Immer wieder Sonntags…

Unter der Woche gibt es keine Freizeit, das ist einfach so, damit habe ich mich mittlerweile mehr oder weniger arrangiert. Bleiben die Wochenenden, wobei die, wenn im – oder für den – Laden viel zu tun ist, auch mal erst am späten Samstagabend beginnen. So hätte ich mir meinen Geburtstag schon ein wenig entspannter vorgestellt, aber wir haben noch das beste draus gemacht.

Geburtstagstisch

Auch die Besuche der Lieben fallen etwas kürzer aus als früher, selbst das Abholen vom Bahnhof ist nicht immer möglich. Trotzdem wurde das letzte Wochenende – der erste Besuch seitdem der Ladenalltag losging – noch bestmöglich genossen. Für Sightseeing – wegen des Wetters partiell mit Auto – lecker Schmaus, kleine Möbelaufbausessions und ausgiebige Knuddelorgien reicht die begrenzte Zeit immer aus.

Adäquate Aufbewahrung

Dass Schlaf, Hausarbeit und die übliche Aufarbeitung des unter der Woche Liegengebliebenen da auf der Strecke bleiben ist absolut okay – der nächste Sonntag kommt ja bestimmt.

Schlemmerei

Wenn der dann allerdings so richtig frühlingshaft ist…

Strandbesuch

…wird das Liegengebliebene halt am nicht mehr ganz so freien Abend erledigt. Oder muss noch ne Woche warten. Außerdem ist ja bald Ostern… 😉

Ja, ich habe mir die Selbständigkeit selbst ausgesucht. (Naja, besser gesagt habe ich eine wohl einmalige Chance genutzt.) Ja, ich könnte zumindest theoretisch einfach mal Fünfe gerade sein lassen und die Zeit für Privatkram nutzen. Und ja, ich setze die Prioritäten. Aber ich weiß, dass zumindest der Freundeskreis Verständnis hat (hoffe ich jedenfalls), und irgendwann bekommen wir die Arbeit vielleicht auch noch etwas besser rationalisiert. Zur Zeit ist es nun mal wie es ist, und damit geht’s mir gerade saugut.

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Drei Monate

Heute vor genau drei Monaten haben wir unseren Laden eröffnet. So richtig fassen können wir das, was sich seitdem ereignet hat, nicht, und es würde mich gar nicht mal verwundern, wenn ich plötzlich in meiner alten Berliner Wohnung aufwache und das alles nur geträumt hätte. Nach wie vor ist die Selbständigkeit ein Abenteuer, nach wie vor ist sie anstrengend und macht zugleich riesigen Spaß. Wir lernen weiterhin Tag für Tag dazu, sammeln ständig neue Erfahrungen – und staunen doch darüber, dass wir bislang wohl nicht all zu viel falsch gemacht haben. 😉

Allerdings stoßen wir auch immer häufiger an unsere Grenzen:

  • Das Privatleben ist immer noch inexistent, auch wenn wir die Arbeitsabläufe schon optimieren und so versuchen, uns Freiräume zu schaffen. So richtig klappen will das noch nicht, dummerweise kommen wir mit der Erfindung des 48-Stunden-Tages auch nicht so recht weiter.
  • Im Laden ist die Arbeit ob des Kundenandrangs mitunter kaum noch zu bewältigen, auch da sind Lösungen noch nicht so richtig in Sicht.
  • Erste körperliche Verschleißerscheinungen sind nicht zu leugnen – letzte Woche durfte erstmals Benedikt drei Tage allein im Laden stehen während ich meine innige Beziehung zur Kloschüssel vertieft habe. Richtig fit bin ich immer noch nicht, und ich glaube, wir sollten unseren Körpern mal wieder etwas Gutes tun, zur Zeit fahren wir doch ziemlich auf Verschleiß.

Aber: Auch nach den ersten drei Monaten bereue ich nicht eine Sekunde lang unsere Entscheidung. Irgendwelche Prognosen, wie es heute in drei Monaten aussieht, entfallen – da könnten wir wahrscheinlich treffsicherer die Lottozahlen orakeln. 😉 Lassen wir uns also überraschen, sind wir bislang auch ganz gut mit gefahren.

