Feierabend
Feierabend

Die kleinen Erinnerungen

Seit zwei Monaten ist der Laden Geschichte, und nachwievor bin ich ob der Entscheidung, aufzuhören, mit mir absolut im Reinen. Dennoch gibt es hin und wieder natürlich den ein oder anderen kurzen Nostalgieanfall – diese kleinen “Weißtdunochs”, meist auf konkrete Situationen bezogen, die in der Regel schon geraume Zeit zurückliegen, als der Laden noch so richtig Spaß machte. Und da gibt es ja noch die kleinen Erinnerungen im Alltag. Ein wenig Deko zum Beispiel… …oder Verkaufshilfen und Devotionalien aus unseren Vitrinen: Auch an der Wand findet sich das ein oder andere aus dem Laden wieder, entweder als Poster… …oder als …

Alles richtig gemacht

Nein, natürlich habe ich im Zusammenhang mit dem Laden nicht alles richtig gemacht. Wäre ja auch etwas merkwürdig, schließlich war für uns alles “Neuland”: Das Führen eines Ladens. Der Geschäftsalltag. Der ganze administrative Kram rund um die Selbständigkeit. Die Rolle als Arbeitgeber. All das war neu, und natürlich macht man da auch Fehler. Ich kann diese aber ganz gut einordnen und weiß sehr wohl, was ich mit meiner Erfahrung heute alles anders machen würde. Oder zumindest bei Vielem. Aber das ist auch gar nicht das Ding. Wichtig ist, dass die gemachten Fehler im Vergleich zu dem, was wir richtig gemacht …

Selbstverordnetes Innehalten

Spätestens seit Beginn der Selbständigkeit pflege ich meine ToDo-Liste, auf die alles geschrieben wird, was ich am nächsten freien Tag erledigen muss. Natürlich kommt da auch eher offensichtlicher Kleinkram drauf, aber bevor ich irgendwas vergesse… und außerdem ist es eben ganz schön, wieder was Erledigtes durchstreichen zu können. Seit über einer Woche ist nun jeder Tag ein “freier Tag”, aber die Liste wird einfach nicht leerer. Kaum streiche ich einen Posten, kommen zwei neue hinzu. Und da ich mich ja ganz gut kenne weiß ich, dass dies wahrscheinlich ewig noch etwas länger so weitergehen wird. Mal ein wenig innezuhalten ist …

Seltsam und verwirrend

Derzeit geschehen seltsame bis verwirrende Dinge. Die Mär vom frühen, den Wurm fangenden Vogel ist Bullshit – da hege ich eher große Sympathie für den späten Wurm, der dem frühen, vollgefressenen Vogel den Stinkefinger zeigt. Sprich: Ich bin Spätaufsteher, die ganzen Menschen, die zur – für mich – nachtschlafenden Zeit freiwillig das Bett verlassen, sind mir suspekt. Dennoch geschieht es natürlich gar nicht so selten, dass ich in der Früh aufwache – ja, alte Männer, drückende Blase – und mein Kopf mit völlig unnötiger Aktivität loslegt. Ich lasse ihn dann meist gewähren, spätestens nach ner Stunde hat der sich ausgetobt, …

Feierabend

Das war’s jetzt also. Den letzten Verkaufstag hatten wir ja bereits vor einer Woche über die Bühne gebracht, entspannt, angenehm, fast schon unspektakulär. Entgegen meiner Befürchtung auch ohne all zu viel Wehmut, es war auch kein tröstender Alkohol notwendig, die Müdigkeit hat’s wie erwartet geregelt. 😉 Die Reaktionen in den “sozialen” Medien, aber auch auf direkten Wegen, waren in erster Linie mit traurigen Emojis versehen. Verständlich zwar, aber wir hatten insgesamt eine wirklich gute, intensive Zeit. Spätestens seit dem Beginn von Corona jedoch lief es nicht nur aus kaufmännischer Sicht nicht mehr so gut, auch der Spaß ließ immer mehr …

