SelbstUndStändig
SelbstUndStändig

Alles im Wandel

Bevor der Alltag zu sehr zur Routine wird würfeln wir doch einfach mal alles durcheinander: Dass wir ob des gesunkenen Kundenaufkommens den Personalstand so nicht würden halten können war ja schon länger klar. Zum Glück mussten wir keine Kündigung aussprechen, zwei unserer Jungs haben sich selbst auf die Suche nach neuen Herausforderungen begeben und sind fündig geworden – und zwar alle beide! Für die beiden ist das vollkommen richtig so, schließlich war die Anstellung bei uns sowieso nicht für die Ewigkeit gedacht. Dummerweise erfolgt ihr Ausscheiden doch sehr schnell hintereinander und dazu recht kurzfristig, zum Glück stehen aber bereits zwei …

Erhol…was?

Die Jungs wollen mir einen zusätzlichen freien Tag in dieser Woche aufnötigen. “Wir haben sowieso gerade alle zu wenig Stunden, außerdem sind wir diesen Monat ja noch zu dritt, und dann kannst du dich mal ein paar Tage am Stück erholen” sagen sie. Hm, noch ein freier Tag? Ich habe doch schon einen zusätzlichen diese Woche, da muss das ja nicht, außerdem – wie sieht das denn aus, wenn der Chef schon wieder freimacht und die Jungs arbeiten lässt… Andererseits müsste die Wohnung mal gründlich geputzt (mööp, hoch motiviert) und der Keller ausgemistet werden (noch motivierter)… Oder doch eher ein …

Homeoffice

Nachdem wir uns den Sonntag im Laden mit einer Zähl-Orgie um die Ohren geschlagen haben gibt es jetzt drei Tage Homeoffice. Faul die Eier schaukeln ist aber nicht – das “Außenlager” (klingt besser als Keller) muss noch gezählt und die Inventurlisten möchten abgeschlossen werden. Trotzdem – zwei Stunden länger schlafen muss drin sein, ebenso ein entspanntes Frühstück. Außerdem habe ich mal wieder eine kleine Arzt-Ralley in Gang gebracht, schließlich möchte man nach nem Vierteljahr doch langsam mal wissen, woher die Schmerzen im Sprunggelenk kommen. Die nächsten drei Tage werde ich also am heimischen PC verbringen (der Rücken freut sich), dabei …

Und danach?

Irgendwann wird es mit dem Laden vorbei sein. Entweder mittelfristig, den Marktgesetzen folgend – groß frisst klein – oder, womit ich eher rechne, schon wesentlich früher, weil die Dampferei aus einer Mischung aus Ahnungslosigkeit und Geldgier tot reguliert wird. Natürlich kann es auch noch tausend andere Gründe geben, wie auch immer, irgendwann werden wir halt den Schlüssel endgültig rumdrehen. Was aber kommt danach? Also nachdem man erst mal eine Woche durchgeschlafen hat? Meine Chancen auf dem regulären Arbeitsmarkt sind nicht wirklich gestiegen: Aus meinen alten Berufen bin ich entweder zu lang raus oder war nie richtig drin. Einen ehemaligen Selbständigen …

Zwei Jahre Abenteuer

Jetzt haben wir tatsächlich schon das zweite Jahr geschafft. Zwei Jahre! Und es ist nachwievor ein Abenteuer, ein schönes und zugleich anstrengendes. Ja, vieles fehlt. Zeit vor allem. Ich hatte noch nie über einen so langen Zeitraum hinweg so wenig freie Zeit. Und noch nie über einen so langen Zeitraum hinweg so viel gearbeitet. Und doch stehe ich nach wie vor fast jeden Abend vor dem Schlafengehen am Fenster, Dampfe ein paar Züge, sinniere über den Tag, und stelle fest, dass ich zwar ganz schön fertig bin – aber auch so richtig zufrieden. Zufriedenheit. Erfüllung. Richtiger Ort und richtige Zeit …

Urlaub!

Jetzt ist es tatsächlich so weit: Die Urlaubswoche beginnt! Sie ist dringend nötig, zumal nach den drei letzten extrem heftigen Tagen. Der Schlafmangel reicht eigentlich schon für fünf Tage Durchschlafen (Schade, dass man den Schlaf auf diese Weise nicht wirklich aufholen kann), aber auch einfach mal Zeit haben, das Liegengebliebene aufzuarbeiten, privaten Krams zu erledigen, und einfach nur Abschalten. “Eine Woche mal nicht an den Laden denken, am besten wegfahren, um den Kopf mal so richtig frei zu pusten” war die Idee. Gut, dass das mit dem komplett Abschalten nicht klappen würde war recht schnell klar – nur jetzt haben …

Am Limit (2)

Zum anderen ist die Arbeit für den Laden momentan recht heftig, dass ich gerade schlichtweg platt bin: Der eine Mitarbeiter fällt wegen Krankheit aus, der andere beißt auf die Zähne und hält trotz geschossener Hexe tapfer durch. Ich hatte in diesem Monat – von den Sonntagen, die ja eigentlich auch nie richtig frei sind, mal abgesehen – ganze zwei freie Tage. Und bis auf die Weihnachts- und Ostertage arbeiten wir seit zwei Jahren durch. So langsam bin ich an der Grenze angekommen, und mittlerweile habe ich die Befürchtung, dass die Rückenprobleme nicht nur an der Matratze liegen, zu deren Erneuerung …

Schon ein Jahr!

Heute vor einem Jahr haben wir unseren Laden eröffnet. Ein Jahr schon? Oder erst ein Jahr? Klar ist das vorige Leben noch irgendwo präsent, aber eben auch unheimlich weit weg – so viel ist seit dem Umzug und erst recht seit der Eröffnung vergangen. Andererseits – wirklich schon ein Jahr? Guggst du Beitrag im Schnuten-Blog: Das erste Jahr.

Mittwochs geschlossen

Seit elf Monaten arbeiten wir 80, mitunter auch 90 Stunden in einer 6 1/3-Tage-Woche. Außer sonntags überliste ich, mit wechselndem Erfolg, meine innere Uhr mit nem Schlafphasenwecker und ner (zum Schluss) kalten Dusche. Zwei freie Tage habe ich mir seitdem gegönnt, und so langsam robben wir auf dem Zahnfleisch. Heute ist der erste freie Mittwoch! Es ist ein merkwürdiges Gefühl – ein normaler Werktag, und der Laden ist geschlossen. Ich habe lange geschlafen, werde gleich ausgiebig frühstücken, und dann… Ja, und dann? 1000 Dinge gäbe es in meiner Wohnung zu erledigen. Putzaktionen, Berge von Unterlagen sortieren, Mails beantworten, den PC …