SelbstUndStändig
SelbstUndStändig

Nicht mal ansatzweise…

Heute vor sechs Jahren haben wir unseren Laden eröffnet. Wir waren überwältigt vom Zuspruch, am Ende des Tages auch recht zuversichtlich für die Zukunft, ahnten aber nicht mal ansatzweise, wie toll das folgende Jahr werden sollte. Heute vor fünf Jahren feierten wir unser Einjähriges, eine schöne Party nach einem erfolgreichen ersten Jahr – und wir ahnten nicht mal ansatzweise, wie viel erfolgreicher und schöner die nächsten Jahre werden sollten. Heute vor einem Jahr feierten wir unser 5jähriges. Wieder wurde es eine tolle Party mit vielen, teils langjährigen Stammkunden – und wir waren durchaus zuversichtlich, uns von der schlechten Lage nach …

Die Maskenfrage

Der hiesige Wirtschaftsminister regt an, die Maskenpflicht im Einzelhandel, zumindest in den nördlichen Bundesländern, abzuschaffen. Der Handel wolle das so. Zugegeben, hier oben gibt es derzeit kaum Corona-Fälle, außerdem wäre, gerade für uns, ohne Maske alles ein bisschen einfacher: Allerdings wimmelt es hier oben gerade von Touristen, und die Masken sind – neben ausreichendem Abstand – momentan der einzig halbwegs sinnvolle Schutz. Ich wäre da also ein wenig hin und her gerissen. Nun, der Wirtschaftsminister bekommt bereits heftigen Gegenwind. Übrigens nicht nur aus der Politik – auch in meiner Twitter-Timeline findet dieser Vorstoß eher wenig Zustimmung, nach dem Motto “Keine …

Zum Leben zu wenig…

Eine merkwürdige Situation ist das gerade im Laden. Die Corona-Pandemie hat uns, wie viele andere auch, schwer gebeutelt – zum einen natürlich in den Wochen, in denen geschlossen war, aber auch jetzt, wo die Kontaktbeschränkungen weitgehend aufgehoben sind bzw. von den meisten Leuten großflächig ignoriert werden. Aber die Lust aufs entspannte Shoppen hat sich, wie befürchtet, immer noch nicht eingestellt. Ob es nun die Maskenpflicht ist, die Einschränkungen gerade in kleinen Läden, die fehlende Kohle oder generell die Ungewissheit wie es weitergeht – all das wird wohl dazu beitragen. Außerdem hat der ein oder andere wohl gemerkt, dass Shopping auch …

Schalter kaputt

Fünf Jahre lang drehten sich abends die letzten Gedanken vor dem Einschlafen um den Laden. Das war okay, waren sie doch letztendlich meist positiv, konstruktiv, und ließen einen lächelnd einschlummern. In den letzten Monaten drehen sich nachwievor abends die letzten Gedanken – und morgens die ersten, und auch viele dazwischen, eigentlich fast alle – um den Laden. Sie sind aber nicht mehr positiv, selten konstruktiv, das Einschlafen dauert, und lächelnd ist es schon mal gar nicht. Und irgendwie ist im Kopf der Ausschalter kaputt. Doof.

Auf und ab, hü und hott

Seit Anfang der Woche dürfen wir den Laden, wenn auch mit Auflagen, wieder öffnen. Da das Volk möglichst Zuhause bleiben soll – und sich zumindest teilweise auch daran hält – ist die Innenstadt natürlich relativ leer, weshalb wir auch nicht gerade überrannt werden. Aber die Kunden, die erscheinen, sind richtig glücklich und kommen meist auch mit den Hygieneregeln – und den damit verbundenen Einschränkungen – ganz gut klar. Soweit, so gut. Natürlich kann ich derzeit unseren Personalschlüssel nicht halten: Die Öffnungszeiten sind reduziert, außerdem darf immer nur ein Kunde im Laden sein, und so steht halt an den einen Tagen …

