Sie werden ja so schnell erwachsen…

„An den Kindern merkt ihr, wie schnell die Zeit vergeht“ sagt der Volksmund. Also bei „meinem Kind“ stimmt das irgendwie nur bedingt:

25 Jahre alt ist Jörgele heute bereits geworden! Und irgendwie ist an ihm das Vierteljahrhundert weitaus spurloser vorbeigegangen als bei mir. 😉

Anscheinend hat der Volksmund doch recht…

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Wir hatten die Wahl…

Eine Woche ist die Bundestagswahl nun vorbei, Zeit, das Ergebnis zu verdauen und sich ein paar Gedanken zu machen.

Das Volk hat nicht nur von der GroKo die Schnauze voll, sondern generell von den „Volksparteien“. Verständlich, außer Verwaltung des Status Quo, mäßiger Innovation und hohlen Phrasen kommt dort seit Jahren nichts mehr, mal von der „Ehe für alle“, die seit heute möglich ist – und deren Durchsetzung unverschämt lange auf sich warten ließ – abgesehen. Aber wenn man solche Slogans auf Wahlplakaten liest – bitte, was soll man da noch machen außer sich mit Grausen abzuwenden?

Dieses Plakat direkt über einen Mülleimer zu hängen – Absicht oder Zufall? Egal, passender geht es kaum!

Ob die ehemals sozialdemokratische Partei die vier Jahre Opposition nutzt und sich ihrer ursprünglichen Werte und Positionen erinnert? Das mag sogar sein. Aber jetzt gegen Mutti verbal nachzutreten ist jedenfalls schon mal peinlich, schließlich haben die Sozen die Politik der letzten Jahre mitgetragen, darüber hinaus tragen sie, zusammen mit der ehemaligen Öko- und Friedenspartei, die größte Schuld an der sozialen Schieflage in diesem Land – und damit auch am Ausgang der jetzigen Wahl.

Das erste mal seit bald 85 Jahren zog also wieder eine faschistische Partei in den Bundestag ein. Nein, nicht alle, die diese „Alternative“ gewählt haben sind Nazis – aber sie haben eben Nazis gewählt! Dennoch ist der Reflex, über die ganzen „Idioten“ abzuhöken, möglichst peinliche Vertreter dieser Menschengruppe in Satiresendungen vorzuführen und einzelne Personen als „Schuldige“ für diese Situation zu suchen in meinen Augen kontraproduktiv. Auch wenn sich diese Partei innerhalb der nächsten vier Jahre wunderbar selbst zerfleischen wird – es gibt nun mal Menschen, die diese Ängste und Sorgen haben und – entweder aus Überzeugung oder aus Protest – dieser Partei ihre Stimme gaben. Die von jener Art des Systems Überzeugten wird man nicht „bekehren“ können, aber die Protestler, die mit dem jetzigen System und der Regierungsverwaltung Unzufriedenen, die sollte man mit einer durchdachten, sinnvollen und engagierten Politik wieder gewinnen können.

Es bleibt nur zu hoffen, dass die voraussichtliche Jamaika-Regierung in den nächsten vier Jahren bis zu ihrer Abwahl nicht all zu viel Unheil anrichtet und sich besonnen auch um die kümmert, die sich gerade abgehängt fühlen. Ein Rechtsruck ist da übrigens nicht der sinnvollste Weg. Wie las ich heute so schön in einem Tweet:

„Wenn ein Boot nach rechts neigt und zu sinken droht, ist die Lösung nicht, sich von der linken Seite zu entfernen.“

@twitter.com/eingenickt

Also, liebe Volksvertreter, die ihr mit meinen üppigen Steuergeldern bezahlt werdet: Mal die Reflexe bremsen und ein wenig nachdenken! Ja, ist viel verlangt und auch ungewohnt, aber nur Mut, ihr schafft das!

Und zum Abschluss: Kultur!

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Und danach?

Irgendwann wird es mit dem Laden vorbei sein. Entweder mittelfristig, den Marktgesetzen folgend – groß frisst klein – oder, womit ich eher rechne, schon wesentlich früher, weil die Dampferei aus einer Mischung aus Ahnungslosigkeit und Geldgier tot reguliert wird. Natürlich kann es auch noch tausend andere Gründe geben, wie auch immer, irgendwann werden wir halt den Schlüssel endgültig rumdrehen. Was aber kommt danach? Also nachdem man erst mal eine Woche durchgeschlafen hat?

