Berlin

Berlin, dein Gesicht hat Sommersprossen (Hildegard Knef)

Occupy Wedding

 Veröffentlicht vom um 11:04  Berlin, Kiez, Politik
Apr 272012
 

Gentrifizierung ist bislang eher ein Thema für Friedrichshain, Kreuzberg und die zentralen Teile von Berlin-Mitte. Wie sieht das aber hier im Wedding aus? Die Müllerstraße ist seit geraumer Zeit “Sanierungsgebiet”, und mittlerweile können sich zumindest in meiner Ecke Geringverdiener und ALG II-Bezieher kaum noch eine neue Wohnung leisten. So ist es gar nicht so verwunderlich, dass für den Tag vor dem 1.Mai eine Veranstaltung und eine Demo gegen soziale Ausgrenzung im Wedding stattfindet: Die Kundgebung “Antikapitalistische Walpurgisnacht” ab 14.30 Uhr im Bereich S-Bahnhof Wedding / Ruheplatzstr. / Adolfstr. und die Revolutionäre 30. April-Demo “Nimm was Dir zusteht!”, die um 21.00 Uhr am S-Bahnhof Wedding starten soll.

Mehr Infos auf der Webseite der Veranstalter, einen lesenswerten Beitrag gibt’s beim Weddingweiser.

Wie viel ist genug?

 Veröffentlicht vom um 10:15  Berlin, Politik
Apr 272012
 

Das Berliner Sozialgericht hat festgestellt, dass die “Hartz IV”-Regelsätze zu niedrig sind. Ab Mai werden zwar die Kosten der Unterkunft für Berliner ALG II-Bezieher angehoben, dies geht der Opposition aber nicht weit genug. Nun wird sich wohl erneut das Bundesverfassungsgericht mit dem Thema auseinandersetzen müssen.

Die monetäre Situation ist das eine Problem, mindestens eben so gravierend finde ich allerdings nach wie vor den Druck, den die JobCenter auf die ALG II-Empfänger ausüben. Ein Antrag der Linken, die gängige Sanktionspolitik zu stoppen, dürfte keine Aussicht auf Erfolg haben.

Mal ganz abgesehen davon, dass immer mehr Menschen im Niedriglohnsektor – und viele Berufe, gerade im sozialen Bereich, sind de facto dem Niedriglohnsektor zuzuordnen! – arbeiten müssen und von ihrem schwer verdienten Lohn nicht ernsthaft leben können. Aber das ist wieder eine ganz andere Sache – oder eben auch nicht! Aber Arbeiter und Arbeitslose gegeneinander auf zu hetzen, das haben Muttis Mischpoke – und deren Hofberichterstatter – ja mittlerweile perfektioniert.

Kunstparker

 Veröffentlicht vom um 11:01  Berlin, Stadtleben
Apr 262012
 

Auch wenn es Auswärtige nicht glauben ist die Parkplatzsituation in vielen Berliner Wohngegenden relativ entspannt. So auch in diesem Kiez, ich habe hier noch nie erst einmal erlebt, dass einer meiner Besucher nicht (fast) vor der Haustür einen Parkplatz fand – selbst spät abends.

Nicht selten sitzt man allerdings friedlich beim geöffnetem Fenster in seiner Wohnung, hört minutenlang die typischen Einparkgeräusche und denkt sich, so trottelig kann sich doch gar niemand anstellen – bis man sich dann mal bequemt, sich das ganze vom Fenster aus anzusehen um dann festzustellen: Doch, man kann!

Besonders nett ist es, wenn jemand mitten in der Nacht zur weit fortgeschrittenen Abendstunde, wo nicht nur brave Menschen sondern auch der Stef bereits im Bett liegen, versucht, sein Auto schräg in eine Parklücke zu bugsieren, in der ich geübte Fahrer mit einem 7,5-Tonner locker quer einparken. Mitunter kann man am nächsten Morgen dann noch optisch diesen – meist missglückten – Versuch bewundern.

Zu unserer Zeit im tiefen Westen dachten wir ja schon, dass es unfähigere Autofahrer als dort nicht gibt. Nun, wir wurden eines besseren belehrt, sowohl hier in Berlin als auch an der Küste scheint die Mehrzahl ihren Führerschein unterm Weihnachtsbaum gefunden zu haben, zumindest aber in ihrer Fahrschulzeit das Thema Einparken höchstens rudimentär behandelt zu haben.

