Zum Feierabend am Tegeler See sitzen und nur den Ausblick genießen.

Glück ist manchmal was ganz Einfaches…
Berlin, dein Gesicht hat Sommersprossen (Hildegard Knef)
Zum Feierabend am Tegeler See sitzen und nur den Ausblick genießen.

Glück ist manchmal was ganz Einfaches…
Das heutige Kapitel der Berliner Markthallen ist ein Kurzes – und meiner Meinung auch nicht wirklich Schönes. Es behandelt die Ackerhalle (1886-1888 als Markthalle VI erbaut) und liegt an der Kreuzung Acker-/Invalidenstraße. Von diesen beiden Straßen aus ist sie auch begehbar – eine Besonderheit, lagen die Eingänge doch für gewöhnlich gegenüber und nicht wie hier über Eck. Nach einem ersten Umbau 1970 wurden weite Teile von einer Kaufhalle belegt, bei der Sanierung 1991 wurde die Halle in ihrer ursprünglichen Gestalt rekonstruiert und ein größerer Supermarkt zog ein. Besser gesagt beherrscht er die gesamte Halle – abgesehen von ein paar kleinen Futterbuden am Eingang Ackerstraße.
Auch wenn dieser Markt durch das Gebäude – vor allem die schöne Deckenkonstruktion – etwas besser aussieht als ein effer Supermarkt, ist natürlich von der eigentlichen Markthallenatmosphäre nix mehr zu spüren. Dabei wäre gerade in dieser Gegend nach heftiger Sanierung nach der Einverleibung Wiedervereinigung genug Kaufkraft vorhanden um die Halle wieder als richtige Markthalle zu nutzen. Aber offensichtlich ist deren Ära vorbei. Es gibt viele lohnenswerte Dinge in diesem Leben – ein Besuch der denkmalgeschützten Halle gehört allerdings eher nicht dazu. Wenn man dies dennoch wöllte, erreichte man sie am besten mit der Tram, Haltestelle Pappelplatz. Öffnungszeiten die typischen Supermarktzeiten.
Im Rahmen seines Deutschland-Aufenthalts besuchte der Dalai Lama heute auch Berlin – und sprach auch bei der Kundgebung zur Solidarität mit Tibet am Brandenburger Tor. Zusammen mit ca. 20.000 anderen Menschen machten sich also Stef und Anke auf, Flagge zu zeigen – und seine Heiligkeit live zu erleben. Das Begleitprogramm empfanden wir als gemischt, und leider sprach Heiner Geissler erst, als wir uns schon wieder verabschiedet hatten. Peinlich war’s, wie einige Politiker auch auf dieser Veranstaltung versuchten, parteipolitischen Kleinkrieg anzuzetteln. Zeigt halt mal wieder, wes Geistes Kind sie sind.
Und dann – anmoderiert von Franz Alt – der Auftritt des Dalai Lama: Auch auf diese Entfernung hat der Mann eine unheimliche Ausstrahlung. Sein Übersetzer hat’s schwer, bei der Redebegeisterung und dem “kreativen” Englisch seiner Heiligkeit mitzukommen, aber der Dalai Lama sieht’s locker. Er betont nochmal, dass er kulturelle und religiöse Autonomie für die Tibeter, nicht jedoch einen eigenen Staat fordert, appelliert an Gewaltlosigkeit aller Menschen und gedenkt auch der Opfer der Umweltkatastrophen in China und Myanmar.
Das weitere Programm haben wir aus der Ferne erlebt – eine Runde Absitzen war dringend notwendig. Mal alle politischen Aspekte außen vor gelassen – ich bin froh, heute bei der Veranstaltung gewesen zu sein. Allein die Ausstrahlung des Dalai Lama zu erleben war der Besuch dieser “Massenansammlung” wert.
Dank an Wolli für die Bilder!
Von den ursprünglich 15 Berliner Markthallen, die von 1886 bis 1892 entstanden um dem „unhygienischen Gebaren“ auf den Wochenmärkten unter freiem Himmel ein Ende zu bereiten, existieren nur noch vier – und denen geht seit längerer Zeit immer mehr die Puste aus. In West-Berlin hatten die Hallen in den 60ern und 70ern des letzten Jahrhunderts noch eine Blütezeit, aber seit immer mehr Discounter an jeder Ecke zu finden sind, geht der Besuch dort stetig zurück. Markthallen haben ein ganz eigenes Flair, und so habe ich beschlossen, eine kleine Reihe darüber zu starten. Man gönnt sich ja sonst nix.