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Selbst und ständig

Natürlich hatten wir uns auf den Schritt in die Selbständigkeit vorbereitet. Natürlich wussten wir, dass es gerade in der ersten Zeit ziemlich stressig werden würde. Dass man rund um die Uhr mit seinen Gedanken beim Laden ist. Dass man 1000 Dinge zu beachten hat, an die man zuvor nicht mal im Traum dachte. Dass man kaum noch Zeit für Dinge abseits des Ladens hat. Dass Selbständigkeit eben mit selbst und ständig zu tun hat. Wir wussten also ungefähr, was auf uns zukommt – dachten wir jedenfalls. Jo, am Arsch!

Kurz und knapp: Ich für meinen Teil habe die Selbständigkeit schwer unterschätzt. Der zweite Gedanke nach dem Aufwachen dreht sich um den Laden (der erste Gedanke lautet meist “fuck, schon wieder zu wenig Schlaf”), der letzte Gedanke vor dem Einschlafen dreht sich um den Laden, und die Gedanken dazwischen sowieso. Das Privatleben beschränkt sich auf ein paar freie Stunden am Sonntag, meine Wohnung hat den Charme – und die Ordnung – einer Rumpelkammer, was aber kaum ins Gewicht fällt, da ich eh nur zum Schlafen dort bin. Die sozialen Kontakte beschränken sich in der Regel auf Kundengespräche, vom Freundeskreis bekomme ich kaum noch etwas mit, vom erweiterten Bekanntenkreis gar nix mehr. Die Hobbys abseits des Dampfens liegen brach, die zu lesenden Bücher stapeln sich ebenso wie noch ungesehene DVDs, meinen Fernseher schalte ich alle paar Wochen mal kurz an, von meinem geliebten Fußball bekomme ich gar nix mehr mit, und sämtliche Webprojekte liegen brach.

ABER

Das ganze macht nach wie vor einfach riesigen Spaß! Wir können unserer Leidenschaft nicht nur (rund um die Uhr) nachgehen sondern auch andere Menschen dafür begeistern. Wir sehen, wie unser Projekt, “unser Baby” täglich wächst, immer mehr unseren Vorstellungen entspricht. Wir sehen, wie unsere Ideen, unser Konzept vom Laden aufzugehen scheint und bereits angenommen wird. Ob das Interesse der Kunden anhält und sich steigern lässt – bis wir vom Laden leben können ist es noch ein verdammt weiter Weg – wissen wir nicht. Ob wir das – mittlerweile schon reduzierte – Tempo dauerhaft durchstehen können wissen wir ebenso wenig. Ob uns die – meist völlig ahnungslosen – Politiker oder die Lobbyverbände irgendwann die Geschäftsidee zunichte machen wissen wir erst recht nicht. Es ist auch relativ müßig, deswegen die Glaskugel zu bemühen (natürlich ertappt man sich doch hin und wieder bei solchen Gedanken), wir konzentrieren uns lieber auf das, was wir beeinflussen können und hoffen, dass es weiterhin so gut läuft. Wir haben unseren Traum verwirklicht, haben unser Hobby zum Beruf gemacht, können diesem somit quasi 24 Stunden am Tag nachgehen, und dafür nimmt man doch gerne einiges in Kauf. Auch wenn ich mich auf Weihnachten und somit zwei freie Tage am Stück freue. 😉

Zur Zeit falle ich jeden Abend völlig erledigt ins Bett. Erledigt – und sauglücklich.

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Frei!

Der erste freie Tag seit Wochen: Ausschlafen, entspannt frühstücken, Strandspaziergang.

Belohnung für die Schufterei der letzten Zeit, zugleich wieder Kraft tanken für die nächsten Tage, die wahrscheinlich auch nicht wesentlich unstressiger werden.

Apropos frei:

Bis vor 25 Jahren wäre ein Spaziergang hier entlang für mich auch etwas schwieriger gewesen.

Das Leben – manchmal läuft’s!