Aber das scheint sich ja um ein deutschlandweites Phänomen zu handeln… ;)

Roter Jäger

 Veröffentlicht vom um 10:28  Berlin
Apr 252012
 

Seit kurzem läuft im TeVau wieder die Doku-Soap “Rachs Restaurantschule“. Ich gestehe, ich verfolge sie, wobei ich mich – wie auch in der ersten Staffel – mitunter frage, warum eigentlich. Aber diese Frage ist jetzt nicht Thema dieses Beitrags. ;) Die Presse hatte sich über die erste Staffel noch lobend geäußert, mittlerweile mehren sich die kritischen Stimmen. Und wirklich nachhaltig war das Projekt in Hamburg ja nicht, lediglich eine der Kandidatinnen arbeitet auch heute noch dort.

Dieses mal ist Berlin Schauplatz der Soap, genauer gesagt die nicht gerade ärmliche Ecke rund um den Gendarmenmarkt. In der Jägerstraße steht das – bereits im März eröffnete – Restaurant “Roter Jäger”.

Die ersten Kritiken sind auf Qype bereits zu lesen, die Meinungen fallen gemischt aus. Natürlich läuft in einem Ausbildungsrestaurant noch nicht alles ganz rund, wenn man dann allerdings Preise im eher gehobenen Niveau verlangt  – mögen sie auch dem sicher nicht alltäglichen Essen, der frischen Zubereitung oder der Gegend geschuldet sein – entsteht da, zumindest in meinen Augen, eine kleine Schieflage.

Wie auch immer: Ich als – bekennende – kulinarische Wildsau werde das Restaurant wohl kaum zum Essen aufsuchen, die Speisekarte entspricht eher nicht so meinem Geschmack, das Preisgefüge nicht meinen Möglichkeiten. Offensichtlich scheint – zumindest bislang – der Laden auch noch nicht sooo gut besucht zu sein. Klar, der Berliner an sich lässt sich von so ein bisschen Medienhype ja auch nicht so schnell aus der Ruhe bringen. ;)

Bloß nicht zu schön

 Veröffentlicht vom um 09:51  Berlin, Kiez
Apr 212012
 

Die Müllerstraße gehört wie geschrieben zu den “Sanierungsgebieten aktive Stadtzentren”, was auch durchaus sinnvoll ist – an einigen Ecken sieht die Straße doch sehr verkommen aus. Und so freut man sich dann über jedes Plätzchen, an dem etwas mehr Atmosphäre geschaffen wird. Also, jedenfalls theoretisch. Denn zu schön darf es nicht werden!

So soll dieses nette Arrangement wieder verschwinden – die Blumenkübel deshalb, weil sonst, laut Ordnungsamt, eine Autotür beim Öffnen beschädigt werden könnte. Also bei aller Liebe, die Autotüre möchte ich sehen, die sich an den Kübeln ne Beule holt! Die Bank muss übrigens auch wieder weg, sie könnte den Baumwurzeln im Wege stehen…

Mit solchen Aktionen wird die – an sich gute – Idee der Aufhübschung der Straße mal wieder konterkariert, und Anwohnern, die von sich aus aktiv sind, vor den Kopf gestoßen. Ganz abgesehen davon frage ich mich, ob Ordnungs- und ähnliche Ämter gerade hier im Wedding in Mitte nicht doch Wichtigeres zu tun haben…

Doppelpost

 Veröffentlicht vom um 10:56  Berlin, Schnappschüsse
Apr 182012
 

Solche “Doppelbriefkästen” gehören in Berlin (noch) zum Alltag. In meinem “ersten Berliner Leben” gab es einen Einwurf für “Berlin (West)” und einen für “andere Orte” – sinnvoll, war das Porto innerhalb Westberlins doch Dank des sogenannten “Ortsverkehrs” ein paar Pfennig niedriger. Seit der Vereinnahmung Wiedervereinigung unterscheidet man zwischen “Berlin / Brandenburg” und dem Rest der Welt – oder, wie hier zu sehen, zwischen “Big bad city” und “Ausland”. ;-)

Die Zeiten dieser Doppelbriefkästen gehen allerdings dem Ende zu: Da die heutigen Sortiermaschinen angeblich sehr zuverlässig arbeiten werden auch in Berlin in Zukunft nur noch die “normalen” Postbriefkästen aufgestellt. Eigentlich schade…

Slogans für’n Müll (8)

 Veröffentlicht vom um 13:41  Berlin, Fundstücke
Apr 162012
 

Gib’s mir, Baby! :)

(Foto geknipst und zugesandt vom Weddingweiser)