Urlaub! Schön, aber…

Ein wenig urlaubsreif bin ich ja schon länger. Die verlängerten Wochenenden, die ich mir zuletzt ab und an gegönnt habe, taten zwar gut, aber so richtiges Abschalten war natürlich nicht drin. “Mal so drei, besser vier Wochen Urlaub, das wärs” dachte ich letztens “aber das geht nunmal nicht”. Tja, nun habe ich meine – mindestens – vier Wochen Urlaub, aber so war das irgendwie nicht geplant. Seit heute ist der Laden bis mindestens Mitte April geschlossen. In einigen Bundesländern gelten Dampfshops zwar (noch?) als notwendig für den täglichen Bedarf, aber das Verbot ist ja nur die eine Sache, die Gesundheit …

4 Tage nix!

Sieben Wochen habe ich jetzt am Stück durchgearbeitet, nur unterbrochen von den “freien” Sonntagen*, dabei so gut es geht Personallücken gestopft und zwei neue Aushilfen angelernt. Und jetzt bin ich platt, alle, komatös. Zum Glück kommen jetzt vier (!) freie Tage (!!) am Stück (!!!), und da werde ich genau nix** machen. Gar nix. Also außer lange zu schlafen natürlich. Und wenn es anschließend zumindest für zwei, drei Wochen ein wenig entspannter zugeht könnte ich gut damit leben. *Freie Sonntage bestehen in der Regel daraus, drei Stunden länger zu schlafen, entspannt zu frühstücken und den Rest des Tages die dringendsten …

Dolle isses nich

Hobby und Leidenschaft zum Broterwerb zu machen ist eine sehr schöne Sache. Auch viel Arbeit kann da großen Spaß machen, die Motivation kommt von alleine, und selbst mit der Situation, dass kaum noch Zeit für andere Dinge bleibt, hat man sich irgendwie arrangiert. Zur Zeit macht es allerdings wenig Freude: Seit Jahresbeginn sind die Umsätze bescheiden, dafür ist die Arbeit gerade verdammt viel – der einzige Vollzeitmitarbeiter fällt derzeit krankheitsbedingt aus und ich stehe für mehrere Wochen jeden Tag im Laden. Zum Glück haben wir eine weitere Aushilfe gefunden, ansonsten wäre es noch schwieriger, mit dem Stundenkontingent der Mitarbeiter hinzukommen. …

Jetzt sind’s schon vier…

Vier Jahre Selbständigkeit, hättste auch nicht gedacht, damals, als wir anfingen… Mittlerweile ist aus dem großen Abenteuer Alltag geworden, mit all den Aufs und Abs, die dazu gehören. Mehr Arbeit als Wahnsinn, weniger Euphorie, alles ein wenig ruhiger, ohne große Ausschläge nach oben oder unten – Alltag halt. Viele der anfallenden Arbeiten lassen sich mittlerweile tagsüber im Laden erledigen, es gibt also wieder freie Abende. So richtig produktiv sind die allerdings nicht, wenn man erst irgendwann zwischen acht und zehn nach Hause kommt – weshalb der freie Tag in der Woche auch gut mit Programm gefüllt ist und die Erholung …

Note 180419

Seit Ostern habe ich nonstop durchgearbeitet – jetzt bin ich doch ein bisschen im Arsch platt! Vor drei Jahren habe ich das ständig gemacht: Sechs Tage die Woche im Laden stehen – ohne zweiten Mann! Dazu bis weit nach Mitternacht am Rechner gesessen, Bestellungen gemacht, und Sonntags noch den restlichen Kram erledigt, der so anfiel, mitunter auch noch mal was im Laden geklüdert. Im Nachhinein habe ich doch tatsächlich ein bisschen Hochachtung vor mir. Mittlerweile bin ich deutlich früher im Bett, die Sonntagsarbeit ist auf ein paar Stunden vor dem Frühstück reduziert, und ab jetzt sollte wieder ein freier Tag …