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Endlich ist es soweit

Lange haben wir drauf hingearbeitet, und endlich ist es soweit: Die Eröffnung! Eigentlich hätte dieser Tag eine größere Würdigung verdient, mit einem umfangreichen Fotoalbum und einem ausführlichen Beitrag. Für Zweiteres fehlt gerade – welch Überraschung – die Zeit, aber zumindest mit Ersterem kann ich dienen, wenn auch “nur” bei Fäisbuck.

Soviel sei aber an dieser Stelle geschrieben: Es war eine saugeile Eröffnung! Die Stimmung war gut, es war richtig viel los, und die Euphorie war so groß, dass selbst der Schlafmangel nicht sonderlich ins Gewicht fiel. Vielen Dank fürs Daumendrücken, fürs Mutmachen, für die lieben Wünsche – und vor allem an Corinna für die Unterstützung vor Ort.

Geschafft – aber glücklich

Jetzt beginnt der Alltag, wir werden sehen, wie sich alles entwickelt. Die Eröffnung wird uns aber in jedem Fall als eine absolut gelungene Sache in Erinnerung bleiben!

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Noch 3 mal (kurz) schlafen…

Noch 3 Tage – also kalendarisch zwei, aber dem der Morgen graut noch nicht, also ist für mich noch Mittwoch – bis zur Eröffnung. Heute erschien unsere Anzeige nebst eines kurzen Artikels über uns im hiesigen Käseblättchen in einer der lokalen kostenlosen Zeitungen:

In ruhigen Minuten meldet sich eine gewisse Nervosität, aber zum Glück haben wir nach wie vor sehr wenige ruhige Minuten – auch diesen Beitrag habe ich mir kurz vor (oder während) dem Einschlafen per Mail vorgeschrieben. Der Laden ist fertig eingerichtet (klar, man könnte noch hier, man könnte noch das, aber man braucht ja noch was zum wachsen), die Ware zum größten Teil gut verräumt, jetzt geht es schon fast Richtung Feinschliff. Es gab einige die meinten, das ganze sei in der kurzen Zeit nicht zu schaffen – und in manch schwacher Sekunde dachten wir das auch. Aber wir haben kräftig geschuftet, sind auch ganz schön alle, aber zuversichtlich, dass am Samstag alles klappt.

Zur Unterstützung am Eröffnungstag haben sich schon einige liebe Menschen angekündigt – auch welche, die man bislang nur aus dem Netz kennt und solche, die eine ganz schön lange Anreise in Kauf nehmen: Wir freuen uns auf euch. Und ich bin mir ziemlich sicher, dass ich die Leserschaft, die nicht live dabei sein kann, mit Foto- und evtl. gar Filmmaterial zu beglücken.

So, und jetzt: Bett!

Zeitungsausschnitt inkl. Foto: Warnow Kurier

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Kommunikation

Mal kurz durchschnaufen

Kommunikation I: Benedikt und ich haben ja schon, als ich noch in Berlin wohnte, nicht wenig kommuniziert, per Telefon, Mail oder Messenger. In den letzten Tagen kommunizieren wir quasi rund um die Uhr. Nicht selten geschieht es, dass wir uns nachts noch gegenseitig Mails mit Todos, Erinnerungen oder Ideen schicken, und das erste am Morgen der Weckanruf ist, weil wir mitten in der Nacht zu einem Termin raus müssen. Das Schöne: Wir gehen uns trotzdem nur relativ selten gegenseitig auf den Keks. 😉

Kommunikation II:Bei der Geschäftstätigkeit ist die Kommunikation mit tatsächlichen und potentiellen Kunden wichtig. Die Webseite  ist zu großen Teilen fertig, aber noch nicht veröffentlichungsreif. Als Alternative bietet sich Facebook an – das ist nunmal die Plattform mit der weitesten Reichweite. Hätte mir vor einem Jahr jemand gesagt dass ich dieses Medium mittlerweile recht ausgiebig nutze hätte ich ihn kopfschüttelnd beschmunzelt, aber es dient halt der guten Sache – und ist zugegeben auch nicht uninteressant. Beim Thema: Unsere Facebookseite ist für jeden auch ohne Anmeldung sichtbar. Am Wochenende sind auch wieder neue Fotos hinzugekommen, und ihr könnt ein paar Eindrücke vom Fortschritt des Ladens erhalten. Für die Facebooker unter euch: Über Likes und Teilungen würden wir uns freuen.

