Legalize!

Liebe Bundesregierung,
ihr braucht dringend Geld – zum Beispiel durch üppige Steuereinnahmen?
Ihr wollt nach der Krise die Wirtschaft ankurbeln?
Und vor allem wollt ihr, dass das Volk bei schönstem Wetter und viel Freizeit zuhause auf dem Sofa rumhängt?
Ich hätte da nen Vorschlag.
#legalize

…schrub ich vor Kurzem in einem (a)sozialen Netzwerk. Und das war nicht (nur) lustig gemeint!

Mal ernsthaft, was soll denn der Scheiß? Warum sträuben sich seit Ewigkeiten sämtliche Regierungen (ja, auch rot-grün Anfang der 2000er), Cannabis zu legalisieren? Hat man Angst, dass aus dem Land der Dichter und Denker plötzlich ein Land der Kiffer wird? Natürlich würde es der ein oder andere nach einer Legalisierung mal ausprobieren, aber in kürzester Zeit wird sich das normalisieren – wer heute nicht kifft macht das übermorgen auch nicht, nur weil es plötzlich erlaubt ist.

Fakt ist doch: Es wurde früher gekifft, es wird heute gekifft, und es wird auch in Zukunft gekifft werden. Da dies in der Illegalität geschieht gibt es in der Sache aber fast nur Verlierer:

  • Der Konsument muss sich wie ein Kleinkrimineller “seinen Stoff” in Parks oder wo auch immer besorgen.
  • Wenn die Ware nicht kontrolliert wird kann sich kein Konsument sicher sein, dass er nicht schlechtes (ärgerlich) oder völlig überzüchtetes (gefährlich) Zeug bekommt.
  • Polizei und Justiz bindet Massen an Personal und Zeit zur Ermittlung, Verfolgung, Verhandlungen (und in den meisten Fällen anschließenden Einstellung des Verfahrens).

Wie unnötig ist das?

Ja, natürlich gibt es – wie bei allem Anderen auch – immer eine Gefahr des “Missbrauchs”: Zu viel, zu oft, zu undsoweiter. Aber diese Gefahr besteht bereits jetzt und ist ob der Tabuisierung eher größer. Abgesehen davon bleibt auch der Alkohol ein Genussmittel (das lecker Gläschen Rotwein zum Essen, das Feierabendbierchen), auch wenn es – leider – viel zu viel Alkoholkranke gibt. Im Übrigen: Richtiger Genuss (!) kann (und sollte) erlernt werden. Gilt für alles!

Damit sich die Entscheidungsträger etwas leichter tun wäre eine kontrollierte Abgabe ähnlich wie in den Niederlanden denkbar:

  • Kontrollierter Anbau
  • Zertifizierte Abgabestellen, am besten mit
  • Beratungsmöglichkeiten

Dies aufzubauen wird sicher seine Zeit dauern. Bis es soweit ist sollten als erster Schritt Besitz und Konsum generell erlaubt werden, ebenso der Selbstanbau für den Privatgebrauch, eventuell auch in sogenannten “Cannabis Social Clubs“, wie dies derzeit unter anderem in Spanien schon geschieht.

Also liebe Bundesregierung, ich weiß, ihr habt im Augenblick anderes zu tun (wobei dem ein oder anderen stay@home gechillter sicher deutlich leichter fallen würde), aber wenn der ganze Corona-Mist vorbei ist, dann solltet ihr endlich aktiv werden. Steuergelder und so, Wirtschaft ankurbeln und so. Wisster bescheid.

Bitte. Gerne.

Weiterführende Informationen zum Thema Legalisieren gibt es zum Beispiel beim Hanfverband.

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