Wetter und Interesse trieben mich heute in die Wilmersdorfer Straße, die erste Fußgängerzone in (West)Berlin. Tja, was soll man berichten? Es ist halt eine Fußgängerzone wie man sie im übrigen Bundesgebiet von jeder etwas größeren Stadt kennt – mit allem, was so dazu gehört: ein wenig Außengastronomie, den üblichen Läden, ein wenig Straßenkunst (in dem Fall anstrengende Möchtegernrapper mit extrem lauter Beschallung) und den Rotnasen, die einen immer zu der guten Laune überreden wollen die man eigentlich hätte, würde man nicht an jeder Ecke von ihnen angequatscht.
Im Gegensatz zu Köln, Stuttgart oder Hamburg sind in Berlin Fußgängerzonen eher unterrepräsentiert – kein Wunder, sowohl über schöne Straßenzüge, frequentierte Plätze als auch Einkaufszentren verfügt Berlin ja genug. Andererseits ist ein gemütlicher Einkaufsbummel durch vom Individualverkehr befreite Straßen wesentlich angenehmer als zum Beispiel durch die Steglitzer Schloß-, die Moabiter Turmstraße oder die Müllerstraße im Wedding – vom Kurfürstendamm mal ganz abgesehen.
Der Wilmersdorfer Straße wird häufig attestiert, dass sie in den 70ern stehengeblieben sei. Dem möchte ich, nach meinem heutigen Besuch, widersprechen: Mittlerweile ist sie in den späten 80ern angekommen – was allerdings auch nicht gerade zu weiteren Besuchen dort lockt. Wenn mich zukünftig ein Fußgängerzonenbummelanfall überkommt werde ich wieder nach Spandau rausfahren. Die Anreise dauert zwar länger, aber ein Spaziergang durch die dortige Altstadt hat ein bisschen was von einer Zeitreise in eine deutsche Kleinstadt der 80er – und hin und wieder unternehme ich solche Reisen mal ganz gerne.
Ach ja, Fotos vom heutigen Ausflug entfallen – wer will schon Bilder von ner stinknormalen Fußgängerzone sehen?