Los geht’s mit der Marheineke-Markthalle in Kreuzberg, die erst vor kurzem nach der Sanierung und Umgestaltung wieder geöffnet wurde. Alles wirkt nun durch eine Glasfront heller, eine Galerie wurde eingezogen, rund 40 Händler finden dort Platz, ungefähr 20 davon waren bereits in der alten Halle – wahrscheinlich diejenigen, die nicht auf Bio oder Öko machen. Der Besucher findet eine große Ausahl an Gastronomie, die allerdings wohl eher den “neuen Nachbarn”, also den Kreuzberger Schwaben, Hessen und Rheinländern angepasst wurde. Beim Publikum handelt es sich eben nicht mehr um den “netten Proll von nebenan”, typischer dürfte die Ökotussi mit “rettet Tempelhof-Button” und hinterpfälzischem Dialekt sein, die vor mir geschlagene geschätzte 4 Stunden brauchte um sich für ein bestimmtes Dinkelbrot zu entscheiden.
Tja, was soll man nun sagen? Schön hell, nett renoviert, sauber, und irgendwie so… steril. Eigentlich findet man nix mehr von dem, was eine Berliner Markthalle – für mich – ausmacht. Wer gerade in der Ecke ist sollte sich die Halle trotzdem mal ansehen, aber deutlich interessanter fand ich den anschließenden Bummel über die Bergmannstraße. Vielleicht einfach beides bei einem kleinen Kreuzbergtrip miteinander verbinden. Mit der U-Bahn gelangt man am besten über die Gneisenaustraße dort hin, Öffnungszeiten der Markthalle sind Mo-Fr 8-20, Samstags 8-18 Uhr, Sonntags ist sie geschlossen.
Entgegen der Vorhersage gab’s an diesem Wochenende doch eine Touritour – diesmal per Boot. Spaß hat’s gemacht, die Kommentare des Reiseführers waren angenehm trocken-ironisch, und der Sonnenbrand ist nur ein ganz kleiner…
Natürlich gibt’s auch ein paar Bilder…
Angeblich hat der Berliner eine ziemlich große Klappe und wird von vielen “Westdeutschen” (zu meiner ersten Berlinzeit war das alles die gesamte BRD, auch das südlichste Bayern. Auch heute noch rede wohl nicht nur ich vom “Besuch aus Westdeutschland”, auch wenn die Leute aus BaWü kommen) als unhöflich bis grob bezeichnet. Eine frühe Begegnung mit Berlinern hat mich schnell überzeugt, dass im Grunde seines Herzens der hiesige Einwohner ein sehr liebenswerter Mensch ist:
Es war bei einem Konzert in der Waldbühne (*flüster* Vorprogramm Joe Cocker, Topact Chris de Burgh), man hatte sich gerade von der ersten Vorgruppe erholt, als hinter mir die Mama einer Berliner Großfamilie die selbstgemachten Buletten unter Kids, Gatten und Freunden loswerden wollte. Ihnen wurde eifrig zugesprochen, aber offensichtlich war der Vorrat groß, die Sippe gesättigt, und immer noch bot Mutti die Klopse feil. Also konnte ich mir ein nettes “Och, probieren würde ich die auch mal” nicht verkneifen, und die Köchin bot mir – erst verdutzt, dann strahlend – eine Bulette an. Des Sohnes Kommentar “ick wusste ja nich, det du die janze Waldbühne durchfüttan wolltst” strafte Muttern mit einem bösen Blick ab. Übrigens, die Bulette hat prima geschmeckt.
Wer will am Maifeiertag schon über den historischen Jahrmarkt in Dahlem oder das Biesdorfer Blütenfest bummeln, die Tulipan in den Britzer Gärten oder den Kulturlustgarten in Mariendorf besuchen, mit dem Mauerguide durch Berlin zockeln, sich dem Thementag zum bedingungslosen Grundeinkommen widmen, aufs Myfest gehen oder gar am Mai-Schrei teilnehmen? Ich bleibe da viel lieber im Bett liegen und erhole mich wie Fürst Frederick von der Nichtarbeit. Nächstes Jahr ist ja voraussichtlich wieder ein erster Mai… *soifz*
Zeit für einen kleinen “Sonntagsspaziergang”? Zum Beispiel auf der Strecke Jannowitzbrücke – Brandenburger Tor? Beginn so gegen 13 Uhr? Dann bringt bei der Gelegenheit doch eure Tibetflagge mit…
Die International Campaign for Tibet Deutschland, die Tibet-Initiative Deutschland, Regionalgruppe Berlin und der Verein der Tibeter in Deutschland rufen für den 20.4. in Berlin auf zu einem Friedensmarsch aus Solidarität mit Tibet.
Die Demonstration beginnt am 20.4., um 13.00 Uhr vor der chinesischen Botschaft in Berlin (S/U-Bahnhof Jannowitzbrücke) und endet gegen 17.30 Uhr nach einer Kundgebung vor dem Brandenburger Tor. Die Veranstaltung steht unter dem Motto “Dialog statt Gewalt – keine Menschenrechtsverletzungen in Tibet – Schutz für Menschenrechtsverteidiger in China” und wird unterstützt von amnesty international und der Gesellschaft für bedrohte Völker.
Alle Infos auf der Webseite der Campaign for Tibet

Abgestimmt. Auch wenn’s eher ne Farce ist.
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