Die letzte Woche

Die letzte Woche bricht an. Fast alles an Ware ist verkauft, selbst die meisten Möbel sind schon weg. Ursprünglich war meine Sorge, dass wir die Ware nicht rechtzeitig abverkauft bekommen. Jetzt ist meine Sorge, dass wir die letzte Woche außer dem Grabbelzeugs nichts mehr anzubieten haben. 😉 Aber dann nutzen wir halt die Zeit, weiter auszuräumen und zu -misten. Die Abwicklung bedeutet nachwievor viel Arbeit und ist anstrengend, allerdings ist es auch ganz schön, dass der Kopf mal wieder etwas mehr gefordert wird als bei der üblichen Routine der letzten Jahre. Für Melancholie ist also nach wie vor nicht viel …

Kein Raum für Melancholie

In einem Monat ist der Laden Geschichte. Eigentlich könnte man ein wenig Melancholie oder gar Wehmut vermuten, aber dafür ist gerade einfach kein Raum. Es gibt noch dermaßen viel zu tun, zu beachten, zu organisieren – der Kopf fährt auf Hochtouren, mitunter am Anschlag. Und vielleicht ist das auch ganz gut so. Ich versuche, die letzten Begegnungen mit den Kunden zu genießen – jedenfalls mit den angenehmen. Hin und wieder steckt bei Verabschiedungen auch mal ein kleiner Kloß im Hals, aber noch ist das selten, und eigentlich hat der Kopf, wie erwähnt, ja auch seine eigene Kirmes. Die Melancholie wird …

Es rückt näher

Einige Stammkunden wussten es schon länger, aber so richtig offiziell ist es erst seit dem Wochenende: Das Formulieren und auch das Veröffentlichen des Textes geschah noch durchaus sachlich und nüchtern – als nach der Veröffentlichung die Reaktionen kamen, wurden meine Augen plötzlich doch ein bisschen feucht… Obwohl der Abverkauf natürlich schon längere Zeit läuft, beginnt der ganze “Hau wech, nimm mit”-Zinnober jetzt erst so richtig: Hat ein bisschen was von nem Flohmarkt. Oder nem orientalischen Bazar. Und wenn der Kunde sympathisch ist, sogar mit Feilschen. 😉 Ja, das Ende rückt unaufhaltsam näher. Noch zähle ich in Wochen, bald schon in …

Es wurde Leidenschaft

Als wir damals den Laden eröffneten geschah dies in erster Linie, weil wir das Thema Dampfen an den Mann und die Frau bringen wollten. Zum einen natürlich aus gesundheitlichen Aspekten, sprich als Ersatz für die deutlich schädlichere Tabakkippe. Zum anderen aber auch aus gesellschaftspolitischen Gründen: Bereits damals versuchten viele, zumeist ahnungslose Lokalpolitiker, immer wieder die E-Zigarette möglichst stark zu regulieren, wenn nicht gar zu verbieten. Es musste also mehr Dampfende geben, um ein Gegengewicht zu erzeugen. Das war unsere Hauptmotivation – der Einzelhandel selbst war also nie das große Ziel, sondern er war lediglich ein Vehikel für diese Zwecke, und, …

Viel besser als gedacht

Bei aller Wehmut ob der Geschäftsaufgabe muss man auch mal eines sehen: Es ist genau das eingetroffen, was wir als Idealfall (!) prophezeit hatten – und doch nicht wirklich glaubten, dass es so gut laufen würde: Im Idealfall läuft der Laden fünf, vielleicht sieben Jahre richtig gut! Zehn Jahre werden es eher nicht sein – die großen Ketten werden kommen und die Preise kaputt machen, außerdem wird der Staat heftig regulieren und wahrscheinlich auch gut mit dran verdienen wollen. So (oder zumindest so ähnlich) sprachen wir damals. Und yep, so kam es. Vor siebeneinhalb Jahren bin ich aus meiner Lieblingsstadt …