance des letzten Dreivierteljahres profitiert. Bei beidem bin ich leider ziemlich skeptisch…

Keine Werbesendung

Dass heutzutage was anderes im Briefkasten liegt als Briefe vom Finanzamt oder der Krankenkasse, also von Einrichtungen, die was von mir wollen – und zwar meistens mein Geld – ist schon selten. Diesmal gab’s Post von der Landesregierung.

Die will aber tatsächlich nichts von mir – naja, außer vielleicht meine Stimme, in nem halben Jahr ist hier Landtagswahl – sondern schenkt mir sogar was: Jeder Bewohner Meck-Poms erhält kostenlos sechs FFP2-Masken. Jeder – unabhängig von Alter oder finanzieller Bedürftigkeit. Unbürokratisch verteilt über die hiesigen Zeitungszusteller.

Man könnte sich fragen “warum erst jetzt?” –  wahrscheinlich damit sie rechtzeitig zur gerade loslegenden “dritten Welle” da sind – vor allem aber, warum das nicht bundesweit so gemacht wird. Es gäbe da noch so einige weitere Fragen zum Verhalten unserer Regierung in der Pandemie, aber das wird wohl ein separater Beitrag. Ich packe die Masken jetzt erst mal zu den anderen, die ich mir vor ein paar Wochen selbst gekauft habe und hoffe inständig, dass dieser kleine Vorrat bis zum Ende der Pandemie ausreicht…

Alles etwas kleiner

Pandemiebedingt fällt der Geburtstag dieses Jahr noch etwas kleiner aus als sonst – der erste Geburtstag an der Küste ohne Besuch der engsten Freundin. Entsprechend reduziert ist auch die Gabentisch-Deko, da fehlt halt doch die weibliche schmückende Hand. 😉

Dennoch machen wir uns den Tag schön, mit einem kleinen Spaziergang an der sonnigen Wasserkante, ganz dem hohen Alter angemessen. 😉

Trotzdem – im nächsten Jahr möchte ich auch gerne wieder Geburtstagsbesuch aufnehmen können.

Einen ganz lieben Dank an alle, die heute an den alten Mann gedacht haben.

Ein Nerd-Freu

Wir Hobby-Dampfer werden ja immer ein wenig schräg angesehen. Klar, die kleinen E-Zigaretten und Podsysteme gehören mittlerweile zum Alltag, aber wenn wir Nerds mit unseren Riesendampfen unterwegs sind reagiert der Normalo doch eher befremdlich. Und wenn wir dann noch voller Begeisterung mit dem Fachvokabular um uns werfen, über Selbstwickler, Widerstände, Mesh und Coils sprechen, stundenlang über Geschmacksnuancen fabulieren, dass selbst Weinverkoster die Augenbrauen heben… Zugegeben, ist ja auch ziemlich nerdig. Aber es ist auch ein bisschen schade, dass Nichtdampfer unsere Begeisterung nicht nachvollziehen können.

Mir geht es derzeit nur so mittelgut, und vor ein paar Tagen wünschte ich mir ein kleines “Freu” herbei, welches einen zumindest mal temporär aus dem ganzen “Corona-und-die-Folgen”-Blues heraus reißt.

Und wie es der Zufall so will habe ich mir gerade zwei Traumkombis so zurechtgebastelt, dass vom Geschmack über das Handling bis zur Optik hin alles stimmt – eine Konstellation, die selbst bei Nerds wie mir nicht so häufig vorkommt. Natürlich vertreibt das die Sorgen nicht, aber wenn bei jedem Zug – und es sind derer viele – ein Lächeln übers Gesicht huscht ist das doch schonmal eine gute Sache. Auch wenn es kein Nichtdampfer versteht. 😉

Wer wirklich etwas mehr über die Perfektionsbasteleien wissen will, kann hier weiterlesen