Zur Zeit berichtet die Berliner Abendschau in ihrer Wochenserie über Arbeitnehmer, die trotz ihres Jobs nicht genug Geld zum Leben haben. Vor allem in Berlin, der “Niedriglohnhauptstadt”, gibt es davon eine Menge. Dass dies eine Zumutung ist, darüber muss man nicht diskutieren. Die Erwähnung in der gleichen Sendung, dass die ALG II-Sätze im kommenden Jahr voraussichtlich ein weiteres mal um ca. 5 Euro steigen, kam da schon mit einem gewissen Unterton rüber – nach dem Motto “warum bekommen die fürs Nixtun noch mehr?”
Eine Anhebung der Hartz-IV-Regelsätze stößt in der Bevölkerung auf Skepsis: Nach einer repräsentativen Emnid-Umfrage im Auftrag der Zeitung “Bild am Sonntag” (BamS) lehnen 56 Prozent der Bundesbürger jede Erhöhung der Regelsätze ab, bei den Unions-Anhängern sind 61 Prozent dagegen. 14 Prozent der Befragten sind sogar der Meinung, die Sätze für Hartz-IV-Empfänger sollten gekürzt werden. Nur 36 Prozent sprachen sich für eine Erhöhung aus. [Quelle]
Arbeitnehmer sollen für ihre Arbeit gut bezahlt werden, keine Frage. Und Menschen, die 40 Stunden in der Woche arbeiten, sollen auch gerne mehr in der Tasche haben als die, die dies nicht tun. Aber offensichtlich hat sich in Arbeitnehmerkreisen noch nicht herumgesprochen, dass der “freie Fall” in die Arbeitslosigkeit – und damit verbunden auch recht schnell in den ALG II-Bezug – jedem drohen kann. Und dann möchte ich den Aufschrei der Betroffenen (nicht) hören. Natürlich geht es hier um die Grundsicherung, natürlich kann man noch dies und das streichen, aber irgendwann sind wir dann soweit, dass jedem Erwerbslosen pro Woche ein Laib Brot ausgegeben wird, das Wasser – mehr braucht man ja nicht zum Trinken – kann man sich schließlich aus der Leitung holen.
Anscheinend vertieft sich die durch unsere Regierenden – unter Zuhilfenahme der Medien – und der Gewerkschaften seit Jahren forcierte Spaltung in der Bevölkerung immer mehr. Kein Wunder – zeigten sich Geringverdiener und Erwerbslose endlich mal (wieder) solidarisch könnte unsere Politmischpoke einpacken. Das Motto sollte nicht lauten “dir gönne ich noch weniger” sondern “Schluss mit der Armut und der immer extremer werdenden Schere zwischen arm und reich“.
Im übrigen “subventioniere” ich mit meinen Steuergeldern deutlich lieber Erwerbslose, meinetwegen auch “Arbeitsdrückeberger”, als die Boni von irgendwelchen Bankfritzen, deren Arsch gerade mal wieder durch Steuergeldergarantien gerettet wurden…
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