Das 'Gedankenkram' Archiv
Sonntag, 07. Februar 2010 - Gedankenkram
Und hier die Schlagzeilen vom Tage:
- Aufatmen: Die chinesische Regierung stimmt auf der IV. Welt-regierungskonferenz nun doch der Übernahme von Esperanto auch für den chinesischen Teilkontinent zu. Damit dürften in Kürze die letzten internationalen Sprachbarrieren fallen.
- In Korea verliefen die Feierlichkeiten anlässlich des 20-jährigen Jubiläums der Wiedervereinigung gewohnt friedlich.
- Auch im fünften Jahr nach dem Aufheben der “Reichensteuer” zieht der Wirtschaftsausschuss eine positive Bilanz: Erneut ist keine Neuverschuldung notwendig, seit drei Jahren ist Deutschland schuldenfrei. 2015 wurde die Steuer eingeführt, um die immer extremer werdenden sozialen Unruhen einzudämmen und die sogenannten “Haushaltslöcher” zu stopfen. Seinerzeit hatten die Regierungen hohe Schulden angehäuft, gleichzeitig ermöglichten sie mit ihren Steuergesetzen, dass finanzkräftige Privatpersonen ihren Reichtum zu Ungunsten des Großteils der Bevölkerung extrem vermehren konnten.
- Die Vorbereitung zur Feierlichkeit des Systemwechsels laufen auf Hochtouren. Vor 30 Jahren wurde – nach dem dritten großen Bankencrash innerhalb von zehn Jahren – das Wirtschaftssystem endgültig auf den heute in den meisten Teilen der Welt gültigen “humanen Sozialismus” umgestellt. Der Offizielle Festakt findet dieses Jahr in Ruhrpott statt, da hier ein weiteres Jubiläum ansteht: Vor zehn Jahren wurde der ehemalige Ballungsraum “Ruhrgebiet” mit seinen 15 Städten und rund 8 Millionen Einwohnern zu einer Stadt zusammengeschlossen.
- Das Wetter: Tagsüber 3°, nachts kommt es zu Bodenfrost, Vorsicht: Glättegefahr. Die weiteren Aussichten: Ab Mitte der Woche Temperaturanstieg.
Naja, man kann doch nicht immer nur schwarz malen…
Samstag, 23. Januar 2010 - Gedankenkram, Kurz notiert
Jeder Mensch hat für sein Handeln einen Grund. Deshalb ist die Welt so wie sie ist…
Sonntag, 10. Januar 2010 - Gedankenkram
In einigen östlichen Philosophien geht man davon aus, dass das Ego, das “Ich”, eine Illusion ist, die sich durch das ständige Verweilen in der Vergangenheit und der Zukunft entwickelt hat und am Leben gehalten wird. Sobald man vollkommen im “Hier und Jetzt” ist löst sich das Ego – zumindest für diesen Augenblick – quasi von selbst auf.
Nun ist genau das, nämlich das Verweilen im Jetzt, alles andere als einfach. Vor allem so am Sonntag Morgen, wenn man sich noch gemütlich im Bett räkelt, macht das Ego gerne mal ausgedehnte Spaziergänge. Geschickt ist es dabei – bevor du dich versiehst hat es sich wieder klammheimlich aus dem Staub gemacht und bahnt sich seinen Weg durch die imaginäre Zukunft. Jaja, so Sonntagsspaziergänge sind schon was Schönes…
Montag, 04. Januar 2010 - Gedankenkram
Der Begriff Parallelwelt oder Paralleluniversum bezeichnet eine Welt oder ein Universum, das außerhalb des bekannten Universums existiert. Parallelwelten sind vor allem aus der Science-Fiction bekannt, ihre theoretische Möglichkeit wird jedoch auch in Bereichen der Physik diskutiert. In einem übertragenen Sinne ist auch in der Psychologie von Parallelwelten die Rede. [Quelle]
Ich habe mitunter das Gefühl, in einer Parallelwelt zu leben. Nicht im Sinne der Definition von WikiPedia
In der Psychologie wird der Begriff der Parallelwelt manchmal verwendet, um Verhaltensweisen der Realitätsflucht zu bezeichnen. So können Menschen mit Hilfe der Phantasie unerfüllbare Sehnsüchte, Wünsche oder Bedürfnisse imaginär ausleben, oder unerträgliche Situationen verdrängen, indem sie sich Parallelwelten bzw. „Ersatzwirklichkeiten“ schaffen. In der Parallelwelt denkt sich der Phantasierende in eine oder mehrere virtuelle, gewünschte Rollen hinein, kommuniziert mit den darin lebenden Personen und schafft eine Umgebung, in der die realen Hemmnisse für seine Sehnsüchte nicht mehr vorhanden sind.
sondern wenn ich den Wahnsinn dieser Welt verfolge, das Geschachere um Geld und Macht, das Rennen nach Ruhm – sei er auch noch so kurz und zweifelhaft -, ständige Priorität von Wirtschaftsinteressen, die viele Entscheidungen unserer Volksvertreter… Beruhigend: Wenn ich mich im Freundeskreis umhöre scheine ich wohl nicht allein in (m)einer Parallelwelt zu leben.