Kommunikation III: Was zur Zeit gar nicht klappt ist die Kommunikation mit Freunden, Mailbekannten oder “Webbekanntschaften”. Es ist nicht so, dass ich mir die Zeit nicht nehme, ich habe sie einfach nicht. Sofern ich mein Frühstück zuhause einnehmen kann versuche ich mitunter, dabei ein paar Mails zu beantworten, auch freue ich mich über Anrufe der Lieben, bin aber nur ein paar Stunden zum Schlafen in der Hütte, und Blogbeiträge wie diesen schreibe ich mir per Mail vor, wenn wir uns gerade, weil wir einfach nur platt sind, WWM ansehen, bis auf die Werbepausen, in denen wir noch Geschäftsmails beantworten, ne Bestellung abschicken oder die Fotos für nen Facebookbeitrag raussuchen… Sorry dafür, ihr Lieben, aber es wird ja bestimmt auch irgendwann mal wieder etwas ruhiger.

Als ich noch in Berlin wohnte fiel mir hin und wieder mangels Kommunikation mit der “Außenwelt” die Decke auf den Kopf. Dieses Problem habe ich zur Zeit eher nicht. Aber das ist ja auch ein gutes Training, ich hoffe, bald ist im Laden so viel los, dass ich da aus dem Sabbeln eh nicht mehr rauskomme…. 😉

Langsam wird’s
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Jetzt geht’s los!

Der ein oder andere Stammleser ahnt ja bereits, dass der Umzug an die Küste nicht nur wegen der guten Seeluft und der “Familienzusammenführung” geschah, die meisten im Freundeskreis wissen noch ein bisschen mehr. Nun ist, nach vielem hin und her, alles in trockenen Tüchern, und ich kann die sprichwörtliche Katze aus dem Sack lassen: Am Donnerstag wurde der Mietvertrag für den Laden unterzeichnet, gestern war die Übergabe, und schon am 1.November (nein, der ist im heidnischen protestantischen Norden kein Feiertag!) wollen werden wir die Türen öffnen.

Hä, Laden? Ja, Laden! Fachgeschäft. Offlineshop, wie man auch immer dazu sagen möchte. Dass es sich dabei um einen Shop für Dampfartikel – oder für den Laien verständlicher: E-Zigaretten – handelt kann sich der geneigte Stammleser (und die ebenso geneigte Stammleserin) ja sicher denken.

Wir haben in den letzten Monaten heftig geplant und geschuftet. Wir haben Ideen ausgebrütet – und sie wieder verworfen. Zweifel und Zuversicht wechselten sich ab, mitunter im Minutentakt, ebenso Jubel und Enttäuschung. Dabei geht die Arbeit jetzt erst so richtig los, Endspurt sozusagen, bevor es dann ab der Geschäftseröffnung wieder ruhiger… hm, streichen Sie den letzten Teil. 😉 So ganz wissen wir nicht, wie wir das noch alles rechtzeitig schaffen sollen, aber da beweisen wir jetzt einfach mal Mut zur Lücke.

Wie auch immer, wir sind gespannt, natürlich auch skeptisch, aber die Vorfreude überwiegt. Die geneigte Stammleserschaft halte ich auf dem Laufenden, und natürlich verlinke ich hier Webseite, Facebook– und Twitteraccount sobald sie freigeschaltet sind. (Ja, es gibt auch Projekte vom Stef, bei dem die Webseite nicht als erstes fertig ist. 😉 )

Unterstützung, sei es in Form von Hilfe vor Ort, Tipps oder auch nur mit guten Wünschen, können wir in den nächsten Tagen sicher gebrauchen. Und den ein oder anderen gedrückten Daumen auch…

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