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Das 'Berlin' Archiv

Montag, 30. August 2010 - Berlin, Misc

Bereits vor längerer Zeit war ich auf das 2008 eröffnete Restaurant “Little Tibet” aufmerksam geworden, hatte es aber bislang nicht auf die Reihe bekommen geschafft, dieses mal zu testen. Nun aber, zusammen mit dem lieben Besuch, wurde es endlich nachgeholt.

Das Restaurant besteht aus zwei relativ kleinen aber angenehmen und hellen Räumen, Außengastronomie gibt es keine, was bei den momentan herbstlichen Temperaturen aber durchaus zu verschmerzen war. Die Karte ist umfangreich und enthält eine Mischung aus chinesischer, indischer, thailändischer und eben tibetischer Küche, sowohl “Fleischfresser” als auch Vegetarier kommen auf ihre Kosten. Das Preisniveau ist – zumal bei der Lage in der Nähe zum Tourikiez – völlig in Ordnung, Hauptgerichte kosten zwischen sechs und neun Euro. Die Bedienung ist freundlich und aufmerksam, also beste Voraussetzung für ein nettes Besucherabschlussessen.

Wir haben uns wüst durch die Karte gefuttert, und sowohl Vorspeisen als auch Hauptgerichte waren durchweg sehr lecker! Die Portionen waren absolut ausreichend, leider wird der Schärfegrad nur auf der – mittlerweile etwas überholten – Karte auf der Webseite ausgewiesen. Nachdem wir gut gefüllt waren gab’s noch einen kleinen Nachtisch auf Kosten des Hauses, aber bereits vorher war klar, dass wir nicht zum letzten mal im “Little Tibet” waren. Fazit: Absolut empfehlenswert.

Restaurant “Little Tibet”, Gneisenaustraße 6a, Berlin-Kreuzberg. Öffnungszeiten: Di bis So 11.30 – 14.30 und 17.30 – 23.30 Uhr. ÖPNV: U 6 Mehringdamm, U 7 Gneisenaustr. Webseite: www.little-tibet-berlin.de.


Montag, 16. August 2010 - Berlin, Fundstücke

Dass frisch verliebte Paare ihre Initialen in Baumstämme ritzen, ist bekannt. Dass sie individuell gestaltete Vorhängeschlösser an Brücken befestigen, um sich ewige Liebe zu schwören, ist neu. Liebesschlösser werden sie genannt, auch in Berlin findet man sie immer häufiger. [Meldung im Tagesspiegel]

Manchmal hinkt der Berliner doch ein bisschen hinterher – über das “Phänomen” schrub ich schon vor knapp anderthalb Jahren.

Und im Gegensatz zur Weidendammer Brücke in Mitte, wo die Schlösser wohl bereits wieder verschwunden sind, dürften die in Kölle immer noch hängen.


Sonntag, 08. August 2010 - Berlin, Schnappschüsse

Mit gefühlten 1850 Menschen mehr als zuletzt flanierten die Schnuten gestern bei der Hanfparade mit – und trafen auf alte Bekannte:

Ansonsten bleibt eigentlich nur zu sagen dass die Teilnehmerzahl mal wieder zu wünschen übrig ließ und man auch die Musikauswahl eher nervig statt adäquat nennen konnte.


Dienstag, 03. August 2010 - Berlin, Kurz notiert

Auch am kommenden Wochenende wird’s einem hier nicht langweilig: Von Freitag bis Sonntag findet am Alex (nicht am Brandenburger Tor, wie in anderen Quellen verlautet) das Friedensfestival statt, am Sonnabend die Hanfparade (Start der Kundgebung um 13 Uhr am Fernsehturm). Wer kommt mit?


