Gedankenkram
Gedankenkram

Wüstenkick

Für den Urlaub hatte ich mir mal wieder ein Buch gegönnt. Was Kurzweiliges sollte es sein, möglichst in kleinen Häppchen konsumierbar, weil ausufernde Romane zu lesen derzeit nicht so wirklich funktioniert. Ich hatte mich für das Buch “Die Könige der Welt” entschieden, die Geschichte der Fußball-Weltmeisterschaften von 1930 bis 2018. Ein Kapitel zu jeder WM, natürlich geht es dort hauptsächlich um Sport, aber eben nicht nur: Auch gesellschaftliche und vor allem politische Aspekte der jeweiligen WM werden kritisch beleuchtet – ein eigenes Kapitel wird dem Fußball-Weltverband gewidmet, der FIFA, die sich seit Mitte der 70er zu einem korrupten Sauhaufen entwickelt …

Tag X

In den letzten Tagen bin ich immer mal wieder ein Ründchen spazieren gegangen, schließlich muss man ja noch den schönen Teil des Herbstes genießen, Sonne und so. Natürlich regelmäßig über den einzigen schönen Weg im Dorf, bevor dieser sich im Winter in einen Sumpf verwandelt. Weil aber auch der irgendwann – also nach dem dritten, vierten mal – langweilig wird, gibt es dabei immer Musik auf die Ohren. Heute* zum Beispiel Mono Inc., richtig gute Musik, um beschwingt entspannt durch die Natur zu wandeln. Dann lief das Lied “Tag X“, und beim Refrain Hast du gelernt, hast du gesehn Hast …

Noch kein Plan

Seit Sommer bin ich ja quasi “temporärer Privatier”, sprich, ich erlaube mir einen etwas längeren Erholungsurlaub nach den acht Jahren der Selbständigkeit. Der war auch nötig, besser gesagt ist es immer noch ein wenig, auch wenn der Akku inzwischen schon wieder deutlich voller ist. In den ersten Wochen habe ich ganz bewusst nicht nach Stellen gesucht, und mir auch anderweitig keine Gedanken über die berufliche Zukunft gemacht – erst mal Abstand gewinnen, neue Kraft tanken. Auch jetzt suche ich noch nicht aktiv, aber ich halte die Augen und Ohren offen – wenn mir irgendwas vor die Füße fällt, das mich …

Kunst vs. Künstler – oder: Ach, Roger, hättest du geschwiegen

Als vor geraumer Zeit einige deutsche Künstler das Schwurbeln begannen – oder besser gesagt, ihr Schwurbeln massiv ausweiteten – sorgte das bei mir lediglich für ein Schmunzeln. Nena, Naidoo, Wendler, das waren in meinen Augen eh noch nie die hellsten Kerzen auf der Torte. Ihre Musik interessierte mich wenig (Naidoo) bis gar nicht (Wendler) oder bestenfalls hin und wieder (Nena). Und was sie abseits des Gesangs von sich gaben, war mir sowieso wurscht: Heutzutage hat ja jeder und jede zu allem eine Meinung, und geistigen Dünnschiss in die Welt zu posaunen, ist längst kein Privileg von Stars und Möchtegernstars mehr. …

Könnt’ mal wieder was Neues

Es gibt Menschen, die verbringen ihr ganzes Leben am gleichen Ort. Vielleicht aus guter alter Familientradition, weil sie den von den Eltern oder Großeltern aufgebauten Betrieb oder das Haus übernehmen wollen. Vielleicht, weil sie einfach keinen Sinn darin sehen, woanders hin zu ziehen. Vielleicht sogar, weil sie den großen Schritt oder generell die Veränderung scheuen. Oder einfach, weil es ihnen dort gefällt. Mein Ding war das irgendwie nie. Ich bin, wenn auch eher durch Zufall, mit 18 Jahren in “die große, weite Welt” gezogen (naja, in die “Frontstadt”, sprich nach West-Berlin), und schnell war klar, ich will noch viele weitere …

