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Berlin

Berlin, dein Gesicht hat Sommersprossen (Hildegard Knef)

Brutzlers

 Veröffentlicht vom Stef um 13:25  Berlin, Misc
Dez 062010
 

Von Marcus vor geraumer Zeit empfohlen machten sich die Schnuten endlich auf den Weg, dem (mittlerweile nicht mehr ganz so) neuen Currytempel im Wedding einen Besuch abzustatten: Brutzlers. Der Laden ist gar nicht so klein wie er von außen wirkt, im hinteren Bereich – und saisonabhängig wohl auch vor der Restauration – gibt es noch ein paar Sitzmöglichkeiten, so dass man die berühmte “Wedding-live-Atmosphäre” auch sitzend genießen kann. ;) Die Bude selbst ist sauber, die Bedienung fit, der von Benedikt angeregte Smalltalk hatte allerdings noch deutlich Luft nach oben. Das Hauptprogramm beim Brutzlers sind Burger und Currywurst, wobei wir unseren Fokus – in Anlehnung auf unsere berüchtigten Pommesbudentests – auf die Wurst (selbstredend in der Version “scharf”) und auf Fritten mit Mayo legten.

Die Wurst sowohl “mit” als auch “ohne” ist in ihrer Schmeckigkeit mehr als solide (Benedikt besteht auf die mit Darm, weil knackiger und wurstiger, Stef liebt nun mal die Wurst “ohne”), die Pommes waren durchweg angenehm knusprig und schmackhaft. Ein besonderes Lob gebührt der Soße: Sie ist von der Konsistenz her angenehm soßig (eine Seltenheit in Berlin) und ausreichend scharf (generell eine Seltenheit). Den (sehr) dezenten, nicht näher zu spezifizierenden Bei- oder Nachgeschmack der Soße schiebt Stef übrigens auf eine temporäre Verwirrung der Geschmacksnerven, geht ihm aber bei der nächsten Möglichkeit noch mal auf den Grund. Einziger wirklicher Minuspunkt des Menus: Die Majonäse. Das geübte Schnutenauge erkannte an ihrer “Spermakonsistenz” (Originalton Benedikt) bereits den Schmeckigkeitsfaktor: Er lag bei Null.

Fazit: Nach wie vor ist für den Stef keine Berliner “Stammfrittenbude” zu finden, aber – deutlich näher als das Curry 36 – ist das Brutzlers für den nördlichen Wedding durchaus eine Alternative für eine gelungene Currywurst zwischendurch. Aber auch das Burgerangebot muss der Stef demnähx mal testen, vielleicht gibt’s ja zumindest diesbezüglich eines Tages einen adäquaten “Wolle-Nachfolger” zu vermelden.

Brutzlers, Luxemburger Str. 33, Wedding, U Leopoldplatz. Geöffnet: Mo – Fr: 10:00 – 22:00, Sa – So: 12:00 – 22:00

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Sparpaket stoppen

 Veröffentlicht vom Stef um 08:15  Berlin, Politik
Nov 242010
 

Am kommenden Freitag, den 26. November, will die Bundesregierung ihr mehr als unverschämtes “Sparpaket” im Bundestag zur Abstimmung stellen. Ein Bündnis von über 40 Gruppierungen will unseren Volksverrätern zeigen, was es davon hält – nämlich nix – und ab 10 Uhr den Bundestag belagern.

Nun könnten böse Zungen behaupten, dass den Wirtschaftsmarionetten Politikern die Terrorwarnungen – und damit die Absperrung rund um das Reichstagsgebäude – gerade sehr gut in den Kram passen. Andere, mindestens ebenso böse Zungen könnten dagegenhalten, dass unsere Politiker Volkes Stimme sowieso nicht interessiert…

Update: Da sind die Politnasen ausnahmsweise mal schneller als der Stef: Die Belagerung des Reichstags wurde verboten – oooops – und nur eine Kundgebung am Brandenburger Tor erlaubt. Als Begründung dienen aber weder der Besuch des russischen Zaren Präsidenten Putin noch die Terrorwarnungen, sondern dass zu den Protesten neben Untergliederungen der Linken, gewerkschaftlichen und sozialen Gruppen auch die Antifaschistische Linke Berlin und die Antifaschistische Revolutionäre Aktion aufrufen. Bei beiden Gruppen bestünde die Gefahr, dass sie in die Bannmeile um den Reichstag vordringen könnten und so die Sicherheit gefährden würden. Is klar…

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Terrorangst im Alltag?

