Statusupdate

Nö, nix Besonderes. Ein paar Postings liegen angefangen in der Pipeline, zur weitergehenden Menstruation fehlen mir gerade Zeit und Muße. Deshalb jetzt nur ein ganz einfacher “so sieht’s gerade aus”-Beitrag – bevor ich die nächsten Tage quasi offline bin, da die “Letzte-bei-Stef-in-Berlin-Besuche” weitergehen.

Der Businessplan ist schien fertig, inklusive positivem Tragfähigkeitsgutachten, muss aber doch noch mal korrigiert werden. Ein Teil der notwendigen Formulare ist da, viele weitere fehlen noch, Rennerei, Pontius, Pilatus. Der Mietvertrag für den Laden ist noch nicht fix, notwendige Zusagen von Ämtern werden sowieso noch geraume Zeit auf sich warten lassen. Man sieht deutliche Fortschritte bei dem ganzen Unternehmen, dennoch scheint der Berg an noch zu Erledigendem so hoch dass es fast unmöglich scheint, alles rechtzeitig zu schaffen. Wir schaffen’s trotzdem. Wahrscheinlich. Irgendwie.

Mehr Sorgen macht mir die Wohnung. Nicht die zukünftige, die ist im Prinzip am Start, muss allerdings noch etwas *hüstel* aufgehübscht werden, und Verträge sind auch noch nicht unterzeichnet. Nein, die aktuelle Wohnung bereitet Kopfschmerzen. Falls jemand jemanden kennt, der ab 1.9. ne anderthalb Zimmer-Wohnung mit viel Charme im Wedding sucht, bezahlbar, mit Badewanne, Balkon, Park- und ÖPNV-Anbindung, lediglich bei Ostwind eine Nuance laut… und vor allem, der die Wohnung as is nimmt und mir somit nen Haufen Arbeit und Zeit für Renovierungen erspart die Möglichkeit nutzt, die Wohnung so zu streichen und herzurichten, wie es ihm gefällt…

Der Umzug selbst kann immer noch nicht final geplant werden – es fehlt die Genehmigung des Jobcenters, die zwar höchstwahrscheinlich kommt, aber eben nur höchstwahrscheinlich. Außerdem sollte ich so langsam schnellstens mit dem Packen anfangen, immerhin sind 50 Umzugskartons bestellt und auf dem Weg, aber ein Umzugsunternehmen kann ich erst dann organisieren, wenn das endgültige Okay… ihr versteht. Wie das ganze zeitlich zu schaffen sein soll weiß ich nicht mal ansatzweise, aber auch das wird klappen. Vielleicht. Irgendwie.

Die Ausmisterei kommt zur Zeit kaum voran. Nicht, weil die Lust fehlt (hm… naja…) sondern die Zeit. Andere Dinge sind einfach dringender, und zur Not mache ich es am Schluss auf die rigorose Tour: Müllsack schnappen und alles, was nicht bei drei auf den Bäumen ist wirklich mitmuss, fliegt da rein. Ja, die Zeit ist knapp. Geplante Fahrten aufs Land oder zu den Eltern werde ich nicht mehr schaffen, aber wenigstens die Lieben hier muss ich noch mal alle sehen bevor ich mich ganz vom Acker mache. Und der letzte der drei geplanten Berlinbesucher wird wahrscheinlich schon zwischen Umzugskisten nächtigen müssen.

Ja, ich arbeite immer noch mit dem Ersatz-PC, ja, ich fluche immer noch regelmäßig wenn die Kiste einfriert, sobald man ihr sich auf nen Meter nähert, und ja, die Hitze finde ich nachwievor unangenehm. Die war früher anders, die Hitze. Schöner. Bestimmt.

Und um’s noch mal klarzustellen: Ja, ich weiß, wofür wir uns diese Mühe machen, ja, ich bin froh, dass wir diese Möglichkeit haben, und ja, das Chaos – zumindest dieses – wird eines Tages durch sein. Nein, ich beklage mich nicht, und nein, ich brauche keinen “Aber guck mal, wie viel ihr schon geschafft habt”-Trost. Das ist einfach nur ein Statusupdate, eine Momentaufnahme, mehr kann es auch gar nicht sein, da sich, siehe Anfang, quasi stündlich was ändert. Gerade ist ein Zeitpunkt, an dem ich nicht mehr weiter weiß, mich scheiße allein fühle, aber wie geschrieben, Momentaufnahme. Und ich freue mich schon auf den Tag, an dem ich den Beitrag nochmal lese und sagen werde “Das war ne verdammte Schufterei, es war Hektik und Chaos. Aber es hat sich gelohnt.” Jawoll.