Meine Chancen auf dem regulären Arbeitsmarkt sind nicht wirklich gestiegen: Aus meinen alten Berufen bin ich entweder zu lang raus oder war nie richtig drin. Einen ehemaligen Selbständigen einzustellen werden sich die meisten Personalchefs nicht antun, dazu noch einen, der um die 50 ist. So richtig kann ich es mir auch gerade nicht vorstellen, wieder irgendwo in einem Angestelltenverhältnis zu arbeiten. Seit zwei Jahren gebe ich – zusammen mit Benedikt – Kurs und Takt vor. Ich arbeite an unserem Baby. Und dann sollte ich plötzlich wieder…? Den Eurojackpot zu knacken dürfte wahrscheinlicher sein als anschließend einen “Traumjob” zu finden, selbst wenn ich weiterhin kein Lotto spiele. Aber für wie wahrscheinlich habe ich es vor drei Jahren gehalten, mich mit einem Dampferladen selbständig zu machen, und damit sogar recht erfolgreich zu sein? Eben.

Und sich direkt anschließend etwas Neues – in einer anderen Branche – aufzubauen? Eher unwahrscheinlich. Es lief bei uns so gut, so viel Glück kann man einfach nicht immer haben. Außerdem lebt das ganze von der Leidenschaft, die man  benötigt, wenn man Erfolg haben will, lebt davon, das Hobby zum Beruf zu machen, und das lässt sich nun mal nicht beliebig oft wiederholen.

Auch wenn wir beide gerade heftig an unsere Grenzen stoßen – lange können wir das, ohnehin schon reduzierte, Tempo nicht mehr halten -, urlaubsreif sind und auch gegen etwas mehr freie Zeit nichts einzuwenden hätten – es darf gerne noch ein Weilchen dauern, bis “die Zeit danach” anbricht.

Und irgendwie wird es dann schon weitergehen.

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Menschenwürde

Die Würde des Menschen ist unantastbar. Sofern du alt, krank und beginnend dement in ein Pflegeheim einziehst gibst du deine Würde allerdings an der Pforte des Pflegeheims ab.

Das liegt nicht unbedingt am Pflegepersonal, das sicherlich sein bestes gibt. Auch nicht unbedingt am Haus selbst, das seniorengerecht und vielleicht sogar ganz schön eingerichtet ist. Das liegt in erster Linie daran, dass du, häufig in völliger Reizarmut, einfach nur apathisch da liegst, nichts alleine machen und deine Bedürfnisse, wenn überhaupt, nur sehr vage äußern kannst. Du begibst dich vollkommen in die Hände anderer, völlig fremder Menschen. Weder für Intimität noch für Würde ist da Zeit oder Raum.

Ob das Leben der Angehörigen, die dieses Leid hautnah miterleben und so gut wie nicht helfen können, die mit ansehen müssen, wie der geliebte Mensch immer weniger er selbst ist, immer mehr abbaut, verfällt, nicht wissend, wie viel der andere wirklich wahrnimmt, ob das nun wesentlich würdevoller ist, sei dahin gestellt – spätestens dann, wenn trotz eines arbeitsreichen und bescheidenen Lebens das Geld für die Pflege nicht ausreicht und man als Bittsteller beim Sozialamt steht, ist sie am Arsch, die Menschenwürde.

Seit vielen Jahren habe ich eine Patientenverfügung, die regeln soll, dass ich nicht über Jahre hinweg an Schläuchen angeschlossen, eventuell künstlich beatmet und ernährt, vor mich hin vegetieren müsste sondern in Würde gehen kann. Was aber, wenn alle lebenserhaltenden Organe des Körpers noch funktionieren? Du lebst noch, aber hat das wirklich noch was mit Würde zu tun?

Memo an mich: Patientenverfügung dringend bekräftigen… und politisches Engagement in Punkto Legalisierung der Sterbehilfe deutlich verstärken.

Soundtrack der Zugfahrt des Tages: Mono Inc. “An klaren Tagen”, Pianoversion

Fotos entfallen aus Gründen.

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