 Veröffentlicht vom Stef um 10:36  Berlin, Gedankenkram, Politik
Nov 192010
 

Seit den Terrorwarnungen ist gerade in Berlin die Verschärfung der Sicherheitsmaßnahmen spürbar. Angeblich nehmen’s die meisten Berliner relativ gelassen – zum Glück kann man da nur sagen. Aber wie geht man denn selbst damit um? Bei der täglichen Fahrt mit der U-Bahn denke ich eben so wenig an die Warnungen wie bei Spaziergängen oder Einkaufstouren. Klar, letztere finden eh meist im Wedding statt, und da dürfte die Gefahr, von einem volltrunkenen oder streitsüchtigen Schnurch angepöbelt zu werden wesentlich größer sein als Opfer eines Anschlags zu werden. Zugegeben: Wenn ich morgen den lieben Besuch vom Bahnhof abhole bzw. ihn wegbringe oder nächste Woche selbst zur Reise gen Küste aufbreche könnte ein mulmigeres Gefühl als sonst entstehen – aber dies ist dann wahrscheinlich eher der auffälligen Polizeipräsenz geschuldet. Von Weihnachtsmarktbesuchen würden mich auch eher der frühe Zeitpunkt (he, wir haben erst Mitte November!) und die Menschenmassen abhalten als irgendwelche Terrorwarnungen.

Wie es dann aussieht wenn wirklich etwas passiert – keine Ahnung. Aber dann hätten wir wahrscheinlich in diesem Land sowieso andere Sorgen. Einen Vorgeschmack darauf gab der Berliner Innensenator Körting am Mittwoch:

Wenn wir in der Nachbarschaft irgendetwas wahrnehmen, dass da plötzlich drei etwas seltsam aussehende Menschen eingezogen sind, die sich nie blicken lassen oder ähnlich, und die nur Arabisch oder eine Fremdsprache sprechen, die wir nicht verstehen, dann sollte man glaube ich schon mal gucken, dass man die Behörden unterrichtet, was da los ist. [Quelle]

Dass Araber und Türken in Berlin über diesen Spruch nicht begeistert sind kann ich mir vorstellen. Wie twitterte RA Udo Vetter so schön?

Ich glaube, ich denunziere nachher mal diesen Staatsanwalt mit dem dunklem Teint und dem arabischen Namen.

Mal gespannt, wie das so weitergeht. Eventuell dürfte es sich für einige Sender als Pech herausstellen, die Jahresrückblicke bereits Anfang Dezember auszustrahlen… ;)

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Wohlfühlatmosphäre

 Veröffentlicht vom Stef um 16:28  Berlin, Gedankenkram
Nov 152010
 

Dass es in Großstädten Gegenden gibt, die man nachts nicht unbedingt alleine aufsuchen sollte, ist nix Neues. Dass es in Großstädten immer wieder zu Überfällen, Angriffen und Schlägereien kommt ebensowenig. Wenn sich aber sowohl Häufigkeit als auch Intensität steigern und das ganze dann auch immer öfter in der eigenen Wohngegend bzw. der Stamm-U-Bahn-Linie passiert, dann senkt dies die Wohlfühlatmosphäre doch deutlich.

Nun könnte man sagen, dass es sich hier um ein bekanntes Phänomen handelt und sich diese Vorfälle gar nicht real sondern nur durch eine andere Wahrnehmung häufen, allerdings scheint diese Wahrnehmung dann auch im Umfeld identisch zu sein. Bislang bin ich weder als Zeuge noch als Beteiligter in eine solche Situation geraten, aber alle Erfahrungen muss man ja auch nicht unbedingt selber machen…

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Mahn mal

 Veröffentlicht vom Stef um 19:03  Berlin
Nov 102010
 

Wenn der ahnungslose Berlinbesucher vom Brandenburger Tor aus Richtung Potsdamer Platz geht trifft er linkerhand plötzlich auf ein großes Feld mit eine Menge – genauer gesagt 2711 – unterschiedlich großer Betonstehlen. Dabei handelt es sich weder um moderne Kunst noch um einen Abenteuerspielplatz – auch wenn manche, nicht nur Pubertierchen, das anders sehen. Nein, diese Betonansammlung ist das Denkmal für die ermordeten Juden Europas, es breitet sich auf einer Fläche von 19.000 m² aus und wurde 2005 der Öffentlichkeit übergeben.