Dieser Artikel schlummert schon geraume Zeit in meiner “Pipeline”, im Augenblick hält sich die Kreativität für neue Beiträge in Grenzen. Abgesehen davon ist ja das Thema “Parallelwelten” bzw. “Paralleluniversen” nach wie vor ein interessantes…
Donnerstag, 31. Dezember 2009 - Gedankenkram, Misc
Es ist also tatsächlich (fast) geschafft, das “Seuchenjahr” 2009! Stellenweise glich es einer Achterbahn – neben vielen Katastrophenmeldungen gab’s zum Glück auch genug schöne Dinge, und vor allem gegen Ende hat das Jahr mit dem neuen Job ja noch mal die Kurve gekriegt. Wenn ich mir dann so ansehe, welche Spuren der Verwüstung die letzten zwölf Monate im engeren Freundeskreis hinterlassen haben, dann will ich mich über “mein Jahr” eigentlich nicht beschweren. Das kommende könnte trotzdem ein wenig ruhiger werden…
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Mittwoch, 30. Dezember 2009 - Gedankenkram, Misc
Der Tatort “Altlasten” vom vergangenen Sonntag setzte bei mir mal wieder einige Gedankengänge rund um das Thema Altern und Tod in Bewegung – und wie ich in den letzten Tagen feststellen durfte, nicht nur bei mir. Obwohl dieser Tatort ein eher ruhiger war – vielleicht das richtige für die “festlichen Tage” – gab es kein Gemäkel über fehlende Spannung oder Action. Im Tatort-Forum sieht das der ein oder andere ein bisschen anders, aber je nun.
Deutlich kontroverser wurde vor allem im Kollegenkreis das Thema Sterbehilfe diskutiert. Natürlich gibt es da immer die Gefahr des Missbrauchs (wo gibt es die nicht?), aber die Möglichkeit, selbstbestimmt und würdevoll zu sterben bevor man zum Pflegefall wird, finde ich wünschenswert. Aber ebenso wie beim Umgang mit dem Thema Arbeit scheint sich der große Teil der Gesellschaft mit einer – tabulosen – Diskussion zum “menschenwürdigen Sterben” und dem Beschreiten neuer Wege schwer zu tun. Von daher: Lob an die Macher für diesen Tatort, der mal wieder beweist, dass Fernsehen nicht zwangsläufig verdummen muss.
Sonntag, 15. November 2009 - Gedankenkram
Wie auch bei der schreibenden Zunft wurde gestern im SportStudio darüber diskutiert, was sich im Fußball künftig ändern muss, damit so ein Unglück wie das von Robert Enke nicht mehr geschieht. Es wurde davon gesprochen, dass man Anlaufstellen für Profis schaffen soll, damit diese vertrauensvoll über psychische Probleme oder Krankheiten reden können. Aber was nützt das? Robert Enke hatte offensichtlich Vertraute, mit denen er reden konnte, war in Behandlung, und dennoch…
Die Frage muss nicht lauten, was sich im Profisport, sondern was sich in der Gesellschaft ändern muss. Der Druck ist für immer mehr Menschen riesengroß, Versagensängste sind ebenso wenig eine Seltenheit wie ausgewachsene Depressionen, viele, auch bereits Schulkinder, können diesem Druck nur noch mit Hilfe von Tabletten standhalten. Damit aber in die Öffentlichkeit gehen? Nachwievor sind Krankheiten der Seele für viele unverständlich, sie werden nicht anerkannt, oder wenn, dann nur mit dem “lass dich doch nicht so hängen”-Unterton. Bänderriss oder Knochenbruch ja, aber Angst, Traurigkeit, Depression? Der Profifußball ist da nur die Spitze, er ist noch etwas “männlicher” als der Alltag, aber ansonsten ist er ein Abbild der Gesellschaft.
Würde ich depressive Tendenzen meinem Arbeitgeber mitteilen? Würde ich als Handwerker, Soldat oder Berufssportler zur Homosexualität stehen? Wohl kaum!
Die Millionen, die Profifußballer, Manager, ja selbst die (relativ!) hohen Summen, die Politiker erhalten, sind lange kein Zeichen dafür, dass es den Menschen wirklich gut geht, von “Normalverdienern”, die über keinen solchen gesicherten finanziellen Background verfügen, mal ganz zu schweigen. Aber solange unsere Volkskanzlerin den Duktus der Wirtschaft, nämlich Wachstum, als oberste Prämisse ihrer Politik vorgibt, solange beruflicher Erfolg, solange das Funktionieren das alles Entscheidende ist, solange wird sich auch diesbezüglich nichts ändern.
