Mimimi

  • Es ist Winterzeit: Unnötig kalt, dunkel und nass.
  • Gerade vom fiesen Hexenschuss erholt steckt mir jetzt ne Männergrippe in den Knochen.
  • Zur Männergrippe gesellen sich Halsschmerzen – und ich kann nicht kaum dampfen! Dabei ist das Salted Caramel Machiato doch so saulecker.
  • Anscheinend liegen noch mehr Dampfer mit Mimimi schwerer Krankheit im Bett – in unserem Laden sind die jedenfalls nicht. Der Kundenansturm – und damit auch die Umsätze – sorgen zur Zeit nicht für Freudensprünge oder Jubelarien.
  • Und falls ich es nicht erwähnt hatte: Es ist Winterzeit – unnötig kalt, dunkel und nass.

Stimmung: Heftiges Mimimi mit einer üppigen Portion Grmpf.

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Jubiläumsgesundung

Ja, natürlich ist es ganz nett, sich, nachdem man dem morgendlichen Drang der Altmännerblase nachgegeben hat, wieder ins Bett zu legen und noch ein wenig zu schlummern. Und natürlich ist es ganz nett, endlich mal wieder Zeit zum Lesen zu haben und sich die ein oder andere DVD, die schon seit Ewigkeiten hier vor sich hinstaubt, anzusehen. Oder einfach mal ein Mittagsschläfchen zu halten. Trotzdem – nu is genuch!

Morgen fahre ich schon für ein, zwei Stündchen in den Laden, und am Samstag, wenn wir unser Dreijähriges feiern, will und werde ich dabei sein! In der nächsten Woche werde ich mich dann langsam rantasten und die Belastung langsam steigern um dann spätestens die Woche drauf wieder fit und fröhlich jeden Tag im Laden zu stehen.

Heute vor drei Jahren haben wir unseren Laden eröffnet. Drei Jahre!!! Hätte uns das jemand vorher zugetraut? Inklusive wir uns selbst? 😉 Natürlich ist unser Abenteuer mittlerweile Alltag, die Euphorie ist auf einem normalen Maß angekommen, langweilig wird das ganze trotzdem nicht. Die neue Konkurrenzsituation bringt neue Herausforderungen mit sich, aber in einer so schnelllebigen Branche ist Flexibilität sowieso Pflicht. Wir gehen nun also – voll motiviert – in unser viertes Jahr, und ganz ehrlich, darauf sind wir auch ein bisschen stolz. 🙂

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​Das ultimative Stef-hat-Rücken-Posting

Stef hat Rücken, und Rückenschmerzen sind Mist!

Na gut, etwas detaillierter, dazu mehr oder weniger chronologisch, inklusive guter Tipps:

– Wenn dich die Hexe geschossen hat und du vor Schmerzen nicht einen Schritt weiter gehen, stehen bleiben oder dich hinsetzen kannst – lass dich einfach fallen. Der Schmerz ist dann zwar extrem, aber auch recht schnell wieder erträglich – jedenfalls so lange du liegen bleibst. Du solltest nur nicht damit rechnen, aus dieser Position die nächsten Stunden rauszukommen, suche dir also ein möglichst lauschiges Plätzchen.

Pro-Tipp: direkt hinter einer Tür zu liegen ist ungünstig, jedenfalls sofern sich kein Helfer im Zimmer befindet.

– Krankenhäuser sind scheiße. Aber elektrisch verstellbare Krankenhausbetten, dazu noch mit Galgen zum Hochziehen, sind toll. Du wirst sie lieben – und dann vermissen.

– Wenn du ungerne anderen Leuten zur Last fällst, suche dir eine andere Krankheit. Ebenso wenn du ein ungeduldiger Mensch bist oder schwer akzeptieren kannst, dass du  ganz profane Dinge nicht schaffst.

In diesem Zusammenhang: Socken und festes Schuhwerk sind vollkommen überbewertet.

– Wenn man sich nicht bücken kann herrscht wesentlich häufiger Schwerkraft als sonst. Akzeptiere es und versuche nicht, das Gravitierte wütend weg zu treten. Zum einen triffst du sowieso nicht, zum anderen erhöht sich der Schmerz massiv, ebenso die Wut.

– Eine halbe Stunde den Krankenhausflur entlang zu spazieren ist etwas anderes als eine halbe Stunde durch freie Wildbahn zu gehen. Zumal in Krankenhausfluren Geländer und Wände zum abstützen sind – in freier Wildbahn eher selten.

– Wenn ein Arzt sagt, es kann sich ziehen bis man wieder fit ist, spricht er weniger von Tagen als vielmehr von Wochen bis Monaten. 

– Es ist schwierig, einen MRT-Termin zu bekommen. Noch schwieriger ist es nur, jemanden zur Terminvergabe ans Telefon zu bekommen.

