Gedankenkram
Gedankenkram

Selbstverordnetes Innehalten

Spätestens seit Beginn der Selbständigkeit pflege ich meine ToDo-Liste, auf die alles geschrieben wird, was ich am nächsten freien Tag erledigen muss. Natürlich kommt da auch eher offensichtlicher Kleinkram drauf, aber bevor ich irgendwas vergesse… und außerdem ist es eben ganz schön, wieder was Erledigtes durchstreichen zu können. Seit über einer Woche ist nun jeder Tag ein “freier Tag”, aber die Liste wird einfach nicht leerer. Kaum streiche ich einen Posten, kommen zwei neue hinzu. Und da ich mich ja ganz gut kenne weiß ich, dass dies wahrscheinlich ewig noch etwas länger so weitergehen wird. Mal ein wenig innezuhalten ist …

Seltsam und verwirrend

Derzeit geschehen seltsame bis verwirrende Dinge. Die Mär vom frühen, den Wurm fangenden Vogel ist Bullshit – da hege ich eher große Sympathie für den späten Wurm, der dem frühen, vollgefressenen Vogel den Stinkefinger zeigt. Sprich: Ich bin Spätaufsteher, die ganzen Menschen, die zur – für mich – nachtschlafenden Zeit freiwillig das Bett verlassen, sind mir suspekt. Dennoch geschieht es natürlich gar nicht so selten, dass ich in der Früh aufwache – ja, alte Männer, drückende Blase – und mein Kopf mit völlig unnötiger Aktivität loslegt. Ich lasse ihn dann meist gewähren, spätestens nach ner Stunde hat der sich ausgetobt, …

Verkehr(t)swende

Abgesehen von den Zeiten, in denen ich auf dem extrem platten Land (oder gar im tiefem Wald) wohnte, war ich immer Nutzer des ÖPNV. Spätestens in Berlin benötigte man nicht mal einen Fahrplan – die nächste Bahn kommt immer in ein paar Minuten. Gut, es war dreckig, es stank, und zu Stoßzeiten war es schön kuschelig. Trotzdem war ich damals richtiggehend ein ÖPNV-Fan. Selbst als ich hier hoch zog, war ein eigenes Auto kein Thema. Da wir im unmittelbaren Einzugsgebiet einer Stadt sind, kann man hier mit dem Bus sogar halbwegs gut klarkommen – jedenfalls wenn man nicht am späten …

Kein Raum für Melancholie

In einem Monat ist der Laden Geschichte. Eigentlich könnte man ein wenig Melancholie oder gar Wehmut vermuten, aber dafür ist gerade einfach kein Raum. Es gibt noch dermaßen viel zu tun, zu beachten, zu organisieren – der Kopf fährt auf Hochtouren, mitunter am Anschlag. Und vielleicht ist das auch ganz gut so. Ich versuche, die letzten Begegnungen mit den Kunden zu genießen – jedenfalls mit den angenehmen. Hin und wieder steckt bei Verabschiedungen auch mal ein kleiner Kloß im Hals, aber noch ist das selten, und eigentlich hat der Kopf, wie erwähnt, ja auch seine eigene Kirmes. Die Melancholie wird …

35 Jahre

In diesen Tagen jährt sich die längste, noch bestehende und gepflegte Freundschaft bereits zum 35. mal. Fünfunddreißig Jahre! In jenem Jahr, 1987… besuchte Erich Honecker als erster Staatschef der DDR die, von Helmuth Kohl regierte, BRD feierten die beiden Teile Berlins ihren 750sten Geburtstag – schön voneinander getrennt. Im Westen hielt US-Präsident Ronald Raegan die “Open this gate”-Rede moderierte Thomas Gottschalk erstmals Wetten Dass erhielt Rudi Carrell wegen des “Damenunterwäsche-Skandals” in Rudis Tagesshow Morddrohungen aus dem Iran gewann Steffi Graf die French Open und wurde erstmals Nummer 1 der Damen-Tennisweltrangliste starb Uwe Barschel in einer Hotelbadewanne in Genf standen Madonna …