Apr 152012
 

Ich habe mich ja bereits mit einigen Religionen eingehender befasst, allerdings noch nie ernsthaft mit dem Islam. Die Bibel hatte ich in frühen Jugendjahren mal durchgeackert, einige Buddhistische Schriften ebenso gelesen wie das Tao te king, aber der Koran fehlt mir noch. Gestern hätte ich die Möglichkeit gehabt, mir ein kostenloses Exemplar zu besorgen. Nun – mal abgesehen davon, dass ich mich sonnabends nicht unbedingt in die Berliner City stürzen muss möchte ich auch gerne mehr über die entsprechende Ausgabe des Korans wissen – und dass da nun unbedingt als extrem konservativ geltende Gläubige die richtigen Ansprechpartner sind möchte ich bedreifeln. Am liebsten wäre mir natürlich auch ein kommentiertes Exemplar, wobei ich auch da gerne wüsste, wer – und mit welchem Hintergrund – die Schrift kommentiert hat.

Nein, ich hege absolut keine Lust, zum Islam zu konvertieren – oder mich überhaupt einer Glaubensrichtung anzuschließen. Aber der Islam ist nun mal Thema in Deutschland (das wusste man schon vor unserem letzten Bundespräsidentendarsteller), und gerade in Berlin begegnet man ihm noch häufiger als andernorts. Und mehr darüber zu erfahren als das übliche Halbwissen, das man hat, wäre schlichtweg interessant.

Na, mal sehen, wenn es mich wirklich dringend gelüstet, mich mit dem Thema zu befassen, wird sich schon der “richtige” Koran auftreiben lassen. Zur Zeit haben andere Dinge Vorrang, wollte ich auch nur mal, passend zur gestrigen “Verteilaktion”, erwähnt haben…

Noch 52 Tage – wahrscheinlich…

 Veröffentlicht vom um 14:49  Berlin
Apr 112012
 

In 52 Tagen wird der neue Flughafen BER eröffnet. Wahrscheinlich jedenfalls, denn die Planfeststellungsbehörde in Potsdam prüft nun einen Antrag, den Eröffnungstermin zu verschieben, weil die meisten Anwohner noch keinen Lärmschutz erhalten haben.

Überhaupt scheint die Geschichte von BER – oder Willy Brandt, wie der Flughafen dann offiziell heißt – eine unendliche zu werden. Die Flughafengesellschaft hat nämlich jetzt beschlossen, die Anlage noch schnell zu erweitern – so rein zur Sicherheit:

In einer Leichtbau-Konstruktion neben dem Hauptterminal sollen 20 zusätzliche Schalter untergebracht werden. Rund 2,5 Millionen Euro müssen dafür nach Erichsens Angaben aufgebracht werden. Bisher waren an acht sogenannten Check-Inseln 94 Schalter vorgesehen. Tegel und Schönefeld haben derzeit zusammen 186. [Quelle: Tagesspiegel]

Außerdem befinden sich noch zwei weitere Pavillons mit 24 zusätzlichen Schaltern im Bau, die wegen aufwendigerer Kontrollanlagen nötig sind und im April 2013 fertig sein sollen.

Der Flughafensprecher wies Vorwürfe, die Kapazität beim Einchecken sei falsch berechnet worden, zurück. Klar, der neue Flughafen wird ja auch erst seit knapp 20 Jahren geplant…

Ich bin ja mal gespannt, ob in 52 Tagen wirklich Ruhe über meinem Haupt herrscht…

Apothekales Einerlei

 Veröffentlicht vom um 14:09  Berlin, Schnappschüsse
Apr 052012
 

Vor gar nicht all zu langer Zeit entdeckte ich bei meinem Spaziergang durch die Karl-Marx-Allee “Fräulein Beckers Lieblingsapotheke”. Endlich mal eine Abwechslung zu den ansonsten üblichen, meist sterbens ziemlich langweiligen Apothekennamen.

Da dachte ich so bei mir, ob man nicht mal eine kleine Reihe mit Fotos von ausgefallenen Apothekennahmen machen könnte – zumal mir kurze Zeit später in der Gneisenaustraße in Kreuzberg diese Apotheke vor die Linse kam:

Das war im Sommer letzten Jahres, und seitdem begegnete mir natürlich keine einzige Apotheke mit einem Namen, der hier unbedingt erwähnt werden müsste. Machen wir also statt einer kleinen Reihe nur dieses eine Posting – und beklagen die Einfallsarmut der Apotheker in Berlin… ;)

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