Lieber Sonne im Herzen

Hin und wieder muss ich hier im Blog ein wenig Dampf ablassen – diese bekloppte Welt ist ja sonst kaum noch erträglich. Auch die Tage hatte ich wieder einen Beitrag geschrieben, weil mir die ganzen Empörungs-Dullis und Jetzt-erst-recht-Warmduscher einfach massiv auf den Senkel gehen. Aber diesen Beitrag werde ich erst mal nicht, wie eigentlich geplant, online stellen. Warum sollte man sich von diesen Hohlbirnen die Sommerlaune trüben lassen? Eben. Stattdessen genieße ich diese schönen Tage doch lieber, sei es auf dem heimischen Balkon oder bei nem abendlichen Strandbesuch. Und den Beitrag über diese Wohlstandsverwahrlosten kann ich ja immer noch online …

So leicht

Die dampfende Kacke der letzten Wochen und Monate ist nicht weniger geworden: Corona ist noch lange nicht durch, der Krieg in der Ukraine erst recht nicht, und mit jedem Tag werden die Folgen gravierender. Die Klimakatastrophe wird nachwievor zu 99% mit Worten statt mit Taten bekämpft. Alles wird teurer, und wir bemerken derzeit erst einen kleinen Teil davon. Der Aufstieg der Populisten, Rechtsgerichteten, Rückwärtsgewandten hält unvermindert an. Die Dummheit der Menschen nimmt gefühlt minütlich zu, und die Dummen werden immer lauter. Also alles wie noch vor ein paar Wochen und Monaten. Und trotzdem geht es mir in den letzten Tagen …

Auswandern? Nö, nur zuschauen!

Die meisten Abende verbringen wir Schnuten ja gemeinsam, und dabei lassen wir uns gerne auch von der Glotze – oder einem Streamingdienst – unterhalten. Viele Sendungen oder Serien mögen wir beide, es gibt aber auch Programme, da guckt der eine halt mit, weil es der andere gerne mag. So schaut Benedikt hin und wieder tatsächlich mal mit mir zusammen ein Fußballspiel an, und ich gucke mit ihm zusammen die “Auswanderer”. Offiziell heißt die Reihe “Goodbye Deutschland”, läuft seit über 15 Jahren auf VOX, und kann sich nicht so recht entscheiden, ob sie nun eine Doku (zu seicht, zu gescripted) oder …

Alles richtig gemacht

Nein, natürlich habe ich im Zusammenhang mit dem Laden nicht alles richtig gemacht. Wäre ja auch etwas merkwürdig, schließlich war für uns alles “Neuland”: Das Führen eines Ladens. Der Geschäftsalltag. Der ganze administrative Kram rund um die Selbständigkeit. Die Rolle als Arbeitgeber. All das war neu, und natürlich macht man da auch Fehler. Ich kann diese aber ganz gut einordnen und weiß sehr wohl, was ich mit meiner Erfahrung heute alles anders machen würde. Oder zumindest bei Vielem. Aber das ist auch gar nicht das Ding. Wichtig ist, dass die gemachten Fehler im Vergleich zu dem, was wir richtig gemacht …

Selbstverordnetes Innehalten

Spätestens seit Beginn der Selbständigkeit pflege ich meine ToDo-Liste, auf die alles geschrieben wird, was ich am nächsten freien Tag erledigen muss. Natürlich kommt da auch eher offensichtlicher Kleinkram drauf, aber bevor ich irgendwas vergesse… und außerdem ist es eben ganz schön, wieder was Erledigtes durchstreichen zu können. Seit über einer Woche ist nun jeder Tag ein “freier Tag”, aber die Liste wird einfach nicht leerer. Kaum streiche ich einen Posten, kommen zwei neue hinzu. Und da ich mich ja ganz gut kenne weiß ich, dass dies wahrscheinlich ewig noch etwas länger so weitergehen wird. Mal ein wenig innezuhalten ist …