Gedankenkram
Gedankenkram

Liebe Regierung, wir müssen reden

Liebe Regierung, nach einem Jahr Corona müssen wir mal über eure Rolle bei der Pandemiebekämpfung reden. Zu Beginn habe ich euch verteidigt – ihr habt uns recht gut durch die erste Welle gebracht, die Infektionszahlen waren geringer als in den Nachbarländern, die Todeszahlen erst recht. Es war auch eure erste Pandemie, und dafür habt ihr euch anfangs durchaus achtbar geschlagen. Ich habe euch auch noch verteidigt als die Kritik ob eures wachsenden Schlingerkurses größer wurde. Aber mittlerweile wächst mein Unverständnis, und ja, in einigen Punkten müsst ihr euch leider völliges Versagen vorwerfen lassen: – Eine sinnvolle Schließungs- oder Öffnungsstrategie ist …

Heimisch?

Ich bin ja oft innerhalb Deutschlands umgezogen, und meist habe ich mich in dieser Zeit an diesem Ort auch recht wohl gefühlt – so richtig Wurzeln geschlagen habe ich allerdings nirgendwo. Nun wohne ich seit über sechs Jahren an der Küste, und es fehlen nur noch ein paar Monate um mit den bisherigen “Rekordzeiten” in Köln oder Berlin – jeweils fast 7 Jahre! – gleichzuziehen. Letztens ertappte ich mich bei der Frage, ob ich mich denn hier oben heimisch fühle. Gute Frage – ich stelle mir meist gute Fragen! – und es ersponn sich ein Sinnieren darüber was notwendig ist, …

Vereinigt?

30 Jahre ist die Wiedervereinigung – oder “Übernahme”, wie ich das Ganze ob des “Beitritts zum Geltungsbereich” gerne leicht zynisch nenne – her. Und auch nach 30 Jahren wird immer noch das Thema Ost-West diskutiert, immer noch von Ossis und Wessis gesprochen, immer noch philosophiert, wie nah oder fern man sich auch heute noch sei. Seit sechs Jahren wohne ich “im Osten”, wobei das ja eigentlich eher der Norden, na gut, der Nordosten der Republik ist. Vorher waren es sieben Jahre in Berlin, gewohnt im ehemaligen Westteil, zeitweise gearbeitet im ehemaligen Ostteil, beide eher im Zentrum Berlins gelegen, aber egal, …

Jetzt reiß dich doch mal…

Mein liebes 2020, wir müssen schleunigst reden! Bislang hast du dich als ziemliches Scheißjahr präsentiert, zuvorderst natürlich durch Corona und den damit verbundenen Folgen, aber auch sonst warst du bislang ziemlich zickig. Zugegeben, an vielen Dingen ist die Krone der Schöpfung, als die sich der Mensch unverständlicherweise immer noch sieht, selbst schuld, und auch mein persönlicher, eher so suboptimaler Zustand – egal ob seelisch oder körperlich – ist wahrscheinlich nicht ausschließlich dir anzulasten. Trotzdem, seit Jahresbeginn kommt der Mist kübelweise, und da hast nun mal du die Arschkarte. Jetzt sag mal ehrlich, willst du wirklich als das absolute Kackjahr des …

Schalter kaputt

Fünf Jahre lang drehten sich abends die letzten Gedanken vor dem Einschlafen um den Laden. Das war okay, waren sie doch letztendlich meist positiv, konstruktiv, und ließen einen lächelnd einschlummern. In den letzten Monaten drehen sich nachwievor abends die letzten Gedanken – und morgens die ersten, und auch viele dazwischen, eigentlich fast alle – um den Laden. Sie sind aber nicht mehr positiv, selten konstruktiv, das Einschlafen dauert, und lächelnd ist es schon mal gar nicht. Und irgendwie ist im Kopf der Ausschalter kaputt. Doof.

Altersverschrobenheit?