Montag, 02. August 2010 - Berlin, Politik

Das System der sogenannten “arbeitsmarktpolitischen Maßnahmen” ist – zumindest hier in Berlin – komplett zusammengebrochen: Die JobCenter prüfen sowohl bei Trägern als auch in den Einsatzstellen nach der Rechtmäßigkeit der Einsätze, vor allem in Hinsicht auf die Zusätzlichkeit dieser Jobs. Sollten die Entscheidungsträger jetzt schon mitbekommen haben, dass diese Art von Maßnahmen eben doch den ersten Arbeitsmarkt beeinträchtigt?

Nach wie vor sind alle neuen Maßnahmen erst mal auf Eis gelegt. Leidtragende der ganzen Aktion sind zuletzt die armen kleinen Vermittler in den JobCentern, die anstatt ihrer eigentlichen Tätigkeit nachzukommen ihre Zeit mit Prüfungen ausfüllen “dürfen”, in erster Linie aber die Erwerbslosen, dazwischen die Maßnahmeträger, die sich auf neue – und bereits zugesagte – Maßnahmen eingestellt haben sowie die Einrichtungen, die händeringend neue zusätzliche Kräfte suchen (ohne die einige Stellen schlichtweg zusammenbrechen) und somit die Menschen (Senioren, Kinder, Jugendliche), die von diesen eigentlich profitieren sollten.

Neben dem “ausgewogenen Sparpaket” unserer Wirtschaftsmarionetten Volksvetreter liegt die Ursache des Chaos’ wahrscheinlich im Urteil des Bundesverfassungsgerichts vom Februar dieses Jahres, welches die Berechnung der Regelsätze für die gut 6,5 Millionen Hartz-IV-Bezieher als nicht nachvollziehbar, intransparent und realitätsfern bezeichnete und eine Reform verlangt. Zur Zeit geistern ja Ideen der Bundesarbeitsuschi zur Erhöhung der Regelsätze durch die Presse.

Nun wohnt ja in allem Chaos ein Neubeginn inne – ich befürchte allerdings, dass die Chance auf eine sinnvolle Neuerung vertan wird. Das würde nämlich bedeuten, dass man sich mit dem Thema Arbeit generell auseinandersetzen muss, und das dürfte nicht im Sinne der Wirtschaft sein, nicht zuletzt da auch der “Arbeitslosenmarkt” längst zu einer riesigen Gelddruckmaschine mutiert ist.

Auf jeden Fall ist das ganze spannend. Mal sehen, was sich die “oberen Sesselpupser” noch alles einfallen lassen und was das dann für uns bedeutet…


Dienstag, 27. Juli 2010 - Berlin, Fundstücke, Grundeinkommen, Politik

Attac, Campact und weitere NGOs rufen zur “letzten Hemden-Aktion” gegen das “sozial ausgewogene” Sparpaket unserer VolksWirtschaftsvertreter auf.

Wenn der Haushalt in der ersten Sitzungswoche des Bundestags nach der Sommerpause eingebracht wird, wollen wir nachlegen: Über den Sommer sammeln wir bundesweit „letzte Hemden“, die von Menschen mit ihren Forderungen und Slogans gegen das unsoziale Sparpaket bemalt und beschrieben werden. Diese Hemden werden zur Haushaltssitzung auf einer langen Wäscheleine auf der Wiese vor dem Bundestag präsentiert. Dazu werden von der Leyen und die finanzpolitischen Sprecher/innen der Bundestagsfraktionen eingeladen. Ziel ist es, die unsozialen Auswirkungen des Sparpakets noch einmal mit einem starken Bild in die Medien zu tragen. [Quelle: Attac]

Da werde ich doch direkt mal in meinem Kleiderschrank wühlen… [via Netzwerk Grundeinkommen]


Dienstag, 20. Juli 2010 - Berlin, Fundstücke, Politik

Der Senat möchte Googles Streetview in Berlin verhindern. Gute Idee, hier gibt’s sowieso schon bald mehr Kameras als Einwohner. Eine nette Glosse dazu schrieb heute Björn Seeling:

