Die Kids meiner Generation wuchsen mit den Vorstadtkrokodilen auf – weniger mit dem Buch von Max von der Grün als mit der Verfilmung des WDR von 1977. Das vor zwei Jahren erschienene Remake konnte ich mittlerweile auch sehen: Zugegeben, die Macher haben die Umsetzung in die “Jetztzeit” relativ gut hinbekommen, und etwas mehr Action gibt es auch; mit dem 77er-Film würde man die heutige Jugend wohl kaum noch vor die Fernseher bekommen.
Der “Originalfilm” wurde in den Erwachsenenrollen recht prominent besetzt (die kürzlich verstorbene Rosel Zech und der göttliche Eberhard Feik als Kurts Eltern, bereits damals schön mütterlich “Mutter Beimer” Marie-Luise Marjan, dazu Willy Semmelrogge als Minigolfplatzbesitzer, die Rolle, die in der Neuverfilmung von seinem Sohn besetzt wurde, welcher wiederum im Original einen der “bösen Buben” spielte), die Kinderrollen hingegen mit Kids aus der Umgebung des Drehortes, was dem ganzen noch zusätzlich einen gewissen amateurhaften Charme verlieh. Die Klamotten (ja, liebe Kinder, so liefen wir damals rum!), die Dialoge und nicht zuletzt die Musik (u.a. von Supertramp) lassen einige Kindheitserinnerungen aufkommen, es bleibt einfach die Verfilmung schlechthin.
Aber so ist das wahrscheinlich, wenn man mit einer bestimmten Filmfassung aufwächst. So ist für mich die “einzig wahre” Verfilmung vom “fliegenden Klassenzimmer” die Version von 1973 – obwohl die schon sehr frei nach Kästners Buch ist – im Gegensatz zur Schwarzweiß-Verfilmung von 1954, die mich nie so gepackt hat. Und auch die 2003er Version ist zwar ein legitimer – und nicht mal schlecht gelungener – Versuch, das Buch in die Neuzeit zu transportieren – mehr aber auch nicht.
Vier Jahre nach den Dreharbeiten besuchte Regisseur Wolfgang Becker die alten Krokodiler für eine knapp halbstündige Doku. Wer die Möglichkeit hat, diese anzusehen – zum Beispiel auf der kürzlich erschienenen DVD – sollte sich das nicht entgehen lassen: Schon witzig, was aus den Kurzen geworden ist. Der Darsteller des Frank wurde auch als Erwachsener noch häufig zu den Dreharbeiten interviewt, unter anderem in einer Sendung von retro-tv.de.
Ach ja, Kindheitserinnerungen…
Wie sieht’s bei euch aus – habt ihr auch Kinder- oder Jugendfilme, mit denen ihr aufgewachsen seid und die ihr auch heute noch manchmal mit einem “jaja, damals…”-Grinsen anseht?