All die dunklen Wolken

Eine Pandemie hat sich fröhlich in der Welt eingenistet, fordert allein in Deutschland mittlerweile über einhunderttausend Menschenleben, an die 20 Millionen haben sich infiziert, nicht wenig davon leiden an – noch immer nicht erforschten – Langzeitfolgen. Da die Vernünftigen häufig leise, die Dummen jedoch meist laut sind, werden wir wohl noch lange Zeit mit dem Virus leben müssen. Mit vielen weiteren Infektionen. Und weiteren Toten. In Europa wird ein souveräner Staat angegriffen und in Grund und Boden gebombt. Es ist seit dem Wegfall des eisernen Vorhangs nicht das erste mal, dass im östlichen Teil Europas Krieg herrscht, und nicht das …

Was blogt der da?

Seit rund 20 Jahren blogge ich ja nun schon vor mich hin, und das StefBlog hat, mittlerweile in der vierten Version, nicht nur am längsten durchgehalten, es ist auch mit Abstand das privateste Projekt. Aber wieso macht der dicke alte Mann das eigentlich? Zum einen dient es natürlich dazu, den Freundeskreis, der im ganzen Land verstreut ist, ein wenig am Leben, am Alltag, an Gedanken oder dem aktuellen Gemütszustand teilhaben zu lassen. Zum anderen kann man beim späteren Nachlesen wunderbar in Erinnerungen schwelgen: An schöne – oder auch mal weniger schöne – Tage, Situationen, Ereignisse. Quasi ein Fotoalbum, wenn auch …

Gefühlslage: Gedrittelt

Seit die Entscheidung, den Laden aufzugeben, getroffen und verkündet ist, kam schon das ein oder andere mal die Frage, wie ich mich denn dabei fühle. Nun, ich würde mal sagen: Gedrittelt. 😉 1. Wehmut Ich gebe mein (bzw. unser) Baby auf! Über sieben Jahre haben wir es gehegt und gepflegt, hart für sein Wachstum gearbeitet, viel Zeit, Kraft und Herzblut investiert. Obwohl von fast allen vorher als Totgeburt prophezeit, wuchs es schnell, entwickelte sich prächtig und wurde über eine lange Zeit zum – durchaus erfüllenden – Lebensinhalt. Wir haben viele schöne Momente erlebt und tolle Menschen kennengelernt. Naja, und eine …

Dann eben mit Zwang?

Nein, ich bin wahrlich kein Freund von Zwangsmaßnahmen – egal welcher Art. Zwang ist immer doof, Argumente und Einsicht sind immer sinnvoller. Schon gar, wenn mir “der Staat”, sprich unser Politgesumse, etwas aufzwingen will. Die Freiheit des Einzelnen ist ein extrem wichtiges Gut, gar keine Frage. Allerdings endet die Freiheit des Einzelnen dann, wenn er/sie damit die Gesundheit oder gar das Leben anderer gefährdet. Ja, natürlich geht es um die Corona-Impfung, und ja, ich habe von dem Thema auch die Nase voll. Muss trotzdem jetzt raus – auskotzen, Dampf ablassen, meinetwegen psychische Reinigung, wie auch immer! Fakten sind: Wir haben …

70s? Ja! Aber…

Oder: Nostalgiewelle Teil 2. Ich schaue mir liebend gerne Spielfilme und Serien an, die in den 70ern und (sehr) frühen 80ern spielen. Gerne auch die heutzutage gedrehten – ich staune immer wieder, wie gut es die Requisitenteams schaffen, ein verblüffend realistisches Set aufzubauen – aber lieber noch die aus der Originalzeit. Auch Dokus aus und über diese Zeit mag ich gerne. Allein schon die Klamotten, die Frisuren, die in Sepia getränkte, von Abgasen verpestete Luft, und natürlich die wunderschönen Autos. Kann ich nix dafür, isso. 😉 Zum einen mag dies daran liegen, dass ich in der Zeit aufgewachsen bin. Zum …