Nach einer Woche weißt du:

– Du lernst deinen Körper besser kennen. Du spürst in den Schmerz rein, du lernst, gezielter zu entspannen (und merkst dabei, wie schwer das ist.)

– Du findest nach und nach die beste Art, mit möglichst wenig Schmerzen ins und aus dem Bett zu kommen und weißt bald, wo du dich wie am besten abstützen kannst. 

– Rücken macht aber auch sauer! Selbst Kleinigkeiten kannst du nicht erledigen. Nicht mal was vom Boden aufheben. Nur ein paar Minuten stehen, nur ein paar Minuten sitzen. Der permanente Schmerz macht dich verrückt, und der Scheiß wird einfach nicht besser.

– vor allem weißt du jetzt aber dein großes, breites Bett zu schätzen!

Nach einer weiteren Woche weißt du:

– du schaffst es immer noch nicht, Gravitierendes fallen zu lassen anstatt zu versuchen es aufzuhalten und durch eine schnelle Bewegung üppiges Aua zu riskieren. 

– du weißt, du hättest den Kühlschrank auf einen Sockel stellen sollen, als du noch fit genug warst. Jetzt ist wieder alles unterhalb des obersten Fachs nicht erreichbar. Außerdem wünschst du dir eine Treppe in die Badewanne. 

– wenn man sich so gut wie gar nicht bewegen kann fällt es relativ leicht die „Füße still zu halten“ und zu akzeptieren, dass man kaum was machen, geschweige denn arbeiten gehen kann. Je besser es dir aber geht desto schwerer fällt es. Zum Glück gibt es immer wieder die kleinen Rückschläge, die vertreiben den Übermut schon ganz gut.

– wenn du es schaffst, zeitnah Physio-Termine zu bekommen, kannst du eigentlich auch direkt das Hungerproblem in der dritten Welt lösen.

Nach zweieinhalb Wochen:

Es beruhigt ja doch ein wenig zu wissen, dass mit der Bandscheibe alles in Ordnung ist.
Jetzt heißt es nur noch Geduld zu haben. Geduld! Hömpf…

 

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Urlaub – anders als geplant

Ja, ich hatte mich auf den Urlaub gefreut. Mal eine Woche komplett raus! Endlich wieder mal meine Lieben zu treffen, die ich seit einer gefühlten Ewigkeit nicht mehr gesehen habe! Obwohl da auch Gedanken sind wie „wird der Laden laufen, wenn Papa nicht mindestens alle zwei Tage da ist“? Gerade jetzt, in dieser wichtigen Phase (es ist immer eine wichtige Phase), und es gibt gerade jetzt doch noch so viel zu tun (es gibt immer viel zu tun)… 

Bei aller Freude auf die „Tour“ – die erste seit vier Jahren – ist auch klar, so zum Feierabend würde man schon gerne mal kurz im Laden reinschauen, nachsehen ob alles vorrätig, alles aufgefüllt, alles geputzt ist…

Ja, es fiele mir schwer, hier los zu lassen und eine Woche komplett draußen zu sein. Dennoch säße ich jetzt im Zug, so langsam dem ersten Zielbahnhof näher kommend, wenn, ja wenn nicht auf Grund der Sturmschäden direkt der erste Zug nach Hamburg ausgefallen wäre!

Na gut, der gestrige Hexenschuss hätte die Fahrt vielleicht auch ein bisschen erschwert. Dazu die Tatsache, dass ich jetzt nicht in einem Zug sitze sondern im Krankenhaus liege, immerhin sowohl mit Ausblick in den Park als auch auf eine ausführliche Schmerztherapie. Wie praktisch, dass die Tasche gepackt und Lesestoff für die lange Reise bereits gekauft war.

Nun also Bad Doberan statt Stuttgart oder Köln, Krankenhauskost statt lecker essen gehen und Schmerzmittel statt Bärenfang und Grappa.

Wie das jetzt weitergeht? Keine Ahnung, wenn es nach mir geht bin ich hier spätestens übermorgen wieder raus, der Arzt deutete aber schon an, dass er das wohl ein bisschen anders sieht und mittlerweile scheint es der behandelnde Arzt auch so zu sehen.

Die Deutschlandtour ist jetzt erstmal auf unbestimmte Zeit verschoben – und der Laden muss trotzdem ohne den Papa laufen, und das wahrscheinlich länger als gedacht…

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Spätestens wenn einen dermaßen die Hexe schießt, dass man sich kaum noch bewegen und schon gar nicht bücken kann, ist ein Kühlschrank, der auf dem Boden steht, zu niedrig und deshalb doof.

Gilt im Übrigen auch für Steckdosenleisten, den Vorratsschrank und vieles mehr. Extra für euch getestet.

Man reiche mir einen – gerne knackigen – Zivi!

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