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Das Spiel mit den Illusionen

“Dort wohnen, wo andere Urlaub machen!” Mit diesem Slogan werben viele Urlaubsgebiete, auch an der mecklenburgischen Ostseeküste sah ich schon das ein oder andere Plakat mit dieser Verlockung. Denn eine Verlockung ist es: Urlaub an der Küste – damit assoziiert man Strand, Meer, Sonne (ja, doch, die scheint auch in Meck Pomm, und zwar gar nicht so selten!), ausschlafen, schöne Ausflüge in die reizvolle Landschaft, Erholung, die Seele baumeln lassen, den täglichen Ballast einfach mal vergessen, Kraft tanken. Und solche Slogans sind nicht mal geschönt, denn sie versprechen ja nicht “ewigen Urlaub” sondern lediglich dort zu wohnen, wo andere Urlaub machen. Wo andere Urlaub machen! Denn wenn man dort wohnt befindet man sich eben nicht mehr im Urlaub. Es ist Alltag, und da wird man – egal ob hier oder in Touristengebieten – weder die Seele noch die Beine baumeln lassen, schon gar nicht im Meer. Die Ausflüge in die – nachwievor reizvolle – Landschaft beschränken sich auf die Wochenenden, der tägliche Ballast ist allgegenwärtig, der Erholungsfaktor ist nicht wesentlich größer als an anderen Orten. Und dann sind da ja noch die Touristen, die einem mit ihrer Mischung aus Behäbig- und Gelassenheit die Nerven rauben, die den Lieblingsstrandplatz okkupieren, den man, als man noch selbst als Tourist hier war, für sich entdeckt hat, die für Schlangen an den Supermarktkassen und auf den Landstraßen sorgen. Als man selbst noch Tourist war störte einen all dies nicht, im Gegenteil. Hektik? Nein, demnächst wieder. Man ist schließlich im Urlaub und nicht auf der Flucht. Und das ist ja auch okay so.

Nun wohne ich selbst bald in einer Gegend, in denen die Leute gerne Urlaub machen. In einer Gegend, die ich selbst als Urlauber kennengelernt habe. Und die ich natürlich auch mit vielen Urlaubsbegriffen verbinde. Allerdings habe ich den Vorteil, dass meine Besuche dort oben in letzter Zeit eben nicht nur Urlaub sondern auch mit viel Vorbereitung für den dortigen Alltag gefüllt waren. Ich weiß, dass auch dort oben im Alltag nix mit Seele baumeln lassen ist, nix mit Ausflügen (schon gar nicht, wenn man über kein Auto verfügt), und ich einen ausführlichen Strandspaziergang maximal am freien Sonntag machen kann – wobei man sich das vor allem in der Haupturlaubszeit zwei mal überlegt, ob man wirklich an einem Sonntag am überfüllten Strand… Ich weiß, dass ich dort oben eben nicht Urlaub mache, sondern dass dort der Alltag auf mich wartet. Mit all den Widrigkeiten, die ein Alltag eben so mit sich bringt – egal ob in Berlin, in Pusemuckel oder eben in Rostock.

Warum ziehe ich dann trotzdem dorthin? Erstens weil ich seit Ewigkeiten mal an der Küste wohnen möchte. Der Wunsch mag irrational erscheinen, ist er auch, ist einfach ein Gefühl tief im alten Mann drin. Zweitens weil es dort eine Art “Familienzusammenführung” gibt. Und drittens, weil sich mir dort – wahrscheinlich – eine Möglichkeit bietet, einen Job zu machen, der weitaus mehr ist als nur ein Job. Kurz gefasst: Es bietet sich dort oben eine Perspektive, die sich hier in Berlin wohl nie ergeben hätte.

Und mal ganz nebenbei: Auch nach Feierabend ließe sich, zumindest im Sommer, noch ein kurzer Strandspaziergang anhängen. Wie oft ich den dann in der Realität durchziehe, das ist eine andere Sache. Angeblich ist ein Urlauber in drei Wochen ja auch ungefähr 20 mal häufiger am Strand als der Einheimische in drei Jahren… 😉

(C) der Fotos von oben nach unten: Stef, Stef, Daniela, öhm…

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