Da können wir doch endlich ganz beruhigt unsere Rabattpunkte auf dem Kundenkonto nachzählen. Oder fröhlich in die Kamera winken, die uns dabei zublinzelt, wie wir Geld abholen. … Im Bürgeramt beantragen wir den neuen Reisepass und drücken den Finger auf den Scanner – das ungute Gefühl ist auf einmal weg. Denn Google muss ja draußen bleiben.  [Zum Text]

Worauf Seeling aber auch – zurecht – hinweist ist die Tatsache, dass wir (auch) im Netz freiwillig Massen an Informationen über uns preisgeben. So auch der Stef: Bloggen, aber über Streetview und vauzettene Studierchen motzen.

Allerdings behaupte ich mal, dass ich nach über zehn Jahren Webseitenfrickelei und acht Jahren Bloggen mittlerweile weiß, was ich von mir preisgebe – und vor allem was nicht. Es macht auch einen Unterschied ob ich alter Sack Mann in den besten Lebensjahren Fotos von mir ins Netz stelle, auch gerne mal bei ner Party, oder ob das irgendwelche Pubertierchen machen. Sollten zum Beispiel zukünftige Arbeitgeber mein Blog entdecken wissen sie direkt, was sie sich da an Bord holen, und meinen jetzigen Arbeitgeber schockt bei mir sowieso nichts mehr. ;)

Wie auch immer: Es ist nun mal ein Unterschied ob ich freiwillig Daten von mir preisgebe oder dazu gezwungen werde. Punkt.


Samstag, 12. Juni 2010 - Berlin, Pix, Politik

Rund 20.000 Menschen demonstrierten heute in Berlin und Stuttgart gegen die Sparschweinereien der Regierung.

Eigentlich hätte ich mit einer deutlich höheren Zahl an Demonstranten gerechnet – bereits im letzten Jahr waren es ungefähr gleich viel – aber immerhin übertraf es die Demo vom April diesen Jahres irgendwo in der östlichen Provinz* deutlich:

;) Man muss allerdings auch sagen, dass die Hinweise auf die Veranstaltung spärlich gesät und recht klein waren. Ein paar Eindrücke von der heutigen Demo gibt’s hier im Fotoalbum, mehr – und ausführliche Berichte – auf den einschlägigen Webseiten und vielleicht sogar in der Staatspresse unabhängigen Presse, direkt hinter den Berichten von der Fußball-WM…

*Danke Bene.


Dienstag, 08. Juni 2010 - Berlin, Politik

Damit, dass unsere Regierung den Bau des “Stadtschlosses” verschiebt, kann ich persönlich leben – das Opfer bringe ich gerne. Dass unter den Sparplänen jedoch in erster Linie wieder Erwerbslose leiden ist sowohl bedenklich als auch schlichtweg zum Kotzen! Aber unsere Politmarionetten bauen wohl auf die gering ausgeprägte Widerstandslust des Volkes – zumal durch die bevorstehende WM der Urnenpöbel ja noch mehr abgelenkt ist. Kein Wunder, dass die Kümmerin sich so sehr um die Nationalelf bemüht.

Am kommenden Samstag finden in Stuttgart und Berlin Demonstrationen gegen die Kapitalismuskrise statt. Liebe Freunde, wenn nicht jetzt auf die Straße gehen, wann dann???


Freitag, 04. Juni 2010 - Berlin

Wenn man auf dem Aussichtsplattförmchen hinter dem Eingang steht ist man fast enttäuscht: Das Tempelhofer Feld sieht gar nicht soooo groß aus.

Wenn man das halbe Feld dann zu Fuß abgelaufen ist stellt man fest: Doch, es ist groß. Und man freut sich, sich auf einer der seltenen Designer-Bänke ausruhen zu können:

Für sportlich engagierte Menschen (und Hunde) ist das neue, alte Gelände eine Wucht, dem Spaziergänger fehlt es bei diesem herrlichen Wetter doch ein wenig an Schatten. Dennoch ein lohnenswerter Besuch!