Um mal ein paar Zahlen sprechen zu lassen:

Auf der gewellten Grundfläche wurden 2711 zwischen 0,5° und 2° geneigte Betonquader (Stelen) in parallelen Reihen aufgestellt (54 Nord-Süd- und 87 Ost-West-Achsen). Die Stelen sind hohl mit Wandstärke von ca. 15 cm. Bei identischem Grundriss (2,38 x 0,95 Meter) sind die Stelen unterschiedlich hoch, zwischen ebenerdig (112 Stück im Gehweg) und 4,7 Meter. Von den nicht-ebenerdigen Stelen sind 367 kleiner als ein Meter, 869 haben Höhen von ein bis zwei Metern, 491 Stelen sind zwischen zwei und drei Metern hoch, 569 Stelen haben eine Höhe zwischen drei und vier Metern und 303 sind größer als vier Meter. Die schwerste wiegt etwa 16 Tonnen. Die gleichmäßig 0,95 Meter schmalen Gänge zwischen den Stelen sind für die Besucher voll begehbar, bieten allerdings nicht genügend Platz, um zu zweit nebeneinander zu gehen. [Quelle]

Es gab heftige Kritik an dem Mahnmal, und ob dies nun die sinnvollste Art ist, an dieses Ereignis zu erinnern, vermag ich nicht zu sagen. Beeindruckend sind sowohl die Größe des Gesamtgebildes…

…als auch die Enge zwischen den einzelnen Stehlen. Sofern nicht irgendwelche Pubertierchen aus Delmenhorst oder Detroit dort Verstecken spielen wirkt diese Enge durchaus bedrückend.

Aber keine Bange, gegen aufkommende Depressionen von Berlintouristen sorgen schon die Cafés und Andenkenbuden auf der anderen Straßenseite…

Wie auch immer – wer vor Ort ist sollte das ganze mal auf sich wirken lassen.

Holocaust-Mahnmal, Ebertstraße. Das Stelenfeld ist Tag und Nacht frei zugänglich, die Öffnungszeiten des unterirdischen “Ortes der Information” findet man auf der Webseite.

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Morgen wird das Jetzt unternommen

 Veröffentlicht vom Stef um 10:07  Berlin, Grundeinkommen
Nov 052010
 

Am 8. November wird die Petition von Susanne Wiest für ein bedingungsloses Grundeinkommen im Petitionsausschuss behandelt. Anlässlich dazu ruft die Initiative “Unternimm das Jetzt” für morgen zu einer Demo auf. Beginn ist um 5 vor 12 am Brandenburger Tor, der Umzug beginnt gegen 12.40. Weitere Infos auf der Webseite unternimm-das-jetzt.de.

Da dieses Wochenende der Seebär zu Besuch ist wird diese Demo entweder auf mich verzichten müssen – oder es geht eben noch einer mehr mit. ;)

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Ossi gesucht

 Veröffentlicht vom Stef um 18:04  Berlin, Misc
Nov 032010
 

Das DDR-Museum wurde jetzt erweitert. Ich war immer noch nicht dort, möchte das aber endlich mal nachholen.

Dann aber gerne in Begleitung eines Menschen, der in der DDR aufgewachsen ist und einiges erzählen kann. Viel erzählen kann. :)

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Wald-Weihnachtsmarkt in der Rehberge?

 Veröffentlicht vom Stef um 11:05  Berlin, Kiez
Okt 292010
 

Boris Will, Betreiber des “Institut für ungewöhnliche Maßnahmen”, plant für dieses Jahr einen Weihnachtsmarkt in der Freilichtbühne Rehberge. Er soll an fünf Wochenenden, beginnend mit dem 26.November, stattfinden.

Noch sind allerdings nicht genug Standbetreiber dabei, so dass das nette Projekt eventuell um ein Jahr verschoben werden muss… Weitere Infos auf der Webseite des Veranstalters.

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Konkurrenz…

 Veröffentlicht vom Stef um 10:57  Berlin, Schnappschüsse
Okt 072010
 

…belebt zwar angeblich das Geschäft, aber ich weiß ja nicht,

ob das in der KFZ-Zulassungsstelle in der Jüterborger Straße…

…nicht doch etwas kontraproduktiv ist: Mindestens 35 solcher Buden…

…nehmen sich dort gegenseitig die Kundschaft weg. Die ersten Läden scheinen auch – zumindest temporär – bereits geschlossen zu sein…

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Verlorene Vielfalt

 Veröffentlicht vom Stef um 16:40  Berlin, Kurz notiert
Okt 062010
 

Das Schöne an Berlin – neben 1000 anderen Dingen – ist die Vielfalt seiner Bewohner. Bunter und unterschiedlicher trifft man diese in dem Ausmaß wohl in keiner anderen deutschen Stadt. Problematisch wird’s dann, wenn man das Gefühl hat, seit geraumer Zeit (fast) ausschließlich auf Hoschis, Djangos und völlig abgewrackte Gestalten zu treffen… Zugegeben, das könnte an einer selektiven Wahrnehmung, basierend auf genereller Missstimmung, liegen. Sowohl schade als auch anstrengend…

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