Hätte mir vor gar nicht all zu langer Zeit jemand gesagt, dass ich… eine Kochshow meinem “klassischen Sonntagsabendprogramm” aus Tatort und vor allem Herrn Zeigler vorziehe zum Amüsement und zur Stimmungsaufhellung eine Autosendung verfolge Muttis Politik in der Corona-Zeit zumindest in weiten Teilen gut finde …den hätte ich bestenfalls mit einem leicht liebevoll-verächtlichen Blick gestraft. Tja, nu isses aber so, und ich überlege natürlich schon, ob das eventuell was mit beginnender Verschrobenheit des Alters zu tun hat. Zur Beruhigung – sowohl der Leserschaft als auch meiner selbst – sei angemerkt, dass ich mich außer für die eine für keine weitere …

Geröllhalde

Das Schicksal rollt einem permanent Steine in den Weg – mal kleine, mal große, mal einzeln, mal als Lawine. Das Leben besteht darin, seinen Weg – möglichst sicheren Schrittes – durch diese Geröllhalde zu finden und dabei die großen Felsbrocken beiseite zu räumen. Das schafft man, abhängig von der eigenen Konstitution und der Intensität der Steinschläge, mal mehr, mal weniger gut. Schwierig ist es meist dann, wenn mehrere, größere Lawinen in kurzen Abständen in den Weg gebrettert kommen, die ganze Steinhalde ins Rutschen gerät und nur noch ein paar Kiesel fehlen, um die ganze Scheiße einstürzen zu lassen. In letzter …

Der kleine Covid (1)

Ich bin ein bekennender Couch-Potato, habe noch genug ungelesene Bücher und lange nicht mehr angeschaute DVDs, eine gute Internetverbindung und kann mich sehr gut alleine beschäftigen. Dank moderner Kommunikationsmittel kann ich mit Leuten chatten, skypen, discordieren und telefonieren, außerdem verbringe ich meist die Abende mit der anderen Schnute, es steht also keine völlige Vereinsamung an. Ich habe eine schöne, helle Wohnung, sogar mit Balkon, die ich ganz alleine bewohne, und muss mich nicht mit einem Partner und quängelnden Kindern auf engstem Raum zoffen arrangieren. Obwohl ein “alter Sack” gehöre ich nicht zur Risikogruppe, bin nicht in Quarantäne, kann einkaufen gehen, …

Aber doch nicht damit!

Wir leben in Mitteleuropa seit 75 Jahren ohne Krieg, in, gemessen an anderen Regionen, üppigem Wohlstand, spätestens seit Wegfall des “eisernen Vorhangs” in einer ziemlich stabilen Demokratie und in großer Freiheit. Dass das ein Glücksfall ist sollte klar sein – und dass dies nicht immer so bleiben muss ebenfalls. Nun hätte ich ja mit einigen Möglichkeiten gerechnet, die dieses Gebilde ins Wanken bringen könnten: Zerstörung der Freiheit, der Demokratie und der gesamten Gesellschaftsordnung durch wieder erstärkten Faschismus (was seit ein paar Jahren leider gar nicht mal so abwegig ist) Vernichtung der Ernten mehrerer Jahre durch extreme Wetterkonstellationen Zerstörung ganzer Wälder …

Ein Träumchen

Einmal im Jahr gebe ich ja dem Schicksal in Form eines Lottotips die Chance – bislang hat es, nämlich das Schicksal, sich allerdings noch nicht darauf eingelassen. Man träumt dennoch ein wenig vor sich hin was man machen würde, wenn man sich um den täglichen Gelderwerb nicht mehr kümmern müsste: Natürlich mehr Freizeit genießen, deutlich mehr Zeit mit den Freunden verbringen, und sicher die ein oder andere interessante Ecke in diesem Land – oder auch darüber hinaus – besuchen, die man immer schon mal sehen wollte. Ein kleines Träumchen wäre es allerdings auch, einen Dampferladen zu betreiben… Jaaa, ich betreibe …