Auch wenn die Gesellschaft lernen würde, anders mit diesem Thema umzugehen, könnte sie den Betroffenen nicht ihre Ängste nehmen, könnte solche Krankheiten nicht heilen, ja noch nicht mal den Suizid als letzten Ausweg verhindern. Aber vielleicht würden die Betroffenen zumindest eine kleine Erleichterung verspüren, und vielleicht wäre dies ein erster Schritt in die richtige Richtung…
Donnerstag, 12. November 2009 - Gedankenkram
“You’ll never walk alone” wird gerne in den Fußballstadien gesungen. Doch manchmal sind Menschen trotz einer großen Anhängerschar, trotz zahlreicher Bewunderer, trotz Freunde, trotz Familie alleine.
Insgesamt leiden in Deutschland derzeit rund vier Millionen Menschen an einer behandlungsbedürftigen Depression, schätzt die Stiftung Deutsche Depressionshilfe. Jeder Fünfte erkranke einmal in seinem Leben daran [Quelle]. Noch schlimmer als die Krankheit selbst ist die Tatsache, dass viele Menschen sie verbergen. Depression ist nach wie vor ein Tabuthema, und bei unserer gesellschaftlichen Entwicklung steht zu befürchten, dass sich diesbezüglich nichts ändert. Stark sein, Leistung, Wachstum, Ellbogen, Angst vor Jobverlust, vor der Armut, Krankheiten verschweigen oder nicht auskurieren… das ist heutzutage gefragt.
Mit dem Tod von Robert Enke rückt dieses Dilemma – zumindest kurzzeitig – in die Öffentlichkeit. Aber die vielen anderen Menschen, die an dieser Krankheit leiden, die sich mit Selbstmordabsichten tragen oder diese umsetzen, das Leid dieser Menschen bekommt in der Öffentlichkeit niemand mit. Und bald werden auch die “einstigen Helden” wie Robert Enke oder Sebastian Deisler zwar nicht aus den Köpfen verschwunden sein, aber mit den Umständen und ihrer Krankheit wird sich kaum noch einer befassen.
Egal, wie viele Menschen sich um jemanden, der unter Depressionen leidet, bemühen, wie viele einen unterstützen – you walk alone!
Als Nachtrag ein Lesetipp: Spiegelfechter – der Freitod eines Torwarts und die Ethik.
Donnerstag, 22. Oktober 2009 - Gedankenkram, Misc
Dass ich mich seit Jahren mit der ‘Illusion des Egos’ befasse – mal mehr, mal weniger intensiv – ist nix Neues. In diesem Zusammenhang hatte ich auch vor Jahren das Buch “Reise ins Nichts” von Pyar gelesen – und den folgenden Auszug nicht mal ansatzweise verstanden.
Worum es geht, ist jeden Hauch von Ich, von Trennung aufzugeben… Das schneidet die Wurzeln der Illusion ab, das ist der Tod des Ich. Und dieses Ich zeigt sich in jeder Ablehnung dessen was ist, zeigt sich in jedem Wunsch nach etwas anderem, in jedem ‘etwas Besonderes sein’ und in jeder Vorstellung. Schließlich ist dieses Ich selbst nichts anderes als eine Vorstellung – die Vorstellung von Trennung, die Vorstellung eines separaten Ich, einer eigenen Person. Und da ‘Ich’ nur eine Vorstellung ist – wenn auch eine lang gehegte, lang gepflegte und liebgewonnene, die sehr real erscheint – ist ‘Ich’ nicht real, nicht wahr, und muss in diesem Substraktionsprozess sterben, verschwinden. Und es fühlt sich tatsächlich wie Sterben an, es ist ein Tod.
Pyar Troll, Reise in Nichts, Kamphausen 2002
Tja, irgendwie habe ich das Ego, den ‘Stef’, trotz aller Macken – auch wenn mich einige davon wahrscheinlich mehr nerven als mein Umfeld – liebgewonnen. Aber der Tod des Egos beinhaltet nicht nur eine Abkehr dieses Selbstbildes, sondern auch die Abkehr der lange gehegten – und teils mühsam erarbeiteten – Standpunkte und Vorstellungen, von den Wünschen und Ablehnungen mal ganz zu schweigen.
Andererseits lassen mich die inzwischen gemachten Erfahrungen zumindest den Anflug von Wahrheit dieser Worte erahnen. Da habe ich da wohl noch einiges vor mir – und ich befinde mich bereits mittendrin. Ein interessanter Weg. Ich lasse mich überraschen…
Dienstag, 13. Oktober 2009 - Gedankenkram
Wenn man es schafft, ein paar Tage lang das “Geschwätz seiner Gedanken” zu ignorieren, findet das der Denkapparat überhaupt nicht witzig. Er versucht dann gerne, sich in den Vordergrund zu spielen und produziert – neben einigen vermeintlich konstruktiven Dingen – einen Haufen Gedankenmüll. Ich kenne diese Reaktion noch sehr gut, von daher ist es höchst(ens) amüsant, diese zu beobachten.
Auch jetzt, da sich eine eventuelle berufliche Chance zerschlagen hat, rotiert da oben der Denkapparat, versucht zu ergründen, zu rechtfertigen. Dabei ist das völlig unnötig, denn der Drops ist gelutscht.
Ich schicke meine Gedanken jetzt wieder zum Spielen. Sollen sie sich in Ruhe austoben – aber draußen und unbeachtet.
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